Flieth-Stegelitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Flieth-Stegelitz führt kein Wappen
Flieth-Stegelitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Flieth-Stegelitz hervorgehoben

Koordinaten: 53° 10′ N, 13° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gerswalde
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 46,94 km2
Einwohner: 529 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17268
Vorwahl: 039887
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 157
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfmitte 14a
17268 Gerswalde
Website: www.amt-gerswalde.de
Bürgermeisterin: Mariechen Piesker
Lage der Gemeinde Flieth-Stegelitz im Landkreis Uckermark
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Flieth-Stegelitz ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Gerswalde mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Flieth-Stegelitz im Nordosten Brandenburgs liegt in der eiszeitlich geprägten Hügel- und Seenlandschaft der Region Uckermark. Zum Gemeindegebiet, das vollständig im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt, gehört der Südteil des Oberuckersees, der von der Ucker durchflossen wird. Das hügelige Gebiet erreicht nahe dem Ortsteil Hessenhagen 100 m ü. NHN. Im Süden hat die Gemeinde einen Anteil am Suckower Forst, einem ausgedehnten Waldgebiet, das sich bis an die nördlichen Ausläufer der Schorfheide erstreckt. Die nächstgelegenen Städte sind Prenzlau, Angermünde und Templin.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewohnte Gemeindeteile[2]
  • Afrika (Hessenhagener Mühle)
  • Flieth
  • Hessenhagen
  • Pfingstberg
  • Stegelitz
  • Suckow
  • Voßberg
Wohnplätze
Am Pfingstberger Damm
Bahnwärterhäuser
Försterei Neuland
Schifferhof

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flieth und Stegelitz gehörten seit 1817 zum Kreis Templin in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Templin im DDR-Bezirk Neubrandenburg. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Die Gemeinde Flieth-Stegelitz entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Flieth und Stegelitz.[3]

Flieth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenruine in Flieth

1269 taucht der Ort als „Vlete“ in einer Urkunde auf. Aus dieser Zeit stammte die Fliether Kirche, die bei einem Bombenangriff 1945 bis auf die Umfassungsmauern und eine von drei Glocken zerstört wurde.

Das Dorf war bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Stegelitz, danach herrschten die Arnim bis 1928 über das nun „Fleyth“ genannte Bauerndorf.

Stegelitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Flieth im Jahr 1269 erstmals urkundlich erwähnt, geht der Ortsname wahrscheinlich auf den Gründer Heinrich von Stegelitz zurück. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts wechselte die Herrschaft des Dorfes mehrfach. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Stegelitz eine Wüstung und wurde in den folgenden Jahrzehnten allmählich neu besiedelt. Im Jahr 1734 – inzwischen wurden 301 Einwohner gezählt – gehörte das Gutsdorf zum Besitz der Familie von Arnim. Es gab damals neben einer Schäferei, einer Försterei sowie dem Dorfkrug eine Wind- und eine Wassermühle (am Mühlengraben – die eigentliche obere Ucker). Auch einige Handwerker waren in Stegelitz ansässig (Leineweber, Maurer, Zimmerleute, Schmied, Sattler und Schneider).

Kurz vor Kriegsende 1945 wurde das Gutsgebäude in Brand geschossen, Scheunen, Stall- und Wirtschaftsgebäude wurden, wie auch die Kirche und die Schule, stark beschädigt.

Die seit der Reformation evangelische Feldsteinkirche von Stegelitz stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Sakralbau wurde als Saalbau errichtet und schloss ursprünglich mit einer flachen Raumdecke ab. Das Innere wurde im ausgehenden 16. Jahrhundert durch den Einbau von zwei oktogonalen Pfeilern zur zweischiffigen Halle verändert und dabei mit einem für die Uckermark singulären Kreuzrippengewölbe versehen. In den Jahren 1721 bis 1737 wurde die Kirche nochmals verändert. Der Turmaufsatz stammt aus dem Jahre 1734. Der Altaraufsatz aus dem Jahre 1598 ist mit der originalen Farbfassung erhalten. Die Kanzel und die Patronatsloge stammen aus dem Jahr 1728. Das Kastengestühl für die Kirchenbesucher ist vollständig erhalten. Im Jahr 1734 ließ Generalfeldmarschall Georg Abraham von Arnim in der Kirche ein Grabdenkmal für sich errichten.[4] Die Kirche wurde im Jahr 2015 wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen. Seit 2017 bemüht sich ein Förderverein um die Erhaltung der Kirche.[5]

Im Jahr 1991 wurde die 1786 erbaute Schule neben der Kirche geschlossen. Sie wird heute als Gästehaus und Seminarstätte genutzt.

Im 2 km südwestlich von Stegelitz gelegenen Wohnplatz Hessenhagener Mühle siedelten sich 1948 Kriegsflüchtlinge an. Sie gruben sich Erdlöcher aus Mangel an Baumaterial. Die alteingessenen Bewohner der Gegend nannten die Siedlung Afrika. Später wurden dort vier Neubauernhäuser, davon drei Fachwerkhäuser gebaut, die auch heute noch stehen.

Weitere Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Suckow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Pechberg bei Voßberg
  • Suckow – 1206 erstmals erwähnt (als „Sukowe“), war von 1577 bis 1927 ein Rittergut der Familie von Arnim. Das 1734 vom Feldmarschall Georg Abraham von Arnim errichtete barocke Suckower Schloss wurde 1945 ein Opfer der Flammen. Es hatte zwei Kavalierhäuser, von denen eines, die ehemalige Orangerie mit einer kostbaren Bibliothek, bereits im 19. Jahrhundert abgebrannt war. Das Schloss verfügte über einen weiß mit Gold getäfelten Rokokosaal, einen Ahnensaal mit Stuckkaminen, zahlreiche alte Möbel und gute Gemälde.[6]
  • Voßberg – als Vorwerk angelegt und 1822 erstmals in einer Urkunde erwähnt.
  • Pfingstberg – ein zu Anfang des 18. Jahrhunderts von Westfalen besiedeltes Vorwerk von Stegelitz. Heute ist Pfingstberg durch den gleichnamigen Autobahnanschluss (A 11) der regional bekannteste Ort in der Gemeinde.
  • Hessenhagen – 1269 urkundlich erwähntes ehemaliges Dorf an der pommersch-brandenburgischen Grenze. Zwischen Ende des 15. Jahrhunderts und 18. Jahrhundert lag das Dorf wüst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Flieth Stegelitz Jahr Flieth-Stegelitz Jahr Flieth-Stegelitz
1875 447 0791 2001 748 2015 546
1910 434 0903 2005 699 2016 542
1939 406 0571 2010 631 2017 536
1946 570 1 022 2011 578 2018 529
1950 581 1 032 2012 550
1971 517 0536 2013 551
1990 387 0447 2014 551
1995 344 0430
2000 339 0428

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[7][8][9]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Flieth-Stegelitz besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[10]

Wählergruppe Sitze
Wählergemeinschaft Flieth-Stegelitz 4
Einzelbewerber Stefan Vollrath 1
Einzelbewerber Matthias Böge 1
Einzelbewerber Ronny Krüger 1
Einzelbewerberin Maren Huth 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2014: Heinz Böttcher[11]
  • 2014–2019: Kai Herrmann (SPD)[12]
  • seit 2019: Mariechen Piesker

Piesker wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 56,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[13] gewählt.[14]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flieth-Stegelitz liegt an den Landesstraßen L 24 zwischen Gerswalde und Greiffenberg (Ortsteil von Angermünde) sowie L 241 nach Temmen. Mit der Anschlussstelle Pfingstberg (A 11 Berlin-Stettin) ist Flieth-Stegelitz an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im Nachbarort Wilmersdorf (Ortsteil der Stadt Angermünde) an der Bahnstrecke Berlin–Angermünde–Stralsund. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 3 Stralsund– Berlin–Elsterwerda-Biehla bedient.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flieth-Stegelitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Flieth-Stegelitz
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg, München u. Berlin 2012.
  5. Bettina Vaupel: Von innen nach außen, in: Monumente, Das Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 2, 2019, S. 54–59.
  6. Udo von Alvensleben (Kunsthistoriker), Besuche vor dem Untergang, Adelssitze zwischen Altmark und Masuren, Aus Tagebuchaufzeichnungen zusammengestellt und herausgegeben von Harald von Koenigswald, Frankfurt/M.-Berlin 1968, S. 240–241
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  9. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  11. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34
  12. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014
  13. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019