Gramzow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gramzow
Gramzow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gramzow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gramzow
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 66,26 km2
Einwohner: 1901 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039861
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 225
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Poststraße 25
17291 Gramzow
Webpräsenz: www.amtgramzow.de
Bürgermeister: Uwe Koch
Lage der Gemeinde Gramzow im Landkreis Uckermark
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Die Gemeinde Gramzow gehört zum Landkreis Uckermark im Norden Brandenburgs und liegt etwa 13 km von der Kreisstadt Prenzlau entfernt. Sie liegt im Ballungsraum von Stettin. In Gramzow befindet sich der Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Gramzow liegt an den Seen Klostersee (auch Haussee) und Kantorsee. Im Ort befindet sich der Schulzensee. In südlicher Richtung (an der B 198 nach Angermünde) liegt der Glambecksee. Südwestlich von Gramzow (in Richtung Melzow/Warnitz) befinden sich die Kuhseen (Großer und Kleiner Kuhsee). Die Badestelle am Großen Kuhsee erreicht man von Karlshof aus.

Siehe auch: Uckermärkische Seen

Klostersee in Gramzow, im Hintergrund (linker Bildrand) der Gramzower Sportplatz, am rechten Bildrand die Klosterruine.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Gramzow gehören die Ortsteile Gramzow, Lützlow, Meichow und Polßen sowie die Wohnplätze Ausbau, Forsthaus, Karlshof, Koboltenhof, Neumeichow, Randowhöhe und Zehnebeck.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterruine Gramzow

Bei Grabungen zur Vorbereitung der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung OPAL wurde bei Neumeichow eine Gruppe von sieben slawischen Körpergräbern der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gefunden. Die Skelette wurden von der Anthropologin Bettina Jungklaus untersucht. Die vier Erwachsenen und drei Kinder waren alle in gestreckter Rückenlage in Ost-West-Ausrichtung bestattet. Bei vier der Toten lag der Kopf im Osten, bei den anderen im Westen. Bei einer 45 bis 50 Jahre alten Frau befanden sich im Bereich des Kopfes zwei Schläfenringe als Bestandteile der spätslawischen Tracht. Die anderen Gräber waren ohne Beigaben. Bei der Frau mit den Schläfenringen lagen zudem auf dem Kopf ein großer und ein kleinerer Stein, sowie auf den Füßen ein großer Stein. Solche „Versteinungen“ sind in spätslawischen Körpergräbern schon länger bekannt. Sie zielen wahrscheinlich darauf ab, die Wiederkehr des Verstorbenen zu verhindern. Bei dieser Frau könnte das an sechs unterschiedlich großen Osteomen am Stirnbein gelegen haben. Die größte maß im Durchmesser 13 mm und war 5 mm hoch. Diese gutartigen, langsam wachsenden Knochentumore verursachen meist keine Schmerzen. Doch sind sie je nach Lage und Größe gut sichtbar, wie bei der hier bestatteten Frau. Die Lage des großen Osteoms direkt auf der Stirn über dem linken Auge, kennzeichnete das Gesicht zu Lebzeiten auf markanter Weise.[3][4][5][6]

Erstmals wird Gramzow im Jahr 1168 als villa Gramsowe (Dorf) urkundlich erwähnt und ist damit „ältester urkundlich überlieferter Ort der Uckermark (Lieselott Enders). Im Jahr 1177/78 wurde das Prämonstratenserkloster Gramzow gegründet.[7] 1714 brannte die Klosterkirche nieder. Bis heute ist nur noch ein Teil der Westwand erhalten geblieben. Die Klosterruine ist ein Wahrzeichen Gramzows. Im Jahr 1288 wird Gramzow erstmals als Stadt erwähnt, seit 1586 nur noch als Flecken. Stadtherr war das Kloster, ab 1542/43 der Landesherr (Kurfürst).

1687 wurde die französische Kolonie gegründet. Die Réfugiés erhielten die Klosterkirche, die 1714 abbrannte, für ihre Gottesdienste.

Am 31. Dezember 2001 wurden Lützlow, Meichow und Polßen eingemeindet.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 302
1890 2 164
1910 2 133
1925 1 923
1933 1 841
1939 1 778
1946 2 152
1950 2 343
1964 1 850
1971 1 774
Jahr Einwohner
1981 1 507
1985 1 432
1989 1 355
1990 1 331
1991 1 324
1992 1 292
1993 1 268
1994 1 287
1995 1 293
1996 1 276
Jahr Einwohner
1997 1 295
1998 1 290
1999 1 273
2000 1 264
2001 2 220
2002 2 177
2003 2 145
2004 2 147
2005 2 110
2006 2 048
Jahr Einwohner
2007 2 081
2008 2 057
2009 1 997
2010 1 986
2011 1 972
2012 1 950
2013 1 923
2014 1 918
2015 1 901

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[9][10] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Gramzow besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[11]

  • CDU: 7 Sitze
  • Wählergruppe "Bürgernahe Kommunalpolitik" 4 Sitze
  • Einzelbewerber Karl Scholz: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Heimann (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 76,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13] Er verstarb am 12. Mai 2016.[14] Am 26. September 2016 wählte die Gemeindevertretung für die restliche Legislaturperiode Uwe Koch zum Bürgermeister der Gemeinde und Ortsvorsteher des Ortsteils Gramzow.[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. Januar 2000 genehmigt.

Blasonierung: „In einer silbern gefugten roten Ziegelmauer ein spitzbogiges, silbern gerahmtes blaues Fenster, oben beseitet von zwei silbernen Dreipässen, darin ein stehender, widersehender rot-bewehrter Storch in natürlichen Farben.“[16]

Kirche St. Marien Gramzow
Eisenbahnmuseum Gramzow

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Gramzow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gramzow liegt an den Bundesstraßen B 198 zwischen Prenzlau und Angermünde sowie B 166 zwischen dem Kreuz Uckermark und Schwedt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Gramzow an der A 11 Berlin–Stettin.

Im Jahr 1906 wurde die Kreisbahn Schönermark–Damme mit dem Bahnhof Gramzow und dem Haltepunkt Lützlow eingeweiht. 1979 wurde der Streckenabschnitt nach Schönermark und 1995 der nach Damme stillgelegt. Auf dem Streckenteil zwischen Gramzow und Damme und zwischen Damme und Eickstedt betreibt das Eisenbahnmuseum Gramzow heute eine eigene Strecke. Ausgangspunkt ist das Museum in Gramzow.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gramzow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Gramzow
  3. Projekt Neumeichow, spätslawische Gräber. In: anthropologie-jungklaus.de. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  4. Bettina Jungklaus: Sonderbestattungen vom 10.-15. Jahrhundert in Brandenburg aus anthropologischer Sicht. In: Ruth Struwe, Johan Callmer (Hrsg.): Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift. Band 50, Nr. 1-2. Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2009, S. 197–214.
  5. Thilo Stapelfeldt, Bettina Jungklaus: An der Wiederkehr gehindert. Slawische Gräber mit Sonderbestattung bei Neumeichow, Lkr. Uckermark. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg. Konrad Theiss Verlag, 2008, ISSN 0948-311X, S. 72–74.
  6. Thilo Stapelfeldt, Bettina Jungklaus: Die Furcht vor dem Weibe. In: Archäologie in Deutschland. Band 3, 2010, ISSN 0176-8522, S. 40–41.
  7. Franz Winter: Die Prämonstratenser des 12. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für das nordöstliche Deutschland. Berlin 1865, S. 210–212.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  11. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  12. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Nachruf Herr Karl Heimann
  15. Wahlkrimi in der Gemeindevertretung Gramzow
  16. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg