Ucero

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Gemeinde Ucero
Ucero – Ortsbild
Ucero – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
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Ucero (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Burgo de Osma
Koordinaten 41° 43′ N, 3° 3′ WKoordinaten: 41° 43′ N, 3° 3′ W
Höhe: 964 msnm
Fläche: 64,53 km²Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/Flächendiff 00017.13
Einwohner: 52 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 0,81 Einw./km²
Postleitzahl: 42317
Gemeindenummer (INE): 42189 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ucero

Ucero ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 52 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der spanischen Provinz Soria in der autonomen Region Kastilien-León. Der Ort wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ucero liegt am Río Lobos, der im weiteren Verlauf manchmal auch Río Ucero genannt wird, am Südende der zerklüfteten Berglandschaft des Parque natural del Cañón del Río Lobos in einer Höhe von etwa 970 Metern ü. d. M. Der nächstgrößere Ort, El Burgo de Osma, ist etwa 16 Kilometer (Fahrtstrecke) in südlicher Richtung entfernt. Bis zur Provinzhauptstadt Soria sind es etwa 65 Kilometer (Fahrtstrecke) in östlicher Richtung. Sehenswert sind auch die unter Denkmalschutz stehenden Orte San Esteban de Gormaz (27 Kilometer südwestlich) und Berlanga de Duero (40 Kilometer südöstlich).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 203 147 131 102 104 100

Im 19. Jahrhundert hatte Ucero stets zwischen 150 und 300 Einwohner. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner seit der Mitte des 20. Jahrhunderts rückläufig.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Ort war und ist in hohem Maße von der Landwirtschaft geprägt; angebaut werden vorwiegend Weizen und Gerste. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt der Tourismus (Wandern und Ferienwohnungen) eine wichtige Rolle als Einnahmequelle für die Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Höhlen und Überhängen der wildzerklüfteten Berglandschaft im Norden von Ucero fanden sich Spuren menschlicher Präsenz in prähistorischer Zeit. Die erstmalige Erwähnung des Namens ‚Ucero‘ findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1157; eine Burg (castillo) ist – nach bisherigem Kenntnisstand – erst im 13. Jahrhundert gebaut worden. Ein gewisser Juan González de Ucero nahm auf Seiten des Königs Alfons VIII. an der siegreichen Schlacht bei Las Navas de Tolosa (1212) teil und wurde für seine Dienste mit der Grundherrschaft (señorio) über den Ort belohnt. Auch die Anwesenheit der Templer ist in dieser Zeit belegt, doch ist unklar, welchen Besitz der im Jahr 1312 von Papst Clemens V. aufgelöste Ritterorden in dieser Gegend hatte. Im Jahre 1302 jedenfalls erwarb der damalige Bischof von Osma den Ort mitsamt 13 angrenzenden Dörfern oder Weilern (aldeas). Die Burg wurde im 16. Jahrhundert erneuert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parque natural del Cañón del Río Lobos – am linken Bildrand die Ermita San Bartolomé
Castillo de Ucero
  • Die zur Gänze aus weitgehend unbearbeiteten Bruchsteinen errichtete Burg (Castillo de Ucero) liegt etwa 500 Meter östlich in einem Seitental. Sie war von einem Wassergraben (foso) umgeben und konnte nur über eine Zugbrücke (puente levadizo) betreten werden. Ihr markantester Bauteil ist der Bergfried (torre de homenaje), in dessen oberster Ebene sich wahrscheinlich eine Kapelle befand, deren vierteiliges – auf Konsolen aufruhendes – Rippengewölbe mit einem Agnus Dei im Schlussstein sich bis heute erhalten hat. Die verschiedenen Zwischenebenen des Turmes bestanden aus einfachen Balkenkonstruktionen aus Holz mit Bretterauflagen und waren nur über Leitern erreichbar. Ein Fenster ist als Zwillingsfenster (ajimez) ausgebildet und aus exakt behauenen Hausteinen konstruiert. Mehrere Wasserspeier zeigen monströse Figuren, die in ihrer qualitätvollen Ausführung an Kirchenbauten erinnern. In direkter Nachbarschaft der Burg stehen die Ruinen einer Einsiedelei (Nuestra Señora de la Villavieja), von der jedoch nur noch spärliche Reste erhalten sind.
Kirche San Bartolomé
  • In der Schlucht des Río Lobos etwa vier Kilometer nördlich des Ortes steht die im 13. Jahrhundert aus exakt behauenem Steinmaterial errichtete ‚Einsiedlerkirche‘ (Ermita San Bartolomé), deren schmucklose Fassade an eine Felswand angelehnt ist. Ein von zwei Strebepfeilern gerahmtes, reichgegliedertes und im Bogen leicht angespitztes, aber ansonsten eher schmuckloses Archivoltenportal befindet sich auf der Südseite; darüber verlaufen zwei Konsolenfriese. Unmittelbar rechts davon schließt sich ein Querhaus an, dessen außergewöhnliche fünfteilige Fenster jeweils ein Pentagramm (siehe auch Drudenfuß) beinhalten – ein im Mittelalter eher seltenes Dekorelement, welches möglicherweise auf den Templerorden verweist, der in dieser Gegend Landbesitz und eine Komturei besaß. Allein schon das Vorhandensein eines Querhauses macht eine Nutzung des Bauwerks als Einsiedlerkirche äußerst unwahrscheinlich. Das Halbrund der Apsis ist durch vier Lisenen in drei Felder gegliedert, in welche jeweils ein Fenster eingeschnitten ist. Das einschiffige und von einer Spitztonne gewölbte Innere beherbergt mehrere interessante Kapitelle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ucero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).