Deisenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deisenhausen
Deisenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deisenhausen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 15′ N, 10° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Krumbach (Schwaben)
Höhe: 507 m ü. NHN
Fläche: 11,66 km2
Einwohner: 1470 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86489
Vorwahl: 08282
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 124
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rittlen 6
86381 Krumbach (Schwaben)
Website: www.deisenhausen.de
Erster Bürgermeister: Bernd Langbauer[2] (Wählergruppe Deisenhausen)
Lage der Gemeinde Deisenhausen im Landkreis Günzburg
Baden-WürttembergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Neu-UlmLandkreis UnterallgäuWinzerwaldEbershauser-Nattenhauser WaldAichenAletshausenBalzhausenBibertalBreitenthal (Schwaben)BubesheimBurgauBurtenbachDeisenhausenDürrlauingenEbershausenEbershausenEllzeeGünzburgGundremmingenHaldenwang (Landkreis Günzburg)IchenhausenJettingen-ScheppachKammeltalKötzKrumbach (Schwaben)LandensbergLeipheimMünsterhausenNeuburg an der KammelOffingenRettenbach (Landkreis Günzburg)RöfingenThannhausen (Schwaben)UrsbergWaldstetten (Günz)WaltenhausenWiesenbach (Schwaben)Winterbach (Schwaben)ZiemetshausenKarte
Über dieses Bild
Deisenhausen an der Günz
In Oberbleichen

Deisenhausen ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Krumbach (Schwaben). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Iller an dem Fluss Günz.

Es gibt sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Es existieren die Gemarkungen Deisenhausen, Oberbleichen und Unterbleichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deisenhausen war vor 1800 Herrschaft und gehörte zur St. Jakobspfründe in der Freien Reichsstadt Augsburg. Oberbleichen und Unterbleichen gehörten verschiedenen Patrizierfamilien. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehörte der Ort zum neu entstandenen Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Deisenhausen, Oberbleichen und Unterbleichen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1977 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberbleichen und Unterbleichen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961[4] 1970[4] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1067 1140 1321 1379 1439 1464 1538 1491 1476

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1342 auf 1472 um 130 Einwohner bzw. um 9,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Bei der Kommunalwahl 2020 entfielen auf die Wählergruppe Deisenhausen (52,5 %) und die Wählerliste Bleichen (47,5 %) jeweils sechs Sitze.

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Bernd Langbauer (Wählergruppe Deisenhausen); er wurde am 15. März 2020 mit 83,8 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger Norbert Weiß (* 1957, Alte Wählergruppe) war 24 Jahre von Mai 1996 bis April 2020 im Amt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Deisenhausen.svg
Blasonierung: „Gespalten; vorne im Zinnenschnitt geteilt von Schwarz und Silber, hinten in Rot zwei gekreuzte Pilgerstäbe, oben und unten beseitet von je einer silbernen Pilgermuschel.“[5]

Wappengeschichte: Die Gemeinde Deisenhausen besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Deisenhausen, Oberbleichen und Unterbleichen. Die Orte erlebten im Lauf ihrer Geschichte unterschiedliche Herrschaftsinhaber, meist Patriziergeschlechter aus Augsburg und Ulm sowie geistliche Institutionen. Drei von ihnen werden stellvertretend für die anderen im Gemeindewappen dargestellt. Der Zinnenschnitt stammt aus dem Wappen der Ulmer Familie Ungelter, die sich auch Ungelter von Deisenhausen nannte und von 1409 bis 1554 in Deisenhausen belegt ist. Die Farben Schwarz und Silber weisen auf die Familie Vöhlin von Frickenhausen hin, die seit 1524 in Oberbleichen und seit 1560 im Ort Nordhofen im heutigen Gemeindegebiet wichtige Herrschaftsrechte besaßen. Die zwei gekreuzten silbernen Pilgerstäbe mit den silbernen Pilgermuscheln sind dem Wappen des Jakobsspital in Augsburg entnommen, das seit 1679 die Ortsherrschaft in Deisenhausen innehatte. Das Stiftswappen führte den Pilgerstab und die Muschel, beides Attribute des hl. Jakob im Stiftswappen.[6] Dieses Wappen wird seit 1981 geführt.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 51 und im Bereich Handel und Verkehr 78 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 16 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 534. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 825 ha, davon waren 449 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 59 Kindern
  • Volksschulen: eine mit zehn Lehrern und 199 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eduard Rüber 1833
  • Johann Baptist Mayer (1803–1892), Textilunternehmer.
  • Gerd Müller (* 1955), Politiker (CSU), seit 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ist in Unterbleichen aufgewachsen.
  • Meike Pfister (* 1996), Skirennläuferin, lebt in Deisenhausen.
  • Eduard Rüber (1804–1874), deutscher Architekt und bayerischer Baubeamter, der als Erbauer zahlreicher Bahnhofsgebäude in Bayern gilt.
  • Die weitverzweigte Familie Spaun stammt aus Deisenhausen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deisenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Erster Bürgermeister Deisenhausen. Gemeinde Deisenhausen, abgerufen am 6. Juni 2020.
  3. Gemeinde Deisenhausen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2019.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 774.
  5. Eintrag zum Wappen von Deisenhausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Zitat Eintrag zum Wappen von Deisenhausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Eintrag zum Wappen von Deisenhausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.