Gréalou

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Gréalou
Gréalou (Frankreich)
Gréalou
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Figeac
Kanton Cajarc
Gemeindeverband Grand-Figeac
Koordinaten 44° 32′ N, 1° 53′ OKoordinaten: 44° 32′ N, 1° 53′ O
Höhe 197–402 m
Fläche 17,50 km²
Einwohner 268 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km²
Postleitzahl 46160
INSEE-Code

Gréalou – Kirche und Brunnen

Die französische Gemeinde Gréalou befindet sich im Département Lot in der Region Okzitanien. Der 268 Einwohner (Stand 1. Januar 2014) zählende Ort liegt im Gebiet des Regionalen Naturparks Causses du Quercy. Durch Gréalou führt der Fernwanderweg GR 65, welcher weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges (Via Podiensis) folgt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gréalou liegt am südwestlichen Rand des Zentralmassivs im Gebiet des Regionalen Naturparks Causses du Quercy, einem Kalksteinplateau, an der Wasserscheide zwischen dem Fluss Lot und seinem rechten Nebenfluss Célé. Die nächsten größeren Orte sind Figeac (15 Kilometer östlich) und Cahors (36 Kilometer westlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet von Gréalou finden sich mehrere zum Teil gut erhaltene Dolmen. Auch aus gallo-römischer Zeit wurden Siedlungsspuren gefunden.

1293 wird Gréalou erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Herrschaftsgebiet der Herren Barasc aus Béduer. Während des Hundertjährigen Krieges wurde das Dorf zerstört.

Jakobsweg (Via Podiensis)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Etappenherberge (französisch: Gîte d'étape) für Pilger, gibt es nur eingeschränkte Übernachtungsmöglichkeiten. Vor Cajarc gibt es im Weiler Pech Granat noch weitere Beherbergungsbetriebe. Diese Variante des Jakobswegs führt weiter über die karge Landschaft der Causses, vorbei an Dolmen und abgeschiedenen Weilern. Sie ist mit GR 65 gekennzeichnet, überquert bei Cajarc das Lot-Tal und führt dann weiter über Limogne-en-Quercy nach Cahors. Als Straßenverbindung führt die D19 nach Cajarc.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Region von Gréalou gibt es zahlreiche Großsteingräber (Dolmen) der Megalithkultur. Zwei von ihnen stehen auf dem Gemeindegebiet von Gréalou auf dem Hügel Pech-Laglaire (389 m) in Sichtweite des Jakobsweges. Dort wurde ein Steinkreuz errichtet, von dem angenommen wird, dass es aus dem Mittelalter stammt. Wegen dieser Verbindung zwischen vorzeitlicher und christlicher Kultur wurden die beiden Dolmen 1998 als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden an den Dolmen Ausgrabungen vorgenommen. Die gefundenen Grabbeigaben werden im Museum von Cahors aufbewahrt.
  • Die romanische Pfarrkirche (Notre-Dame de l’Assomption) stammt aus dem 12. Jahrhundert; im 16. Jahrhundert war sie Teil eines Klosters und im 19. Jahrhundert wurde sie vergrößert. Der Chor der einschiffigen Kirche ist tonnengewölbt; die beiden Joche des Kirchenschiffs haben Kreuzgratgewölbe. Eine bäuerliche, aber dennoch ausdrucksstarke Pietà (Notre Dame de la Pitié) aus dem 16. Jahrhundert befindet sich im Kirchenschiff. Das Weihwasserbecken (franz. bénitier) am Eingang stammt aus dem Jahr 1684. Die Kirche wurde im Jahr 1959 als Monument historique eingestuft.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gréalou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église, Gréalou in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)