Der Soldat James Ryan

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Soldat James Ryan
Originaltitel Saving Private Ryan
Der soldat james ryan.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 169 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Steven Spielberg
Drehbuch Robert Rodat
Produktion Steven Spielberg
Ian Bryce
Mark Gordon
Gary Levinsohn
Musik John Williams
Kamera Janusz Kamiński
Schnitt Michael Kahn
Besetzung

Der Soldat James Ryan (Originaltitel: Saving Private Ryan) ist ein mehrfach preisgekrönter amerikanischer Kriegsfilm des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg. Der Film startete am 8. Oktober 1998 in den deutschen Kinos. Private ist der Dienstgrad des einfachen Soldaten, in den US-Streitkräften kurz Pvt. Die Rahmenhandlung basiert in ihren Grundzügen auf einer wahren Begebenheit: Zwei der vier Niland-Brüder waren während der Invasion in der Normandie gefallen und der dritte, ein Bomberpilot, wurde vermisst (und aufgrund der Umstände ebenfalls für tot gehalten). Um deren Mutter nicht noch eine vierte Todesnachricht überbringen zu müssen, startete die US-Army eine Evakuierungsmission zur Rettung des einzigen, vermeintlich noch lebenden Sohnes Frederic „Fritz“ Niland (Name im Film: James Francis Ryan). Davon abgesehen, sind die Details der Handlung und die Figuren des Filmes frei erfunden. Die Inszenierung des Grauens des Krieges gilt als stilbildend und beeinflusste nachhaltig die filmische Darstellung von Kriegen.

Der Soldat James Ryan bietet eine filmische Umsetzung der Landung der Alliierten in der Normandie am „D-Day“ 6. Juni 1944. Während auf allen anderen Stränden die Landung durch Artillerie- und Luftangriffe gut vorbereitet war und weitgehend ruhig verlief, kam es auf dem im Film gezeigten Abschnitt Omaha Beach zu einer Katastrophe für die Alliierten. Durch diesen von der Wehrmacht gut gesicherten Teil der „Festung Europa“ blieben die deutschen Befestigungen und Streitkräfte weitgehend unversehrt und konnten heftiges Gegenfeuer leisten, dem die US-Infanteristen am Strand schutzlos ausgeliefert waren. Zahlreiche Landungsboote voll mit Soldaten wurden beim Ausstieg oder wenige Sekunden danach komplett niedergeschossen. Zusätzlich kam die Unterstützung durch die schwimmfähigen Sherman-DD-Panzer nicht bis zum Strand durch, da Meeresströmungen dies verhinderten.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt damit, dass der amerikanische Kriegsveteran James Ryan mit seiner Familie den Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer besucht und sich an die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs erinnert. Die weitere Handlung wird in Form einer einzigen Rückblende dargestellt.

Die Rückblende beginnt mit der Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, an welcher auch die Army Rangers Einheit von Captain Miller teilnimmt. In dem Gemetzel am Omaha Beach gelingt es Miller, einen Großteil seiner Männer vom Strand bis an die sichere Böschung zu führen. Dort angekommen muss Miller feststellen, dass er der ranghöchste noch lebende Offizier am Strandabschnitt ist. Er formiert schließlich die versprengten Truppen und es gelingt ihnen unter seinem Kommando, die deutschen Verteidigungsstellungen auszuschalten. Nach der Schlacht schwenkt die Kamera auf einen der tausenden Gefallenen am Strand, welcher den namen "Ryan" auf seinem Rucksack trägt. Diese Überleitung führt in die Militärverwaltung in den USA. Dort wird man auf das Schicksal der Familie Ryan aufmerksam, als festgestellt wird, dass in der Normandie zwei der Ryan Brüder gefallen sind, die in der US Army dienten. Der dritte der Brüder war bereits eine Woche zuvor in Neuguinea im Kampf gegen die Japaner gefallen. Von den vier Brüdern ist nun James Francis Ryan der letzte, der noch am Leben ist. Aufgrund dieses großen Verlustes für die Familie, entscheidet der Generalstab auf Weisung von General George C. Marshall, dass James zurück nach Hause geholt werden soll, um das Leid Mutter zu lindern.

Captain Miller erhält den Spezialauftrag zur Evakuierung Ryans und stellt ein achtköpfiges Einsatzteam zusammen, um ihn zu finden. Dabei greift er auf die besten Soldaten seiner Einheit zurück: 1st Sergeant Horvath (als sein kampferfahrener Stellvertreter), Private Reiben (Maschinengewehrschütze), Private Jackson (Scharfschütze), Private Caparzo (Schütze), Private Mellish (Schütze) und 4th Grade Technican Wade (Sanitäter). Da ein Dolmetscher gebraucht wird, der sich mit den Deutschen und der französischen Bevölkerung verständigen kann, holt Miller außerdem den unerfahrenen Kartografen 5th Grad Technican Upham in das Team.

Ryan gehört nach Informationen Millers den Fallschirmjägern an, die verstreut hinter den feindlichen Linien in der Normandie gelandet sind.

Angekommen in einer französischen Kleinstadt, versucht ein Einwohner dem Soldaten Caparzo sein Kind anzuvertrauen. Dabei wird Caparzo jedoch von einem deutschen Scharfschützen angeschossen und bleibt auf der Straße liegen. Da der Scharfschütze nur darauf wartet, dass weitere Soldaten in sein Schussfeld laufen, um dem Verletzten zu helfen, kann ihn niemand aus der Gefahrenzone holen. Als der amerikanische Scharfschütze Private Jackson den Deutschen schließlich tödlich trifft, ist der am Boden liegende Caparzo bereits tot.

Beim Zusammensturz einer Mauer steht Millers Gruppe plötzlich einigen deutschen Soldaten in einem Verschlag gegenüber. Als sich beide Truppen mit gezogenen Waffen gegenseitig zur Aufgabe auffordern, verlassen plötzlich andere amerikanische GIs ihre Deckung in einem gegenüberliegenden Haus und eröffnen das Feuer auf die Deutschen, wodurch diese getötet werden. Der Kommandeur dieser Einheit gibt an, dass ein Soldat Namens Ryan unter ihnen ist. Schnell wird jedoch klar, dass es sich dabei nicht um den gesuchten Soldaten handelt.

Millers Trupp zieht daraufhin weiter durch die ländlichen Regionen der Normandie, in denen zuvor Fallschirmjäger abgesetzt wurden. Dabei treffen sie auf eine deutsche MG-Stellung. Nach kurzer Planung stürmen sie die Stellung und töten alle Soldaten bis auf einen. Der Sanitäter Wade wird dabei von mehreren Kugeln getroffen und stirbt unter den hilflosen Händen seiner Kameraden, da diese keine medizinischen Kenntnisse haben. Aus Wut möchte der Rest des Trupps den sich ergebenden Landser erschießen. Upham weist darauf hin, dass Kombattanten, die sich ergeben, als Kriegsgefangene zu behandeln sind und nicht getötet werden dürfen. Captain Miller entscheidet, den Landser fortzuschicken. Er soll sich der nächsten alliierten Einheit, auf die er stößt, ergeben. Die Gruppe stellt daraufhin die gesamte Mission in Frage, da nun bereits zwei Männer auf der Suche nach Ryan gefallen sind und man nicht einmal genau weiß, ob dieser überhaupt noch am Leben ist. Besonders Reiben ist so verärgert, dass er kurz davor steht, zu desertieren und Sergeant Horvath ihn deswegen zu erschießen droht. Miller kann die angespannte Situation aber entschärfen und Reiben verbleibt bei der Truppe.

Sie finden den gesuchten Ryan schließlich, als sie vor einem deutschen Sondierungstrupp mit einem Schützenpanzerwagen in Deckung gehen, der plötzlich aus dem Hinterhalt von Ryan und zwei weiteren Fallschirmjägern unter Beschuss genommen wird. Gemeinsam zerstören sie das Halbkettenfahrzeug der Deutschen und töten alle aussteigenden Soldaten.

Ryan und seine Handvoll Kameraden sind schwach bewaffnet und haben den Befehl, eine für beide Seiten wichtige Brücke in der Ortschaft Ramelle gegen einen erwarteten Vorstoß der Deutschen zu verteidigen. Er weigert sich deshalb, unter dem Schock der Nachricht vom Tod seiner Brüder, seine Kameraden zu verlassen. So fasst Miller den Entschluss, mit seinen Männern bei der Verteidigung der Brücke zu helfen und erst danach Ryan nach Hause mitzunehmen.

Aufgrund ihrer Kampferfahrung übernehmen Captain Miller und Sergeant Horvath das Kommando über den Trupp und bereiten mit den Soldaten die Verteidigung der Brücke vor. Mit zwei strategisch platzierten Maschinengewehren und mehreren beweglichen Schützentrupps soll der deutsche Angriff abgewehrt werden. Die Brücke wird mit Sprengsätzen versehen, um sie zu zerstören, falls sie nicht gehalten werden kann. Wenig später greifen die deutschen Truppen in massiver Überzahl und mit mehreren Panzern an. Die Amerikaner können zwar den Überraschungsmoment nutzen und aus dem Hinterhalt angreifen, im Lauf des anschließenden Gefechts werden jedoch sämtliche GI's außer Miller, Upham, Reiben und Ryan getötet. Da die Brücke nicht mehr gehalten werden kann, soll sie von der sicheren Seite gesprengt werden. Upham muss mit ansehen, wie Captain Miller beim Rückzug von dem deutschen Soldaten erschossen wird, den er kurz zuvor an der MG-Stellung laufen lassen hatte. Dieser hatte sich zwischenzeitlich wieder der Wehrmacht angeschlossen, anstatt sich den Alliierten zu ergeben.

Als schließlich in letzter Minute amerikanische Luftunterstützung und Panzerverbände eintreffen, ergreifen die Deutschen die Flucht und die Brücke kann doch noch gehalten werden. Upham stellt nun den zuvor verschonten deutschen Soldaten und erschießt ihn, nachdem er sich erneut ergeben will. Im Sterben liegend fordert Miller James Ryan auf, etwas Besonderes aus seinem Leben zu machen und zu beweisen, dass er die Aktion wert war.

Der Film macht zum Schluss wieder einen Zeitsprung in die Gegenwart. Ryan salutiert vor dem Grab des Captains und holt sich von seiner Frau die Bestätigung, tatsächlich etwas Besonderes aus seinem Leben gemacht zu haben und ein guter Mensch gewesen zu sein.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehbuchautor Robert Rodat las zu der Zeit, zu der das Drehbuch zu Der Soldat James Ryan entstand und sich die Landung in der Normandie zum fünfzigsten Mal jährte, viel über den D-Day. Er stellte sich vor, dass es sicher sehr schlimm sei, bei solch einem Ereignis einen Sohn zu verlieren, doch noch schlimmer sei es sicher, wenn mehrere Söhne dabei ihre Leben lassen würden.[1] Zusätzliche Inspiration bot das Schicksal der Niland-Brüder. Binnen kurzer Zeit war einer der vier Brüder als vermisst gemeldet, zwei weitere fielen in der Normandie. Aufgrund der Sole Survivor Policy wurde der angenommen letzte lebende Bruder nach Hause geschickt.

Die Produzenten Mark Gordon und Gary Levinson von der Mutual Film Company, denen Rodat das Originalkonzept der Geschichte vorlegte, waren begeistert.[1]

Vorsprechen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wunschkandidat für die Rolle des Captain Miller war der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks. Hanks hatte in vorangegangenen Jahren mit seinen Rollen in den Filmen Philadelphia und Forrest Gump Academy Awards gewonnen und sich vor allem mit der Rolle des AIDS-kranken Andrew Beckett als Schauspieler ernster Rollen etabliert. Ihn reizte an dem Buch vor allem, dass keine taktischen Manöver, sondern menschliche Erfahrungen im Mittelpunkt stünden.[1]

Tom Sizemore, der vorher u. a. in Natural Born Killers zu sehen war, erhielt die Rolle des Sergeant Horvath. Die Rolle des aufzufindenden James Francis Ryan erhielt Matt Damon, der ein Jahr zuvor zusammen mit seinem Schauspielerkollegen Ben Affleck den Drehbuch-Oscar mit Good Will Hunting gewonnen hatte.

Für den Regieposten war Steven Spielberg vorgesehen. Spielberg hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge mit Filmen wie Der weiße Hai, E.T. – Der Außerirdische, Jurassic Park und der Indiana-Jones-Reihe gehabt und war 1993 für seinen Film Schindlers Liste mit dem Oscar als Bester Regisseur ausgezeichnet worden. Spielberg, der eine Affinität zu Filmen hat, die in den 1930er und 1940er Jahren spielen, reizte das Skript: „Die Aufgabe bestand hauptsächlich darin, jemanden aus einem guten Grund zu retten. Das zog mich an der Geschichte an.“[2]

Die Rolle des Private Adrian Caparzo erhielt Vin Diesel, nachdem er Spielberg einen dreiseitigen Brief geschrieben hatte, in dem er seine Verehrung der Arbeit Spielbergs schilderte, besonders Schindlers Liste.[3] Spielberg war jedoch bereits vorher durch Diesels selbstgedrehten und -produzierten Kurzfilm Multi-Facial auf ihn aufmerksam geworden, der 1995 auf dem Filmfestival in Cannes gelaufen war.[4]

Für die Rolle eines deutschen Landsers war zunächst Til Schweiger vorgesehen, der jedoch ablehnte, weil er grundsätzlich keine Nazis spielen wolle.[5] Schließlich wurde die Rolle an Joerg Stadler vergeben.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den ersten Teil des Films, der die Invasion an der Küste der Normandie am 6. Juni 1944 zeigt, musste ein Drehort gefunden werden. Die historischen Strände von Omaha Beach konnten nicht genutzt werden, da sie historische Denkmäler sind und über die Jahre ausgebaut wurden, so dass sie nicht mehr denen von 1944 gleichen. Nachdem die Location Scouts wochenlang in Frankreich, England und Irland gesucht hatten, wurden sie schließlich im irischen County Wexford fündig. Ein Strandabschnitt in der Nähe von Ballinesker erschien ihnen als geeignet.[6] Der Verantwortliche für das Szenenbild, Tom Sanders, begann mit dem Bau deutscher Bunker und stellte den Strand voller Tschechenigel.[1]

Nachdem man in Irland die Invasionsszene abgedreht hatte, verlegte man den Arbeitsschwerpunkt nach England. Hier fungierte eine stillgelegte Anlage von British Aerospace, die etwa 45 Minuten nördlich von London lag, als Hauptschauplatz der Dreharbeiten. Während die Gebäude als Büros und Werkstätten genutzt wurden, bauten Tom Sanders und sein Team auf den nahe gelegenen Wiesen ein zerbombtes französisches Dorf im Maßstab 1:1 auf.[1]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor mit den Dreharbeiten begonnen wurde, mussten die Hauptdarsteller eine zehntägige militärische Grundausbildung über sich ergehen lassen. Der ehemalige Captain der US-Marines Dale Dye und die Mitarbeiter seiner Firma Warriors Inc. übernahmen hierbei die Leitung. Dale Dye schulte sie in Waffendrill, Nahkampf, Einzelmanövern und -taktiken. Zudem lernten sie die im Zweiten Weltkrieg gängige Militärsprache und Handzeichen. Dabei nannte er sie stets nur bei den Nachnamen ihrer im Film zu spielenden Figuren. Dye ließ sie aus Konservendosen essen, schoss auf sie mit Platzpatronen, schlug auf sie ein und ließ sie in der freien Wildnis kampieren, um sie an das Soldatendasein zu gewöhnen. Der Schauspieler Edward Burns sagte im Nachhinein über diese Grundausbildung: „Es war die schlimmste Erfahrung meines Lebens.“[2]

Als Komparsen wollte Spielberg zunächst Soldaten der britischen Armee anheuern. Seine Forderung von tausend Soldaten erschien dem Militär allerdings übermäßig. Schließlich erklärte sich das irische Militär bereit, Soldaten als Komparsen abzustellen. Viele von ihnen hatten schon Erfahrung im Filmgeschäft, da sie einige Jahre zuvor in Mel Gibsons Film Braveheart eingesetzt worden waren.[1]

Spielberg legte bei den Dreharbeiten viel Wert auf eine wirklichkeitsgetreue Darstellung. Um das Ganze realistischer wirken zu lassen, verzichtete er auf vorher angefertigte Storyboards und nutzte vorzugsweise Handkameras, um den Eindruck eines Dokumentarfilms zu erwecken.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es kommt oft das Wort FUBAR vor.
Dialog: Pvt. Reiben: Even if you think the mission’s FUBAR, Captain? Capt.Miller:„Especially if you think the mission’s FUBAR.“ Corp. Upham:„What’s FUBAR?“ (Deutsch: Dialog: Pvt.Reiben: „Selbst wenn Sie denken, die Mission ist FUBAR, Captain?“ Capt.Miller: „Insbesondere, wenn Sie denken die Mission wäre FUBAR“. Corp Upham:„Was ist FUBAR?“)

Synchronsprecher [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:[8]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Steven Spielbergs Film entwirft ein gnadenloses Bild des Kampfgeschehens und beeindruckt durch seine strikte Weigerung, Krieg als Stätte menschlicher Bewährung darzustellen. Abgesehen von einer unnötigen pathetischen Rahmenhandlung hat Spielberg das große Können aller Beteiligten dazu eingesetzt, ein realistisches Umfeld zu schaffen, das fast dokumentarischen Charakter annimmt. Das Drehbuch vermag zwar nicht die geistige Dimension beizusteuern, die der Film verdient hätte, aber die konsequente und erschütternde Rekonstruktion des Krieges als Schreckensbild des kollektiven Todes verleiht dem Film einen hohen humanitären Rang.“

Lexikon des internationalen Films[9]

„Die lange Eingangssequenz von der Landung der ersten amerikanischen Soldaten an den Ufern Frankreichs gehört zu den am meisten beeindruckenden Kriegsszenarien der Filmgeschichte. Es ist nicht so sehr die technische Brillanz, sondern die Konstruktion dieser Szene aus der Sicht der einzelnen Soldaten […] Die überwiegend mit der Handkamera gedrehten Bilder vermitteln uns näherungsweise ein Bild vom Eindruck, den die Soldaten empfunden haben könnten, müssten: Chaos. In diesen Momenten […] herrscht nichts weiter als Tod und für jeden einzelnen russisches Roulette in unkontrollierbarem, apokalyptischem Ausmaß, dem man mit Worten nicht Herr werden kann.“

Ulrich Behrens: bei filmering.at[10]

„War es so, das Sterben am Omaha Beach? So war es nicht. […] Aber viel näher als Spielberg wird man dem Geschehen am ‚D-Day‘ wohl nicht mehr kommen.“

Andreas Kilb: Die Zeit[11]

„Der Film beginnt und endet mit der leinwandfüllenden amerikanischen Flagge, konsequenterweise, denn was Spielberg uns zeigt, ist ein gerechter reinamerikanischer Krieg gegen das Böse […] Alliierte Verbündete kommen gar nicht vor, die Feinde, in diesem Fall eben Deutsche, nur als stereotype Untermenschen. […] Bei Spielberg ist der Krieg schicksalsgegeben und die Frage nach dem richtigen Verhalten im Prinzip immer leicht zu beantworten. Der Auftrag ist schwierig, aber gerecht, je heldenhafter und soldatischer man ist, desto besser kann man ihn erledigen. Dabei sind Ängste und traurige Blicke durchaus erlaubt, demonstriert uns Tom Hanks als Überheld, nur eben Zweifel, Feigheit, Ungehorsam oder gar Desertieren nicht. […] Landserromantik, triumphierende Totalen der siegreichen amerikanischen Flotte, verkitschte Musik zur Erweckung höchster patriotischer und moralischer Gefühle, all diese Plumpheiten stehen in einem geradezu schmerzhaftem Kontrast zur Kraft und Wucht der Schlachtszenen […] Erstaunlich […] daß dieser Kontrast von vielen Menschen nicht wahrgenommen wird, daß sie verkennen, daß ein cineastisch genialer, aber politisch im besten Falle naiver Regisseur seine Talente nutzt, um eine durch und durch ideologische Botschaft zu formulieren. Bei genauerer Betrachtung ist “Saving Private Ryan” nie und nimmer ein Antikriegsfilm, wer Bock auf Krieg hat, sollte eben einfach moralisch privilegiert sein, dann sind abgerissene Gliedmaße und hervorquellende Eingeweide schon OK, die des Gegners sowieso.“

Björn Vosgerau: bei filmzentrale.com[12]

„Präsident Dwight D. Eisenhower sprach vom ‚Großen Kreuzzug‘ gegen das Übel der Welt; der Kampf gegen die Nazis und Japan heißt im amerikanischen Sprachgebrauch bis heute ‚The Big One‘ oder sogar, ehrfürchtig: ‚The Last Good War‘. Der Regisseur ist an der sicheren Seite des Gerechten, wenn er die Tapferkeit der Soldaten zeigt. Er muss die Grundvoraussetzungen für den Waffengang nicht in Frage stellen, […]“

Erich Follath: Der Spiegel[13]

„An die Stelle des persönlichen Antagonisten ist der militärische Ausnahmezustand getreten. Demzufolge hat auch der grenzenübergreifende Kampf um Gut/Böse und Recht/Unrecht […] hier kaum Platz: Er wird gegen die Frage von Sinn oder Wahnsinn ausgetauscht. Doch im Unterschied zu Fullers Kriegsfilmen […] scheut Der Soldat James Ryan vor der Sinnlosigkeit zurück, die vor allem aus der Omaha-Beach-Sequenz gesprochen hatte.“

Jan Distelmeyer: Evangelischer Pressedienst[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscars 1999

und nominiert für

Golden Globe Awards 1999

und nominiert für

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen des Erfolges von Der Soldat James Ryan produzierten Steven Spielberg und Tom Hanks für den Pay-TV-Sender HBO eine zehnteilige Miniserie mit dem Namen Band of Brothers – Wir waren wie Brüder, die 2001 ausgestrahlt wurde. Es folgte 2010 eine weitere Miniserie über den Zweiten Weltkrieg im Pazifikraum mit dem Titel The Pacific.

Jugendschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben, somit darf eine Fernsehausstrahlung erst ab 22 Uhr erfolgen. ProSieben kürzte den Film um 7 Minuten und legte ihn in der gekürzten Fassung am 21. März 2001 der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen erneut zur Prüfung vor, um diesen bereits ab 20 Uhr senden zu können. Diese stimmte der gekürzten Fassung zu, woraufhin ProSieben eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 7 S. 1 RStV bei der zuständigen Medienanstalt Berlin-Brandenburg beantragte. Dem Sender wurde darauf jedoch trotzdem eine Ausstrahlung vor 22 Uhr verweigert, da die Medienanstalt Berlin-Brandenburg trotz der gekürzten Fassung immer noch eine Gefahr der Beeinträchtigung von Jugendlichen unter 16 Jahren sah.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Wikiquote: Saving Private Ryan – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Produktionsnotizen auf der Der-Soldat-James-Ryan-Bonus-DVD
  2. a b In die Bresche: Der Soldat James Ryan, Making of auf der Bonus-DVD
  3. Vin Diesel. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  4. Multi-Facial. Short of the Week.
  5. Schauspieler Til Schweiger hat eine Rolle in einem Steven-Spielberg-Film abgelehnt
  6. Filming locations. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).
  7. Susan King: 25 titles added to National Film Registry, Los Angeles Times online, 17. Dezember 2014, abgerufen am 18. Dezember 2014
  8. synchronkartei.de: Der Soldat James Ryan. Abgerufen am 20. September 2015.
  9. Der Soldat James Ryan im Lexikon des internationalen Films
  10. Ulrich Behrens: Der Soldat James Ryan. Kritik. In: filmering.at. Goldbach Audience, 30. September 2008, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.
  11. Andreas Kilb: Der Tod am Omaha Beach. Steven Spielberg besiegt den Zweiten Weltkrieg im Kino: “Saving Private Ryan”. In: Die Zeit, Nr. 33/1998
  12. Björn Vosgerau: Saving Private Ryan. In: filmzentrale.com. Andreas Thomas, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.
  13. Sankt Stevens großer Kreuzzug. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1998, S. 210 ff. (online).
  14. Jan Distelmeyer: Der Soldat James Ryan. Andreas Thomas. In: filmzentrale.com. Andreas Thomas, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011 (Erschienen in epd film 10/98).
  15. Roland Bronemann: Der Soldat James Ryan und der Jugendschutz. Anmerkung zu VG Berlin, Urteil vom 27. Juni 2002 – VG 27 A 398/01. In: Kommunikation & Recht. September 2002, S. 474–477 sowie S. 499–504.