XXIV. Reserve-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Das XXIV. Reserve-Korps (auch Korps Gerok) war ein Großverband der Armee des Deutschen Kaiserreiches.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Korps wurde zu Beginn des Ersten Weltkriegs aufgestellt und sechs Wochen ausgebildet. Ihm unterstanden im Januar 1915:

In der Bug-Armee unterstanden dem Korps Gerok im Juli 1915:

Geschichte[Bearbeiten]

1. Mai bis 30. September 1915

Das Korps wurde am 12. September 1914 dem Befehl von General der Infanterie von Gerok unterstellt und während der Schlachten von Lille und Ypern im Oktober 1914 an der Westfront im Verband der 6. Armee eingesetzt.

Im November 1914 wurde das Korps mit der 48. Reserve-Division an die Ostfront verlegt und der 9. Armee unterstellt. Bis Januar 1915 nahm es an der Schlacht bei der Linie Łódź-Pabianice und an der Schlacht bei Rawka-Bzura teil.

Im Frühjahr 1915 wurde das Korps Gerok den bedrängten Österreichern nach Galizien überstellt und der neu aufgestellten deutschen Südarmee in den Karpaten zugeteilt. Nach dem Durchbruch bei Gorlice wurde das Korps Anfang Juni 1915 der Bugarmee unterstellt und kämpfte Ende Juni mit der neu zugewiesenen Bayerischen 11. Division und der 107. Infanterie-Division in der Schlacht an der Gnila-Lipa und im Juli bei Maslomencze. Am 26. August 1915 wurde im Zusammenwirken mit dem XXII. Reserve-Korps der 11. Armee und dem k.u.k. 6. Korps die Festung Brest-Litowsk eingenommen. Dem Korps waren für diese Kämpfe die 1. und 22. Division unterstellt worden. Am 16. September gelang dem Korps gemeinsam mit dem XXXXI. Reserve-Korps die Einnahme von Pinsk. Ende September wurde das Generalkommando nach Kowel verlegt und führte zur Hilfe der schwer bedrängten Österreicher in Wolhynien Gegenangriffe an der Linie Sokul-Kolki durch. Am Styr begann für das Korps nach starken russischen Gegenangriffen ein erneuter Stellungskrieg. Im Januar 1916 übernahm das Generalkommando XXIV. Res.Korps als Gruppe Gerok auch vorübergehend die Führung des k.u.k. Kavallerie-Korps Hauer und des Korps Fath.

Anfang April 1916 wurde das Korps zusammen mit dem XXII. Reserve-Korps unter von Falkenhayn wieder an die Westfront transportiert und während der Schlacht um Verdun der Angriffsgruppe West des General von Gallwitz zugeführt. Am 13. Mai 1916 löste das Korps das am westlichen Maasufer eingesetzte VI. Reserve-Korps mit der zugeteilten 38. und 54. Division vor der Höhe 304 und am Toten Mann ab. Südlich Bethincourt wurde dem Korps vorübergehend auch die 4. Division und auch die bis Avocourt haltende 11. Bayerische Division zugeteilt.

Im August 1916 verlegte das Korps abermals nach Osten, wo es in Ostgalizien zwischen der Zlota-Lipa und Narajowka kämpfte. Erst im November 1917 kehrte das Korps in den Westen zurück. Hier wurde es zuerst bei der 3. Armee in der Champagne und ab Februar 1918 unter dem neuen Kommandierenden General Felix Langer bei der 7. Armee im Raum Moronvillers östlich von Reims eingesetzt. Bis Mitte Juli beteiligte sich das Korps Langer mit der unterstellten 3. Garde-Division, der 9. und 26. Division, sowie der 80. Reserve-Division an weiteren Angriffen in Richtung gegen Prosnes. Nach den Gegenangriffen der französischen 4. Armee ging Auberive aber Anfang August verloren und der schrittweise Rückzug auf Juinville wurde nötig. Im September 1918 rang das Korps im Raum östlich von Rethel, dabei waren ihm die 14. und 239. Division unterstellt worden.

Trivia[Bearbeiten]

Harry Kessler hat als Ordonanz den Feldzug des Korps von den Karpaten bis nach Verdun mitgemacht und es in seinen Tagebuch nachgezeichnet

Kommandierender General[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie Eberhard von Claer 25. August bis 12. September 1914 [1]
General der Infanterie Friedrich von Gerok 12. September 1914 bis 19. Februar 1918 [1]
Generalleutnant Felix Langer 29. Februar 1918 bis 10. Januar 1919 [1]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Möller: Die Geschichte der Ritter des Ordens „pour le merite“ im Weltkrieg 1914-1918, Deutsches Wehrkundearchiv 2007, DW-34001-00.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939 Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 635