Kötz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kötz
Kötz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kötz hervorgehoben

Koordinaten: 48° 24′ N, 10° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kötz
Höhe: 475 m ü. NHN
Fläche: 20,54 km2
Einwohner: 3254 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89359
Vorwahlen: 08221,0 8223
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 148
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Dorfstr. 3a
89359 Kötz
Website: www.gemeinde-koetz.de
Erste Bürgermeisterin: Sabine Ertle (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Kötz im Landkreis Günzburg
Baden-WürttembergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Neu-UlmLandkreis UnterallgäuWinzerwaldEbershauser-Nattenhauser WaldAichenAletshausenBalzhausenBibertalBreitenthal (Schwaben)BubesheimBurgauBurtenbachDeisenhausenDürrlauingenEbershausenEbershausenEllzeeGünzburgGundremmingenHaldenwang (Landkreis Günzburg)IchenhausenJettingen-ScheppachKammeltalKötzKrumbach (Schwaben)LandensbergLeipheimMünsterhausenNeuburg an der KammelOffingenRettenbach (Landkreis Günzburg)RöfingenThannhausen (Schwaben)UrsbergWaldstetten (Günz)WaltenhausenWiesenbach (Schwaben)Winterbach (Schwaben)ZiemetshausenKarte
Über dieses Bild

Kötz ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Günzburg. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Großkötz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kötz liegt an der Mündung des gleichnamigen Baches Kötz in die Günz auf einer Höhe von 472 (Großkötz), 482 (Kleinkötz) bzw. 517 (Ebersbach) Metern. Die Gemeinde ist Teil des Schwäbischen Barockwinkels und Ober- bzw. Mittelschwabens. Naturräumlich gehört sie zum Alpenvorland bzw. zur Donau-Iller-Lech-Platte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Gemeindeteile sind die Pfarrdörfer Großkötz und Kleinkötz und das Kirchdorf Ebersbach.[2] Die drei Gemarkungen Ebersbach, Großkötz und Kleinkötz liegen vollständig auf dem Gemeindegebiet von Kötz.

Es gibt in der Gemeinde weder einen Gemeindeteil noch eine Gemarkung Kötz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Günzburg, Burgau, Kammeltal, Ichenhausen, Bibertal und Bubesheim.

Wappen von Bubesheim
Bubesheim
3 km
Wappen von Günzburg
Günzburg
5 km
Wappen von Burgau
Burgau
9 km
Wappen von Bibertal
Bibertal
7 km
Nachbargemeinden
Wappen von Ichenhausen
Ichenhausen
5 km
Wappen von Kammeltal
Kammeltal
8 km

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Herkunft des Ortsnamens Kötz gibt es bisher zwei mögliche Erklärungen:

Reinhard H. Seitz leitet die Herkunft des Flussnamens Kötz in der Ortschronik[3] aus dem vordeutschen (römisch-keltischen bzw. indogermanischen) Wort "*Cattja" mit der Bedeutung „Wildkatzengewässer“ ab. Der Ort wäre demnach nach dem Flüsschen benannt worden.

Der zweite Erklärungsversuch stammt von Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein[4] – dieser führt den Ortsnamen auf eine römische Villa rustica namens Catianum (Landgut des Catius) zurück. Demnach wäre der Gewässername vom Ortsnamen abgeleitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großkötz gehörte zur österreichischen Markgrafschaft Burgau, Grund- und Gerichtsherr war von 1408 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts die Ulmer Patrizierfamilie Ehinger. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zum neu entstandenen Königreich Bayern. In Kleinkötz herrschten dagegen bis 1806 die Patrizier Holzapfel von Herxheim, wobei sie sich das Gassengericht mit dem Reichsstift Wettenhausen teilten; Ebersbach gehörte ebenfalls zu den Besitzungen dieses Klosters. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Großkötz und Kleinkötz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. Juli 1972 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Großkötz und Kleinkötz.[5] Die Gemeinde Ebersbach wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform eingemeindet.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1500 595 (121 Feuerstätten) Meldungen zum Feuerstattguldenregister der Markgrafschaft Burgau
1762 891 (141 Feuerstätten) Diözesanbeschreibung des Bistums Augsburg
1811 1222 (238 Feuerstätten) Montgelas'sche Bestandsaufnahme des Königreichs Bayern
1823 1260 Diözesanbeschreibung des Bistums Augsburg
1840 1196 Bayerisches Statistisches Landesamt
1880 1323 Bayerisches Statistisches Landesamt
1919 1439 Bayerisches Statistisches Landesamt
1939 1423 Bayerisches Statistisches Landesamt
1946 2219 Bayerisches Statistisches Landesamt
1950 1919 Bayerisches Statistisches Landesamt
1970 2414 Bayerisches Statistisches Landesamt
1991 3071 Bayerisches Statistisches Landesamt
2000 3233 Bayerisches Statistisches Landesamt
2015 3275 Bayerisches Statistisches Landesamt

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2017[7]
 %
60
50
40
30
20
10
0
44,6 %
12,9 %
15,1 %
10,9 %
6,2 %
3,2 %
2,9 %
0,8 %
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
−13,2 %p
−2,8 %p
+8,1 %p
+7,5 %p
+1,1 %p
+0,5 %p
+1,5 %p
−0,5 %p
−2,1 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2020 verteilen sie sich auf folgende Listen:

  • Freie Wählergemeinschaft (FWG): 9 Sitze (58,3 %)
  • CSU: 7 Sitze (41,7 %)

In der Amtszeit 2014 bis 2020 hatten FWG und CSU je sieben Sitze und die SPD zwei Sitze; letztere legte keinen Wahlvorschlag mehr vor. Die FWG gewann zwei Mandate hinzu.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Sabine Ertle[8] (Freie Wählergemeinschaft). Sie wurde am 15. März 2020 bei einer Mitbewerberin mit 62,1 % der Stimmen gewählt. Ihr Vorgänger Ernst Walter, der sich 2020 nicht mehr zur Wahl stellte, war seit Mai 2008 im Amt.

Name Amtszeit
Gerhard Betz 1972–1984
Hans Klement 1984–1996
Stephan Däubler 1996–2008
Ernst Walter 2008–2020
Sabine Ertle 2020–

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kötz
Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin nebeneinander zwei silberne Holzäpfel mit grünen Stielen und Blättern, in Gold ein roter Schwan.“[9]

Dieses Wappen wird seit 1974 geführt.[9]

Wappenbegründung: Die Gemeinde Kötz besteht seit 1972 aus den Gemeinden Großkötz und Kleinkötz. Der Schwan ist dem Wappen der Ulmer Patrizierfamilie Ehinger entnommen, die von 1408 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts die Ortsherrschaft in Großkötz innehatte. Die Ortsherrschaft in Kleinkötz erscheint seit 1492 geteilt. Ein Halbteil kam 1545 ebenfalls an die Patrizierfamilie Ehinger, der bis 1627 in ihrem Besitz verblieb und an das Hochstift Augsburg kam. Die beiden silbernen Holzäpfel stehen als redende Zeichen für die Augsburger Patrizierfamilie Holzapfel, die 1638 vom Hochstift Augsburg mit diesem Teil der Herrschaft in Kleinkötz belehnt wurden, darunter das Adelsschloss und den alten Burgstall. Die Familie nannte sich seitdem Holzapfel von Herzheim und Klein-Kötz.[9]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kötz.

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2017 3246 T€, davon entfallen auf Gewerbesteuereinnahmen (netto) 671 T€. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug im selben Jahr 336 €.[10]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Obdach in Österreich. Die Partnerschaft wurde zur 800-Jahr-Feier der Marktgemeinde Obdach am 10. Juni 1990 begründet. Die Beziehungen begannen bereits 1965 zu wachsen, als ein Werk der Kötzer Unternehmensgruppe AL-KO in Obdach eröffnet wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fischereiverein Kötz e. V.
  • Schachclub Kötz
  • Schützenverein Frohsinn Großkötz 1897 e. V.
  • Schützenverein Hubertus Ebersbach
  • Spielvereinigung Kleinkötz e. V. – Die Fußballmannschaft spielt derzeit in der Kreisklasse West 2 in Schwaben. Angeboten werden Fußball und Gymnastik.
  • Tennis Club Kötz e. V.
  • VfL Großkötz 1924 e. V. – Gegründet wurde der Verein im April 1924. Derzeit besitzt der Verein etwa 800 aktive und passive Mitglieder. Die Fußballmannschaft spielt derzeit in der Kreisklasse West 2 in Schwaben. Die Volleyballmannschaft ist die erfolgreichste ihrer Art im Landkreis und spielt in der Landesliga. Auch Gymnastik und Radfahren werden angeboten.
  • Wandergruppe Kötz e. V.

Musikvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Blasorchester Kötz wurde 2003 aus den beiden Kötzer Traditionskapellen Musikverein und Kolpingkapelle gegründet. Das Blasorchester besteht aus der Stammkapelle mit ca. 60 aktiven Musikern.
  • Country & Western Friends Koetz 1982 e.V. – Verein zur Förderung und Pflege der amerikanischen Country & Western Music
  • Förderverein Musikdorf Kötz im schwäbischen Barockwinkel
  • Kirchenchor
  • Männergesangsverein Liederkranz

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feuerwehrvereine in Ebersbach, Groß- und Kleinkötz
  • Förderverein St. Nikolaus – Verein zur Erhaltung der Kleinkötzer Pfarrkirche
  • Interessengemeinschaft für eine Ortsumgehung Kötz e. V.
  • Kleingartenverein
  • Kolpingfamilie Kötz
  • Kötzer Narren Club 1976 e. V. – Der Verein pflegt besonders in der Fasnacht das überkommene schwäbische Brauchtum dieser Jahreszeit und ist weit über den Landkreis hinaus bekannt.
  • Krieger- und Soldatenvereine – jeweils in Ebersbach und Großkötz, Soldaten- und Kameradschaftsverein Kleinkötz
  • Seniorenclub Kötz
  • Sudetendeutsche Landsmannschaft Ortsgruppe Kötz
  • VdK Kötz
  • Verein für Gartenbau u. Landespflege
  • Verein zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft sowie der Landschaftspflege – jeweils in Groß- und Kleinkötz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik insgesamt 1.255 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, davon im produzierenden Gewerbe 898. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1421. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 3 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten, im Bauhauptgewerbe ebenfalls 3. Zudem bestanden im Jahr 2016 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1252 ha, davon waren 1086 ha Ackerfläche und 123 ha Dauergrünfläche. In der Gemeinde wurden 2016 Lieferungen und Leistungen (im Sinne der Umsatzsteuerstatistik) in Höhe von 494 Millionen Euro erbracht. 2017 waren 32 Personen arbeitslos gemeldet.[10]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl bedeutender Unternehmen)

  • AL-KO Unternehmensgruppe mit AL-KO Fahrzeugtechnik
  • Klotz Spezialmaschinen
  • Merkle Schweißanlagen-Technik GmbH
  • Raiffeisenbank Mittelschwaben eG
  • Ritter und Deeg Ingenieur-Tiefbau GmbH & Co KG

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • 2 Kindergärten: 174 Kindergartenplätze mit 146 Kindern
  • Alois-Kober-Grundschule 127 Schüler (Stand: Schuljahr 2017/18)
  • Außenstelle der Volkshochschule Günzburg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kötz liegt an der Bahnstrecke Mittelschwabenbahn, die zwischen den beiden Teilorten verläuft; der Bahnhof heißt Kleinkötz.
  • Kötz liegt an der nördlich vorbeiführenden A 8 (Ausfahrt Günzburg) und an der B 16, die durch Kleinkötz führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kötz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kötz in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2019.
  3. Bruno Merk und Gemeinde Kötz (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Kötz, Gemeinde Kötz im Eigenverlag, München 1997.
  4. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon schwäbischer Ortsnamen, Verlag C.H.Beck, München 2013.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 476.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 775.
  7. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 28. Oktober 2020
  8. Mitarbeiter. Gemeinde Kötz, abgerufen am 4. September 2020.
  9. a b c Eintrag zum Wappen von Kötz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. a b Gemeinde Kötz: Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. (PDF) In: Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 28. Oktober 2020 (deutsch).