Dol-de-Bretagne

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Dol-de-Bretagne (Dol)
Wappen von Dol-de-Bretagne
Dol-de-Bretagne (Frankreich)
Dol-de-Bretagne
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Saint-Malo
Kanton Dol-de-Bretagne (Hauptort)
Gemeindeverband Pays de Dol-de-Bretagne et de la Baie du Mont-Saint-Michel
Koordinaten 48° 33′ N, 1° 45′ WKoordinaten: 48° 33′ N, 1° 45′ W
Höhe 1–58 m
Fläche 15,53 km²
Einwohner 5.469 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 352 Einw./km²
Postleitzahl 35120
INSEE-Code
Website Dol-de-Bretagne

Dol-de-Bretagne – Ortsbild mit Kathedrale Saint-Samson

Dol-de-Bretagne (bretonisch Dol) ist eine französische Gemeinde mit 5.469 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Ille-et-Vilaine in der Region Bretagne.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Dol liegt etwa 6 km (Luftlinie) südlich der Bucht des Mont-Saint-Michel in einer Höhe von ca. 15 m ü. d. M. Nächstgrößere Städte sind das etwa 29 km (Fahrtstrecke) nordwestlich gelegene Saint-Malo und das ca. 30 km südwestlich gelegene Dinan.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 2.787 4.181 4.708 4.773 4.563 5.469

Die Einwohnerzahl ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend konstant geblieben; erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts überschritt sie die Marke von 5.000, was im Wesentlichen auf den Tourismus zurückzuführen ist.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde und ihre Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger; im Ort selbst bildeten sich verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsberufe heraus. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus – auch in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) – eine immer stärker werdende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vermutlich bereits in keltischer Zeit entstandene Dol war die frühere Hauptstadt der Bretagne. In der Mitte des 9. Jahrhunderts unter dem hl. Samson (bretonisch: Sant Samzun a Zol) als eines der sieben Gründungsbistümer der Bretagne entstanden, war es bis zur Französischen Revolution Sitz eines Erzbistums und entsprechend bis in das 16. Jahrhundert auch Ziel des Tro-Breizh, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Wallfahrten.

Im Jahr 845 oder 848 wurde hier der Graf von Vannes, Nominoë, zum ducatus ipsius gentis der Bretonen gekrönt, nachdem der westfränkische König Karl der Kahle die weitgehende bretonische Autonomie anerkennen musste. Bis in das späte 11. Jahrhundert hinein ist die Stadt wiederholt von Wikingern bzw. Normannen angegriffen, ausgeraubt, in Brand gesteckt bzw. zeitweise besetzt worden.

Die aus Dol stammende Familie FitzAlan (fils d'Alain) wanderte Anfang des 12. Jahrhunderts nach England aus, wo sie durch Erbe 1291 den Titel Earl of Arundel erhielt und in einer anderen Linie weiter nach Schottland, wo sie bereits vor 1150 das erbliche Amt des Lord High Steward erwarb und ab 1371 als Haus Stuart den schottischen Königsthron bestieg; 1603 wurden die Stuart auch Könige von England und Irland; sie regierten Großbritannien mit einer Unterbrechung bis 1714.

Im Jahr 1203 brannten Soldaten des englischen Königs Johann Ohneland die Kirche von Dol nieder; an deren Stelle entstand die Kathedrale, deren Buntglasfenster Szenen aus dem Leben ihres Namenspatrons darstellen.

Seinen heutigen Namen erhielt Dol erst 1924. Während des Zweiten Weltkriegs war seine Umgebung ein Schauplatz der Schlacht um die Bretagne, als amerikanische Truppen im August 1944 den deutschen Brückenkopf zwischen den naheliegenden Städten Saint-Malo und Dinard angriffen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kathedrale von Dol-de-Bretagne aus dem 12. Jahrhundert
  • Musée de la Trésorerie, ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert
  • Musée d’Histoire et d’Art Populaire mit einer Sammlung religiöser Statuen
  • Menhir du Champ-Dolent (Höhe ca. 9,5 m) etwa 2 km südöstlich des Stadtzentrums in Richtung Combourg gelegen.
  • Etwa 2 km nordwestlich gelegener, 65 Meter hoher Berg Mont Dol, im Mittelalter noch eine der Küste vorgelagerte Insel.
  • Stadtbefestigung aus dem Mittelalter

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dol-de-Bretagne unterhält eine Städtepartnerschaft mit der hessischen Gemeinde Reichelsheim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dol-de-Bretagne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien