Bibertal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bibertal
Bibertal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bibertal hervorgehoben

Koordinaten: 48° 23′ N, 10° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Höhe: 511 m ü. NHN
Fläche: 27,29 km2
Einwohner: 4889 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89346
Vorwahl: 08226
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 119
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 2
89346 Bibertal
Website: www.bibertal.de
Erster Bürgermeister: Roman Gepperth[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Bibertal im Landkreis Günzburg
Baden-WürttembergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Neu-UlmLandkreis UnterallgäuWinzerwaldEbershauser-Nattenhauser WaldAichenAletshausenBalzhausenBibertalBreitenthal (Schwaben)BubesheimBurgauBurtenbachDeisenhausenDürrlauingenEbershausenEbershausenEllzeeGünzburgGundremmingenHaldenwang (Landkreis Günzburg)IchenhausenJettingen-ScheppachKammeltalKötzKrumbach (Schwaben)LandensbergLeipheimMünsterhausenNeuburg an der KammelOffingenRettenbach (Landkreis Günzburg)RöfingenThannhausen (Schwaben)UrsbergWaldstetten (Günz)WaltenhausenWiesenbach (Schwaben)Winterbach (Schwaben)ZiemetshausenKarte
Über dieses Bild
St. Leonhard in Echlishausen

Bibertal ist eine seit 1978 bestehende Gemeinde im schwäbischen Landkreis Günzburg. Verwaltungssitz ist die Ortschaft Bühl. Namensgebend ist der Fluss Biber, an dessen unterem Lauf die Gemeinde liegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet umfasst die Täler der Biber, des Osterbaches und der Drill. Bibertal liegt in der Region Donau-Iller. Naturräumlich gehört es zur Donau-Iller-Lech-Platte („Oberschwäbische Hochebenen“), welche Teil des Alpenvorlandes ist, eine der Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands. Eine Ortschaft namens Bibertal gibt es nicht in der Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus acht Gemarkungen und hat zwölf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeindeteile reicht zum Teil sehr weit zurück. Auf der Gemarkung von Echlishausen finden sich Spuren der Kelten, der Römer und eines Nonnenklosters (Nonnenburg). Ein genaues Besiedlungsdatum ist daher nicht feststellbar.

Das Gebiet von Bibertal gehörte zur vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau, seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 mehrere selbstständige Gemeinden.

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der bayerischen Gebietsreform wurden am 1. Mai 1978 die selbständigen Gemeinden Anhofen, Bühl, Echlishausen, Ettlishofen, Kissendorf (am 1. April 1971 durch Fusion von Groß- und Kleinkissendorf entstanden)[4], Schneckenhofen und Silheim zur Einheitsgemeinde Bibertal zusammengeschlossen.[5] Eine Klage von Ettlishofen dagegen war 1981 erfolglos.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohnerzahlen festgestellt:

Einwohnerentwicklung von Bibertal von 1961 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
  • 1961: 3289 Einwohner[5]
  • 1970: 3631 Einwohner[5]
  • 1987: 4021 Einwohner
  • 1991: 4242 Einwohner
  • 1995: 4461 Einwohner
  • 2000: 4709 Einwohner
  • 2005: 4803 Einwohner
  • 2010: 4710 Einwohner
  • 2015: 4762 Einwohner
  • 2017: 4829 Einwohner
  • 2018: 4846 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4.038 auf 4.846 um 808 Einwohner bzw. um 20 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2020 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:

  • CSU: 8 Sitze (51,5 %)
  • SPD: 3 Sitze (16,6 %)
  • FW: 5 Sitze (31,9 %)

Bürgermeister seit der Gründung:

  • 1978–1996 Hans Joas (CSU)
  • 1996–2002 Wolfgang Beyer (SPD)
  • 2002–2014 Robert Strobel (CSU)
  • 2014–2020 Oliver Preußner (CSU)
  • Seit 2020 Roman Gepperth (CSU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bibertal.svg
Blasonierung: „Über grünem Dreiberg fünfmal schräglinks geteilt von Silber und Rot mit einem silbernen Herzschild, darin unter blauem Wellenbalken ein roter Granatapfel an grün belaubtem Stiel.“[6]

Wappengeschichte: Der grüne Dreiberg steht redend für den Ort Bühl, dessen Name Hügel bedeutet. Die fünfmalige Schräglinksteilung von Silber und Rot ist dem Wappen der Markgrafschaft Burgau entnommen, die seit dem Mittelalter die Landesherrschaft im Gemeindegebiet innehatte. Der Granatapfel im Herzschild stammt aus dem Wappen der Familie von Osterberg. Sie erwarb 1663 die Adelsherrschaft Bühl und richteten dort ein Obervogteiamt ein. Der blaue Wellenbalken stellt den Fluss Biber dar, der dem Ort seinen Namen gab. Er steht damit redend für den Ortsnamen. Wappenführung seit 1981.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(27 bekannte Funde im Jahr 2012)

D-7-7527-0012 Straße der römischen Kaiserzeit. Im Jahr 2012 wurde die Römerstrasse unmittelbar an der Gemarkungsgrenze von Leipheim, ca. 10 m nördlich von Lohrs Wäldchen bei einem Wiesenumbruch wieder ein Stück weit aufgedeckt. Im weiteren Verlauf ist sie in den Wiesen Richtung Osten ca. 100 m weit im Gelände deutlich erkennbar.

  • D-7-7527-0014 Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7527-0015 Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7527-0016 Mittelalterlicher Burgstall.
  • D-7-7527-0017 Körpergrab vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7527-0019 Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7527-0054 Mittelalterlicher Turmhügel.
  • D-7-7527-0056 Gräber des frühen Mittelalters.
  • D-7-7527-0293 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Bühl.
  • D-7-7527-0294 Mittelalterliche Vorgängerbauten der Kath. Pfarrkirche St. Margaretha.
  • D-7-7527-0296 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Echlishausen.
  • D-7-7527-0297 Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Pfarrkirche St. Leonhard.
  • D-7-7527-0298 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Kleinkissendorf.
  • D-7-7527-0299 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Schneckenhofen.
  • D-7-7627-0001 Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7627-0004 Mittelalterlicher Burgstall und Brandgräber vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7627-0005 Grabhügel der Hallstattzeit.
  • D-7-7627-0011 Grabhügel der Hallstattzeit.
  • D-7-7627-0071 Siedlung und vermutlich Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung.
  • D-7-7627-0108 Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Expositurkirche St. Ulrich und Leonhard.
  • D-7-7627-0109 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Anhofen.
  • D-7-7627-0110 Mittelalterliche Vorgängerbauten der Kath. Pfarrkirche St. Maria Immaculata.
  • D-7-7627-0112 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Ettlishofen.
  • D-7-7627-0113 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Großkissendorf.
  • D-7-7627-0114 Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Pfarrkirche St. Mauritius.
  • D-7-7627-0115 Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Altort von Silheim.
  • D-7-7627-0116 Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Kirche St. Apollonia.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es nach der amtlichen Statistik insgesamt 516 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Von der Wohnbevölkerung standen 2160 Personen in einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit. Die Zahl der Auspendler lag damit um 1644 Berufstätige über der Zahl der Einpendler.

2012 gab es 24 gemeldete Gewerbebetriebe.

Im Jahr 2007 bestanden 67 landwirtschaftliche Betriebe. Von der Gemeindeflur waren 2551 ha landwirtschaftlich genutzt, davon waren 1984 ha Ackerfläche und 568 ha Dauergrünfläche.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Nähe zum Freizeitpark Legoland Deutschland entwickelte sich ein spürbarer Tourismus im Günzburger Land. In Bibertal sind seitdem zwölf Übernachtungsanbieter zu den vorhandenen fünf Gastronomiebetrieben dazugekommen. Die Gemeinde hat vier eigene Wanderwege angelegt und ist Teil des Radwanderweges Wasserspuren.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es folgende Einrichtungen:

  • 2 Kindertageseinrichtungen mit zusammen 218 genehmigten Plätzen und 201 Kindern
  • 1 Volksschule mit 8 Klassen, 10 Lehrern und 179 Schülern
  • Volkshochschule
  • Zwei katholische Volksbüchereien
  • Außenstelle der Volkshochschule Günzburg

Dort geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bibertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grußwort des ersten Bürgermeisters. Gemeinde Bibertal, abgerufen am 30. Mai 2020.
  3. Gemeinde Bibertal in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2019.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 476.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 775.
  6. Eintrag zum Wappen von Bibertal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Zitat Eintrag zum Wappen von Bibertal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte