Leipheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Leipheim
Leipheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Leipheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 27′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 32,13 km2
Einwohner: 6926 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89340
Vorwahl: 08221
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 155
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 5
89340 Leipheim
Webpräsenz: www.leipheim.de
Bürgermeister: Christian Konrad (CSU)
Lage der Stadt Leipheim im Landkreis Günzburg
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Neu-Ulm Landkreis Unterallgäu Winzerwald Ebershauser-Nattenhauser Wald Aichen Aletshausen Balzhausen Bibertal Breitenthal (Schwaben) Bubesheim Burgau Burtenbach Deisenhausen Dürrlauingen Ebershausen Ebershausen Ellzee Günzburg Gundremmingen Haldenwang (Schwaben) Ichenhausen Jettingen-Scheppach Kammeltal Kötz Krumbach (Schwaben) Landensberg Leipheim Münsterhausen Neuburg an der Kammel Offingen Rettenbach (Landkreis Günzburg) Röfingen Thannhausen (Schwaben) Ursberg Waldstetten (Günz) Waltenhausen Wiesenbach (Schwaben) Winterbach (Schwaben) ZiemetshausenKarte
Über dieses Bild

Leipheim ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Günzburg. Ihr Wahlspruch lautet: „Leipheim – Stadt an der Donau“.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leipheim liegt in der Region Donau-Iller am Südrand des Schwäbischen Donaumooses.

Es existieren die Gemarkungen Leipheim, Riedheim und Weißingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur auf dem Stadtberg

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leipheim war von etwa 1270 bis 1373 im Besitz der Familie Güß von Güssenberg, die am 29. Mai 1327 von Kaiser Ludwig IV. (Ludwig der Bayer) die Marktrechte und am 17. November 1330 die Stadterhebung für den Ort erwirkte. 1343 ging die Stadt in den Besitz der Grafen von Württemberg über. 1453 kaufte die freie Reichsstadt Ulm die Stadt von Graf Ulrich V. von Württemberg für 23.200 Gulden. So wurde, als Ulm 1531 offiziell protestantisch wurde, ebenso Leipheim protestantisch. 1559 wurde mit dem Bau des Schlosses Leipheim am westlichen Rand der Stadt begonnen.

Nahe Leipheim erhob sich im Deutschen Bauernkrieg im Jahr 1525 der Leipheimer Haufen (ca. 5.000 Bauern) gegen die Stadt Ulm und wurde von dem Heer des Schwäbischen Bundes, der von Ulm angeführt wurde, besiegt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Leipheim war eine der wenigen Besitzungen der freien Reichsstadt Ulm, die nach 1810 noch bei Bayern verblieben, als im Rahmen eines Gebietsaustausches Bayern Grenzgebiete an Württemberg abgeben musste. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1937 begann der Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst Leipheim. Seine Existenz und Entwicklung beeinflusste maßgeblich die Stadt Leipheim und einen großen Teil des nördlichen Landkreises. Am 18. Juli 1942 startete mit der Messerschmitt Me 262 das erste serienreife Düsenflugzeug der Welt vom Leipheimer Fliegerhorst zu seinem Jungfernflug.

Im Jahre 2008 wurde der Fliegerhorst Leipheim aufgelöst. Die Kommunen Leipheim, Günzburg und Bubesheim haben 2010 gemeinsam mit dem Landkreis Günzburg einen Zweckverband gegründet und das 256 ha große Fliegerhorstgelände erworben. Neben dem Bau der Umgehungsstraße für Leipheim ist eine zivile Nachnutzung geplant. Es sollen dort 90 ha Gewerbeflächen entstehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Riedheim eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 1547 Einwohner
  • 1961: 4317 Einwohner
  • 1970: 5057 Einwohner
  • 1987: 5132 Einwohner
  • 1991: 5818 Einwohner
  • 1995: 6585 Einwohner
  • 2000: 6602 Einwohner
  • 2005: 6797 Einwohner
  • 2010: 6704 Einwohner
  • 2015: 7096 Einwohner
  • 2016: 7010 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:[3]

Partei/Liste Sitze Stimmenanteil
CSU 10 49,0 %
SPD 4 17,5 %
Grüne 1 7,3 %
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 4 21,9 %
Freie Wähler 1 4,3 %
Gesamt 20 100 %

Bürgermeister ist Christian Konrad (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Gerhard Hartmann (SPD) und 2008 in seinem Amt bestätigt. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 93,6 % der gültigen Stimmen erneut wiedergewählt.[4]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 9.130.000 €, davon waren 5.533.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen geht auf das Familienwappen der Güssen zurück, unter deren Herrschaft das Stadtrecht verliehen wurde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • UngarnUngarn Ungarn: Seit 1993 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Fonyód am Plattensee, die mit regelmäßigen Besuchen gepflegt wird.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber mit über 1600 Mitarbeitern am Standort ist Wanzl. Seit 1947 hat sich das Familienunternehmen von einem kleinen Handwerksbetrieb zu einem Weltmarktführer in mehreren Bereichen entwickelt. Es werden neben Produkten und Dienstleistungen für den Handel Flughäfen, Hotels und zahlreiche Onlinehändler mit Gepäck bzw. Logistikwagen beliefert. Inzwischen werden am weltweiten Hauptsitz drei Werke betrieben. Diese wurden in den letzten Jahren stetig ausgebaut. Ein weiteres, global agierendes Familienunternehmen ist die Firma Oechsle System GmbH mit ca. 160 Beschäftigten.

Außerdem gab es seit 1935 einen Luftwaffenstützpunkt, der aber Ende 2008 aus Kostengründen geschlossen wurde.[5]

Es gab 2012 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 49, im produzierenden Gewerbe 1991 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 513 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 403 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2670. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. 2010 bestanden 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1.735 ha, davon waren 1.217 ha Ackerfläche und 436 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leipheim besitzt einen zweigleisigen Haltepunkt an der Bahnstrecke Augsburg–Ulm, der jeweils im Stundentakt durch die Regional-Express-Linie Fugger-Express zwischen Ulm und München sowie durch die Züge der agilis zwischen Ulm und Ingolstadt oder Regensburg bedient wird. Am Wochenende verkehren die Züge der agilis nur im Zweistundentakt. Das Empfangsgebäude wird nicht mehr genutzt und steht leer.

Leipheim ist an den internationalen Fernradweg Donauradweg (verläuft von der Quelle der Donau in Deutschland bis zu ihrer Mündung in Rumänien)[6] und an den europäischen EuroVelo-Radweg EV 6 Flüsseroute (verläuft vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer)[7] angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zehntstadel in Leipheim finden kulturelle Veranstaltungen statt

Stand 2013:

  • Vier Kindergärten mit 283 Kindergartenplätzen, die von 266 Kindern besucht wurden
  • Zwei Volksschulen mit insgesamt 36 Lehrern und 497 Schülern
  • Eine Außenstelle der Volkshochschule Günzburg

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkapelle Leipheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtkapelle Leipheim wurde 1913 gegründet und ist heute fester Bestandteil vieler kultureller Veranstaltungen mit über 40 Musiker in Bereich Bigbandsound, traditionelle böhmische Blasmusik, Evergreens und Klassikern für Blasorchester.[8]

BC Leipheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BC Leipheim war bis 2008 ein Basketballverein von 1995 mit ca. 80 aktive und passive Mitglieder.

FG Leipheimer Haufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Faschingsgesellschaft Leipheimer Haufen von um 1974 sind die Tanzsportgruppe Güssengarde, Jugendgarde, Kindergarde, Elferrat, Showmix und Guggamusik. Er hat über 200 Mitglieder. Sie ist Mitglied bei der Faschingsvereinigung der Sieben Schwaben, im Landesverband Württembergischer Karneval (LWK) und dem Bayerisch-Schwäbischen Fasnachtsverband (BSF).

VfL Leipheim 1898[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Leipheim 1898 ist der größte Sportverein mit rund 1100 Mitgliedern im Breitensport in den Abteilungen Boxen, Fußball, Handball, Leichtathletik, Schach, Tennis, Turnen und Volleyball.

Fliegerhorstmuseum Leipheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fliegerhorstmuseum Leipheim von 2005 befindet sich seit 2010 im Gebäude 361 des ehemaligen Fliegerhorstes Leipheim mit dem Zweck, ein Museum mit dauerhafter Ausstellung aufzubauen. Nach dem Zusammenschluss von Soldatenverein und Fliegerhorstmuseum ist die Mitgliederzahl auf ca. 90 gestiegen.[9]

Freiwillige Feuerwehr Leipheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Leipheim von 1865 im Feuerwehrhaus und Vereinsheim Steingasse 5 (früher Schlosshof) hat ca. 140 Mitglieder. Für die Nachwuchssicherung betreibt die Feuerwehr Leipheim eine Jugendfeuerwehr und seit einigen Jahren eine Kinderfeuerwehr.

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreisverband Leipheim/Günzburg der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft mit ca. 450 Mitgliedern ist aus der Ortsgruppe Leipheim von 1970 hervorgegangen und ist die zuständige DLRG Gliederung für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm. Im Rahmen des Katastrophenschutzes ist die DLRG Leipheim/Günzburg mit einem Tauchtrupp in den KAT-Wasserrettungszug Schwaben Süd eingebunden. Die neue Schulungs- und Einsatzzentrale wurde 2008 eingeweiht. Zur Nachwuchssicherung unterhält die DLRG Leipheim/Günzburg ein Jugend-Einsatz-Team (JET-Team)

Besondere Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1818 findet einmal im Jahr das Leipheimer Kinderfest statt, das an das Ende der Hungersnot erinnern soll, die 1816/17 die Stadt Leipheim heimsuchte. Grund der Hungersnot war der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im April 1815.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Karg (* 1551; † ca. 1610), schwäbischer Maler
  • Christoph Pfautz (1645–1711), Mathematiker, Astronom, Geograph und Bibliothekar
  • Ernst Führich (* 1948), Professor der Rechtswissenschaften an der Hochschule Kempten
  • Bernd Oberdorfer (* 1961), Professor für Systematische Theologie und Ökumene an der Universität Augsburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Wüst: Günzburg (Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Günzburg I/ 13) München 1983, S. 160 ff. (betr. Leipheim), ISBN 3-7696-9933-5.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leipheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Leipheim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 476
  3. Bayerisches Landesamt für Statistik
  4. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  5. Stadt Leipheim an der Donau – Fliegerhorst
  6. Donauradweg. Abgerufen am 27. April 2017 (deutsch).
  7. admin: EuroVelo 6: Explore European rivers by bike! — EuroVelo. Abgerufen am 27. April 2017 (englisch).
  8. Stadtkapelle Leipheim e. V.
  9. Homepage des Fliegerhorstmuseum Leipheim