Berlanga de Duero

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Gemeinde Berlanga de Duero
Berlanga de Duero – Ortsbild mit Kollegiatskirche
Berlanga de Duero – Ortsbild mit Kollegiatskirche
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Berlanga de Duero
Berlanga de Duero (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Berlanga de Duero
Koordinaten 41° 28′ N, 2° 52′ WKoordinaten: 41° 28′ N, 2° 52′ W
Höhe: 936 msnm
Fläche: 220,18 km²
Einwohner: 943 (1. Jan. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 4,28 Einw./km²
Postleitzahl: 42360
Gemeindenummer (INE): 42035 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Berlanga de Duero
Burgruine von Berlanga

Berlanga de Duero ist eine Gemeinde (municipio) mit 943 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) und mit langer Geschichte und bedeutenden Sehenswürdigkeiten in der nordspanischen Provinz Soria in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Der gesamte Ort wurde im Jahr 1981 zum Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico erklärt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlanga de Duero liegt auf einem Hügel oberhalb des Río Escalote etwa 25 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich von Burgo de Osma; die Provinzhauptstadt Soria befindet sich etwa 40 Kilometer nordöstlich. Sehenswert ist auch die 13 Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt liegende Nachbargemeinde Caltojar.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1900 1940 1970 1991 2001 2014
Einwohner 2.159 2.213 2.243 1.294 1.145 943

Bei der ersten Volkszählung im Jahr 1842 hatte der Ort nur ca. 850 Einwohner, doch bereits 15 Jahre später waren es an die 2.000.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich bereits seit römischer Zeit wird in der Region Weinbau betrieben. Auch Gemüse und Feldfrüchte aller Art werden angebaut. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft ist die Bevölkerung des Ortes in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich gab es bereits in vorrömischer Zeit an dieser Stelle eine Siedlung. Die Römer nannten den Ort Augusta Valeránica, woraus sich der Name Berlanga entwickelt hat. In maurischer Zeit entstand eine Festung (alcazaba). Nach der Reconquista kam der Ort in den Besitz der Familie Tovar, die sich fortan Markgrafen (marqueses) von Berlanga nannten. Im Jahre 1480 heiratete die erbberechtigte Tochter María de Tovar y Vivero, den zweiten Herzog von Frías Íñigo Fernández de Velasco y Mendoza, so dass die bedeutende Familiendynastie der Velasco y Tovar entstand, die bis zum Jahre 1727 Bestand hatte. Im 16. Jahrhundert erbauten die Eheleute sowohl ihren neuen Palast (Palacio nuevo de los Marqueses de Berlanga) und die Kollegiatskirche Santa María del Mercado.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die alte Burg (castillo viejo) entstand noch vor der Verbindung der beiden Häuser; es ist ein – von einem Mauerring umgebener – Festungsbau in den Formen des Spätmittelalters. Zwischen weit hervortretenden Rundtürmen in den Ecken spannen sich die Kurtinen des eigentlichen, nach außen fensterlosen, Kernbaus. Der einzige und überdies abgewinkelte Zugang erfolgte über den quadratischen Bergfried (torre del homenaje) am Ende des steil ansteigenden Vorhofs.
  • Die dreischiffige Kollegiatskirche (Colegiata de Santa María del Mercado) ist ein spätgotischer Bau mit hohen Sterngewölben, der nach nur vierjähriger Bauzeit unter der Leitung des Architekten Juan de Rasines im Jahre 1530 fertiggestellt wurde. Die Kirche mit ihren hohen Sterngewölben beherbergt einen – große Teile des Mittelschiffs einnehmenden – Chorbereich (coro), einen imposanten barocken Altarretabel im churrigeresken Stil und eine hochverehrte romanische Madonnenstatue (Nuestra Señora del Mercado).
  • Die Überreste der Südwand des anfangs des 16. Jahrhunderts im Herrera-Stil erbauten neuen Schlosses wirken streng und abweisend. Weite Teile des Palastes wurden während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs im Jahre 1812 zerstört.
  • Eine spätgotische Gerichtssäule (picota oder rollo de justicia), in deren Bannkreis ehemals Gerichtssitzungen abgehalten und Missetäter bestraft wurden, ist von den Außenbezirken ins Ortszentrum versetzt worden.
  • Eine außerhalb des Ortes gelegene Einsiedelei (ermita) wurde im 17. Jahrhundert von Franziskanerbrüdern übernommen. Der in dieser Zeit entstandene Konvent (Santa María de Paredes Albas) wurde im 19. Jahrhundert aufgelöst; die Gebäude dienten noch einige Zeit als Schule, bis auch diese Anfang des 20. Jahrhunderts geschlossen wurde – seitdem sind sie in argem Verfall begriffen.
  • Eine spätmittelalterliche Steinbrücke über den Río Escalote ist ebenfalls in ruinösem Zustand.
Blick auf die spätmittelalterliche Burgruine, den äußeren Mauerring und die Fassade des neuen Schlosses (palacio nuevo)

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa neun Kilometer südöstlich von Berlanga de Duero liegt bei Casillas de Berlanga die im 11. Jahrhundert entstandene mozarabische Einsiedlerkapelle (ermita) von San Baudelio de Berlanga, die wegen ihres Palmettenpfeilers sehenswert ist. Weitere romanische Kirchen befinden sich ebenfalls innerhalb der Comarca (siehe Weblink).

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlanga de Duero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).