Brachttal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brachttal
Brachttal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brachttal hervorgehoben
Koordinaten: 50° 19′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 30,85 km2
Einwohner: 5137 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63636
Vorwahlen: 06053, 06054
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, HU, SLÜ Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 005
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wächtersbacher Straße 48
63636 Brachttal
Webpräsenz: www.gemeinde-brachttal.de
Bürgermeister: Wolfram Zimmer
Lage der Gemeinde Brachttal im Main-Kinzig-Kreis
Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild

Brachttal ist eine Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brachttal liegt im südlichen Vogelsberg. Durch die Gemeinde fließen die Bracht und der Reichenbach, der wiederum beim Brachttaler Ortsteil Schlierbach in die Bracht mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brachttal grenzt im Norden an die Gemeinden Kefenrod (Wetteraukreis) und Birstein, im Osten an die Stadt Bad Soden-Salmünster sowie im Süden und Westen an die Stadt Wächtersbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungssitz ist der Ortsteil Schlierbach. Die Gemeinde Brachttal besteht aus folgenden Ortschaften:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brachttal entstand am 1. Juli 1970 durch den Zusammenschluss der selbstständigen Gemeinden Schlierbach, Hellstein und Neuenschmidten. Die Namensgebung wurde hierbei im Rahmen eines Schülerwettbewerbes ausgeschrieben. Brachttal leitet sich aus dem Namen des Flusses Bracht ab, welcher durch die Ortsteile Neuenschmidten und Schlierbach fließt. Am 1. Februar 1971 kamen Spielberg und Streitberg hinzu; Streitberg ist seit 1573 urkundlich erwähnt. Später, am 1. Juli 1974, wurde noch Udenhain in die Gemeinde Brachttal eingegliedert.[2]

Bis zum Jahr 1859 gab es einen Hammerbetrieb auf dem Gelände des Schlosses Eisenhammer, heute befindet sich dort ein Wasserkraftwerk.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,7 7 36,5 9 32,3 8 49,8 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,3 7 30,6 8 32,8 8 34,1 9
FW BRACHTTAL Freie Wähler Brachttal 23,6 6 22,0 5 23,1 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,5 2 10,4 3 7,1 2 7,4 2
GFV Gemeinsam für Veränderungen[6] 13,3 3
FDP Freie Demokratische Partei 0,5 0 0,5 0
REP Die Republikaner 4,7 1 8,7 2
gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25
Wahlbeteiligung in % 54,0 51,8 52,0 68,0
Wappen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 29. Oktober 1984 durch den Hessischen Minister des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Rot einen goldenen Lindenzweig mit sechs goldenen Blättern und im Schildfuß drei goldene Wellenbalken, dazu in der silbernen Flanke rechts zwei schwarze Balken.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 05.03.2017 wurde Wolfram Zimmer mit 64,78% der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister der Gemeinde Brachttal gewählt.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waechtersbacher Keramik – Verwaltungsgebäude
Waechtersbacher Keramik-Brunnen

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Brachttaler Ortsteil Spielberg befindet sich das vom Museums- und Geschichtsverein Brachttal betriebene Brachttal-Museum. Neben einer umfangreichen Sammlung an Waechtersbacher Keramik werden hier Sonderausstellungen mit wechselnden Themen gezeigt. Im Dachgeschoss des Museums befindet sich ein Modelleisenbahn-Nachbau der Strecke der Vogelsberger Südbahn. Das Museum verfügt zudem über Vitrinen in denen die Ausgrabungsgegenstände der Spielberger Burg gezeigt werden.[9]

Im Brachttaler Ortsteil Streitberg befindet sich das privat betriebene Lindenhof-Museum, in welchem sich ebenfalls eine umfangreiche Sammlung von Gegenständen der Wächtersbacher Steingutfabrik verschiedener Stilepochen (Historismus, Jugendstil, Art Déco) befindet.[10]

Seit 2013 wird in der ehemaligen Produktionstätte in Schlierbach wieder eine Schauproduktion betrieben. Ein Werksverkauf mit Onlineshop vertreibt auch weiterhin noch Produkte der ehemaligen Manufaktur.[11]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelsberger Südbahnradweg
  • Rundweg/Naturerlebnispfad „Wasser von Brachttal“ mit verschiedenen Stationen, u.a. einer Kneippanlage
  • Der Sportverein SV Brachttal setzt sich aus den Abteilungen Fußball, Lauftreff und Damengymnastik (inklusive Kinderturnen) zusammen.
  • Im Ortsteil Spielberg ist der BSC (Ball-Spiel-Club) 1922 Spielberg zu Hause. Dieser Verein betreibt in erster Linie Fußball, seit 1995 auch Damenfußball.
  • Im Ortsteil Udenhain spielt der Fußballclub FC Vorwärts Udenhain.
  • Der JSV Neuenschmidten ist der erfolgreichste Sportverein in Brachttal und mehrfacher deutscher Meister im Einradfahren.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brachttaler Weihnachtsmarkt
  • Brachtstraßenfest
  • Fastnachtsumzüge in Hellstein und Udenhain
  • Anlassen mit Motorrad-Gottesdienst in der Erlöserkirche Hellstein

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brachttal ist an das Autobahnnetz über die Bundesstraße 276, die zur Anschlussstelle A66 Bad Orb/Wächtersbach führt, angebunden. Die Buslinien MKK-71 und MKK-72 der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH stellen eine stündliche Verbindung über die Orte Wächtersbach-Schlierbach-Neuenschmidten-Birstein dar. Die Ortsteile Hellstein und Udenhain sind jeweils im Zweistundentakt über die längere Linie MKK-71 nach Wächtersbach und Birstein verbunden.[13] In Wächtersbach besteht über die Regionalzüge Anschluss an die Bahnstrecke Frankfurt-Fulda.

Ferner besteht Anschluss an das Radwegenetz Hessen über den Vogelsberger Südbahnradweg, welcher durch Brachttal führt. Auf diesem verkehrte bis 1967 die heute stillgelegte Vogelsberger Südbahn.

Die Deutsche Bahn AG plant den Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Würzburg-Fulda. Zwei der Trassenvarianten beinhalten eine ca. 90 Meter hohe Brücke durch das Gemeindegebiet Brachttals. Um gegen dieses Vorhaben zu protestieren wurde am 8. März 2017 die Bürgerinitiative „Pro BrachtTal“ gegründet.[14]

Für die Bundesstraße 276 ist zudem eine 3 km lange Ortsumgehung für den Ortsteil Schlierbach geplant. Diese steht im Bundesverkehrswegeplan 2030 im weiteren Bedarf.

Digitales Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 2014 wurde Brachttal durch die Breitband Main-Kinzig GmbH an das Glasfasernetz angeschlossen. Dadurch wurde eine Versorgung mit 50 Mbit/s realisiert.[15]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Tageszeitungen gibt es die Gelnhäuser Neue Zeitung. Das amtliche Verkündigungsorgan der Gemeinde stellt die wöchentlich erscheinende Zeitung Die Regionale dar. Das seit 1833 existierende Gelnhäuser Tageblatt wird dagegen zum 31. März eingestellt.

Waechtersbacher Keramik-Fabrikgebäude

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2011 Waechtersbacher Keramik, bedeutende Keramikmanufaktur seit 1832
  • verschiedene kleine mittelständische Unternehmen, darunter Handwerksbetriebe und Maschinenbau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 362, 363.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. In Brachttal tritt erstmals Gruppierung „Gemeinsam für Veränderungen“ an. In: Gelnhäuser Tageblatt, 12. Januar 2016
  7. Beginn einer gemeinsamen Zukunft. In: gelnhaeuser-tageblatt.de. Abgerufen am 28. November 2016.
  8. PC-Wahl HTML-Modul, vote iT GmbH: Wahlergebnis Bürgermeisterwahl Brachttal 2017. Abgerufen am 20. März 2017.
  9. Brachttal-Museum der Gemeinde-Brachttal
  10. Lindenhof Keramik-Museum – Aktuelles. In: Website vom Lindenhof Keramik-Museum. Abgerufen am 23. August 2009.
  11. In Schlierbach wird wieder produziert. In: gelnhaeuser-tageblatt.de. Abgerufen am 20. Dezember 2016.
  12. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 22. Januar 2017
  13. Fahrpläne. In: kreiswerke-main-kinzig.de. Abgerufen am 1. Dezember 2016.
  14. Verein „Pro BrachtTal“ ist gegründet. In: www.gnz.de. (gnz.de [abgerufen am 20. März 2017]).
  15. Breitband steht jetzt auch in Birstein und Brachtal zur Verfügung. In: brachttal.de. Abgerufen am 11. Februar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brachttal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien