Zichow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Zichow führt kein Wappen
Zichow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zichow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 11′ N, 14° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gramzow
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 32,21 km2
Einwohner: 565 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16306
Vorwahl: 039861
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 645
Adresse der Amtsverwaltung: Poststraße 25
17291 Gramzow
Website: www.amtgramzow.de
Bürgermeister: Martin Röthke (CDU)
Lage der Gemeinde Zichow im Landkreis Uckermark
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Zichow ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört dem Amt Gramzow an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die uckermärkische Gemeinde Zichow zwischen den Städten Prenzlau, Schwedt/Oder und Angermünde liegt im Grundmoränengebiet, das sich zwischen den Urstromtälern von Ucker, Welse und Randow erhebt. Zur seenreichen Umgebung Zichows gehören ausgedehnte Wiesen im Randowbruch und Welsebruch sowie das Naturschutzgebiet Zichower Wald. Die höchste Erhebung innerhalb der Gemeindegrenzen ist der Lange Berg mit 101 m ü. NHN, der niedrigste Punkt (Randowbruch im Osten der Gemeinde) befindet sich dagegen auf 9 m ü. NHN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Fredersdorf, Golm und Zichow sowie der Wohnplatz Zichow-Lindenwegsiedlung.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2001 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Fredersdorf, Golm und Zichow zusammen.[3]

Ortsteil Zichow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ehemals slawischen Dorfanlage (Ortsnamen ursprünglich Tzikow, Czichow, später Ziechow) wurde während der deutschen Ostkolonisation im 13. Jahrhundert die Burg Zichow errichtet. 1288 taucht der Ort erstmals in einer Abtretungsurkunde des Klosters in Gramzow auf. Von 1354 bis 1447 gehörten die nördlichen Teile der Uckermark und damit auch Zichow zu Pommern, danach (bis heute) zu Brandenburg.

Die Zichower Kirche wurde 1713 neu aufgebaut, nachdem sie im Dreißigjährigen Krieg verfallen war.

Ortsteil Fredersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste schriftliche Erwähnung von Fredersdorf findet sich in einer Kaufurkunde des Gramzower Klosters aus dem Jahr 1580. Es ist anzunehmen, dass der Ort älter ist – er taucht wegen der Zugehörigkeit zu Pommern nicht im Landbuch Karls IV. von 1375 auf. Im Jahr 1678 wurden in Fredersdorf 40 Hugenotten angesiedelt, die eine eigene (reformierte) Kirchengemeinde gründeten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Fredersdorfer Kirche niedergebrannt und erst 1703 neu errichtet.

Ortsteil Golm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des ehemaligen Rittergutes entwickelte sich aus Golym, Golin zu Golm, was im Slawischen „Berg“ bedeutet. 1354 wurde Golm erstmals bei Verhandlungen zwischen Ludwig dem Römer und dem pommerschen Herzog Barnim IV. erwähnt. Ab 1472 tauchen die verschiedenen Linien der Familie von Arnim als Landbesitzer auch in Golm auf. 1711 wurde auch die Golmer Kirche nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg neu aufgebaut. In den 1920er Jahren siedelten Flüchtlinge aus Westpreußen in Golm. 1774 hatte Golm 184 Einwohner. 2005 betrug die Einwohnerzahl 156.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 433
1890 393
1910 469
1925 477
1933 386
1939 402
1946 658
1950 705
Jahr Einwohner
1964 568
1971 534
1981 479
1985 436
1989 389
1990 383
1991 389
1992 378
1993 371
1994 367
Jahr Einwohner
1995 367
1996 363
1997 363
1998 363
1999 373
2000 366
2001 664
2002 657
2003 644
2004 645
Jahr Einwohner
2005 641
2006 644
2007 625
2008 645
2009 611
2010 617
2011 628
2012 632
2013 610
2014 609
Jahr Einwohner
2015 583
2016 566
2017 565

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Zichow besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Wählergruppe Fredersdorf, Golm, Zichow 4 Sitze
  • Wählergruppe Zichow 2 Sitze
  • Wählergruppe Dorfgemeinschaft Golm 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2003: Martin Röthke (CDU)[8]

Röthke wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 52,5 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Zichow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Holländerwindmühle in Zichow (die Flügel wurden bei einem Gewitter 1921 abgerissen)
  • Schloss Zichow

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 166 (Schwedt/OderKreuz Uckermark) mit einer seit 2004 bestehenden Ortsumgehung Zichows. Die Anschlussstelle Gramzow an der A 11 (Berlin–Stettin) ist ca. 7 km entfernt.

Die Bahnstrecke Schönermark–Damme mit den Haltepunkten Golm und Fredersdorf sowie dem Bahnhof Zichow ist seit 1979 stillgelegt. Der nächstgelegene Bahnhof ist Passow an der Bahnstrecke Berlin-Stettin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.
  • Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375, Veröffentlichung der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, VIII, 2, Berlin 1940.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zichow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2017 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Zichow
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 30–33
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014