Mettingen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Mettingen im Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen. Für den Stadtteil Mettingen der Stadt Esslingen am Neckar siehe Mettingen (Esslingen am Neckar).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mettingen
Mettingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mettingen hervorgehoben
52.3166666666677.780555555555674Koordinaten: 52° 19′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 74 m ü. NN
Fläche: 40 km²
Einwohner: 12 253 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49497
Vorwahl: 05452
Kfz-Kennzeichen: ST
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 056
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausplatz 1
49497 Mettingen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Helmut Kellinghaus (parteilos)
Lage der Gemeinde Mettingen im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
Über dieses Bild

Mettingen ist eine Gemeinde im Kreis Steinfurt. Sie gehörte bis zur Gebietsreform 1974 zum Kreis Tecklenburg. Der staatlich anerkannte Erholungsort wird wegen seiner geschichtlichen Bedeutung für das Tüötten-Wesen auch „Tüottendorf“ genannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Mettingen liegt im Norden des Tecklenburger Landes.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Unmittelbare Nachbargemeinden sind im Westen Recke, im Norden die niedersächsische Gemeinde Neuenkirchen, im Osten Westerkappeln und im Süden Ibbenbüren. Mittelbare Nachbargemeinden von Mettingen sind: Tecklenburg, Hopsten, Lotte, Hörstel und Merzen.


[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004:

  • SPD 13 Sitze
  • CDU 12 Sitze
  • Mettinger Wählergemeinschaft (MWG) 2 Sitze
  • FDP 1 Sitz


[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Silber drei rote Kleeblätter (2:1).“

[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaft

Die Partnerschaft mit der holländischen Gemeinde Raalte wurde offiziell am 25. August 1978 besiegelt.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Kulturverein Mettingen e.V. (gegründet 1989) bietet im Jahresprogramm jeweils an verschiedenen Veranstaltungsorten (Bürgerzentrum, Schultenhof, Kunstspeicher und anderen Plätze) innerhalb der Gemeinde Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und/oder Lesungen an.

Im KulturForum Mettingen gibt es gemeinsame Veranstaltungen des Kulturvereins Mettingen e.V. zusammen mit dem Förderverein Mettinger Schultenhof e.V.

Heimathaus in der Bauerschaft Wiehe

[Bearbeiten] Museen

  • Im Innenhof des ehemaligen Hotels Telsemeyer und heutigen Rathauses ist seit 1962 das Tüöttenmuseum untergebracht, das vom Heimatverein betreut wird. Es besteht aus drei Fachwerkhäusern, in denen eine umfangreiche Sammlung von Möbeln, Gebrauchsgegenständen und Zeugnissen alten Brauchtums zu sehen ist. Das Museum will vor allem die Erinnerung an die Tüötten wachhalten.
  • Im Schultenhof ist ein Schulmuseum eingerichtet. Das maßgeblich von Horst Michaelis, dem früheren Leiter der Paul-Gerhardt-Schule, initiierte Museum widmet sich vor allem der Erinnerung an die vormaligen Dorf- und Bauerschaftsschulen der Gemeinde. Neben zahlreichen Exponaten - ein Schwerpunkt sind historische Schulbücher - werden Pädagogik, Lernmethoden und Schulalltag der früheren Zwergschulen in kurzen Texten erläutert.
Schultenhof-Gebäude, in denen auch ein Schul- und ein Postmuseum untergebracht sind
  • Ebenfalls im Schultenhof ist das Mettinger Postmuseum untergebracht. Darin lassen sich nicht nur Raritäten wie die erste Briefmarke der Welt bestaunen, sondern noch zahlreiche weitere Briefmarken und Exponate aus der regionalen und überregionalen Postgeschichte, die Museumsgründer Clemens Becke­meyer, ein ehemaliger Postbeamter, in jahrzehntelanger Sammeltätigkeit zusammengetragen hat. Neben Poststempeln werden eine Vielzahl von Fernsprechgeräten, darunter auch ein Exemplar des ersten Pulttelefons aus dem Jahr 1903, gezeigt. Anhand der umfangreichen Dokumentensammlung lässt sich fast die gesamte Postgeschichte der Region nachvollziehen.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Georgshof mit der Georgseiche

Das einzige Mettinger Naturdenkmal (1990 ausgewiesen) ist die so genannte Georgseiche, eine mehrere hundert Jahre alte Stieleiche. Der Baum an der Kreuzung Recker Straße/Schwarze Straße beschirmt den historischen Georgshof.

Daneben gibt es im Tüöttendorf noch zahlreiche besonders prächtige Blutbuchen, deren älteste vermutlich ein 1792 gepflanztes Exemplar hinter dem vormaligen Tüöttenhaus Voß (jetzt ein Ärztehaus) an der Sunderstraße ist. Darüber hinaus wird das Dorfbild auch von imposanten Eibenhecken geprägt.

[Bearbeiten] Sport

Die Mettinger Kunstturnschule (kurz: KTS) stellt zurzeit eine Mannschaft in der Regionalliga Nord, der dritthöchsten deutschen Turnklasse. Der TV Mettingen stellte mit Annika Suthe mehrfach die Deutsche Junioren-Meisterin, einmal die Junioren-Europameisterin und einmal die Junioren-Vize-Weltmeisterin im Speerwerfen. Die ersten Mannschaften des größten Mettinger Sportvereins, dem VfL Eintracht Mettingen, spielen zurzeit (Saison 2006/2007) in folgenden Spielklassen: Kreisliga 8 (Fußball-Damen), Bezirksliga Nord 3 (Handball-Herren), Bezirksklasse Nord I 4 (Badminton-Herren). In der Gemeinde gibt es auch einen Tischtennisverein, den TTV Mettingen. Ihre 1. Herrenmannschaft spielt zurzeit in der Bezirksliga 3.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

In Mettingen findet jedes Jahr am letzten April-Wochenende die kleine Frühjahrskirmes und am letzten August-Wochenende die „große“ Herbstkirmes auf dem Marktplatz rund um die St. Agatha-Kirche statt. Von Donnerstag vor dem ersten Advents-Wochenende bis zum ersten Advents-Sonntag ist in Mettingen jedes Jahr an selber Stelle Weihnachtsmarkt. Weitere Veranstaltungen sind der Bauern- und Blumenmarkt im Frühjahr und das Ärrappelfest im Herbst.

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

Auf Grund der Tüötten-Tradition, ist Mettingen besonders für sein Pumpernickel, seine Kartoffelpfannekuchen und den Kornbrand aus der Brennerei Langemeyer bekannt. In der Vorweihnachtszeit gibt es in Mettingen außerdem das sogenannte Klaushähnchen, ein hähnchenförmiges Gebäck aus Hefeteig, mit Kümmel und Zucker bestreut.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Mettingen ist die Heimat der Brennerei C. Langemeyer. Die Unternehmensgeschichte von C. & A. Brenninkmeyer begann in Mettingen. Zudem befindet sich in Mettingen der Produktionsstandort der Konditorei Coppenrath & Wiese mit rund 1.400 Beschäftigten.

[Bearbeiten] Bergbau

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Bildung

Die Kardinal-von-Galen-Schulen werden in privater Trägerschaft geführt
  • Weiterführende Schulen
    • Josef-Schule (Hauptschule)
    • Kardinal-von-Galen-Schulen (Realschule und Gymnasium in Trägerschaft des Vereins der Schulfreunde): Das Gymnasium bietet einen bilingualen Zweig an, das heißt in den Klassen 5 und 6 haben die Schüler zwei Wochenstunden Englisch mehr als die Parallelklassen (7 statt 5 Stunden) und in den Klassen 7 bis 10 werden die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik in englischer Sprache unterrichtet. Das Gymnasium ist seit 2005 auch Europaschule.
  • Sonderschulen
    • Ernst-Klee-Schule (Schule für Körperbehinderte)
    • Barbaraschule (Schule für Lernbehinderte)
In der 1880 erbauten Villa „Burg Voß“ ist seit 1960 ein Franziskanerkloster untergebracht
  • Sonstige Bildungseinrichtungen
    • Comenius-Kolleg: Das von Franziskanern geleitete Weiterbildungskolleg führt Erwachsene über den 2. Bildungsweg zum Abitur. Ebenfalls gibt es dort ein Studienkolleg, das Luso-brasilianische Studienkolleg. Im dortigen Schulkomplex findet sich auch das wissenschaftliche Institut für Brasilienkunde (Instituto de Brasilologia), dessen Bibliothek mit mehr als 35.000 Bänden eine der größten Fachbibliotheken zu Brasilien im deutschsprachigen Raum darstellt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Clemens Brenninkmeyer (1932)
  • Franz Brenninkmeyer (1969)
  • Theodor Kersting (1973)
  • Josef Wiese (2005)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen

[Bearbeiten] Literatur

  • Ludger Etgeton, Josef Tombrink, Karl-Heinz Käller und Joachim Tombrink: Mettingen. Menschen - Häuser - Straßen. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1993, ISBN 3-921290-70-8
  • Karl-Heinz Käller: Mettingen - wie hast du dich verändert. Eine Zeitreise in Bildern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 2002, ISBN 3-932959-26-4
  • Anton Kollner: Herzliche Grüße aus Mettingen - (k)ein Dorf wie jedes andere. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1988, ISBN 3-921290-31-7
  • Bernhard Nonte, Eugen Eslage et al.: Tüötten-Museum Mettingen. Ein Museum im Museum. Museumsführer, herausgegeben vom Heimatverein Mettingen. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 2002, ISBN 3-932959-25-6
  • Frank von Hagel; Martin Joseph: Die Flurnamen der Gemeinde Mettingen: Atlas und Namenregister. Osnabrück 1999,ISBN 3-9805661-3-7
  • Hubert Rickelmann: Mettingen im Wandel der Zeiten. (Zweite verbesserte Auflage). Schöningh, Paderborn 1978, ISBN 3-506-77222-8
  • Hubert Rickelmann: Die Tüötten in ihrem Handel und Wandel und die Wolle- und Leinenerzeugung im Tecklenburger Land. (Zweite unveränderte Auflage). Schöningh, Paderborn 1976, ISBN 3-506-77221-X
  • Bettina Weiguny: Die geheimnisvollen Herrn von C&A (Der Aufstieg der Brenninkmeyers). Eichborn-Verlag, ISBN 3-8218-5600-9
  • Thomas Papenbrock: Freiwillige Feuerwehr Mettingen 1905-2005. Geschichte des Löschwesens in Mettingen. (Thomas Papenbrock - Fangkampstraße 3 - 49497 Mettingen)
  • Christa Parusel: Am Wege. Prozessionshäuschen, Kreuze und Bildstöcke in der Gemeinde Mettingen (Christa Parusel - Nierenburger Str. 14 - 49497 Mettingen)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Mettingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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