Stromunfall

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Als Stromunfall, Elektrounfall auch elektrischer Schlag oder Stromschlag wird eine Verletzung durch die Einwirkung elektrischen Stromes auf den Menschen oder auf Tiere bezeichnet. Das Ausmaß der Schädigung wird dabei durch mehrere Faktoren bestimmt. Die häufigsten Folgen bei Stromunfällen sind chemische und thermische Auswirkungen (Verbrennungen), neurologische Effekte, Muskelreizungen (z. B. Muskelverkrampfungen, tetanische Muskelkontraktionen) oder Muskellähmungen.[1] Letztere wiederum können unter anderem zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie etwa Herzkammerflimmern sowie Herzstillstand und Kreislaufstillstand oder Atemlähmung mit tödlichem Ausgang führen. Nicht zu unterschätzen sind auch indirekt verursachte Unfälle wie Stürze mit erheblichen Folgen. Maßgeblich für die Auswirkungen eines Stromunfalls sind:

  • die Stromstärke pro Fläche (Stromdichte) die sich bedingt durch weiter unten im Artikel beschriebene Umstände (v. a. Spannung und Widerstand) einstellt,
  • die Art des Stromes – Wechselstrom oder Gleichstrom,
  • die Frequenz (nur bei pulsierendem Gleichstrom oder Wechselstrom vorhanden)
  • der Gesundheitszustand bzw. das Alter
  • das Vorhandensein oder Fehlen von medizinischen Implantaten
  • der Stromweg über den Körper (z. B. Hand – Hand; Hand – Fuß, links, rechts)
  • die Wirkungsdauer des elektrischen Stroms
  • die Größe der Berührungsflächen (bei Kontakt ohne Spannungsüberschlag)
  • die Leitfähigkeit an der Kontaktstelle (bei Kontakt ohne Spannungsüberschlag)[2]
  • die Schrittspannung (bei Gewitter oder geerdeten Stromsystemen)
Warnzeichen W012 nach DIN EN ISO 7010: Warnung vor elektrischer Spannung

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damit bei einer Spannungsquelle elektrischer Strom kontinuierlich fließen kann, wird stets ein geschlossener Stromkreis benötigt. Bei Niederspannung ist dazu der direkte Kontakt mit den beteiligten Leitern, die also hin und zurück zur Quelle führen, erforderlich. Wenn ein Verbraucher wie etwa ein Elektromotor nur an einen Draht eines einzigen elektrischen Pols angeschlossen ist, funktioniert die Maschine nicht, es kann also zu keinem Stromfluss kommen. Bei Hochspannung hingegen könnte es bereits bei Annäherung der beiden Drähte zueinander, die jeweils zu dem anderen Pol führen, zu einem Überschlag kommen, wobei die möglich Distanz stark von der Höhe der Spannung als auch den Bedingungen (bei Gasen oder der Luft z. B. vom jeweiligen Gasgemisch bzw. dem vorherrschenden Eigenschaften wie etwa Luftfeuchtigkeit und Luftdruck) abhängig ist. Allerdings wird auch hier stets ein direkter Kontakt mit den Verbrauchern sichergestellt, um allfällige Energieverluste möglichst gering zu halten. Wäre bei Hochspannung also nur ein Leiter vorhanden oder dieser weit genug weg von anderen zur Quelle rückführenden Drähten könnte auch hier kein Strom fließen.

In der Realität sind jedoch immer Hin- und Rückleitungen vorhanden. Berührt eine Person also beide Leitungen gleichzeitig, schließt sich der Stromkreis, wodurch über den Betroffenen Strom fließt. Bei Niederspannung (mit IT-System) könnte man eine einzelne Leitung berühren ohne dass ein Stromfluss erfolgt. Allerdings ist bei vielen Stromnetzen ein Leiter geerdet, wodurch im Niederspannungsbereich bereits der Kontakt mit einem einzelnen Leiter, je nach den Erdungsverhältnissen, zum Stromschlag führen kann. Abhängig vom jeweiligen Erdungssystem des Haushaltsstromes (wie etwa TT-System bzw. TN-System) darf bei korrekter Installation der Neutralleiter und der Schutzleiter gefahrlos berührt werden, die spannungsführende Phase jedoch nicht. Kommt es dennoch zu einem alleinigen, also ohne Beteiligung des Schutzleiters oder Neutralleiters, Kontakt mit der Phase fließt entweder ein Strom über die Erde bzw. geerdete Gegenstände ab oder die betroffene Person bildet einen Kondensator.[3]

Im Hochspannungsbereich besteht besondere Gefahr, da sich Lichtbögen bereits bei der Annäherung, also ohne direkte Berührung eines Leiters, zünden können und somit der unbeabsichtigte Stromfluss viel schneller zustande kommt, also dies bei Niederspannung der Fall wäre.

Bei elektrostatischen Entladungen kommt es wegen oft großen Potentialdifferenzen zu einem Ladungsausgleich unterschiedlich geladener Objekte. Kleinere, im Haushalt auftretenden elektrostatischen Entladungen sind für den gesunden Menschen gewöhnlich harmlos, ausgeprägtere Erscheinungen wie etwa Blitze können aber Menschen verletzen oder töten. Da auch hier Hochspannung entsteht genügt ebenfalls eine Annäherung für die Bildung von Funken.

Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Eintrittsort des Stromes lassen sich zwei Unterkategorien unterscheiden:[4][5]

Makroschock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art bezeichnet den am häufigsten vorkommenden Stromunfall im eigentlichen Sinne. Hierbei fließt der Strom über die Körperoberfläche durch die intakte Haut. Da der Hautwiderstand den größten Teil des Körperwiderstandes ausmacht, fließen bei gleicher einwirkender Spannung viel geringere Ströme als bei einem sogenannten Mikroschock.

Mikroschock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dieser Art findet der Stromfluss direkt im Körperinneren statt. Diese Situation tritt etwa dann auf, wenn Krankenhauspatienten implantierte Elektroden unterhalb der Haut haben. Durch den deutlich geringeren Widerstand können bereits sehr kleine Spannungen zu gefährlichen Stromstärken führen. Außerdem kann durch die Inhomogenitäten des elektrischen Widerstandes im Körper eine Bündelung des Stromes zum Beispiel entlang der niederohmigen Blutgefäße auftreten und damit das Herz oder andere empfindliche Teile des Körpers besonders hohen Stromdichten ausgesetzt werden. was leicht zu tödlichen Folgen wie Herzkammerflimmern führen kann.

Einflussfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weg, Stromart und -stärke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entscheidend für die Auswirkungen des elektrischen Stromes ist vor allem gemeinsam mit der Einwirkdauer die Stromdichte, also Stromstärke pro Fläche, durch den Körper bzw. einzelner Gewebe und Organe sowie die dadurch entstehende Wärmeentwicklung.[6] Je kleiner die durchströmte Fläche desto geringer muss die Stromstärke oder kürzer die Einwirkdauer sein, damit keine Schäden auftreten. Diese Umstände sind auch für das Maß und Auftreten von Verbrennungen wesentlich, die die Joul’sche Wärme verursachen kann. So besteht die Möglichkeit, dass nach einem tödlichen Stromunfall bei großer Kontaktfläche und geringem Hautwiderstand, vor allem bei Niederspannungsunfällen, keine (äußerlichen) Strommarken an der Körperoberfläche sichtbar sind.[7][8]

Sämtliche und folgende Angaben über die Höhe der Stromstärken sind nur dann gültig, wenn sich der Strom über die Hand und Haut im Körper verteilt. Wenn etwa Elektroden unterhalb der Haut implantiert sind, sinkt der Widerstand massiv ab, wodurch empfindliche Organe bereits durch viel geringere Stromstärken geschädigt werden können und schon Kriechströme eine erhebliche Gefahr darstellen. Ist der Herzmuskel direkt vom Stromfluss betroffen, genügen bereits 0,02 mA oder sogar 0,01 mA (bei einer Kontaktfläche von 1,2 bis 3,1 mm²)[9] für Herzkammerflimmern.[10][11] Auch nasse bzw. feuchte Haut senkt den Widerstand, wodurch mehr Strom ins Körperinnere gelangt als bei trockener. Für Frauen und Kinder gelten teilweise noch niedrigere Stromstärken. Träger von medizinischen Implantaten bzw. Schrittmachern sind noch mehr gefährdet.[12] Zusätzlich variieren die Werte stark je nach Einwirkdauer, Weg des Stromes, Frequenz, durchströmter Fläche, Körperwiderstand, Gesundheitszustand bzw. Alter[13], Studie und Literatur. Ein kürzer Weg des Stromes, eine kleinere Fläche oder ein geringerer Körperwiderstand kann geringere Stromstärken als angegeben lebensgefährlich machen.

Der Wert für die Stromstärke die in den Körper gelangt, ergibt sich hauptsächlich aus Spannung und (Körper-)Widerstand.

Wechselstrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wechselstrom ist deutlich gefährlicher als Gleichstrom, je nach Literatur um das vier- bis Fünffache.[14]

Die Wahrnehmungsschwelle für elektrischen Strom ist individuell sehr unterschiedlich und liegt bei einer Kontaktfläche von 3 cm² und einer Frequenz von 50 Hz zwischen 10 Mikroampere und 4 Milliampere, wobei Frauen und Kinder unter 12 Jahren empfindlicher als Männer sind.[15][16]

Das durchschnittliche Kind kann die Stromquelle noch zwischen 3 und 5 Milliampere loslassen, der durchschnittliche Erwachsene noch zwischen 6 und 9 Milliampere, wobei bei Frauen 6 Milliampere, bei Männern 9 Milliampere angesetzt werden.[17][18] An der Skelettmuskulatur werden durch niederfrequenten Wechselstrom schon ab einer Stärke von 10 Milliampere, manchmal sogar bereits ab 8 Milliampere (sog. Loslassschwelle, Gefährlichkeitsbereich AC3 beginnt) Kontraktionen ausgelöst, die aufgrund der stärkeren Ausbildung der Beugemuskeln (Flexoren) gegenüber den Streckmuskeln zu einem „Festhalten“ an den unter Spannung stehenden Teilen und damit zu einer längeren Einwirkzeit führen können. Bereits diese Stromstärke kann für Kinder tödlich sein.[19] Herzrhythmusstörungen sind bereits bei Stromstärken von 25 Milliampere möglich.[20] Ab 30–50 Milliampere kann im Bereich des Brustkorbs eine Kontraktur, das heißt Anspannung der Atemmuskulatur und des Zwerchfells, auftreten und damit ein Atemstillstand für die Dauer des Stromflusses. Dieser kann auch erfolgen, wenn der Stromfluss das Atemzentrum im Hirnstamm in Mitleidenschaft zieht (z. B. typisch bei einem Blitzunfall mit Kopfdurchströmung).[21]
Wechselstrom mit 50 Hz kann, abhängig vom Wirkungsbereich, bei einer Stromstärke ab ca. 50 mA und bei einer Einwirkdauer länger als einer Sekunde zu Herzkammerflimmern führen.[22] Dabei ist der Stromweg maßgeblich mitentscheidend: fließt Strom im Bereich Brust-Rücken oder Brust-linke Hand, ist Herzkammerflimmern bereits bei 27 mA möglich. Wird Hand Richtung Fuß durchströmt, kann ab 40mA mit Herzkammerflimmern gerechnet werden.[15]

Im Bereich von 50 bis 80 Milliampere kann Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand auftreten, bei über 80 Milliampere Bewusstlosigkeit und Atemstillstand. Ab 100 Milliampere können deutliche Verbrennungen auftreten.[23] Noch höhere Stromstärken ab etwa 10 Ampere führen zur Asystolie und noch stärkeren Verbrennungen.[24][25]

Gleichstrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahrnehmbarkeitsschwelle bei Gleichstrom liegt bei etwa 2 mA.

Je nach Studie und Einwirkdauer sind Stromstärken ab etwa 20 bis 25 mA gefährlich.[26][27]

Stromstärken, die 40 mA überschreiten, können bereits die Erregungsausbreitung des Herzens negativ beeinträchtigen.

Bei Unfällen mit Gleichstrom sind Stromstärken ab 130 mA nötig, um tödliche Verletzungsfolgen wie Herzkammerflimmern herbeizuführen.[28][29]

Ab 300 mA ist mit Bewusstlosigkeit zu rechnen.[30]

Eine besondere Gefahr von Gleichstrom stellt der Transport von Ladungsträgern dar, da die elektrolytische Wirkung besonders stark ist.

Frequenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wechselstrom und pulsierender Gleichstrom (auch Mischstrom genannt) besitzen eine Frequenz. Je höher die Frequenz, desto höher der Stromfluss. Meistens bezieht sich die Angabe jedoch auf Wechselstrom.

Zusätzlich liegen haushaltsübliche Netzfrequenzen in jenem Bereich, die Stimulationsreize auf Herz und Nerven ausüben.

Besonders leicht zu erregen und somit gefährlich für Nerven sind Wechselspannungen mit Frequenzen zwischen 10 Hz und 500 Hz[31], für den Herzmuskel 30 Hz bis 150 Hz.[32]

Bei der in Europa üblichen Frequenz von 50 Hertz wirkt der Wechselstrom 100 mal pro Sekunde auf den Herzmuskel ein, wobei hier die etwa 15 bis 20 % der Gesamtperiode eines Herzschlages andauernde „vulnerable Phase“[33] als kritisch gilt.

Skelettmuskeln, die schnell kontrahieren (weiße Faser), reagieren auf Frequenzen im Bereich von 50 bis 70 Hz, langsamer kontrahierende Muskeln (rote Fasern) besser auf Frequenzen von 30 Hz. Im Bereich von 10 bis 20 Hz werden Einzelkontraktionen noch wahrgenommen, darüber erfolgt eine Dauerkontraktion. Beträgt die Frequenz über 100 Hz, lässt diese langsam nach.[34]

Je nach Nerventyp gibt es unterschiedliche Schwellen für die Reizung. Bei markhaltigen motorischen Nerven tritt die erregende Wirkung am besten bei 50-100Hz auf, bei marklosen C-Fasern bei 1–10 Hz.[35]

Bei niedrigen Frequenzen bis ungefähr 5 kHz leitet hauptsächlich das extrazelluläre Volumen der betroffenen Gewebe, da die Zellmembranen elektrophysiologisch betrachtet Kondensatoren mit hohem Widerstand sind. Mit steigender Frequenz sinkt der Widerstand, wodurch bei hohen Frequenzen über 1 MHz hauptsächlich das extrazelluläre Volumen als Leiter dient.[36]

Hochfrequenz ab etwa 100 kHz führt nur noch zu geringer, solche ab etwa 300 kHz führt zu keiner Nervenreizung mehr, da die in jenen herrschende Ionenleitung den schnellen Polaritätswechseln nicht zu folgen vermag. Die von der Spannung-Stromstärke Beziehung abhängigen thermischen Schädigungen können dennoch auftreten und sind bei HF-Chirurgie erwünscht, um Blutungen zu stoppen.

Spannung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Auswirkungen eines Stromunfalls, wie erwähnt, von der Stromstärke pro Körperfläche sowie der Einwirkdauer abhängig sind, wird vor allem aufgrund des Ohm’schen Gesetzes meistens die Spannung als Hinweis auf mögliche Gefahren verwendet.[37] Außerdem kann Hochspannung bereits bei der kontaktlosen Annäherung an nicht isolierte Leitungen zum Spannungsüberschlag mit der Bildung von Lichtbögen oder bei nicht ausreichender oder beschädigter Isolation bei Stromkabel zum Spannungsdurchschlag führen. Somit dient die Angabe über die Höhe der Spannung auch dazu, die bei Hochspannung erforderlichen Sicherheitsabstände zu Freileitungen einzuhalten, die sich mit steigender Spannung vergrößern.

Der konkrete Wert des den Körper durchfließenden elektrischen Stromes ergibt sich demnach aus der Spannung und dem Körperwiderstand (bei Wechselspannung zusätzlich noch der Frequenz), den der menschliche bzw. tierische Körper bildet. Dieser ist nicht konstant und von verschiedenen Parametern abhängig.[38] In der Praxis handelt es sich bei den Gefahrenquellen meist um Spannungsquellen. Je höher die Spannung (und Frequenz) oder je geringer der Widerstand ist, desto mehr Strom fließt durch den Körper. Üblicherweise wird deshalb die Höhe der elektrischen Spannung als Kriterium für die Klassifizierung der Gefährlichkeit benutzt, da der Körperwiderstand sich in bestimmten bekannten Bereichen bewegt.

So würden beispielsweise bei einer Spannung von 230 Volt bei einem Körperwiderstand von 1000 Ohm 230 Milliampere in den Körper gelangen. Diese Berechnung setzt allerdings voraus, dass im Stromkreis auch ausreichend viel Strom durch die beteiligten Leiter zieht. Würden im gesamten Stromkreis zum Beispiel lediglich 2 Milliampere Strom fließen, könnte auch bei höherer oder hoher Spannung, selbst bei extrem niedrigem Widerstand, kein Strom von 230 Milliampere in den Körper gelangen. Viele kleine elektrostatische Generatoren, die oft für Demonstrationszwecke verwendet werden, können zum Beispiel hohe Spannungen (200 kV) erzeugen, aber (je nach Bauart) nur einen geringen Strom von maximal 3 μA liefern und sind somit, auch bei geringem (Haut-)Widerstand, für gesunde und ohne medizinische Implantate versehene Personen harmlos.[39]

Eine hohe Spannung ist daher ohne entsprechende Stromstärke noch nicht (lebens-)gefährlich. Allerdings werden bei Stromleitungen aufgrund der hohen benötigten Leistung zusätzlich zu höheren Spannungen fast immer auch hohe Ströme zur Übertragung verwendet, was somit eine lebensbedrohliche Kombination für einen Stromunfall darstellt.

Folgende Angaben bezüglich der Gefährlichkeit der Spannung gelten daher nur, wenn zusätzlich zu der Spannung auch hohe Stromstärken herrschen und zusätzlich der Strom über den Hautwiderstand bzw. Körperwiderstand fließt. Sind andere Teile des Körpers in Berührung wie etwa die Zunge gelten die Angaben über die Höhe der Spannung nicht. Dabei vergrößert sich das Ausmaß der Auswirkungen mit steigender Spannung (bei gleichem Körperwiderstand) da dadurch mehr Strom in den Körper gelangt.

Zulässige Berührungsspannung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland darf die maximale Berührungsspannung laut Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik 50 V Wechselspannung oder 120 Volt Gleichspannung nicht übersteigen. In Österreich darf die maximale Berührungsspannung laut Österreichische Verband für Elektrotechnik 65 V Wechselspannung oder 120 Volt Gleichspannung nicht übersteigen.

Für elektrische Anlagen von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebsstätten (z. B. Räumen für Nutztiere),[40] im Bereich 1 von Räumen mit Badewanne oder Dusche[41] und in der Medizintechnik[42] ist die Berührungsspannung auf maximal 25 V Wechselspannung oder 60 V Gleichspannung festgelegt. Im Bereich 0 von Räumen mit Badewanne oder Dusche[41] darf die Berührungsspannung maximal 12 V Wechselspannung oder 30 V Gleichspannung betragen. Bei Kinderspielzeug darf die Nennspannung höchstens 24 V Gleichspannung oder die entsprechende Wechselspannung betragen und der Transformator für die Schutzkleinspannung darf keinen Bestandteil des Spielzeugs bilden.[43]

Niederspannung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Niederspannung führt Wechselstrom zu stärker ausgeprägten Schäden als Gleichstrom, bei Hochspannung ist dies umgekehrt. Die Grenze zwischen Hoch- und Niederspannung ist bei 1000 Volt Wechselspannung oder 1500 Volt Gleichspannung angesetzt, für den klinischen Alltag wird aus praktischen Gründen jedoch oft ein Grenzwert von 500 Volt herangezogen. Damit zählen Elektrounfälle, zum Beispiel im U-Bahn-Bereich (dortige Nennspannung im Allgemeinen 750 V), zu den Hochspannungsunfällen, da sich diese klinisch von den Unfallfolgen durch Haushaltsstrom unterscheiden. Dabei wird allerdings vorausgesetzt, dass die Stromeinwirkung einige 100 ms lang dauert.

Hochspannung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Unfall mit Hochspannung bewirkt demgegenüber hauptsächlich eine thermische Schädigung des Gewebes und äußert sich damit vor allem als Verbrennungskrankheit. Dies ist deswegen der Fall, weil die dabei wirkenden Stromstärken ein Vielfaches derer bei Niederspannungsunfällen betragen und zugleich sehr heiße Störlichtbögen auftreten, die unter Umständen den menschlichen Körper überbrücken können. Beispielsweise führt eine Annäherung an eine Hochspannungsleitung mit 30 Kilovolt, wie sie im Bereich von Mittelspannungsnetzen üblich sind, zu einem Lichtbogen und bei einem angenommenen Körperwiderstand von 5 kΩ fließt kurzzeitig ein Strom von etwa 6 Ampere durch den Körper. Dabei tritt eine thermische Leistung von rund 180 Kilowatt auf. Durch diese hohe Leistung kommt es zu einer fast schlagartigen Verdampfung von wasserhaltigem Gewebe im Bereich des Stromeintritts- bzw. Stromaustrittspunktes mit der Folge entsprechend massiver Verbrennungen. Dabei treten an den Ein- und Austrittstellen sogenannte Strommarken im Gewebe auf.[44]

Die Einwirkzeiten liegen bei Hochspannungsunfällen im Bereich einiger 10 Millisekunden und damit um mehrere Zehnerpotenzen unter den Einwirkzeiten bei Niederspannungsunfällen, die bis in den Sekundenbereich reichen können. Die kurzen Einwirkzeiten bei Hochspannungsunfällen ergeben sich aus der Tatsache, dass meist kein direkter Leiterkontakt besteht und somit die Gefahr entfällt, sich am elektrischen Leiter krampfhaft festzuhalten. Bei hochspannungsführenden Leitern erfolgt bereits bei Annäherung noch vor direkter Berührung durch den sich bildenden Störlichtbogen ein Stromfluss. Der Störlichtbogen äußert sich in einer starken Lichtwirkung (Blitz) und lauten Knall durch die thermische Expansion der Luft im Blitzkanal. Aus diesem Grund sind bei Arbeiten in der Nähe von hochspannungsführenden Teilen entsprechende Sicherheitsabstände einzuhalten bzw. spezielle Sicherheitsregeln wie bei Arbeiten unter Spannung zur Unfallvermeidung zu beachten.

Bei manchen Unfällen mit Hochspannung kommt es ablaufbedingt zu einer Trennung des über den Körper führenden Stromkreises, beispielsweise wenn die betreffende Person durch den elektrischen Schlag niederstürzt und dadurch der Strom durch den Körper unterbrochen wird. Bei Hochspannungen der Energieversorgungsnetze ab etwa 100 Kilovolt ist der Stromfluss bei Annäherung so hoch, dass ein elektrischer Kurzschluss entsteht und der Netzschutz anspricht. Dabei besteht bei Freileitungen die Besonderheit, dass im Rahmen der üblichen automatischen Wiedereinschaltung nach einigen Sekunden die Leitung wieder unter Spannung gesetzt wird.

Trotz der kurzen Einwirkzeiten besteht bei Hochspannungsunfällen für Unfallopfer eine geringere Wahrscheinlichkeit zu überleben als bei Niederspannungsunfällen.

Widerstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Körper-Gesamtwiderstand sind der Übergangswiderstand (Elektrischer Widerstand) an der Stromeintrittstelle der Haut, die Haut selbst, der Körperwiderstand (der Widerstand, den die einzelnen Körpergewebe für sich und in ihrer Gesamtheit dem Stromfluss entgegensetzen) und der Übergangswiderstand an der Austrittsstelle entscheidend. Letzterer wird oft maßgeblich durch die Beschaffenheit der Standfläche (Bodenverhältnisse) und das getragene Schuhwerk bestimmt.

Der Richtwert für den Hautwiderstand ist sehr variabel und hängt sowohl vom Stromweg als auch von der Beschaffenheit ab, dieser liegt im Bereich von unter 100 Ω bis weit über 1000 Ω. Der Körperwiderstand sowie jener der Muskulatur beträgt etwa 1000 Ω.[45][46] Für einen Erwachsenen und einen Stromweg zum Beispiel von der rechten Hand zum linken oder rechten Fuß werden Werte zwischen 500 Ω bis 3 kΩ gemessen. Bei großflächiger Berührung, bei dünner Haut (beispielsweise bei Säuglingen) und bei kürzeren Wegen kann dieser Wert geringer ausfallen. Vor allem feuchte bzw. nasse Haut (zum Beispiel durch Seifenwasser oder Schweiß) bewirkt einen massiven Abfall des Hautwiderstandes. Wird der Gesamtkörperwiderstand mit einem Multimeter und bei kleiner Messspannung gemessen, werden sehr hohe Werte von oft über 1 MΩ angezeigt. Dieser ist allerdings stark abhängig von der angelegten Spannung, der Frequenz sowie der Feuchtigkeit und kann daher als Varistor betrachtet werden.[47] Bei der Berührung mit hohen Spannungen kommt es zum Durchschlag durch die Haut, sodass nur noch der Körperwiderstand alleine gilt. Zusätzlich bewirkt ein höherer Widerstand der Haut sowie eine längere Kontaktzeit gemäß dem Stromwärmegesetz unterschiedlich starke Verbrennungen der Haut.[48] In einschlägiger Literatur geht man von einem Körperwiderstand von 1 kΩ bis 2,4 kΩ aus. Im Defibrillator, der eingesetzt wird, um Leben zu erhalten, beträgt die Spannung bis 750 Volt und liegt zwischen 1 und 20 ms an. Der Übergangswiderstand von den Elektroden zum Körper wird absichtlich besonders klein gemacht. Die Stromstärke erreicht dann bei einem angenommenen durchschnittlichen Körperwiderstand von 500 Ω bis zu etwa 1,5 A.

Einwirkdauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stromschläge führen zu Schäden, die von ihrer Dauer abhängen. So führen elektrostatische Entladungen (Spannungen bis über 15 Kilovolt) trotz ihrer hohen Stromstärke von einigen Ampere in der Regel nur zu Schreckreaktionen oder Folgeunfällen, da deren Entladungsdauer nur unterhalb einer Mikrosekunde liegt. Beim Weidezaungerät (Impulse von einigen Kilovolt) nutzt man dies aus, um Tiere fernzuhalten, ohne ihnen Schaden zuzufügen. In beiden Fällen kommt es bereits zu Muskelkontraktionen, die jedoch noch nicht zu dramatischen unkoordinierten Bewegungen führen. Schreckreaktionen können dabei jedoch zu Folgeunfällen führen.

Übersteigt die Einwirkdauer etwa 100 Millisekunden, sinkt die Grenzstromstärke zum Herzkammerflimmern (Todesgefahr), die von 20 ms bis dahin knapp 500 mA beträgt, stark ab, bis sie ab etwa 1 s Einwirkdauer etwa 40 mA beträgt.[49] Dementsprechend lösen die zur Vermeidung von Stromschlägen eingesetzten Fehlerstrom-Schutzschalter bei einem Fehlerstrom von 30 mA innerhalb von 100 ms aus. Bei größeren Fehlerströmen ist die Auslösezeit geringer und beträgt minimal etwa 20 ms – ein Wert, der auch beim Berühren eines Netzspannung führenden Leiters durch eine mit der Erde verbundene Person noch Schutz bietet. Fehlerstrom-Schutzschalter bieten nur Schutz bei Ableitströmen gegen Erde.

Häufigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbrennungen durch Stromunfall

In Deutschland sterben jährlich zwischen 50 und 120 Personen[50] an den Folgen von Elektrounfällen, wobei ca. 90 % durch Niederspannung und 10 % durch Hochspannung verursacht werden.[51] Etwa 30 % der Hoch- und 3 % der Niederspannungsunfälle führen zum Tod.[21]

Das Institut zur Erforschung elektrischer Unfälle (BG ETF) bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in Köln sammelt seit Jahrzehnten statistische Daten zu Elektrounfällen in Deutschland, die aufgrund der großen Datenmengen auch Aussagen über die Todeshäufigkeit zulassen.

Stromweg Unfälle
gesamt
davon
tödlich
rel. Verteilung Letalität
(insgesamt) (tödlich)
Hand-Hand 2891 82 77,3 % 48,5 % 2,84 %
Hand-Fuß 349 19 9,2 % 11,2 % 5,44 %
Hand-Füße, Hände-Fuß 294 18 7,7 % 10,7 % 6,12 %
Hände-Füße 106 20 2,8 % 11,8 % 18,67 %
verkürzte Stromwege Oberkörper
(wie Hand-Brust, oder Brust-Rücken)
108 30 3,0 % 17,8 % 27,78 %
insgesamt 3748 169 100 % 100 % 4,51 %

Basis für die Auswertung waren die am Institut zur Erforschung elektrischer Unfälle der BGFE (ab 2008: BG ETF) in den Jahren 1969 bis 1996 gemeldeten Arbeitsunfälle durch elektrischen Strom.[52] Die Daten in der Tabelle umfassen nur Stromunfälle im Niederspannungsbereich von 130 Volt bis 400 Volt mit 50 Hertz Wechselspannung, bei denen von einer minimalen Durchströmungsdauer von 300 Millisekunden ausgegangen werden kann.

Aus Tierversuchen mit Schweinen wurden von einer Forschergruppe um J. Jacobson Wahrscheinlichkeiten des Eintretens von Herzkammerflimmern ermittelt.[53] Ziel war die Ermittlung von Vergleichsfaktoren, um die gemessenen Daten auf den Menschen übertragen zu können. Folgende Versuchsbedingungen bestanden:

  • Wechselstrom mit 50 Hertz
  • Einwirkdauer 75 % der Herzpuls-Periodendauer
  • Längsdurchströmung (rechtes Ohr zur linken Kniefalte)
  • Körpermasse der Schweine 15 kg bis 25 kg
Flimmerwahrscheinlichkeit 1 Prozent 5 Prozent 50 Prozent 95 Prozent
Strom-Effektivwert in A 0,63 0,79 1,50 2,80

Zur Übertragung dieser Stromwerte auf die Verhältnisse beim Menschen (rechter Arm zum linken Fuß) wurde ein Korrekturfaktor von 2,8 ermittelt. Das heißt, die Effektivwerte für den Strom in der Tabelle müssen mit 2,8 multipliziert werden. Konservativ (mit einem Sicherheitsfaktor) wird dieser Korrekturfaktor nur mit 1,5 angenommen.

Gefahrenquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefahrenquelle defektes Netzkabel

Verbreitete Ursachen für einen elektrischen Schlag sind:

Spezielle Organschäden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Folgen des Elektrounfalls sind auch abhängig von der elektrischen Leitfähigkeit der einzelnen Gewebe bzw. Organe, die mit der Höhe des Elektrolytgehaltes steigt.

Je geringer der elektrische Widerstand desto mehr Strom fließt durch die betroffene Region. Somit sind die unterschiedlichen elektrischen Widerstände der einzelnen Gewebe im menschlichen Körper maßgeblich für den Weg, den der Großteil des elektrischen Stromes nimmt, verantwortlich. Den niedrigsten Widerstand weist das Nervengewebe und Blut auf, gefolgt von Blutgefäßen, Schleimhäuten und Muskelgewebe.[54] In aufsteigender Reihe folgen Haut, Sehnen, Fettgewebe und Knochen, die einen deutlich höheren elektrischen Widerstand besitzen.[21] Dementsprechend werden bei Gleichstrom und niederfrequenten Strömen Nervengewebe sowie blutende bzw. von Blut gut durchströmten Gewebe und Muskelgewebe höchstwahrscheinlich am meisten vom Strom durchflossen.[55] Trotzdem ist ein höherer Widerstand wie Haut nur bedingt ein besserer Schutz, denn sobald dieser von Strom durchflossen wird, kommt es zur Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme und Hitze, wodurch Verbrennungen entstehen und Gewebe vernichtet werden.[21] Auch kleinere Körperteile wie Finger und Hände oder kleine Flächen können bei zu wenig Ableitung des Stroms schneller irreversibel zerstört werden.

Ausmaß und Schwere der Folge eines Stromunfalls lassen sich aber nicht allein aus den Schäden an der Körperoberfläche (wie der Haut) ableiten.[56]

Vor allem bei Unfällen mit Starkstrom werden häufig periphere Nerven geschädigt, in einigen Fällen auch zeitverschoben. Da im Niederspannungsbereich meist der Stromfluss über die Hände und Arme zustande kommt, sind hauptsächlich Nervus medianus, Nervus ulnaris und Nervus radialis von Schäden betroffen, wobei oft eine Remission eintritt.[57]

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die in Abhängigkeit von den beschriebenen Einflussfaktoren möglichen Folgen eines Elektrounfalls, die sowohl zeitgleich als auch zeitverzögert, einzeln oder kombiniert mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit auftreten können, aber nicht müssen:

von Strom durchflossene(s) bzw. betroffene(s) Körperteil(e) u. a. mögliche(s) Symptom(e)
Körperzellen, Gewebe, Organe (allgemein) Zellzerstörung, dabei Bildung von toxischen Eiweißzerfallprodukten die zur Nierenschädigung und Vergiftungserscheinungen führen können, Azidose, Überhitzung[58], Schädigungen oder Lyse[59] bzw. erhöhte Permeabilität der Plasmamembran[60], (Funktions-)Störungen, Schädigung[61] bis Vernichtung verschiedener Gewebe und Organe[62] (Läsionen, Nekrosen), Veränderungen des Membranpotentials,[23] Depolarisation, Verflüssigung des Gewebes, Veränderungen des Stoffwechsels [38], (innere) Blutungen[63], Schock, (multiples) Organ-Versagen, Koagulation, Denaturierungen, Dehydratation, Hypoxie[64],Karbonisation [40] Elektrolytstörung[65], Hyperkaliämie, Hypokalzämie, Ionenverschiebung, Störung der Reizbildung und Reizleitung
Haut, Muskeln, aber auch alle andere Gewebe leichte bis schwerste (äußere und innere) Brandverletzungen (Grad 1-4, Verbrennungskrankheit) unter anderem an den Ein- und Austrittsstellen des Stroms (Strommarken) aber auch schwerste Muskelzerstörung (Myolyse) oder anderer Gewebe durch innere Verbrennungen "Verkochungen" (Weichteilverletzungen), bei längerer Einwirkung einschließlich ganzer Organe oder des gesamten Körpers, Blasenbildung, Hautrötung, (Brand-)Wunden, Verfärbungen [22]
Übergangsepithelgewebe,

Schleimhaut

Aphten, Erosionen, Geschwüre [2]
Muskulatur (allgemein, alle Typen) Lähmung bzw. Verkrampfung der Skelettmuskulatur (einfache/phasische und tetanische Muskelkontraktionen,Muskelverkrampfungen)[66][67], wodurch Muskelrisse, Sehnenrisse, Luxationen und Knochenbrüche entstehen können, sowie des Herzens und der Atemmuskulatur, Myoglobinämie, Kompartmentsyndrom, schwache bis starke Muskelschmerzen, aber auch Rhabdomyolyse, Muskelnekrosen, Muskelatrophie, Myoklonien[68]
Herz Herzrhythmusstörungen (können auch erst zeitlich verzögert Stunden nach dem Unfall auftreten) wie etwa Herzkammerflimmern, Vorhofflattern und Vorhofflimmern, Extrasystolen, aber auch Infraktsymptome, Bradykardie, Hypertonie[69], (Sinus-)Tachykardie (dadurch Blutdrucksteigerung), Kammerflattern[70], (polymorphe) Kammertachykardie[71][72], Torsade de pointes[73], elektromechanische Dissoziation, Hypotonie, AV-Block[74] (Wenckebachperiodik), vorübergehende oder auch andauernde Asystolie (Herzstillstand) sowie (bleibende) Herzmuskelschäden (Myokardschädigungen) bis hin zu einer (beginnenden) Herzinsuffizienz (akut oder verzögert)[75][76][77] in Einzelfällen Ischämie mit CK-Anstieg und Perikarderguss[78], auch Troponin-Anstieg, Schenkelblöcke (intraventrikulären Ausbreitungsstörungen)[79], Synkope[80], Koronarer Vasospasmus (Koronarspasmen), intrakoronare Thromben[81], Bradykardie, Herzinfarkt und Herzwandaneurysma[82]
periphere Nerven Parästhesien (u. a. des Nervenstamms), Sensibilitätsstörungen, reversibler und irreversibler Verlust bzw. Lähmungen (Paralyse) der sensorischen, motorischen und reflektorischen Funktion[83],Paresen, Störungen des autonomen Nervensystems, Schmerzen
Rückenmark mehr oder weniger vollständiges Querschnittssyndrom aber auch möglicherweise eine amyotrophische Lateralsklerose, Wirbelsäulentrauma, spastische Paresen, progrediente Ausfälle durch adhäsive Arachnoiditis[84], Muskelatrophien [85]
Gehirn Bewusstlosigkeit (Koma), Bewusstseinsstörung (Bewusstseinstrübung) Vigilanzstörung, Unruhe, Gedächtnisstörungen[86],Denkstörung[87] Krampfanfälle wie tonisch klonische Krämpfe, Paresen, Dys-Parästhesien, Hirnödem (dadurch z. B.: Erhöhung des intrakraniellen Drucks)[88], Verwirrtheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Amnesie, Aphasie, vegetative Dystonie, Opisthotonus, Wurzelsyndrom bzw. bei (zu) hoher Wärmeeinwirkung auch Dauerschäden wie etwa eine zerebrale Läsion (z. B. Hemiplegie, Paraplegie, Tetraparese, Parkinson-Syndrom oder Epilepsie / epileptiformer Anfall[89]), Störungen der Atemregulation[90], Lähmungen bzw. Tod durch zentrale Lähmung des Atemzentrums (Apnoe)[91][92][93], Hirnnervenausfälle, akuter Hirntod[94][95], Veraschen und Verkochen des Gewebes[96], Hirnnekrose, zerebrale venöse Thromben, Hirnblutungen (wie etwa um den 3. Ventrikel, am Boden des 4. Ventrikels und an der Rinden-Mark Grenze[97])[98], extrapyramidale Funktionsstörung, zerebrale Funktionsstörung, neurologische Herdsymptome (durch Narbenbildung)[99], (schwere) neurologische Ausfälle dadurch Zyanose, Hyperhidrose, Hypertension[100], Tremor, Veränderung des Hirnstoffwechsels[101], dauerhafte Schäden[102], Kleinhirnatrophie
Hirnhäute durch thermische Wirkung: Entwicklung von aseptischer Meningitis, Arachnoiditis[103]
Schädelkalotte durch Erhitzen des Gewebes und starken Anstieg des Drucks: Sprengung[104]
Blut Gasbildung durch die Elektrolyse des Blutes, erhöhte LDH Werte
Blutgefäße Spasmen, Thrombosen, Aneurysma, Gefäßrupturen, Gefäßnekrosen (von Intima und Media), Hämorrhagien, Embolie, bei Koronararterien Koronarspasmen mit Myokardischämien ("Angina pectoris electrica"), bei höheren Temperaturen Koagulation mit Thrombenbildung,[105] venöse Hyperämie,
Bereich Thorax und Lunge direkte Schädigung der Lunge, Pneumothorax, Ateminsuffizienz (Dyspnoe) durch Tetanie der Zwerchfell, Zwischenrippen- und Atemhilfsmuskulatur bis hin zum Atemstillstand[106], periphere Atemlähmung[107], Hypoventilation, Dysfunktion der Thoraxwand, exsudativer Pleuraerguss[108]
Regionen oberhalb der Schlüsselbeine bzw. in der Nähe

oder Bereich der Augen

Katarakt (Cataracta electrica, auch verzögert), Kornealäsion, Retinopathie (mit Ödem), Retinaläsion, Stauungspapille, Skotom, Keratoconjunctivitis photoelectrica, Schädigung des Sehnervs,[2] optische Neuropathie, Sehstörungen, Pigmentverschiebungen[109], weite, lichtstarren Pupillen (autonome Dysfunktion), Makulaödem, Netzhautablösung, Uveitis, Augenthrombose, vorübergehende oder dauerhafte Erblindung[110] chorioretinale Atrophie, Papillenödem, Hämorrhagie, Makulaläsion
Gehör und Gleichgewichtsystem Innenohrschäden, Trommelfellperforation, Verbrennungen (der Gehörgangshaut), transitorische Fazialislähmung, Läsionen, Schwindel, Rupturder Reissner-Membran, Blutungen mit nachfolgender Ausbildung eines Hämatoms, Frakturen des Felsenbeins[111] Schädigung des Hör-Gleichgewichtsnervs, Hörstörungen (Tinnitus)
Bereich Abdomen

Speiseröhre, Magen, Darm

Nekrosen, Schädigung der intraabdomineller Hohlorgane (Perforation), Übelkeit, Erbrechen, paralytischer Ileus, Darmmotilität
Nieren akute tubuläre Nekrose, Nierenversagen (z. B. durch Myoglobinurie, Hämoglobinurie, Eiweißgifte, renales "Crush-Syndrom", oder bei parenchymatösen Schädigung)[112][113], Hypovolämie [114]
indirekte Wirkung: z. B. Knall oder Druckwelle (z. B. bei Gewitter) kann u. a. innere Blutungen, Hörsturz und Tinnitus, grelle Lichtbögen Netzhautschädigungen verursachen zusätzlich Gefahr durch Sekundärunfälle wie z. B. durch Erschrecken herbeigeführten Sturz kann bei Aufprall des Kopfes an harte Gegenstände zu einem Schädeltrauma führen

Spätfolgen:

physische Folgeschäden wie periphere Nervenläsionen die bis zu 3 Jahre nach dem Unfall auftreten können sowie Sensibilitätsstörung und (Poly-)Neuropathien (bei Blitzschlag) aber auch psychische wie Schlafstörungen, posttraumatische Stresssituation, Depressionen, Psychosen, Angstattacken,[2] aber auch Motoneuronerkrankungen (motorische Systemdegeneration)[115], tonische Rückenmarksanfälle, extrapyrimidale Bewegungsstörungen, Atrophie der Seiten- und des Rückenmarks

Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßnahmen am Unfallort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generell ist das Schema der Rettungskette der Ersten Hilfe auch hier zu beachten und bei Hilfeleistungen unbedingt auf Eigenschutz zu achten und Außenstehende zu warnen, damit keine stromführenden Teile berührt werden bzw. bei Hochspannung ein ausreichender Sicherheitsabstand besteht (Absperrungen einrichten). Zusätzlich stellen überflutete Bereiche eine weitere Gefahr dar. Hierbei ist unter anderem wichtig:

Hochspannungsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Unterschied zur Niederspannung, die einen direkten Kontakt mit den beteiligten Stromleitungen für den Stromfluss erfordert, sind bei nicht isolierten hochspannungsführenden Anlagenteilen wie Freileitungen oder Oberleitungen bei der kontaktlosen Annäherung Spannungsüberschläge mit der Bildung von lebensgefährlichen Lichtbögen möglich. Der Lichtbogen führt, durch die hohe Momentanleistung, neben der starken Lichtwirkung und lauten Knall zu einem schlagartigen Verdampfen von metallischem Kontaktmaterial, welcher in der Umgebung zu Bränden und an ungeschützter Haut zu Verbrennungen führen kann. Auch an der Isolation beschädigte Hochspannungskabel stellen eine Gefahr dar, da Spannungsdurchschläge auftreten können.[116] Aus diesem Grund ist bei allen Arbeiten im potentiellen Wirkungsbereich eines Lichtbogens entsprechende feuerfeste Schutzkleidung mit Gesichtsschutz wie einem Visier zu tragen.

Zur Rettung ist zuerst die Spannungsfreiheit der Anlage sicherzustellen. Anlagen und Geräte müssen zunächst spannungsfrei geschaltet und anschließend zusätzlich mittels Erdungsstange geerdet bzw. mittels Kurzschließer kurzgeschlossen werden, um sowohl Teilspannungen abzuleiten als auch zu verhindern, dass ausgeschaltete Leitungen zum Beispiel durch induktive oder kapazitive Kopplung benachbarter in Betrieb befindlicher Drähte unter Spannung bleiben.[117][118] Dabei ist zu beachten, dass manche energietechnische Anlagen mit automatischer Wiedereinschaltung nach kurzer Unterbrechung durch den Unfall automatisch wieder aktiviert werden. Hierbei ist in der Reihenfolge nach den Fünf-Sicherheitsregeln vorzugehen.

Bei Anlagen, deren Spannungsfreiheit nicht sicher feststeht, ist ein von der Spannungsebene abhängiger Sicherheitsabstand, der mit zunehmender Spannung steigt, einzuhalten. Zusätzlich müssen noch Umgebungsfaktoren, wie etwa Wetterbedingungen oder Ionisierung von Luft einkalkuliert werden. Übliche Sicherheitsabstände für Personen, welche von Feuerwehren eingehalten werden, sind:[119]

Un bis … Abstand für
elektrotechnisch unterwiesene Personen
Abstand für
elektrotechnische Laien
1 kV 0,5 m 1,0 m
30 kV 1,5 m 3,0 m
110 kV 2,0 m 3,0 m
220 kV 3,0 m 4,0 m
380 kV 4,0 m 5,0 m
500 kV 8,0 m
750 kV 11,0 m
1000 kV 14,0 m[120][121]

Für das Löschen von allfälligen Bränden bei spannungsführenden Anlagen gibt es eigene Sicherheitsabstände, die bei unter Spannung stehenden oder noch nicht kurzgeschlossenen Anlagen einzuhalten sind. Sie hängen ebenfalls von der Spannung aber auch von dem verwendeten Löschmittel ab. Wird Wasser eingesetzt so gelten bei Sprühstrahl obige Abstände, bei Vollstrahl vergrößert sich die Distanz auf 6 Meter bei bis zu 110 kV, 7 Meter bei bis zu 220 kV und 8 Meter bei bis zu 400 kV.[122]

Eine weitere Gefahrenquelle für die Retter ist die Schrittspannung, die auftritt, wenn ein spannungsführendes Leiterseil den Boden berührt und Strom in das Erdreich fließt.

Niederspannungsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßnahmen am Unfallort bei Niederspannungsunfällen

Zur Rettung sollten freiliegende, spannungsführende Leitungen mit Hilfe von trockenen und sauberen, nichtleitenden Gegenständen (z. B. langer und dicker Besenstiel aus Kunststoff) vom Verletzten entfernt werden, gegebenenfalls den Verletzten mit ausreichend elektrisch isolierenden Hilfsmittel wie Sicherheitshandschuhen für Elektriker aus dem Unfallbereich bringen oder wegziehen.

Auch im Niederspannungsbereich sind notwendige Sicherheitsabstände bei Löscharbeiten unter Spannung einzuhalten: Bei Sprühstrahl beträgt der Abstand eine Meter, bei Vollstrahl fünf Meter. Beim Löschen mit tragbaren Feuerlöschern muss bei Sprühstrahl ein Meter, bei Vollstrahl nur drei Meter Abstand gehalten werden.[71]

Bei bewusstlosen Patienten ist nach dem Abschalten der Stromversorgung und (je nach länderspezifischer Sicherheitsregeln) dem eventuell zusätzlichen Kurzschließen der Anlage, die Sicherstellung von Atmung und Herz-Kreislauffunktion vorrangig. Gegebenenfalls ist die sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung einzuleiten. Geschultes Rettungspersonal führt bei Kammerflimmern eine Defibrillation durch. Falls verfügbar, kommt ein öffentlich zugänglicher Laiendefibrillator zur Anwendung.

Bei ansprechbaren Patienten sind Brandverletzungen nur Initial, unter Erhalt der Normothermie, zu kühlen und mit einer keimarmen, nicht flusenden Wundauflage abzudecken. Wird Wasser zur Kühlung allfälliger Verbrennungen eingesetzt, sollte dieses daher Raumtemperatur, aber keinesfalls eine Temperatur unter 15 °C haben oder gar eisförmig sein, da es dabei einerseits zu einer Unterkühlung andererseits aber auch paradoxerweise zu Gewebeschäden kommen kann.[123] Der Patient sollte auch bei völligem Wohlbefinden bis zum Ausschluss einer Herzschädigung nicht unbeaufsichtigt bleiben. Erforderlich ist hierzu immer ein 12-Kanal-Elektrokardiogramm. Daher erfolgt in der Regel durch den alarmierten Rettungsdienst ein Transport in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Falls Veränderungen im Elektrokardiogramm nachweisbar sind, ein Hochspannungsunfall vorlag oder besondere Risikofaktoren bestehen, wird dort eine mehrstündige Beobachtung mit EKG-Monitoring durchgeführt.

Die weiteren Maßnahmen richten sich nach der Schwere der Verbrennungen. Durch die Wärmewirkung des elektrischen Stromes kommt es zum Flüssigkeitsverlust im Körper. Ebenso kann die Verkohlung des betroffenen Gewebes (Nekrose) zur Entstehung von Giftstoffen führen. Die Gefahr einer Sepsis mit Todesfolge droht durch bakterielle Infektion der geschädigten Organe. Um eine Schädigung der Nieren zu mindern, ist es notwendig, den Flüssigkeitsverlust durch intravenöse Volumengabe, zum Beispiel Natriumchlorid-Infusionslösung, auszugleichen.

Diagnostik und Überwachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anamnese Folgende Punkte sollten abgeklärt werden:

  • körperliche Beschwerden zum Ereigniszeitpunkt oder im Verlauf?
  • Thoraxschmerzen, Palpitationen, Luftnot?
  • Bewusstlosigkeit, Erinnerungslücken, Missempfindungen, Schwindel?
  • Begleitverletzungen (indirekte Folgen)?

Untersuchungen

Überwachung Hochspannungsunfälle sind immer stationär intensivmedizinisch überwachungspflichtig. Hier liegen meist auch relevante Begleitverletzungen wie Verbrennungen vor. Bei Niederspannungsunfällen ist eine Monitor-Überwachung erforderlich, wenn der Verunfallte zeitweise bewusstlos war, Arrhythmien am Unfallort oder auf dem Transport beobachtet wurden oder ein auffälliges 12-Kanal-EKG vorliegt.[128] Eine stationäre Überwachung ist nur dann erforderlich, wenn Anamnese, körperliche Untersuchung oder Labordiagnostik krankhafte Veränderungen ergeben, eine Spannung über 500 V ursächlich war oder schwere Grunderkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bestehen.[129]

Historisches Ereignis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration eines tragischen Stromunfalls eines Leitungsmonteurs in New York City im Oktober 1889

Als erster schriftlich dokumentierter Stromunfall wird in den BGV ein Ereignis vom 4. November 1879 im Reichstagsgebäude zu Berlin gesehen, bei dem ein Angestellter, der die Funktion der Lampen einem Kreis anwesender Personen demonstrieren wollte, in den Stromkreis geriet.[130] Er berührte dabei die beiden unter Spannung stehende Kontakte im Lampensockel und fiel zu Boden. Eine der anwesenden Personen machte den Vorschlag, den schädlichen Strom, welcher sich quasi noch im Verunfallten befinden sollte, in die Erde abzuleiten. Dazu wurde der Verunfallte in den Garten getragen und seine Hände in die Erde gesteckt. Die damals in der Akutsituation angewandte „Heilungsmethode“ ist aus dem allgemeinen Unverständnis der Zusammenhänge zu erklären und stellt keine passende Reaktion dar.[131]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Biegelmeier, Dieter Kieback, Gerhard Kiefer, Karl-Heinz Krefter: Schutz in elektrischen Anlagen. Band 1: Gefahren durch den elektrischen Strom (= VDE Schriftenreihe. Band 80). 2. Auflage. VDE Verlag, Berlin/ Offenbach 2003, ISBN 3-8007-2603-3.
  • Gottfried Biegelmeier: Wirkungen des elektrischen Stroms auf Menschen und Nutztiere. Lehrbuch der Elektropathologie. VDE-Verlag, Berlin 1986, ISBN 3-8007-1452-3.
  • Werner Hörmann, Bernd Schröder: Schutz gegen elektrischen Schlag in Niederspannungsanlagen – Kommentar der DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 (= VDE-Schriftenreihe. Band 140). VDE-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-8007-3190-9.
  • Siegfried Altmann: Eine Analyse über das „Elektrounfallgeschehen in der damaligen DDR und heute“. VDE-Fachbericht 43. VDE-Verlag, Berlin/Offenbach 1993, S. 5–17.
  • Siegfried Altmann: Untersuchungen über tödliche Elektrounfälle im Haus- und Freizeitbereich sowie im Gewerbe in den neuen Bundesländern. VDE-Fachbericht 53. VDE-Verlag, Berlin/Offenbach 1998, S. 115–135.

Normen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN IEC/TS 60479-1 (VDE V 0140-479-1):2007-05 Wirkungen des elektrischen Stromes auf Menschen und Nutztiere – Teil 1: Allgemeine Aspekte
  • DIN V VDE V 0140-479-4 (VDE V 0140-479-4):2005-10 Wirkungen des elektrischen Stromes auf Menschen und Nutztiere – Teil 1: Wirkungen von Blitzschlägen auf Menschen und Tiere
  • DIN EN 61140 (VDE 0140-1):2007-03 Schutz gegen elektrischen Schlag – Gemeinsame Anforderungen für Anlagen und Betriebsmittel
  • DIN VDE 0100-410:2007-06; Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen; Schutz gegen elektrischen Schlag
  • DIN VDE 0100-540:2012-06; Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-54: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Erdungsanlagen, Schutzleiter und Schutzpotentialausgleichsleiter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stromunfälle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Erste Hilfe/ elektrischer Schlag – Lern- und Lehrmaterialien
 Wiktionary: Stromschlag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten / Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vorwiegend bei Stromunfällen im Niederspannungsbereich bis etwa 400 V bzw. 500 V (etwa 90 % der Stromunfälle). Für Unfälle mit Hochspannung siehe Einflussfaktoren, Spannung
  2. a b c Jens Scholz, Bernd W. Böttiger, Volker Dörges, Volker Wenzel, Peter Sefrin: Notfallmedizin. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-13-158983-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 30. Mai 2016]).
  3. Stefan Jellinek: Elektropathologie. Рипол Классик, 1903, ISBN 978-5-88178-805-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. August 2016]).
  4. Alfred X. Trautwein, Uwe Kreibig, Jürgen Hüttermann: Physik für Mediziner, Biologen, Pharmazeuten. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2014, ISBN 978-3-11-037328-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 12. September 2016]).
  5. Elektrounfall Elektrische Sicherheit. S. 7-8, abgerufen am 12. September 2016 (PDF).
  6. H. Cottier: Pathogenese: Ein Handbuch für die ärztliche Fortbildung. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-67213-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. August 2016]).
  7. Burkhard Madea: Praxis Rechtsmedizin: Befunderhebung, Rekonstruktion, Begutachtung. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-09424-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 10. Juli 2016]).
  8. Heinz-Harro Rauschelbach, Clemens Cording: Begutachtung in der Neurologie. Georg Thieme Verlag, 2007, ISBN 978-3-13-140701-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. September 2016]).
  9. Norbert Leitgeb: Safety of Electromedical Devices: Law – Risks – Opportunities. Springer Science & Business Media, 2010, ISBN 978-3-211-99683-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  10. Douglas C. Giancoli: Physik. Pearson Deutschland, 2006, ISBN 978-3-8273-7157-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  11. Arthur T. Johnson: Biology for Engineers. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4398-9402-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  12. www.DB1HZ.de – Erste Hilfe bei Stromunfällen. In: www.db1hz.de. Abgerufen am 8. Juli 2016.
  13. Österreichisches Rotes Kreuz: Rotes Kreuz Kärnten: Stromschlag. In: www.roteskreuz.at. Abgerufen am 1. August 2016.
  14. Rabindra Nath Karmakar: Forensic Medicine and Toxicology: Theory, Oral & Practical. Academic Publishers, 2015, ISBN 978-93-8342054-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  15. a b Norbert Leitgeb: Sicherheit von Medizingeräten: Recht – Risiko – Chancen. Springer-Verlag, 2015, ISBN 978-3-662-44657-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  16. Christoph Georg Wölfl, Christoph Wölfl: Unfallrettung: Einsatztaktik, Technik und Rettungsmittel; mit 32 Tabellen. Schattauer Verlag, 2010, ISBN 978-3-7945-2684-0, S. 181.
  17. Vincent J. Markovchick, Peter T. Pons, Katherine A. Bakes, Jennie Buchanan: Emergency Medicine Secrets. Elsevier Health Sciences, 2010, ISBN 0-323-08128-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  18. Emanuel Saß: Leitfaden Photovoltaik. BoD – Books on Demand, 2014, ISBN 978-3-7322-9234-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  19. Experte: 0,1 Ampere können schon tödlich sein, in: Mitteldeutsche Zeitung vom 25. Juni 2012.
  20. Endspurt Klinik Skript 19: Rechtsmedizin, Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, Toxikol. Georg Thieme Verlag, 2014, ISBN 978-3-13-174541-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  21. a b c Akutversorgung von Elektrounfällen (PDF; 44 kB)
  22. Gottfried Biegelmeier, Dieter Kieback, Gerhard Kiefer, Karl-Heinz Krefter: Schutz in elektrischen Anlagen, Gefahren durch den elektrischen Strom. 2003, S. 15 (Kurve c1 in Bild 1.2 gemäß IEC Publikation 60479-1)
  23. a b Hamid Abdolvahab-Emminger: Physikum exakt: das gesamte Prüfungswissen für die 1. ÄP; 199 Tabellen; [ideal für die neue AO]. Georg Thieme Verlag, 2005, ISBN 978-3-13-107034-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  24. Anton Ernst Lafenthaler et al.: Notfallmedizin – Leitsymptome/Strommarken – Elektrounfall. In: www.notmed.info. Abgerufen am 8. Juli 2016.
  25. Oskar Löbl: Erdung, Nullung und Schutzschaltung: nebst Erläuterungen zu den Erdungsleitsätzen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-91910-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  26. Siegfried Koeppen: Erkrankungen der Inneren Organe Nach Elektrischen Unfällen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-47572-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. September 2016]).
  27. Elektrounfall Elektrische Sicherheit. Abgerufen am 29. Juli 2016 (PDF).
  28. Tobias Mühlenbruch (Sonnentaler/La main à la pâte): Gefahren der Elektrizität. In: www.sonnentaler.net. Abgerufen am 8. Juli 2016.
  29. Werte für Gleichstrom. Hopital principal de dakar, abgerufen am 29. August 2016 (PDF).
  30. Louis-Paul Hayoun, Aurian Arrigoni: Les installations photovoltaïques: conception et dimensionnement des installations raccordées au réseau. GuidEnR, 2011, ISBN 978-2-212-12994-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. August 2016]).
  31. Hans Breuer: Taschenatlas Physik für Mediziner. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-74682-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  32. Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen und der Nuklearmedizin: Ergänzungsband. G. Thieme Verlag, 1981, ISBN 978-3-13-597301-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  33. Gottfried Biegelmeier, Dieter Kieback, Gerhard Kiefer, Karl-Heinz Krefter: Schutz in elektrischen Anlagen, Gefahren durch den elektrischen Strom. 2003, S. 192;
    Anmerkung: Der aufsteigende Teil der T-Welle zeigt die sogenannte vulnerable Phase der Herzaktion an. Hier sind Teile des Herzmuskels (Myokards) noch nicht beeinflussbar (refraktär), während andere bereits wieder erregbar sind. Kommt es in dieser Phase zu einem Stromstoß kann es zum Kammerflimmern und damit zum kompletten Pumpversagen des Herzens kommen.
  34. A. Lange: Physikalische Medizin. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-55837-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 31. August 2016]).
  35. Klaus Golenhofen: Basislehrbuch Physiologie: Lehrbuch, Kompendium, Fragen und Antworten. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 978-3-437-42482-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  36. Jürgen Werner: Kooperative und autonome Systeme der Medizintechnik: Funktionswiederherstellung und Organersatz. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2005, ISBN 978-3-486-81610-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  37. Hannes-Christian Blume: Gefährdungsbeurteilungen. WEKA Media GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-8111-4401-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Juli 2016]).
  38. Gerald Spilker, Frank Wappler: Verbrennungsmedizin: Vom Unfallort bis zur Rehabilitation. Georg Thieme Verlag, 2008, ISBN 978-3-13-159531-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  39. Small Van de Graaff Generator - Instruction Manual. Next Generation Science, S. 1, abgerufen am 9. Februar 2017.
  40. DIN VDE 0100-705:2007-10 Abschnitt 705.414
  41. a b DIN VDE 0100-410:2007 Abschnitt 701.55
  42. DIN VDE 0100-710_2012-10 Abschnitt 710.414; für bestimmte Anwendungen gemäß DIN EN 60601-1:2013-12 ( VDE 0750-1:2013-12) oder DIN 57753-1:1983-02 auch deutlich weniger
  43. EU Richtlinie 2009/48/EG Abschnitt IV Absatz 1 und 2
  44. Von Siegfried Altmann: Spektakuläre Elektrounfälle – Untersuchungen tödlicher Elektrounfälle im Haus- und Freizeitbereich in den neuen Bundesländern und Berlin. Abgerufen am 19. September 2014 (PDF; 6,4 MB).
  45. Heinz G. Engelhardt: Unfallheilkunde: ein Leitfaden für Klinik und Praxis. Walter de Gruyter, 1998, ISBN 978-3-11-015096-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 11. Dezember 2016]).
  46. Thomas Ziegenfuß: Notfallmedizin. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-662-52775-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 11. Dezember 2016]).
  47. Josef Eichmeier: Medizinische Elektronik: Eine Einführung für Studierende der Ingenieurwissenschaften, Physik, Medizin und Biologie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-08623-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  48. J. Rehn: Unfallverletzungen bei Kindern: Prophylaxe Diagnostik Therapie Rehabilitation. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-65827-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  49. Diagramm Flimmergrenze linke Hand/Füße (PDF) siehe S. 30.
  50. Anzahl der Todesfälle durch elektrischen Strom in Deutschland. (PDF; 55 kB) Beobachtungszeitraum 1999 bis 2008, Tendenz fallend VDE Statistik; abgerufen am 5. März 2012
  51. Institut zur Erforschung elektrischer Unfälle; Jens Jühling: Elektrounfälle in Deutschland. (PDF), S. 21, abgerufen am 5. März 2012.
  52. Dieter Kieback: Stromunfälle, Herzkammerflimmern und Letalität. BG Elektro Textil Feinmechanik, 2009, S. 27, abgerufen am 4. April 2012 (PDF; 1,4 MB).
  53. J. Jacobson, S. Buntenkötter: Beitrag zur Übertragbarkeit der Gefährdung durch elektrische Ströme vom Modelltier Schwein auf den Menschen. In: Deutsche Tierärztliche Wochenschrift. 81, Nr. 9, 1974, S. 214–220.
  54. Lars-Peter Kamolz, David N. Herndon, Marc G. Jeschke: Verbrennungen: Diagnose, Therapie und Rehabilitation des thermischen Traumas. Springer-Verlag, 2010, ISBN 978-3-211-79896-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Mai 2016]).
  55. John A. Nakhosteen, Barbara Khanavkar, Kaid Darwiche, Andreas Scherff, Erich Hecker: Atlas und Lehrbuch der Thorakalen Endoskopie: Bronchoskopie, Thorakoskopie. Springer-Verlag, 2009, ISBN 978-3-540-79940-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Mai 2016]).
  56. Marcus Lehnhardt, Bernd Hartmann, Bert Reichert: Verbrennungschirurgie. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-642-54444-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Februar 2017]).
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