Brüssow

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der brandenburgischen Stadt Brüssow: Ein Ortsteil der Gemeinde Lühmannsdorf in Vorpommern trägt ebenfalls den Namen Brüssow.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brüssow
Brüssow
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brüssow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 24′ N, 14° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Brüssow (Uckermark)
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 101,83 km2
Einwohner: 1876 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17326
Vorwahl: 039742
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 085
Adresse der
Stadtverwaltung:
Prenzlauer Straße 8
17326 Brüssow
Webpräsenz: www.amt-bruessow.de
Bürgermeister: Michael Rakow (SPD)
Lage der Stadt Brüssow im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
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Brüssow ist eine Landstadt im Nordosten des Landkreises Uckermark in Brandenburg und Verwaltungssitz des Amtes Brüssow (Uckermark). Sie liegt zwischen den Städten Prenzlau und Pasewalk und der Metropole Stettin.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Brüssow (nördlichste Stadt Brandenburgs) liegt in einem Grundmoränengebiet, das sich zwischen den parallel verlaufenden Tälern der Ucker und Randow ausbreitet. Die weiträumige Hügellandschaft ist durch viele kleine Seen und Tümpel (Sölle) gekennzeichnet, die den nordöstlichen Teil der Uckermärkischen Seen bilden. Der Osten des Gemeindegebietes fällt um ca. 30 Meter zum Randowbruch ab; hier findet sich auch ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet in der sonst weitgehend von der Landwirtschaft geprägten Gegend. Im Norden und Osten grenzt der vorpommersche Landkreis Vorpommern-Greifswald an die Gemarkung Brüssow.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht laut ihrer Hauptsatzung aus den Ortsteilen[2]

  • Bagemühl
  • Brüssow
  • Grünberg
  • Woddow
  • Wollschow

Bewohnte Gemeindeteile ohne Ortsteil-Status sind Battin, Butterholz, Frauenhagen, Grimme, Hammelstall, Klausthal, Menkin, Moor, Petersruh, Stramehl und Trampe.

Hinzu kommen die Wohnplätze Battin-Ausbau, Heimstedt und Wassermühle.

Generalfeldmarschall von Mackensen feierte am 6. Dezember 1939 auf seinem Gut Brüssow seinen 90. Geburtstag. Das Bild zeigt von rechts nach links: Generalfeldmarschall August von Mackensen, seinen Adjutanten Oberstleutnant Hans-Henning von Gersdorff, Botschafter Hans Georg von Mackensen - den Sohn des Marschalls, Frau von Mackensen und Generaloberst Walther von Brauchitsch, der dem Jubilar die Glückwünsche des Heeres überbrachte

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Brüssow wurde recht spät besiedelt. Um die Stadt herum sind die Megalithanlagen von Brüssow-Hammelstall zu finden. In der Nekropole von Wollschow kamen 14 Urdolmen und 28 Steinkisten vor, von denen fünf Urdolmen erhalten sind.

Die ursprünglich slawische Siedlung wurde zum Ende des 12. Jahrhunderts deutscher Burgstandort.

Der Stadtname kommt wahrscheinlich aus dem Altpolabischen und dürfte sich von brus gleich Schleifstein ableiten.

Im Jahre 1259 wurde das Stadtrecht das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Urkunde wurde durch den Ritter Heinrich von Stegelitz verfasst. Das lag nicht zuletzt daran, dass Brüssow an der Straße MagdeburgBerlinStettin lag. Dieses Stadtrecht wurde dem Ort zwischen 1550 und 1809 wieder entzogen.

Am 22. Oktober 1935 schenkte Adolf Hitler dem Generalfeldmarschall August von Mackensen die preußische Domäne Brüssow, die damals einen Umfang von über 1.231 Hektar hatte und später zum Erbhof erklärt wurde.

Albrecht Schönherr, der Schüler Dietrich Bonhoeffers und spätere Bischof der Region Ost der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, wurde von Mackensen nach Brüssow geholt und hatte hier von 1937 bis 1946 seine erste Pfarrstelle.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Menkin wurde am 1. Juli 1950 nach Wollschow eingemeindet.

Ab dem Jahr 1952 gehörte Brüssow zum neu gebildeten Kreis Pasewalk im DDR-Bezirk Neubrandenburg.

Zum 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Grimme nach Brüssow eingegliedert, die Gemeinden Battin und Trampe nach Grünberg.

Nach einem Bürgerentscheid gehört Brüssow seit dem 1. August 1992 wieder zum Land Brandenburg.

Am 31. Dezember 2001 wurden die Orte Bagemühl, Grünberg, Woddow und Wollschow eingemeindet.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 669
1890 1 607
1910 1 624
1925 1 771
1933 1 812
1939 1 825
1946 2 431
1950 2 674
1964 2 214
1971 2 066
Jahr Einwohner
1981 1 929
1985 1 861
1989 1 792
1990 1 755
1991 1 679
1992 1 644
1993 1 621
1994 1 626
1995 1 616
1996 1 682
Jahr Einwohner
1997 1 674
1998 1 660
1999 1 630
2000 1 580
2001 2 585
2002 2 540
2003 2 437
2004 2 392
2005 2 315
2006 2 262
Jahr Einwohner
2007 2 230
2008 2 157
2009 2 114
2010 2 023
2011 1 992
2012 1 994
2013 1 963
2014 1 907
2015 1 876

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[4][5] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Brüssow besteht aus 12 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

  • SPD: 7 Sitze
  • Die Linke: 3 Sitze
  • Einzelbewerber Dieter Pahl: 1 Sitz
  • Wählergruppe Brüssower Liste: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Rakow (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 62,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[7] gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Juni 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden eine silberne Burg mit drei spitzbedachten und gold-bekreuzten Türmen; im Torbogen eine rote Steigleiter.“[9]

Erläuterung: „Dieses Wappen ist vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und enthält neben der Stadtsymbolik die Sturmleiter als Zeichen der einstigen Stadtherren von Ramin (ehemals Pommern). Ein späteres Siegel zeigt eine Ramme (Holzblock mit Querholz).“[10]
Das neue Wappenbild zeigt entgegen der alten Blasonierung vier Steigstöcke, eine Darstellung des Wappens mit drei Steigstöcken findet man hier

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der nordrhein-westfälischen Stadt Salzkotten besteht seit 16. August 1993 eine Städtepartnerschaft.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1847 wurde in Brüssow mit dem Rothen Haus nach dem Vorbild des Rauhen Hauses in Hamburg die erste diakonische Einrichtung in der Uckermark gegründet.[11] Seit 1973 gehört Brüssow kirchlich zur Pommerschen Evangelische Kirche bzw. ab 2012 zum Kirchenkreis Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die evangelische Kirchengemeinde Brüssow und Fahrenwalde ist ein länderübergreifender Pfarrsprengel mit elf Kirchen in Brüssow, Bagemühl, Battin, Grimme, Grünberg, Menkin, Trampe, Woddow, Wollschow, Bröllin, Fahrenwalde und Friedrichshof.[12]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtbefestigung mit Stadtmauer, Resten von Wiekhäusern und Torwächterhaus
  • Kirche St. Sophia in Brüssow
  • Dorfkirchen in den Ortsteilen Bagemühl, Battin, Grimme, Grünberg, Menkin, Trampe, Woddow und Wollschow
  • Kulturhaus der Stadt mit dem Kulturhaus-Kino Brüssow[13] als eine der Brandenburger Dependancen und Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern.

Liste der Baudenkmale in Brüssow

Historischer Bahnhof von Brüssow

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brüssow kreuzen sich die Landesstraßen L 26 PrenzlauLöcknitz und L 251 PasewalkSchmölln. Die Autobahnanschlussstelle Prenzlau-Ost an der A 20 (Kreuz UckermarkLübeck) ist ca. 12 km, die Anschlussstelle Schmölln an der A 11 (Berlin–Stettin) etwa 17 km von Brüssow entfernt.

Der nächste Bahnhof befindet sich in Löcknitz an der Bahnstrecke Pasewalk–Stettin, nachdem die Bahnstrecke Prenzlau–Löcknitz stillgelegt worden ist.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VIII: Uckermark. Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brüssow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Brüssow
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  7. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Karlheinz Blaschke, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck: Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1979, DNB 800116615.
  11. 170 Jahre Diakonie und Stephanus-Stiftung in Brüssow, abgerufen am 10. Juni 2017
  12. Kirchengemeinde Brüssow
  13. http://www.kulturhaus-kino-bruessow.de/