Almazán

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde in der spanischen Provinz Soria. Zum mexikanischen Fußballspieler siehe Miguel Almazán.
Gemeinde Almazán
Almazán – Plaza Mayor
Almazán – Plaza Mayor
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Almazán (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Comarca de Almazán
Koordinaten 41° 29′ N, 2° 32′ W41.485833333333-2.5330555555556929Koordinaten: 41° 29′ N, 2° 32′ W
Höhe: 929 msnm
Fläche: 166,53 km²
Einwohner: 5.744 (1. Jan. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 34,49 Einw./km²
Postleitzahl: 42200
Gemeindenummer (INE): 42020 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Almazán

Almazán (arabisch befestigter Ort) ist eine nordspanische Gemeinde (municipio) mit 5.744 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) in der Provinz Soria in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort Almazán befindet sich am Mittellauf des Duero in ca. 930 Metern Höhe ü. d. M. etwa 34 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich der Provinzhauptstadt Soria; bis nach Madrid sind es ca. 200 Kilometer in südwestlicher Richtung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 4.009 4.845 5.727 5.960 5.546 6.004

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner lediglich von etwa 2.200 auf 2.800 an; in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen etwa 1.000 Einwohner hinzu. Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und der daraus resultierende Verlust an Arbeitsplätzen in den umliegenden Dörfern haben in hohem Maße zu dem deutlichen Bevölkerungswachstum der Kleinstadt in den letzten Jahrzehnten beigetragen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Einwohner früherer Jahrhunderte lebten vorwiegend von der Landwirtschaft in den Dörfern der Umgebung; die Kleinstadt selbst fungierte als regionales Wirtschafts-, Handels- und Dienstleistungszentrum. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine bescheidene Möbelindustrie sowie – in geringem Umfang – auch der Tourismussektor.

Geschichte[Bearbeiten]

Die eckige Puerta de Mercado erinnert an maurische Festungsbauwerke
Die Puerta de Herreros mit ihren abgerundeten seitlichen Wehrtürmen zeigt eine eindeutig europäische Architektur

Aus keltischer, römischer und westgotischer Zeit fehlen archäologische Befunde; als Gründer des Ortes gilt somit bei manchen der cordobesische Emir und Kalif Abd ar-Rahman III. (reg. 929–961). Im Jahr 1098 wurde die Gegend unter Alfons VI. von León für die Christen zurückerobert (reconquista), doch war es Alfons I. von Aragón, der im Jahr 1128 – im Rahmen von Gebietsansprüchen auf Teile Kastiliens – den Anstoß zur Wiederbesiedlung (repoblación) und Befestigung des Ortes gab. Bis zum im Jahr 1375 in Almazán geschlossenen Friedensvertrag zwischen Peter IV. von Aragon und Heinrich II. von Kastilien blieb der Ort umstritten.

Juan Hurtado de Mendoza, einer der ersten aus der weitverzweigten Adelsfamilie der Mendoza, wurde im Jahr 1391 von König Heinrich III. als Haushofmeister (mayordomo) an den Hof von Toledo berufen. Auch dessen Nachfolger Heinrich IV. gab Hurtado dieses Amt; darüber hinaus schenkte er ihm einen Adelstitel und die Stadt Almazán. Im 15. Jahrhundert weilten die Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon mehrfach in der Stadt. 1576 errichtete König Philipp II. von Spanien die Markgrafschaft Almazán für Francisco Hurtado de Mendoza y Fajardo, Graf von Monteagudo[2].

Während der napoleonischen Kriege wurde die Stadt wegen ihres hartnäckigen Widerstands am 10. Juli 1810 in Brand gesetzt. Während des spanischen Bürgerkriegs befand sich in der Nähe des Ortes ein Feldflugplatz; auch der Führungsstab der Legion Condor lag ab Oktober 1937 einige Zeit in Almazán.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche San Miguel
Rippenkuppel im Mudejar-Stil über der Vierung der Kirche San Miguel

Herausragend sind die romanischen Bauwerke, es gibt aber auch einige barocke Baudenkmäler und solche aus der Renaissance und der Gotik.

  • Romanische Kirche San Miguel, Juwel des romanischen Soria
  • Romanische Kirche San Vicente, heute städtisches Kulturzentrum
  • Einsiedelei Jesus Nazareno
  • Kirche Santa Maria de Calatañazor
  • Kirche San Pedro
  • Kirche Nuestra Señora de Campanario
  • Klarissenkonvent (Convento de las Clarisas)
  • Konvent des Mercedarierordens (Convento de la Merced)
  • Stadtpalast Palacio de los Hurtado de Mendoza (auch Palacio de los Altamira genannt)
  • Stadtmauer
  • Uhrenturm
  • Markttor
  • Ehemaliger Bischofspalast, erbaut im 18. Jahrhundert

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Ca. 20 Kilometer südöstlich liegt der Ort Morón de Almazán. Andere Orte in der Umgebung tragen die Bezeichnung Albazán als Beinamen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Almazán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Elenco de Grandezas y Títulos Nobiliarios Españoles. Instituto "Salazar y Castro", C.S.I.C.