Helge Braun

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Helge Braun (2017)

Helge Reinhold Braun (* 18. Oktober 1972 in Gießen) ist ein deutscher Politiker der CDU und direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Gießen. Am 14. März 2018 wurde er zum Bundesminister für besondere Aufgaben ernannt und ist seitdem Chef des Bundeskanzleramts.[1] Zuvor war Braun Staatsminister bei der Bundeskanzlerin im Kabinett Merkel III.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1992 an der Liebigschule in Gießen und dem Wehrdienst in Koblenz studierte Helge Braun von 1994 bis 2001 Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Gießen und Marburg an der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie bis zum zweiten Bundestagsmandat 2009 angestellt. 2007 promovierte er über den Einfluss intraoperativer Tachykardien (Herzrasen während einer Operation) auf die postoperative Prognose zum Doktor der Medizin. Ende Juni 2015 wurde ihm durch den Senat der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, die Bezeichnung "Honorarprofessor" verliehen. [2]
Braun ist verheiratet und römisch-katholischen Glaubens.[3]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1989 bis 2007 war Braun Mitglied in der Jungen Union (JU). Er war von 1992 bis 1997 Kreisvorsitzender der JU Gießen und von 1998 bis 2001 Bezirksvorsitzender der JU Mittelhessen.

Seit 1990 ist er Mitglied der CDU. 1992 wurde er Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbandes Gießen, seit 2004 ist er nachfolgend auf Volker Bouffier (1987 bis 2004) Kreisvorsitzender. 1995 wurde er stellvertretender Bezirksvorsitzender der CDU Mittelhessen und seit 2007 ist er Bezirksvorsitzender.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braun gehörte von 1997 bis 2009 der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Gießen an. Ab 2006 war er Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.

Von Oktober 2002 bis September 2005 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2003 bis 2005 war er stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Hessen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ist es wieder seit 2009. Braun war Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Außerdem war er stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuss.

Bei der Bundestagswahl 2005 scheiterte er bei der Direktwahl gegen den SPD-Direktkandidaten Rüdiger Veit und konnte auch über die Landesliste nicht in den Bundestag einziehen.

Bei der Bundestagswahl 2009 gewann er das Direktmandat des Wahlkreises Gießen mit 59.441 (36,7 %) Stimmen[4] und ist seitdem wieder Abgeordneter im Deutschen Bundestag. In der Folge wurde er zum parlamentarischen Staatssekretär berufen und erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden der Landesgruppe Hessen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2013 errang Braun 67.587 Stimmen (44,4 %)[5] und siegte damit wiederum gegen den SPD-Direktkandidaten Rüdiger Veit im Wahlkreis Gießen (173).

Bei der Bundestagswahl 2017 war er der Spitzenkandidat der hessischen CDU.[6] Abermals holte er mit diesmal 57.610 Stimmen (35,1 %) das Direktmandat.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kabinett Merkel II war Braun parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.[7]

Braun wurde am 17. Dezember 2013 von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Staatsminister bei der Bundeskanzlerin für Bürokratieabbau, bessere Rechtsetzung und die Koordinierung der Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt ins Kabinett Merkel III berufen.[8][9] In dieser Position koordiniert er auch Bund und Länder in der Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa.[10]

Seit dem 25. Februar 2018 galt er als designierter Kanzleramtsminister im Kabinett Merkel IV und trat das Amt am 14. März 2018 an.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braun ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Die Deutsche Stiftung Friedensforschung wählte ihn 2009 zum stellvertretenden Vorsitzenden. Er gehört dem Kuratorium der Stiftung Lesen an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das neue Kabinett auf einen Blick, spiegel.de, abgerufen am 14. März 2018
  2. Tagesordnung Sitzung des Senats am 24. Juni 2015 Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main (PDF)
  3. [1] "Ein Kabinett voller Katholiken" katholisch.de, vom 9. März 2018
  4. Wahlkreisergebnisse 2009 beim Bundeswahlleiter (Memento vom 17. Juni 2011 im Internet Archive)
  5. Wahlkreisergebnisse 2013 beim Bundeswahlleiter (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive)
  6. "Hessen-CDU nominiert Team für Bundestagswahl." Auf: Hessenschau.de. 6. Mai 2017.
  7. Thorsten Winter: "Aus dem Klinikum in die Bundesregierung." In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. Oktober 2009.
  8. "Helge Braun wird Staatsminister." In: Gießener Anzeiger. 16. Dezember 2013.
  9. "Merkel bestätigt: Braun (CDU) wechselt ins Kanzleramt." In: Gießener Allgemeine Zeitung. 15. Dezember 2013.
  10. Marc Brost: "Merkels Flüchtlingskrisenterminator." In: Die Zeit, 24. September 2015.