Flieth-Stegelitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Flieth-Stegelitz führt kein Wappen
Flieth-Stegelitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Flieth-Stegelitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 10′ N, 13° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gerswalde
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 46,94 km²
Einwohner: 546 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17268
Vorwahl: 039887
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 157
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfmitte 14a
17268 Gerswalde
Webpräsenz: www.amt-gerswalde.de
Bürgermeister: Kai Herrmann (SPD)
Lage der Gemeinde Flieth-Stegelitz im Landkreis Uckermark
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Flieth-Stegelitz ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Gerswalde mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde verwaltet. Sie entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Flieth und Stegelitz.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Flieth-Stegelitz im Nordosten Brandenburgs liegt in der eiszeitlich geprägten Hügel- und Seenlandschaft der Region Uckermark. Zum Gemeindegebiet, das vollständig im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt, gehört der Südteil des Oberuckersees, der von der Ucker durchflossen wird. Das hügelige Gebiet erreicht nahe dem Ortsteil Hessenhagen 100 m ü. NN. Im Süden hat die Gemeinde einen Anteil am Suckower Forst, einem ausgedehnten Waldgebiet, das sich bis an die nördlichen Ausläufer der Schorfheide erstreckt. Die nächstgelegenen Städte sind Prenzlau, Angermünde und Templin.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Afrika (Hessenhagener Mühle)
  • Flieth
  • Hessenhagen
  • Pfingstberg
  • Stegelitz
  • Suckow
  • Voßberg
Wohnplätze
Am Pfingstberger Damm
Bahnwärterhäuschen
Försterei Neuland
Schifferhof

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteil Flieth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenruine in Flieth

1269 taucht der Ort als „Vlete“ in einer Urkunde auf. Aus dieser Zeit stammte die Fliether Kirche, die bei einem Bombenangriff 1945 bis auf die Umfassungsmauern und eine von drei Glocken zerstört wurde.

Das Dorf war bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Stegelitz, danach herrschten die Arnim bis 1928 über das nun „Fleyth“ genannte Bauerndorf.

Große Teile des relativ wohlhabenden Dorfes wurden in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges vernichtet. Die Wiederbesiedlung erfolgte sehr langsam und war erst 150 Jahre nach dem Ende des Krieges vollendet.

Das nach der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone 1946 aufgeteilte Land ging später in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften auf, die lange das Gemeindeleben prägten.

Gemeindeteil Stegelitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Flieth 1269 erstmals urkundlich erwähnt, geht der Ortsname wahrscheinlich auf den Gründer Heinrich von Stegelitz zurück. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts wechselte die Herrschaft des Dorfes mehrfach. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Stegelitz eine Wüstung und wurde in den folgenden Jahrzehnten allmählich neu besiedelt. 1734 – inzwischen wurden 301 Einwohner gezählt – gehörte das Gutsdorf zum Besitz der Familie von Arnim. Es gab damals neben einer Schäferei, einer Försterei sowie dem Dorfkrug eine Wind- und eine Wassermühle (am Mühlengraben – die eigentliche obere Ucker). Auch einige Handwerker waren in Stegelitz ansässig (Leinenweber, Maurer, Zimmerleute, Schmied, Sattler und Schneider).

Kurz vor Kriegsende 1945 wurde das Gutsgebäude in Brand geschossen, Scheunen, Stall- und Wirtschaftsgebäude wurden, wie auch die Kirche und die Schule, stark beschädigt.

1991 wurde die 1786 erbaute Schule geschlossen.

Im 2 km südwestlich von Stegelitz gelegenen Wohnplatz Hessenhagener Mühle siedelten sich 1948 Kriegsflüchtlinge an. Sie gruben sich Erdlöcher aus Mangel an Baumaterial. Die alteingessenen Bewohner der Gegend nannten die Siedlung Afrika. Später wurden dort vier Neubauernhäuser, davon drei Fachwerkhäuser gebaut, die auch heute noch stehen.

Weitere Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pechberg bei Voßberg
Gut Suckow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
  • Suckow – 1206 erstmals erwähnt (als „Sukowe“), war von 1577 bis 1927 ein Rittergut der Familie von Arnim. Das 1734 errichtete Suckower Schloss wurde 1945 ein Opfer der Flammen.
  • Voßberg – als Vorwerk angelegt und 1822 erstmals in einer Urkunde erwähnt.
  • Pfingstberg – ein zu Anfang des 18. Jahrhunderts von Westfalen besiedeltes Vorwerk von Stegelitz. Heute ist Pfingstberg durch den gleichnamigen Autobahnanschluss (A 11) der regional bekannteste Ort in der Gemeinde.
  • Hessenhagen – 1269 urkundlich erwähntes ehemaliges Dorf an der pommersch-brandenburgischen Grenze. Zwischen Ende des 15. Jahrhunderts und 18. Jahrhundert lag das Dorf wüst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Flieth-Stegelitz Flieth Stegelitz
1875 - 447 791
1910 - 434 903
1939 - 406 571
1946 - 570 1 022
1950 - 581 1 032
1971 - 517 536
1990 - 387 447
1995 - 344 430
2000 - 339 428
2001 748
2005 699
2010 631
2011 578
2012 550
2013 551
2014 551

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Flieth-Stegelitz besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[5]

  • Wählergemeinschaft Flieth-Stegelitz 5 Sitze
  • Einzelbewerberin Maren Huth 1 Sitz
  • Einzelbewerber Eckhard Krüger 1 Sitz
  • Einzelbewerber Stefan Vollrath 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Herrmann (SPD) wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014 mit 62,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Anschlussstelle Pfingstberg (A 11 Berlin-Stettin) ist Flieth-Stegelitz gut an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Im Nachbarort Wilmersdorf (Ortsteil der Stadt Angermünde) befindet sich der nächste Bahnhof (Bahnlinie Berlin–PrenzlauStralsund).

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flieth-Stegelitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014