Arcos de Jalón

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Gemeinde Arcos de Jalón
Arcos de Jalón – Burg (castillo)
Arcos de Jalón – Burg (castillo)
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Arcos de Jalón
Arcos de Jalón (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Arcos de Jalon
Koordinaten 41° 13′ N, 2° 16′ WKoordinaten: 41° 13′ N, 2° 16′ W
Höhe: 831 msnm
Fläche: 441,54 km²
Einwohner: 1.486 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 3,37 Einw./km²
Postleitzahl: 42250
Gemeindenummer (INE): 42025 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Arcos de Jalón

Arcos de Jalón bezeichnet einen Ort und eine aus dem Ort sowie mehreren eingemeindeten Dörfern bestehende Gemeinde (municipio) mit 1.486 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Südosten der Provinz Soria in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Bistum Osma-Soria.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Arcos de Jalón liegt in der von Felsen und Hügeln durchsetzten Hochebene im Südosten der Provinz Soria in einer Höhe von ca. 830 Metern ü. d. M. Die Entfernung zur nordwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Soria beträgt ca. 95 Kilometer (Fahrtstrecke). Der kleine aber historisch bedeutsame Ort Medinaceli liegt nur etwa 20 Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 2.969 4.309 2.548 2.045 1.829 1.830

Seit den 1930er Jahren hatte die Gemeinde stets deutlich über 2.000 Einwohner. Im Jahr 1967 wurden etwa ein Dutzend Dörfer und Weiler in der Umgebung (Aguilar de Montuenga, Chaorna, Iruecha, Jubera, Judes, Layna, Montuenga de Soria, Sagides, Somaén und Velilla de Medinaceli) eingemeindet. Drei weitere ehemalige Orte (Lomeda, Sierra de Muedo und Valladares) sind inzwischen bereits völlig aufgegeben worden; die Eingemeindung von Utrilla erfolgte im Jahr 1970.

Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und der daraus resultierende Verlust an Arbeitsplätzen haben in hohem Maße zu dem deutlichen Rückgang der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten beigetragen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dörfer der Gemeinde lebten jahrhundertelang ausschließlich vom Getreide- (Gerste und Weizen) und Gemüseanbau (Bohnen, Zwiebeln, Kohl etc.), der hauptsächlich zur Selbstversorgung betrieben wurde; auch Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner) fand in geringem Maße statt. Die Kleinstadt Arcos diente als merkantiles, handwerkliches und kulturelles Zentrum. Heute spielt die Landwirtschaft immer noch die wichtigste Rolle, doch sind auch geringfügige Einnahmen aus dem Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen) zu verzeichnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der arabisch-maurischen Eroberung entvölkerten sich weite Gebiete im Norden der Iberischen Halbinsel. Im 10. Jahrhundert begann unter dem kastilischen Grafen Gonzalo Téllez die in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter Alfons VI. vollendete Rückeroberung (reconquista) Altkastiliens, die in der Einnahme der etwa 250 Kilometer weiter südwestlich gelegenen Stadt Toledo (1085) ihren vorläufigen Höhepunkt fand. In dieser Zeit wurde Arcos von Siedlern aus dem Norden neu- oder wiederbesiedelt (repoblación).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castillo de Arcos
Arcos de Jalón
  • Die Überreste der im 14. Jahrhundert erbauten Burg (castillo) von Arcos erheben sich über einer maurischen Festungsanlage. Erhalten sind nur Teile des – mit Ausnahme der Ecksteine – aus Bruchsteinen (mampostería) gemauerten ehemaligen Bergfrieds (torre de homenaje) sowie der Einfassungsmauer. Die Burg stand zeitweise im Besitz von Fernán Gómez de Albornoz, einem Parteigänger Heinrichs von Trastamara, dem Gegenspieler Peters des Grausamen. Das Wappenschild von Fernán Gómez de Albornoz ist immer noch über dem Eingang zum Bergfried zu sehen. Seit dem Jahr 1440 befand sich die Burg in den Händen der Grafen bzw. Herzöge von Medinaceli, die allerdings irgendwann keine Verwendung für die Burggemäuer hatten.
N. S. de la Asunción
  • Die einschiffige, im 16. Jahrhundert anstelle eines romanischen Vorgängerbaus errichtete Kirche (Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción) wurde zwei Jahrhunderte später völlig überarbeitet – so finden sich in dem Bau Stilelemente der Gotik, der Renaissance und des Barock. Die vollkommen schmucklose Westfassade ist von einem zweigeschossigen Glockengiebel (espadaña) mit einer rückwärtigen Glockenstube überhöht. Der Eingang zur Kirche befindet sich – für die Region völlig unüblich – auf der Nordseite; unmittelbar daneben entstand im 17. Jahrhundert die Capilla del Cristo de la Buena Muerte. Die polygonal gebrochene Apsis ist der älteste erhaltene Bauteil; sie wird jedoch von einem der Himmelfahrt Mariens geweihten Altarretabel mit salomonischen Säulen, die von Wein umrankt sind, verstellt. Darüber hinaus beherbergt die Kirche fünf weitere Barockaltäre und ein Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert. Sehenswert ist überdies eine in einem Glassarg liegende Christusfigur (Cristo de la Buena Muerte) in der gleichnamigen Kapelle – derartige Figuren finden sich in vielen spanischen Kirchen; im Verlauf der Karwoche (Semana Santa) und der Karfreitagsprozession wird der Sarg durch die Straßen des jeweiligen Ortes getragen.
Chaorna

Die Ortsansicht gehört zu den schönsten in der Provinz Soria; in den Gassen stehen Häuser aus Bruchstein.

Montuenga

Das noch etwa 100 Einwohner zählende Dorf wird von der Ruine eines arg ruinierten Bergfrieds überragt.

Somaén

In dem noch etwa 40 Einwohner zählenden Dorf steht eine – die natürliche Felsformation ausnutzende – mittelalterliche Burg.

Utrilla

Das 1967 eingemeindete Dorf zählt nur noch etwa 80 Einwohner. Überraschend gut erhalten überragt die im 15./16. Jahrhundert erbaute Kirche den Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ángel Almazán de Gracia: Guía de Arcos de Jalón y el Sureste soriano. Sotabur 2002, ISBN 84-931571-5-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arcos de Jalón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).