Fons (Lot)

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Fons
Fonts
Wappen von Fons
Fons (Frankreich)
Fons
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Figeac
Kanton Figeac-1
Gemeindeverband Grand-Figeac
Koordinaten 44° 40′ N, 1° 57′ OKoordinaten: 44° 40′ N, 1° 57′ O
Höhe 212–425 m
Fläche 14,95 km2
Einwohner 402 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km2
Postleitzahl 46100
INSEE-Code

Fons – Château du Roc

Fons (okzitanisch: Fonts) ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde (commune) mit 402 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Lot im Norden der Region Okzitanien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fons liegt im Osten des Regionalen Naturparks Causses du Quercy in einer Höhe von etwa 260 Metern ü. d. M. Bis nach Figeac sind es knapp zwölf Kilometer (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung; die sehenswerte Kleinstadt Assier ist nur etwa acht Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 349 295 309 321 341 342 386 396

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist über 1.000 Einwohner; wegen der Reblauskrise und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl seitdem bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war immer landwirtschaftlich geprägt, wobei in früheren Zeiten das Prinzip der Selbstversorgung – auch mit Wein – galt. Nach der Reblausplage im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde der Weinbau vorübergehend eingestellt; mittlerweile werden jedoch wieder Rot-, Rosé- und Weißweine produziert, die über die Appellationen Comté Tolosan und Côtes du Lot vermarktet werden. Die steinigen und kalkhaltigen Böden der Causses eignen sich nur schlecht für den Anbau von Getreide und so betrieben viele Bauern hauptsächlich Milch- und Viehwirtschaft, wobei vor allem die Schafzucht eine wichtige Rolle spielt. In den 1970er und 1980er Jahren wurden mehrere Häuser des Ortes zu Ferienwohnungen (gîtes) umgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Château du Roc erhob sich an der Stelle eines gallorömischen Landgutes (villa rustica). Die erste Erwähnung der Kirche und des Ortes stammt aus dem Jahr 1146. Ob der Ort im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) Zerstörungen erlitt, ist unbekannt – in der Zeit danach wurde die Kirche jedoch umgebaut und befestigt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ort stehen noch mehrere Bruchsteinhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts.
  • Die Pfarrkirche Saint-André ist ein Bau des 12. Jahrhunderts, der jedoch immer wieder Zerstörungen und Veränderungen über sich ergehen lassen musste. Bis auf den aus exakt behauenem Steinmaterial gefertigten unteren Teil der Apsis zeigen die meisten Bauteile gotische Stileinflüsse, wenngleich diese bei einem ländlichen Bauwerk äußerlich kaum in Erscheinung treten – das einschiffige Innere der Kirche ist jedoch größtenteils rippengewölbt. Bemerkenswert sind die zumeist aus Bruchsteinen gemauerten Aufbauten des 15. Jahrhunderts, die aus der Kirche eine kleine Festung machten, die den Dorfbewohnern Schutz bieten konnte – die polygonal gebrochenenen Aufbauten oberhalb der halbrunden Apsis zeigen sogar einen kleinen Aborterker. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1972 in die Liste der Monuments historiques eingetragen.[1]
Maison Réveillac
Umgebung
  • Das am Rand des Weilers Aubignières (44° 40′ 7″ N, 1° 57′ 13″ O) stehende Maison Réveillac ist ein schönes Beispiel einer repräsentativen Gutsherren-Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts. Bauherr war der königliche Notar Pierre Réveillac, der jedoch während der Pestepidemie des Jahres 1628 verstarb. Das im Privatbesitz befindliche Bauwerk wurde Ende des 18. Jahrhunderts (eine Bauinschrift nennt das Jahr 1780) um die repräsentative Loggienfassade erweitert und im Jahre 1938 als Monument historique anerkannt.[2]
  • Vom spätmittelalterlichen Château du Roc (44° 39′ 40″ N, 1° 57′ 17″ O) steht nur noch ein Rundturm mit Rechteckfenstern; die übrigen Gebäude wurden bei einer Belagerung durch protestantische Truppen im Jahr 1622 in Mitleidenschaft gezogen und in der Zeit der Französischen Revolution durch einen Brand völlig zerstört. Der Turm und angrenzende Gebäudereste wurden im Jahr 1993 als Monuments historiques anerkannt.[3] In der Nähe steht ein Taubenhaus (pigeonnier).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fons (Lot) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-André, Fons in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Maison Réveillac, Fons in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Château du Roc, Fons in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)