Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Volmetalbahn)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hagen–Dieringhausen
Strecke der Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen
Übersichtskarte „Oberbergische Bahnen“
Streckennummer (DB): 2819 (Hagen–Oberhagen)
2817 (Hagen–Rehsiepen)
2810 (Oberhagen–Dieringhausen)
Kursbuchstrecke (DB): 434
Streckenlänge: 61 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Zweigleisigkeit: Hagen–Hagen-Delstern
Betriebsstellen und Strecken[1][2][3][4]
Strecke – geradeaus
Hauptstrecke von Dortmund
   
(141,7) 0,0 Hagen Hbf 100 m
BSicon ABZq+l.svgBSicon ABZgrxl.svgBSicon exSTRlg.svg
S-Bahn-Strecke nach Gevelsberg
BSicon STR.svgBSicon eBST.svgBSicon exSTR.svg
(140,8) 0,0 Rehsiepen (Nord) (Abzw)
BSicon KRZu.svgBSicon xABZrf.svgBSicon exSTR.svg
Hauptstrecke nach Wuppertal
BSicon STR.svgBSicon exBST.svgBSicon exSTR.svg
(140,4) 0,0 Braun-Angott (Anst)
BSicon eABZrg.svgBSicon exSTRrf.svgBSicon exSTR.svg
(140,1) 1,6 Rehsiepen (Süd) (Abzw)
BSicon TUNNEL1.svgBSicon .svgBSicon exSTR.svg
Goldbergtunnel (2230 m)
BSicon STRlf.svgBSicon ABZ+rxl.svgBSicon exSTRrf.svg
(alte Trasse bis 1910)
Bahnhof, Station
4,1
1,7
Hagen-Oberhagen 130 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
   
4,1 Hagen-Delstern
   
7,2 Hagen-Ambrock
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme (2x)
Haltepunkt, Haltestelle
9,5 Dahl 165 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Tunnel
Hengstenberger Tunnel (232 m)
   
11,5 Breckerfeld-Priorei bis 1979
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Bahnhof, Station
13,2 Rummenohl 185 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Tunnel
Twieströmer Tunnel (152 m)
Haltepunkt, Haltestelle
16,3 Dahlerbrück
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Haltepunkt, Haltestelle
18,1 Schalksmühle Hälvertalbahn 230 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Tunnel
Winkhauser Tunnel (227 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Stichstrecke von Lüdenscheid
Bahnhof, Station
23,8 Brügge (Westf) (Ende SPNV) 270 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
26,1 Oberbrügge (ehem. Bf, bis 2012 Awanst)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Verbindungsstrecke zur Wuppertalbahn
Brücke über Wasserlauf (groß)
Hamecke
   
28,2 Bollwerk
   
30,6 Vollme
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme (2x)
   
33,4 Grünenbaum
Brücke über Wasserlauf (groß)
Schleipe
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
   
35,3 Kierspe 350 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wehe
Brücke über Wasserlauf (groß)
Holtsiepen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Hartmecke
Brücke über Wasserlauf (groß)
Hahnenbecke
Bahnhof, Station
38,8 Meinerzhagen (1986–2014 kein PV) 410 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Stichstrecke nach Krummenerl (PV bis 1955)
Tunnel
Meinerzhagener Tunnel (384 m) 430 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Genkel
Brücke über Wasserlauf (groß)
Deipensiepen
   
43,8 Holzwipper
Brücke über Wasserlauf (groß)
Brucher bzw. Wipper
   
ehem. Wippertalbahn von Wipperfürth
Bahnhof, Station
47,9 Marienheide 360 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Leppe
   
51,0 Kotthausen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rospebach
   
54,6 Gummersbach Nord
Bahnhof, Station
56,1 Gummersbach 260 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rospebach
   
60,4 Vollmerhausen Berg
   
ehem. Aggertalbahn von Olpe
Brücke über Wasserlauf (groß)
Strombach
Bahnhof, Station
61,2 Dieringhausen 180 m
Strecke – geradeaus
Aggertalbahn nach Köln
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen (auch Volmetalbahn genannt) ist eine größtenteils eingleisige (früher bis Brügge durchgehend zweigleisige) und nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke von Hagen über Brügge (Westf), Meinerzhagen und Gummersbach nach Dieringhausen, wo sich die Bahnstrecke Siegburg–Olpe („Aggertalbahn“) nach Köln anschließt.

Auf dem nördlichen Abschnitt fährt die Regionalbahnlinie Volmetal-Bahn (RB 52), welche genau genommen über vier verschiedene Eisenbahnstrecken führt, von Lüdenscheid über Hagen Hauptbahnhof nach Dortmund Hauptbahnhof. Eisenbahnstrecke bzw. Regionalbahnlinie sind nach der Volme benannt, deren Lauf sie südlich von Hagen bis zur Quellort Meinerzhagen folgt.

Im südwestlichen Teil der Strecke fährt die Regionalbahnlinie Oberbergische Bahn (RB 25) zwischen Meinerzhagen und Köln Hansaring.

Für den dazwischen liegende Abschnitt von Brügge über Kierspe nach Meinerzhagen ist für Ende 2017 die Reaktivierung geplant.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellwerk Brügge
stillgelegter Bahnhof Oberbrügge, bis 2012 Ausweichanschlussstelle

Die Strecke wurde schon in den 1840er Jahren als Alternativtrasse zur Ruhr-Sieg-Strecke untersucht.[6] Im Mai 1870 wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Bau der Volmetalbahn begonnen. Am 16. Oktober 1871 wurde die Strecke von Hagen bis Oberhagen und am 15. März 1874 die weitere Strecke bis Dahl für den Güterverkehr eröffnet. Am 6. September 1874 wurde dieser Abschnitt auch für den Personenverkehr freigegeben. Nach der Verstaatlichung verlängerte man die Volmetalbahn in den Jahren 1891/1892 von Brügge über Meinerzhagen in Richtung Marienheide und Gummersbach. 1893 war die gesamte Strecke bis Dieringhausen fertiggestellt. Die Weiterführung von Krummenerl zum Anschluss an die Biggetalbahn und weiter nach Kreuztal wurde mehrfach in Angriff genommen, allerdings nicht vollendet. Der Weiterbau endete 1927 in Krummenerl.[7]

In Hagen führte die Strecke anfangs mitten durch die Stadt (entlang der heutigen Bergstraße). Aufgrund der erheblichen Behinderung für den Straßenverkehr wurde im November 1906 mit dem Bau einer Umgehung begonnen. So entstand der Goldbergtunnel, der am 1. Juli 1910 in Betrieb genommen wurde. Beim Ausbau der Strecke um 1906 zur zweigleisigen Hauptbahn wurden der Kotthausener Tunnel und der Hammerhausener Tunnel abgetragen.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden Planungen, die Volmetalbahn mit der Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid zu verbinden und so eine Verbindung zwischen Volme- und Lennetal zu schaffen. Diese scheiterten jedoch an den hohen Baukosten. Im Mintenbecker Tal bei Oberbrügge befindet sich in diesem Zusammenhang ein angearbeiteter Bahndamm, der als Investitionsruine nie von einem Eisenbahnzug genutzt wurde.

Bis in die 1950er Jahre gab es in Marienheide eine Übergabe zur schmalspurigen Leppetalbahn.

Auf der Strecke zwischen Hagen und Brügge befinden sich drei aufgelassene Bahnhöfe beziehungsweise Haltepunkte. Zwischen Oberhagen und Dahl gab es noch Stationen in Delstern und Ambrock, zwischen Dahl und Rummenohl war früher noch ein Haltepunkt in Priorei. Alle diese Haltepunkte wurden am 27. Mai 1979 geschlossen.

Im Mai 1986 wurde der Personenverkehr zwischen Brügge und Marienheide eingestellt, ein Jahr später auch zwischen Marienheide und Gummersbach.

DB 212 312-3 mit N6367 am 23. Mai 1986 bei der Ausfahrt aus Marienheide in Richtung Meinerzhagen
Bahnhof Marienheide 1986 mit City-Bahn

Von 1965 bis zum September 1994 fuhren auf der Volmetalbahn Wendezüge, bestehend aus Hagener Diesellokomotiven der Baureihe 212 mit zwei bis drei Wagen, zumeist handelte es sich dabei um n-Wagen. Bis 1979 gab es außerdem einen Schienenbus-Pendelverkehr zwischen Lüdenscheid und Brügge, der den Anschluss an die Eilzüge zwischen Köln und Hagen herstellte. Vergleichsweise kurz währte die Zeit der Dieseltriebwagen der Baureihe 628.4, die von September 1994 bis zum 30. Mai 1999 verkehrten. Auf dem Abschnitt (Köln–) Dieringhausen–Meinerzhagen (1986 verkürzt bis Marienheide, ab 1987 nur noch bis Gummersbach) kam von 1984 bis 1995 die City-Bahn zum Einsatz.

1996 wurde der Betrieb des Nahverkehrs auf der Volmetalbahn in einer europaweiten Ausschreibung an die Dortmund-Märkische Eisenbahn (DME) vergeben. Sie übernahm am 30. Mai 1999 den Betrieb auf der Verbindung Hagen–Brügge–Lüdenscheid und setzte Dieseltriebwagen vom Typ Bombardier Talent ein. Im Jahr 2004 gewann die Deutsche Bahn die erneute Ausschreibung und setzt seither Triebwagen vom Typ Alstom Coradia LINT (Baureihe 648) ein.

Noch während der ersten Ausschreibung wurde die Strecke zwischen Brügge und Hagen-Delstern eingleisig zurückgebaut, um sie zu beschleunigen. Diese Beschleunigung ist jedoch im Betrieb nur minimal, dafür wurden diverse Nebengleise abgebaut und der Fahrplankorridor sehr verengt. Die heute noch regelmäßig von Meinerzhagen Richtung Hagen verkehrenden Schotter-Ganzzüge und die Leerzüge in Gegenrichtung müssen regelmäßig in Brügge oder Delstern warten. Auch bei Verspätungen der Personenzüge ist die planmäßige Begegnung in Rummenohl nicht immer möglich und erzeugt weitere Verspätungen, die die angestrebte Beschleunigung wieder aufheben.

Eine 1997 vorgestellte Planung zur Regionalstadtbahn Hagen, die Volmetalbahn von Dortmund über Hagen nach Lüdenscheid als Stadtbahn direkt vom Dortmunder Stadtzentrum über das Hagener Stadtzentrum bis in die Innenstadt von Lüdenscheid zu betreiben, wurde trotz des verkehrlichen Nutzens aus Kostengründen abgelehnt.

212 312-3 im Bahnhof Marienheide, 1986
Im Januar 2012 abgerissenes Empfangsgebäude in Gummersbach

Anstelle des im Januar 2012 abgerissenen Empfangsgebäudes des Bahnhofes Gummersbach sollte ein zweiter Bahnsteig entstehen,[8] neben anderen Umbauten, die im März 2009 mit der Verlegung der Einfahrweiche begonnen haben. Inzwischen (November 2009) wurde im Gummersbacher Bahnhofsbereich eine Brücke gebaut, auf der die Bahn künftig die Straße zum Steinmüllergelände überquert.[9]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rangierlokomotive 294 151-6 vor einem Güterzug aus Richtung Hagen im Bahnhof Brügge (Westfalen)
Die Volmetalbahn verlässt den Goldbergtunnel in Richtung Hagen.

An der Volmetalbahn existiert mit dem 2200 Meter langen Goldbergtunnel in Hagen ein bedeutendes Eisenbahnbauwerk.

Ein weiteres markantes Bauwerk ist das Stellwerk im Bahnhof Brügge.

Eines der beiden Stellwerke am Gummersbacher Bahnhof dient seit 2006 der örtlichen Sparkasse als Schulungszentrum. Die meisten anderen Stellwerke sind dagegen heute abgerissen oder stehen leer.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volmetalbahn wird im Personennahverkehr täglich im Stundentakt (mit Taktlücken am Sonntagmorgen) von der Regionalbahnlinie Volmetal-Bahn (RB 52) genutzt. Sie beginnt in Dortmund Hauptbahnhof und führt über Hagen Hauptbahnhof und den Bahnhof Brügge (Westf) (mit Fahrtrichtungswechsel) zum Bahnhof Lüdenscheid. Die Zugkreuzung findet kurz vor der halben Stunde in Rummenohl statt.

Seit dem 12. Dezember 2004 wird der Schienenpersonennahverkehr auf der Volmetalbahn von der DB Regio NRW betrieben, für die Volmetal-Bahn werden Dieseltriebwagen der Baureihe 648 für Geschwindigkeiten bis 120 km/h einsetzt, wobei die Volmetalbahn maximal 90 km/h zulässt.

Zum Einsatz kommen in Ausnahmefällen auch Fahrzeuge der Baureihen 612, 628.4 und 640.

Von Dieringhausen nach Meinerzhagen verkehren Dieseltriebzüge der Baureihe 620 (teilweise in Doppeltraktion), die in Dieringhausen von der Aggertalbahn aus Köln auf die Volmetalbahn durchgebunden werden. Seit 2003 verkehrten die Züge wieder bis Marienheide, am 27. Februar 2014 ist die Strecke schließlich wieder bis nach Meinerzhagen reaktiviert worden.[10]

Lückenschluss mit der Aggertalbahn und Ausbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Citybahn fuhr in den 1980er Jahren von Köln nach Meinerzhagen (hier in Marienheide, links die bereits damals stillgelegte Wippertalbahn nach Remscheid-Lennep).

Es gab zahlreiche Bestrebungen, den Personenverkehr auf dem eingestellten Abschnitt wieder aufzunehmen. Durch den geplanten Lückenschluss sollte eine Verbindung aus vier Teilen entstehen:

Lückenschluss Gummersbach–Brügge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre ließen die beteiligten Kommunen und Aufgabenträger ein Gutachten zum verkehrlichen Nutzen und der Wirtschaftlichkeit des Lückenschlusses zwischen Gummersbach und Brügge erstellen. Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass die Wiedereröffnung volkswirtschaftlich sinnvoll wäre und der Streckenabschnitt von etwa 4500 Fahrgästen pro Tag genutzt werden würde. Dabei wurde ermittelt, dass 2200 Fahrgäste Neukunden wären, die das damalige Nahverkehrsangebot nicht nutzten. Die Bahn soll dabei 20 Minuten schneller und im Abschnitt Meinerzhagen–Gummersbach häufiger als das Busangebot verkehren. Daraufhin hat das Land Nordrhein-Westfalen im Sommer 1998 in seiner ÖPNV-Bedarfsplanung den Lückenschluss zwischen Brügge (Westf) und Gummersbach als vordringlich eingestuft und erforderliche Geldmittel für die Reaktivierung im Haushalt eingeplant. Es wurden Verträge mit Kommunen und SPNV-Aufgabenträgern geschlossen.

Im Abschnitt zwischen Gummersbach und Marienheide wurde der Verkehr schließlich Ende April 2003 wieder aufgenommen. Dabei wurden der Haltepunkt Gummersbach Nord und der Bahnhof Kotthausen nicht reaktiviert. Für die Reaktivierung des acht Kilometer langen Abschnittes wurden drei Millionen Euro investiert. Anschließend sollte der restliche Abschnitt zwischen Brügge (Westf) und Marienheide für den Personenverkehr reaktiviert werden. Im Mai 2006 stoppte der damalige Landesverkehrsminister Oliver Wittke alle SPNV-Projekte in Nordrhein-Westfalen, darunter auch die endgültige Fertigstellung der Teilstrecke Marienheide–Brügge. Zwischen Marienheide und Meinerzhagen wurden zu dem Zeitpunkt bereits neue Gleise verlegt, neue Signale installiert und neue Bahnübergänge gebaut.

Die Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) hat sich am 26. September 2006 in Köln für den Lückenschluss der Bahnstrecke Marienheide–Brügge ausgesprochen. Die Zweckverbände hatten bereits Bestellgarantien abgegeben. Zuletzt unterzeichneten am 16. Januar 2007 der Landrat des Oberbergischen Kreises Hagen Jobi, der Landrat des Märkischen Kreises Aloys Steppuhn sowie die Bürgermeister der Städte zwischen Gummersbach und Hagen, ferner die Kreisbaudirektoren des Märkischen und des Oberbergischen Kreises eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Fertigstellung der Reaktivierung fordern.

Erneuter Anlauf ab 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. November 2007 hob der damalige NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke den verfügten Planungsstopp für den Abschnitt Marienheide–Meinerzhagen auf. Wittke folgte damit einer Empfehlung der Zweckverbände Rhein-Sieg und Ruhr-Lippe.

Auf einer Sitzung des Lenkungskreises zur Reaktivierung der Bahnstrecke Marienheide–Meinerzhagen in Gummersbach im November 2008 wurden verschiedene Planungen für die Zukunft vorgestellt. Dazu zählte eine Erweiterung des 30-Minuten-Taktes KölnOverath bis nach Engelskirchen und später sogar bis nach Gummersbach. Gleichzeitig sollte auch die Verbindung bis Meinerzhagen wieder eröffnet werden und einige Verbesserungen auf der Gesamtstrecke geschaffen werden. Zu diesen Verbesserungen zählt eine Wiederinbetriebnahme des talseitigen Gleises zwischen Gummersbach und Dieringhausen. Anschließend sollte auch der Abschnitt bis Brügge reaktiviert werden. Der Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe verfügte allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht über die notwendigen Mittel, um das jährliche Betriebskostendefizit ausgleichen zu können.

Im November 2009 wurde der Betrieb ab dem 15. Dezember 2013 für 20 Jahre bis zum Jahr 2033 ausgeschrieben.[11] Dabei wird Meinerzhagen als Ziel für die RB 25 fest angegeben. Den Zuschlag bei der Ausschreibung erhielt DB Regio Rheinland.

Im Februar 2011 bot die Deutsche Bahn die Strecke zwischen Brügge und Meinerzhagen zum Verkauf an. Damit schien die Stilllegung der Strecke nahe gerückt. Das stärkte den Widerstand in den betroffenen Kommunen.[12]

Im Juni 2011 gab der zuständige Zweckverband bekannt, dass der Streckenabschnitt zwischen Meinerzhagen und Brügge mit erheblichen Aufwand in zwei Ausbaustufen instand gesetzt wird. Die erste Ausbaustufe soll von Herbst 2011 bis Ende 2012 dauern und ein Bauvolumen von 8 Millionen Euro umfassen. Die zweite Ausbaustufe hat in etwa dasselbe Volumen und soll bis spätestens 2014 abgeschlossen sein. Somit würden sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr für die Zukunft der Volmetalbahn gesichert werden. Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings meinte dazu, dass man nun auf die Reaktivierung des Personenverkehrs und damit den Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Brügge „in einem absehbaren Zeitraum hoffen“ könne. Er sagte außerdem dazu, dass die Volmetalbahn als verbindendes verkehrsinfrastrukturelles Element bei ihren gemeinsam abgestimmten Planungen eine ganz besondere Priorität habe. Außerdem äußerte der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas, dass die Verbindung Meinerzhagen–Brügge im Rahmen der Ausbaustufe Köln–Hagen wichtig für die Anbindung der Region an den Schienenverkehr sei und die Bahnstrecke den Wirtschafts- und Bildungsstandort Südwestfalen stärke.[13]

Der Bahnhof Brügge erhält wieder ein zusätzliches Gleis und in Kierspe wird wieder eine Kreuzungsmöglichkeit vorgesehen. Für die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h müssen einige Bahnübergänge geschlossen und andere mit Lichtzeichenanlagen versehen werden.[12]

Am 27. Februar 2014 erhielt Meinerzhagen wieder Anschluss an den Schienenpersonenverkehr. Die Züge der Regionalbahnlinie RB 25 Köln-Hansaring–Gummersbach–Marienheide verkehren nun im Taktverkehr wieder bis Meinerzhagen. Hier hatte der letzte fahrplanmäßige Personenzug am 31. Mai 1986 den Bahnhof Meinerzhagen in Richtung Gummersbach–Dieringhausen verlassen. Der Haltepunkt Holzwipper wurde dabei nicht reaktiviert. Die Weichen zur Reaktivierung wurden im Jahr 2012 sogar für den vollständigen Lückenschluss durch das Volmetal bis Lüdenscheid–Brügge gestellt, die Realisierung musste allerdings schon mehrfach aufgrund von planungsrechtlichen Verzögerungen beim Umbau der 19 Bahnübergänge verschoben werden und ist mittlerweile Ende 2017 vorgesehen.[5]

Bereits seit Anfang Oktober 2012 liefen im Bereich des Bahnhofsgeländes in Meinerzhagen umfangreiche Arbeiten. Mit Blick auf die ursprünglich für Dezember 2013 geplante Reaktivierung des Personenverkehrs auf dem Abschnitt zwischen Marienheide und Meinerzhagen wurden die Gleisanlagen grunderneuert.[14] Bis Ende November 2012 gab es auch im weiteren Verlauf der Volmestrecke hinter Kierspe in Richtung Oberbrügge dazu weitere Ausbauarbeiten. Die Deutsche Bahn AG investierte in die Gleiserneuerung rund 16,5 Millionen Euro. Die aktuelle Baumaßnahme würde rund 5 Millionen Euro kosten. Als weitere Maßnahmen würden außerdem noch der Ausbau und die Sicherung von Bahnübergängen sowie die Herrichtung der künftigen Haltepunkte in Meinerzhagen und Kierspe anstehen.

Die Reaktivierung der Volmetalbahn ist ein wesentliches Projekt innerhalb des Regionale-Programms „Oben an der Volme“. Zusätzlich zu den Streckenarbeiten, durchgeführt durch die Deutsche Bahn AG, gestalten die vier beteiligten Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle auch das Umfeld rund um die Bahnhöfe attraktiver. Zudem werden die Bahnhöfe auch Haltestationen mit Abstellmöglichkeiten für den ebenfalls zum Regionale-Projekt gehörenden Volmetal-Radweg erhalten. Der zukünftige Volmetal-Radweg soll auf einer Länge von fünf Kilometern zwischen Brügge und Schalksmühle als Bahntrassenradweg auf dem Gelände des ehemaligen zweiten Gleis der Volmetalbahn verlaufen. Nach derzeitigem Stand beteiligt sich die Deutsche Bahn AG an der Gesamtplanung mit einem Investitionsvolumen von rund 29 Millionen Euro.

In Meinerzhagen und Kierspe wurden in diesem Zusammenhang auch die beiden Zentralen Omnibusbahnhöfe (ZOB) neu gestaltet. Sie sollen der Verknüpfung zwischen Bahn- und Busverkehr dienen.

Weitere Angebotsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Neuausschreibung des Sauerlandnetzes hat DB Regio wieder den Zuschlag erhalten. Der Vertrag läuft mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 für zwölf Jahre. Zukünftig sollen auf der Linie RB 52 neue Fahrzeuge des Typs Pesa Link zum Einsatz kommen.[15] Da die Fahrzeuge nicht pünktlich zur Betriebsaufnahme bereitstehen werden, wird DB Regio bis zu deren Auslieferung mit Bestandsfahrzeugen weiterfahren. Zur Kompensation von 14 wegfallenden Triebzügen der 648.1, die ab Dezember 2016 in Brandenburg vertraglich gebunden sind und dafür zuvor modernisiert werden müssen, hat der Standort Dortmund sechs ältere Fahrzeuge der Baureihe 648.0 aus Schleswig-Holstein erhalten.[16]

Mit der Reaktivierung des Personenverkehrs auf dem Streckenabschnitt Meinerzhagen – Brügge zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sollte die RB 25 aus Köln bis Lüdenscheid verlängert werden. Allerdings wurde im Dezember 2016 bekannt, dass sich der Lückenschluss weiter verzögere. Als Grund wurde eine neue Vorgehensweise in der Planung genannt. Wann der Abschnitt zwischen Meinerzhagen und Brügge reaktiviert werde, sei noch unklar.[17] Durch die Verlängerung bis nach Lüdenscheid würde im Abschnitt Brügge – Lüdenscheid eine halbstündige Bedienung erfolgen. In Brügge wird der Außenbahnsteig durch einen Mittelbahnsteig mit einem Kopfgleis zum Wenden der Linie RB 52 und einem Durchgangsgleis für die RB 25 an der gegenüberliegenden Seite ersetzt. Zwischen beiden Linien sollen jeweils kurze Anschlusszeiten realisiert werden. Inzwischen sieht der Zweckverband Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe einen Verkehr ab Dezember 2017 vor, die Zwischenstationen Oberbrügge und Kierspe können allerdings wegen fehlender Planfeststellungsbeschlüssen noch nicht bedient werden.[18]

Zukünftige Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Samstagen und Sonntagen soll die Volmetalbahn künftig eine Stunde früher von Lüdenscheid nach Hagen verkehren. Außerdem strebt der Märkische Kreis für die Zukunft einen 30-Minuten-Takt der Volmetalbahn von Lüdenscheid über Hagen nach Dortmund an, da Lüdenscheid der nachfragestärkste Halt ist. Der Lückenschluss der Volmetalbahn von Marienheide über Meinerzhagen, Kierspe und Oberbrügge nach Brügge (Westf.) wird weiterhin von den Städten Meinerzhagen, Kierspe und Halver stark begrüßt.[19]

Langfristig soll die RB 25 als S 15 im Netz der S-Bahn Köln aufgehen, mit Durchbindung über Euskirchen bis nach Jünkerath in der Eifel. Dazu soll die RB 25 mit der RB 24 auf der Eifelstrecke verbunden werden.[20]

Betriebsstellen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Vollme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Vollme wurde 2009 abgerissen. Wie es um eine Reaktivierung als Haltepunkt steht, wenn die Strecke zwischen Meinerzhagen und Brügge reaktiviert wird, war zunächst noch unbekannt[21]. Mittlerweile spielt der Bahnhof Vollme bei der Reaktivierung der Strecke keine Rolle mehr, es existieren auch keine Planungen für die Zukunft.

Bahnhof Gummersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Gummersbach wurde im Januar 2012 abgerissen. Der Bahnhof besteht nur aus zwei Gleisen, von denen eines bis Ende 2013 ein Stumpfgleis am Bahnsteig war. Im Rahmen der Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr bis Meinerzhagen wurde Gleis 1 wieder beidseitig angebunden. Damit sind auch in Gummersbach wieder Zugkreuzungen möglich, sobald alle signaltechnischen Arbeiten abgeschlossen sind.

Bahnhof Kotthausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Kotthausen wurde im Jahre 1893 eröffnet.[22] Der Bahnhof rentierte sich schnell, da vier Ortschaften auf diesen Bahnhof zugriffen. Da aber wegen zweier Steinbrüche im Einzugsbereich der Güterverkehr mehr Bedeutung hatte, wurde der Bahnhof erst ab 1898 für den Personenverkehr freigegeben. Der Bahnhof besaß ein für kleine Bahnhöfe umfangreiches Gleisgebilde.

Durch die Eröffnung der Leppetalbahn im Jahr 1900 verlor er ein wenig Verkehrsanteil. 1908 wurde der Bahnhof großräumig ausgebaut. Der Bahnhof überstand den Zweiten Weltkrieg ohne große Schäden, im Februar 1945 traf eine Fliegerbombe eine Dampflokomotive und beschädigte das Stellwerk. Nach einem Unglück in einem der Steinbrüche ging der Güterzugverkehr nach und nach zurück. Im Jahr 1987 hielt das letzte mal eine CityBahn im Bahnhof Kotthausen.

Der Bahnhof wurde bei der Reaktivierung nicht berücksichtigt, dazu existieren auch keine Planungen für die Zukunft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sascha Koch, Horst Kowalski und andere: Eisenbahnen im Oberbergischen und die Geschichte des Bahnbetriebswerkes Dieringhausen. Galunder Verlag, Nümbrecht 2005, ISBN 3-89909-050-0.
  • Christoph Riedel: Eisenbahn im Sauerland. Schienenwege zwischen Ruhr und Sieg. GeraMond, München 1999, ISBN 3-932785-22-3.
  • Christoph Riedel: Strecke Hagen–Dieringhausen/Lüdenscheid. In: Wolf-Dietger Machel (Hrsg.): Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland. Loseblatt-Ausgabe, GeraMond, München 1994, ISSN 0949-2143.
  • Bernd Franco Hoffmann: Stillgelegte Bahnstrecken im Bergischen Land. Sutton-Verlag, Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-147-7.
  • Bernd Franco Hoffmann: Die Bergisch-Märkische Eisenbahn. Durch die Täler von Wupper, Ruhr und Volme; Sutton-Verlag, Erfurt, 2015, ISBN 978-3-95400-580-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volmetalbahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

Bildergalerien:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2810 auf eisenbahn-tunnelportale.de von Lothar Brill
  3. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2813 auf eisenbahn-tunnelportale.de von Lothar Brill
  4. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2819 auf eisenbahn-tunnelportale.de von Lothar Brill
  5. a b Frank Zacharias: Bahn verbindet ab Dezember Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge. In: come-on.de. 17. März 2017, abgerufen am 21. Mai 2017.
  6. Martin Vormberg: Die Ruhr-Sieg-Eisenbahn. In: Alfred Bruns (Red.): Die Eisenbahn im Sauerland. Schmallenberg 1989, ISBN 3-922659-63-2, S. 41 ff.
  7. Albert K. Hömberg: Heimatchronik des Kreises Olpe. 2. Auflage, Köln 1967, S. 301f.
  8. Umbau in Gummersbach (Memento vom 10. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)
  9. Eisenbahnbrücke wird eingeschoben. 8. Oktober 2009, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  10. eisenbahn-magazin 12/2013, S. 26
  11. Ausschreibung des Verkehrs ab 2013, Zugriff am 20. Dezember 2009
  12. a b Christoph Riedel: Lückenschluss im Sauerland. In: eisenbahn-magazin. Nr. 4, 2014, S. 31.
  13. Freude über gemeinsamen Erfolg. In: Lüdenscheider Nachrichten. 7. Juni 2011, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  14. Bahn investiert in die Reaktivierung der Strecke. In: Meinerzhagener Zeitung. 8. Oktober 2012, abgerufen am 11. März 2014.
  15. ZRL Pressemitteilung, DB Regio AG verteidigt Sauerland-Netz
  16. ZRL, Vor Betriebsstart Ende 2016: DB Regio NRW erarbeitet umfangreiches Ersatzkonzept fürs „Neue Sauerlandnetz“
  17. Frank Zacharias: Zeitplan beim Lückenschluss der Regionalbahnlinie 25 nicht einzuhalten. www.come-on.de, 22. Dezember 2016, abgerufen am 22. Dezember 2016.
  18. Bahn kommt ins Volmetal. In: eisenbahn-magazin. 2017, ISSN 0342-1902, S. 33.
  19. Bahn soll bis Hagen mehr Gas geben. In: Lüdenscheider Nachrichten. 16. Januar 2011, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  20. SPNV-Nahverkehrsplan des NVR
  21. Dirk Hackenberg: Bahnhof Vollme abgerissen. In: Westfälische Rundschau. 12. Mai 2009, abgerufen am 11. März 2014.
  22. vgl. Umfangreiche Geschichte des Bahnhofs Kotthausen, abgerufen am 24. August 2016