XXI. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Das XXI. Armee-Korps (auch Saarbrücker Korps) war ein Großverband der Preußischen Armee.

Gliederung[Bearbeiten]

Fahnen der Linien-Infanterie-Regimenter[Bearbeiten]

Muster
Muster (Jäger)

Das Mittelfeld der Fahne war von silbernen Lorbeerzweigen umwunden. Über ihm befand sich die Königskrone unter der sich ein silbernes Spruchband, „Pro Gloria et Patria“, befand. Das Mittelfeld selbst zierte der alte friderizianische bewehrte schwarze Adler. In den vier Ecken befanden sich, in Gold oder Silber ausgeführt, die mit Palmenzweigen umwundenen, ebenfalls gekrönten Namenszüge, der zum Zeitpunkt der Verleihung regierenden Könige. Zwischen den Eckmedaillons befanden sich vier Seitenflammen. Diese befanden sich erstmals auf den 1808 verliehenen Fahnen.[1]

Für die große Menge an Linien-Infanterie-Regimentern wurde von Kaiser Wilhelm II. per Ordre vom 18. Dezember 1890 bestimmt, dass die Farbe der Fahnentücher sich nach der der Achselklappen zu richten habe. Hierdurch wurde innerhalb des Korps eine Gleichförmigkeit erzielt. Abweichend von diesen wurde für die Jäger-Bataillone, leichte Infanterie, die grüne Farbe für die Fahnen nach dem Linienmuster bestimmt.

Das XXI. Korps trug grüne Achselklappen. Da die Fahnen der Jäger bereits grün waren, musste man die Fahnen, die neu an die Truppenteile dieses Korps verliehen werden sollten, etwas anders gestalten. Sie erhielten deshalb nicht Fahnentücher mit geradlinigen Keilen, sondern diese hatten eine leicht gewellte Form. Diese neuartigen Fahnen sollten jedoch nur noch in zwei Fällen - die III. Bataillone des Infanterie-Regiments „Hessen-Homburg“ Nr. 166 und des 10. Lothringischen Infanterie-Regiments Nr. 174 - zur Verleihung gelangen.

Des Weiteren wurden grundlegende Anordnungen über die zukünftige Gestaltung der Fahnen- und Standartentücher erlassen. Die Fahnen waren in Zukunft in Gold oder Silber, je nach Knopffarbe des Truppenteils, bestickt. Die gemalten Tücher hatten nur eine geringe Haltbarkeit bewiesen. Gleichfalls wurde angeordnet, das die Fahnen in deren Abmessungen um 16 cm, ergo deren Fläche auf 126 cm², verringert werden sollten. Der im Mittelfeld befindliche „preußische Kriegsadler“ sollte wieder seine friderizianische Gestalt erhalten. Die Krone, der Schwertknauf und das Blitzbündel des Adlers waren stets in Gold zu halten.

In der Folgezeit wurden vier Arten von Fahnen unterschieden:

  1. Gardefahnen
  2. Garde-Grenadierfahnen
  3. Fahnen für die Grenadier-Regimenter
  4. Fahnen für die neuen Linien-Regimenter

Das Mittelfeld, die vier Eckmedaillons (sie waren von der Knopffarbe durchwirkt) und das Spruchband hatten die Farbe der Achselklappen. Die vier Keile waren weiß mit schwarzen Rändern.[2]

Am 1. August 1914 sollte die deutsche Armee aus 25 Armeekorps bestehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Korps wurde am 1. Oktober 1912 errichtet und hatte sein Hauptquartier in Saarbrücken. Es war der VII. Armee-Inspektion unterstellt und umfasste die Regierungsbezirke Koblenz und Trier sowie einen Teil von Elsaß-Lothringen.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieg kämpfte es im August 1914 an der Westfront in der Schlacht in Lothringen. Im Zentrum der 6. Armee eingesetzt, warf das Korps im frontalen Vorgehen das französische 15. Korps auf Dieuze zurück und gewann schnell an Gelände. Dabei erstürmte die 31. Division (Generalleutnant Albert von Berrer) Vergaville und die 42. Division (Generalleutnant Hasso von Bredow) besetzte Dieuze. Im September 1914 erfolgte infolge des Wettlaufes zum Meer die Verlegung des Korps in den Raum Nesle und Chaulnes.

1915 kam das Korps an der Ostfront. Es kämpfte in der Winterschlacht an den Masuren und bei der Belagerung von Kowno, der Njemenschlacht und der Schlacht bei Wilna. Ab Anfang Oktober 1915 war es im Stellungskrieg zwischen Schloss KrewoSmorgonNarotsch-SeeTweretsch im Einsatz.[3]

Das Kriegsende 1918 erlebte das Korps wieder an der Westfront bei der Heeresgruppe Gallwitz, es rang mit amerikanischen Truppen in den Argonnen.

Kommandierender General[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie Fritz von Below 1. Oktober 1912 bis 3. April 1915 [4]
Generalleutnant Oskar von Hutier 4. April 1915 bis 1. Januar 1917 [4]
Generalleutnant Ernst von Oven 2. Januar 1917 bis April 1919 (mit der Führung beauftragt) [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gustaf Lehmenn: Geschichte der Königlich Preußischen Fahnen und Standarten seit dem Jahre 1807.; 1895 Berlin, E.S. Mittler & Sohn
  2. Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee; Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1935
  3. Hanns Möller: Die Geschichte der Ritter des Ordens „pour le merite“ im Weltkrieg 1914-1918 - Abschnitt: Hans von Werder; Deutsches Wehrkundearchiv 2007, DW-34001-00
  4. a b c Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939 Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S.85