Pinnow (Uckermark)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Pinnow führt kein Wappen
Pinnow (Uckermark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pinnow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 4′ N, 14° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Oder-Welse
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 12,94 km2
Einwohner: 876 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16278
Vorwahl: 033335
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 440
Adresse der Amtsverwaltung: Gutshof 1
16278 Pinnow
Webpräsenz: www.amt-oder-welse.de
Bürgermeister: Walter Kotzian (CDU)
Lage der Gemeinde Pinnow im Landkreis Uckermark
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Pinnow ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Uckermark in Brandenburg (Deutschland). In der Gemeinde befindet sich der Verwaltungssitz des Amtes Oder-Welse.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pinnow liegt zwischen den uckermärkischen Städten Schwedt/Oder und Angermünde. Charakteristisch für das Grundmoränengebiet sind die kuppigen Hügel und die zahlreichen zum Teil abflusslosen Seen in den Senken, von denen der Felchowsee, der unter Naturschutz steht, hervorzuheben wäre. Die Umgebung Pinnows ist durch intensive Landwirtschaft und viele Windenergieanlagen gekennzeichnet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über keine Orts- oder Gemeindeteile.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Pinnow ist ein älterer Begriff und bedeutete früher Wurzelkloben. Der als Straßen- oder Straßenangerdorf angelegte Ort wurde 1354 als Pynnow erstmals erwähnt. Neben dem benachbarten Felchow war es lange im Besitz der Herren von Winterfeld. Von 1478 bis 1571 war Pinnow im Besitz derer von Pfuel.[3]

Prägend für die jüngere Geschichte des Ortes war die Errichtung eines Munitionswerkes 1931, dessen Anlagen und Bunker nach 1945 gesprengt wurden. Die Bunkerreste waren noch 1968 im Wald des Objektes zu finden. Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR betrieb hier bis 1990 das Instandsetzungswerk Pinnow (IWP). In den Objekten des Geländes wurden Flugabwehrraketen sowjetischer Bauart, u. a. Flüssigbrennstoff-Raketen, gewartet, die damals im sogenannten Komplex 050 (ein Konvoi aus etwa 20 schweren LKW und Anhängern sowjetischer Bauart mit Abschussrampen, Raketen, Leittechnik und Antennen) in der Nacht über die Straße und nach einem Auffahrunfall 1968 vor den Toren des Erdölverarbeitungswerkes Schwedt ab 1969 auch per Bahn angeliefert wurden. Auch Wasserbombenwerfer, Messtechnik und Funktechnik der NVA-Volksmarine wurde repariert und geeicht. Für die Militärflugplätze der Luftstreitkräfte wurden Eisabtaugeräte auf der Basis des LKW IFA G5 und des MiG-17-Düsenaggregates gebaut. Mitte der 1980er Jahre wurden auch Panzerabwehrraketen in Lizenz produziert.

Das gesamte Objekt war in einzelne abgesperrte und bewachte Zonen 1 bis 4 aufgeteilt, wo je nach militärischer Wichtigkeit an der angelieferten Technik gearbeitet wurde. Das Betreten war nur unter Vorlage eines gültigen Zonenausweises am Kontrollpunkt möglich. Die Zone 4 (sogenanntes Zentrales Treib- und Schmierstofflager) war dabei besonders gesichert, die dort stationierten Soldaten und Beschäftigten hatten keinen Kontakt zu den übrigen Soldaten und Beschäftigten des IWP, denen auch das Betreten dieser Zone 4 nicht gestattet war. Das Gelände wurde sogar mit Signaldrahtanlagen gesichert.

Nach der politischen Wende 1990 siedelte sich auf dem Gelände eine Explosionsstoff-Entsorgungsfirma an, die Munition, Flugkörper, Raketen, Minen, Handgranaten, Zünder und pyrotechnisches Material aus osteuropäischer Herstellung demontiert, demilitarisiert und entsorgt.[4] Seit 2007 arbeitet das Unternehmen auch im großen Umfang an der Entsorgung von NATO-Munition und-Raketen.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 443
1890 427
1910 472
1925 407
1933 453
1939 434
1946 636
1950 670
Jahr Einwohner
1964 914
1971 744
1981 769
1985 887
1989 862
1990 876
1991 859
1992 834
1993 794
1994 805
Jahr Einwohner
1995 780
1996 784
1997 863
1998 847
1999 900
2000 904
2001 925
2002 944
2003 938
2004 948
Jahr Einwohner
2005 934
2006 946
2007 944
2008 922
2009 922
2010 916
2011 912
2012 892
2013 863
2014 859
Jahr Einwohner
2015 853
2016 876

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Mike Nagel (SPD)[9]
  • 2003–2008: Udo Köhler (PDS)[10]
  • seit 2008: Walter Kotzian (CDU)[11]

Kotzian wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 67,6 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]

Pinnower Kirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Pinnow (Uckermark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Pinnow (Uckermark)

Pinnow liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Angermünde und Schwedt.

Der Bahnhof Pinnow (Uckermark) an der Bahnstrecke Angermünde–Schwedt wird von der Regionalexpresslinie RE 3 Schwedt–Berlin–Lutherstadt Wittenberg und der Regionalbahnlinie RB 61 Angermünde–Schwedt bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pinnow (Uckermark) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2016 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Pinnow
  3. Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preussischen Monarchie. Rauh, 1856, S. 196–197.
  4. Pinnower Firma entschärft Sprengstoff aus Nato-Beständen . . . und Airbags entsorgen sie auch! – 11. Oktober 2003
  5. Betrieb in der Uckermark entsorgt 50.000 NATO-Raketen (Memento vom 22. Januar 2008 im Internet Archive) - Märkische Allgemeine, 21. Januar 2008
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 22–25
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Uckermark
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34
  11. Der Bürgermeister, der nicht nein sagen kann. In: Märkische Oderzeitung, 19. November 2013
  12. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014