Fredenbaumpark

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Historische Ansicht Saalbau Fredenbaum 1913
Fredenbaumpark, Zugang von der Beethovenstraße
Big Tipi
Holzbrücke am Teich
Alte Schweinerasse am Waldspielplatz

Der 63 Hektar große Fredenbaumpark gehört als „grüne Lunge“ der Dortmunder Nordstadt zu den großen Parkanlagen in der Stadt.

Beschreibung des Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fredenbaumpark ist durch eine abwechslungsreiche Vegetation gekennzeichnet. Auffallend sind insbesondere große Rhododendren, die im Mai unter dem Dach der Laubbäume blühen.

An der östlichen Grenze des Parks liegt die U-Bahn-Station Fredenbaum an der Münsterstraße. Angrenzend wurde das Museum für Naturkunde errichtet.

Im westlichen Teil grenzt der Park an den Dortmund-Ems-Kanal. Hier ist er nur durch eine Bahnlinie der Dortmunder Hafenbahn von den Ruderhäusern der Dortmunder Rudervereine und dem Bundesleistungszentrum Rudern Dortmund des deutschen Ruderverbandes, das unmittelbar am Wasser liegt, getrennt. Über eine Öffnung und Erweiterung des Parks hin zum Wasser wird derzeit nachgedacht.

Angebote im Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fredenbaumpark beherbergt einen großen Bau- und Abenteuerspielplatz, den die Stadt durch Ankauf und Aufbau des „Big Tipi“ von der Expo 2000 in Hannover aufwertete. Laut Angaben der Stadt Dortmund ist das Tipi 35 Meter hoch und circa 25 Meter breit und damit das größte Tipi der Welt[1]. Die Konstruktion wird von zwölf 35 Meter hohen Douglasienstämmen aus dem Schwarzwald mit einem Basisdurchmesser von einem Meter getragen. Das riesige Zelt beherbergt eine Kletterwelt und wird für Veranstaltungen genutzt. Um den Kindern eine Auseinandersetzung mit der Natur zu ermöglichen, werden verschiedene Haustiere gehalten und versorgt. Ein Waldstück mit Spielgeräten und einem Teich steht zur Verfügung. Aus verschiedenen Materialien können „Buden“ gebaut werden. Der Spielplatz wird pädagogisch betreut und bietet für Kinder und Jugendliche ganzjährig verschiedene Aktivitäten.

Der Fredenbaumpark ist Austragungsort des Dortmunder Halbmarathon und der Laufstrecke des Dortmunder Westfalen-Triathlon. Zur Freizeitgestaltung bietet der Fredenbaumpark:

  • Spazierwege, Bänke & Liegewiesen
  • Erlebniswelt Fredenbaum Big Tipi
  • Rosengarten
  • Musikpavillon
  • Abenteuer- und Bauspielplatz
  • Kinderspielplätze
  • Bootsverleih
  • Modellboot-Teich
  • Joggingstrecke
  • Inlineskating (3 km langer Rundkurs)
  • Minigolf (18 Bahnen)
  • Boule
  • Beachvolleyball
  • Tischtennisplatten
  • Grillplätze
  • Jugendverkehrsgarten
  • Mende-Sportanlage
  • American Football (Dortmund Giants)
  • Rugby (RFC Dortmund)[2]
  • Gaststätte Schmiedingslust.

Zudem ist der Park Ort regelmäßiger Feste und Veranstaltungen. Beispielsweise gastiert seit den 1990er Jahren in jedem Frühling das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum im Fredenbaumpark. 2013 fand hier z.B. auch das Workers Youth Festival statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist der Park aus dem Stadtwald Westerholz circa um das Jahr 1880 herum. Die Umgestaltung des Stadtwaldes zur Parkanlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts eingeleitet und bis 1906 nach Plänen des Berliner Tiergartendirektors Hermann Geitner umgesetzt. 1881 wurde eine Pferdebahnverbindung zum Bahnhof in der Innenstadt eingerichtet. Die Strecke wird heute von der Stadtbahnlinie U41 befahren. Bereits 1888–90 war anstelle der Gaststätte Fredenbaum ein Saalbau mit 2.200 m² errichtet worden, in dem Schützen- und Volksfeste sowie Messen stattfanden.[3] Hier fanden jeweils am 27. Januar die Feierlichkeiten zum Kaisergeburtstag statt, die als gesellschaftlicher Höhepunkt des Jahres galten.

Vom 13. bis zum 16. Mai 1891, gastierte Buffalo Bill’s Wild West Show während ihrer ersten Tournee durch das Deutsche Reich im Fredenbaumpark. Bereits die erste Vorstellung der Völkerschau wurde von rund 5000 Zuschauern besucht.[4]

Nördlich des Fredenbaums, in unmittelbarer Nähe der heutigen Deutschen Gasrußwerken, wurde 1911 das erste Dortmunder Flugfeld eröffnet. Dieser Flugplatz war 1911 der Schauplatz der ersten Dortmunder Flugtage. Der Fredenbaumwirt Jos. Windheuser, ein begeisterter Anhänger der Luftfahrt, charterte für den 3. August 1913 das Parseval-Luftschiff PL 12 - CHARLOTTE. Aus Witterungsgründen fanden keine der geplanten Passagierfahrten statt, allerdings ließ Windheuser Reklamekarten des Vergnügungsparks von Bord des Luftschiffes über Dortmund verteilen. Das Flugfeld am Fredenbaum hatte bis zum Ersten Weltkrieg Bestand.

Im östlichen Teil des Parks wurde am Ostersonntag 1912 der Lunapark eröffnet, ein Freizeitpark im Stile des Berliner Lunapark oder des Wiener Praters, in den über 60.000 Mark investiert wurden.[5] Als Attraktionen wurden unter anderem eine Gebirgsbahn, eine Wasserrutschbahn und ein Hippodrom angeboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fredenbaum. Parkgeschichte des Dortmunder Nordens. (Heimat Dortmund. Stadtgeschichte in Bildern und Berichten. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. in Verbindung mit dem Stadtarchiv Dortmund, Ausgabe 2/2015, ISSN 0932-9757)
  • Gustav Luntowski: Die leichte und die ernste Muse: Freizeitvergnügen und städtischer Kulturbetrieb. in: Gustav Luntowski: Geschichte der Stadt Dortmund. hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund, Dortmund 1994, ISBN 3-611-00397-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Parks in Dortmund – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Fredenbaumpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite des Jugendamtes Dortmund
  2. RFC Dortmund
  3. Gustav Luntowski: Die leichte und die ernste Muse: Freizeitvergnügen und städtischer Kulturbetrieb. in: Gustav Luntowski: Geschichte der Stadt Dortmund. hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund, Dortmund 1994, ISBN 3-611-00397-2, S. 327.
  4. Karl Markus Kreis (Hrsg.): Die wilden Indianer in ihrem bunten Geflitter. Zur Entstehung eines Stereotyps am Beispiel von „Buffalo Bill’s Wild West“ in Dortmund 1891. Zeitgenössische Materialien. 1993 (fh-dortmund.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 2. März 2013]).
  5. Gustav Luntowski: Die leichte und die ernste Muse: Freizeitvergnügen und städtischer Kulturbetrieb. in: Gustav Luntowski: Geschichte der Stadt Dortmund. hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund, Dortmund 1994, ISBN 3-611-00397-2, S. 328.

Koordinaten: 51° 32′ 13″ N, 7° 26′ 49″ O