IV. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Dienstgebäude des Generalkommandos in Magdeburg, heute Staatskanzlei

Das IV. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee, dessen Generalkommando seinen Sitz in Magdeburg hatte.

Gliederung[Bearbeiten]

Dem Korps unterstanden mit letztem Friedensstand 1914[1]:

Geschichte[Bearbeiten]

Im Krieg von 1870-1871[Bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg nahm das Korps unter General von Alvensleben im Verband der 2. Armee unter Prinz Friedrich Karl von Preußen zunächst an der Belagerung von Metz teil. Am 30. August 1870 hatte das Korps entscheidenden Anteil am Sieg in der Schlacht bei Beaumont. Das französische V. Korps geriet wegen schlechter Aufklärung in die Zange zwischen dem IV. Korps als linkem Flügel der 4. (Maas-)Armee und dem I. Bayerischen Korps als rechtem Flügel der 3. Armee des deutschen Kronprinzen. Während der Schlacht von Sedan überquerten die Deutschen am 31. August 1870 den Fluss Maas und erreichten den Ort Bazeilles, etwa 5 km südöstlich von Sedan. Am Morgen des 1. September überschritten zunächst die Bayern die Maas und sickerten in den Ort Bazeilles ein. Dem IV. Korps gelang es den verlorenen Vorort Balan zurückzuerobern. Während der Kämpfe um Paris wurde das Korps im Nordwesten der Stadt auf dem rechten Seineufer in Stellung gebracht und beteiligte sich bis zum Kriegsende an der Belagerung der französischen Metropole.

Im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Das Korps war im Frieden der VI. Armee-Inspektion unterstellt und wurde im Ersten Weltkrieges ausschließlich an der Westfront eingesetzt.

Unter dem Kommandierenden General Sixt von Armin trat es Anfang August 1914 in den Verband der 1. Armee und marschierte in das neutrale Belgien ein, am 20. August stand es im Raum Brüssel. Am 23. August rückte es über Enghien und Ath auf Harchies und Pommerœul vor. Die 8. Division musste während der Schlacht bei Mons ihren Angriff über den Mons-Condé-Kanal am Abend abbrechen, weiter östlich gelang es jedoch Teilen der 7. Division auf der südwärts führenden Straße nach Thulin der erste Übergang. Am 24. August sollte das Korps auf dem rechten Flügel ebenfalls den Kanal überwinden, die Briten waren aber bereits abgezogen. Nach einigen Stunden über Behelfsbrücken vorgehend, erreichte die 8. Division gegen Mittag bei Quiévrain französisches Gebiet und rückte weiter auf Valenciennes vor. Die 7. Division erreichte unterdessen über Thulin vorgehend Angre. Am 26. August trug das Korps während der Schlacht von Le Cateau gegenüber dem II. englischen Korps bei Caudry und Inchy die Hauptlast des Kampfes. Während der Marneschlacht griff das Korps ab 7. September in der Schlacht am Ourcq ein und musste darauf über Villers-Cotterêts auf die Aisne zurückgehen. Das Korps hatte dabei mit der 8. Division auf Juvigny und mit der 7. Division Tartiers zurückzugehen und beteiligte sich südlich des Flusses zwischen Vic- Fontenoy an der Schlacht an der Aisne. Während des Wettlaufes zum Meer stand das Korps ab Anfang Oktober 1914 bei der 6. Armee im Raum östlich vor Arras. Es folgten jetzt lange Jahre des Stellungskrieges im Raum Lens. Das Korps lag während der Schlacht von La Bassee im Juni 1915 dem französischen XXI. Korps und während der Schlacht von Loos im September 1915 dem britischen IV. Korps gegenüber. Bei diesen Abwehrkämpfen waren dem Korps dabei im Frühjahr die 117. Division bei Hulluch und die 123. Division bei Souchez zugeteilt worden.

Während der Schlacht an der Somme übernahm das Korps Mitte Juli 1916 im Raum südwestlich Bapaume bei der 1. Armee einen neuen Frontabschnitt. Die 7. Division verteidigte im Raum Pozières, die nachgeführte 8. Division setzte dabei zum Gegenstoß ein, der den verlorenen Delville-Wald zurückgewinnen konnte. Durch das zu langsame Vorrücken der britischen Reserven konnte man Hilfe des Korps die Front wieder stabilisieren. Nach seiner Rückkehr in den alten nördlicher liegenden Kampfraum wurde das Generalkommando unter dem neuen Kommandierenden General von Kraewel zwischen dem 3. April 1917 bis April des Folgejahres als Gruppe Loos bezeichnet. Während der Schlacht von Arras verteidigten die Truppen Kraewels den von den Briten angegriffenen nördlichen Flügel der Armee Falkenhausen.

Im April 1918 konnte das Korps während der Frühjahrsoffensive im Verband der 6. Armee während der Vierten Flandernschlacht die Stadt Armentieres besetzen. Nach der Hunderttage-Offensive stand das Korps in Rückzugskämpfen zwischen dem Deûle-Kanal und der Schelde. Im Oktober 1918 waren dem Korps im Raum Valenciennes die 2. Garde Reserve-Division, die 4. Ersatz- Division sowie die 36. Division unterstellt.

Kommandierender General[Bearbeiten]

Das Generalkommando als Kommandobehörde des Armeekorps stand unter der Führung des Kommandierenden Generals[2][3]:

Name Beginn der Berufung Dienstgrad
Friedrich Graf Kleist von Nollendorf 3. Oktober 1815 General der Infanterie
Friedrich Wilhelm von Jagow 5. März 1821 General der Infanterie
Georg Leopold Graf von Hake 4. September 1830 Generalleutnant
Prinz Carl von Preußen 30. März 1836 Generalleutnant
August Georg von Hedemann 5. März 1848 Generalleutnant
Wilhelm Fürst von Radziwill 19. Februar 1852 General der Infanterie
Hans Wilhelm von Schack 3. Januar 1858 General der Infanterie
Gustav von Alvensleben 30. Oktober 1866 General der Infanterie und Generaladjutant
Leonhard Graf von Blumenthal 2. Oktober 1871 General der Infanterie
Wilhelm von Grolmann 17. April 1888 General der Infanterie
Carl von Hänisch 22. März 1889 General der Kavallerie
Richard von Klitzing 1. September 1897 General der Infanterie
Paul von Beneckendorff und von Hindenburg 27. Januar 1903 General der Infanterie
Friedrich Sixt von Armin 20. März 1911 General der Infanterie
Richard von Kraewel 25. Februar 1917 Generalleutnant
Kuno Arndt von Steuben 20. Dezember 1918 General der Infanterie
Johannes von Malachowski 30. Januar 1919 Generalleutnant
Alfred von Kleist 10. Februar 1919 Generalleutnant

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kriegsministerium, Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. [...] Nach dem Stande vom 6. Mai 1914. [...]. Verlag Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin o. J., S. 63 ff.
  2. Die Armeekorps-Bezirke des Deutschen Reichs 1885/86 – IV. Armeekorps: Generalkommando in Magdeburg, Deutsche Verwaltungsgeschichte.
  3. IV.Armeekorps, Deutsche Kriegsgeschichte.