Ursberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ursberg
Ursberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ursberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 16′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Höhe: 508 m ü. NHN
Fläche: 25,42 km²
Einwohner: 3175 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86513
Vorwahl: 08281
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 116
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Ursberg
Prämonstratenserstr. 20
86513 Ursberg
Webpräsenz: www.gemeinde-ursberg.de
Bürgermeister: Peter Walburger (CSU/Freie)
Lage der Gemeinde Ursberg im Landkreis Günzburg
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Neu-Ulm Landkreis Unterallgäu Winzerwald Ebershauser-Nattenhauser Wald Aichen Aletshausen Balzhausen Bibertal Breitenthal (Schwaben) Bubesheim Burgau Burtenbach Deisenhausen Dürrlauingen Ebershausen Ebershausen Ellzee Günzburg Gundremmingen Haldenwang (Schwaben) Ichenhausen Jettingen-Scheppach Kammeltal Kötz Krumbach (Schwaben) Landensberg Leipheim Münsterhausen Neuburg an der Kammel Offingen Rettenbach (Landkreis Günzburg) Röfingen Thannhausen (Schwaben) Ursberg Waldstetten (Günz) Waltenhausen Wiesenbach (Schwaben) Winterbach (Schwaben) ZiemetshausenKarte
Über dieses Bild

Ursberg ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Kloster Ursberg

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursberg liegt in der Region Donau-Iller.

Es existieren folgende Gemarkungen: Bayersried, Mindelzell, Oberrohr, Premach, Ursberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. November 1905 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bayersried und Ursberg aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde Bayersried-Ursberg zusammengeschlossen.[2] Diese wurde am 3. Oktober 1978 amtlich in Ursberg umbenannt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde Mindelzell eingemeindet.[2] Am 1. Januar 1976 kam Premach hinzu. Oberrohr folgte am 1. Mai 1978.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 1742 Einwohner (Volkszählung am 1. Dezember 1910)
  • 1961: 3718 Einwohner (Volkszählung am 6. Juni 1961)[3]
  • 1970: 3503 Einwohner (Volkszählung am 27. Mai 1970)[3]
  • 1990: 3671 Einwohner
  • 2000: 3580 Einwohner
  • 2003: 3556 Einwohner
  • 2006: 3504 Einwohner
  • 2007: 3479 Einwohner
  • 2011: 3271 Einwohner

Aktion T4 im Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Aktion T4, von den Nationalsozialisten zynisch als „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ bezeichnet, wurden zwischen September 1940 und August 1941 519 Bewohner der Ursberger Anstalten in andere Anstalten verlegt. 199 von ihnen wurden in Tötungsanstalten vergast, 180 weitere starben durch Hungerkost oder Todesspritzen.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl 2008 entfielen auf die CSU/Freie Wähler zehn und auf die Unabhängige Wählervereinigung sechs Sitze.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 866.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 49.000 Euro.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kloster Ursberg
  • Klosterkirche St. Johannes Evangelist, barock mit spätromanischer Kreuzigungsgruppe
  • Wallfahrtskirche Heilig Kreuz in Mindelzell
  • Kirche St. Pankratius in Oberrohr, in der eine Reihe bemerkenswerter spätgotischer Bildwerke zu sehen sind
  • Kirche Maria Heimsuchung in Premach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 49 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1707 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 911. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 44 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 906 ha, davon waren 457 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 74 Kindern
  • Volksschulen: eine mit fünf Lehrern und 105 Schülern
  • Dominikus-Ringeisen-Werk, Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts
  • Ringeisen-Gymnasium der St. Josefskongregation mit 57 Lehrern und 859 Schülern (aktualisiert am 29. Januar 2007)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berühmter Einwohner des Ursberger Ortsteils Oberrohr ist der langjährige Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzende Theo Waigel. Er wurde dort auch 1939 geboren.
  • Joseph Bernhart (1881–1969) war katholischer Theologe, Religionswissenschaftler und Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Denker katholischer Provenienz im 20. Jahrhundert.
  • Konrad von Lichtenau (von Ursberg), Prämonstratenser, Domherr in Konstanz, ab 1226 Abt im Prämonstratenserkloster Ursberg; † 10. Dez. 1240. Er schenkte seiner Heimatpfarrei Mindelzell den Kreuzpartikel, der bis heute durch die „Bruderschaft vom Hl. Kreuz“ verehrt wird.[5]
  • Fridolin Rothermel (1895–1955) war ein bayerischer Politiker und Bauernverbandsvertreter.
  • Dominikus Ringeisen (1835–1804) war ein römisch-katholischer Geistlicher und Begründer der Ursberger Anstalt (heute Dominikus-Ringeisen-Werk).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gert Tröger: Dominikus Ringeisen und sein Werk. Zur Hundertjahrfeier der Ursberger Behinderteneinrichtungen. Selbstverlag der St. Josefskongregation, Ursberg 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ursberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 502.
  3. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 774 und 775.
  4. Hans-Ludwig Siemen: Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten während des Nationalsozialismus. In: Michael von Cranach, Hans-Ludwig Siemen (Hrsg.): Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945. Oldenbourg, München 1999, S. 417–474, hier S. 439, ISBN 3-486-56371-8.
  5. Ökumenisches Heiligenlexikon