Jørgen Gråbak

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Jørgen Gråbak Nordische Kombination
Jørgen Graabak Lahti 2014.jpg
Voller Name Jørgen Nyland Gråbak
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 16. April 1991
Geburtsort TrondheimNorwegenNorwegen Norwegen
Karriere
Verein Byåsen IL
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Sotschi 2014 Einzel LH
Gold Sotschi 2014 Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Silber 2013 Val di Fiemme Team NH
Silber 2015 Falun Team NH
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 8. Januar 2011
 Weltcupsiege 9 (davon 8 im Team)
 Gesamtweltcup 16. (2011/12)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 1 4 3
 Team 4 1 0
 Teamsprint 4 2 0
letzte Änderung: 22. Februar 2015

Jørgen Nyland Gråbak (* 26. April 1991 in Trondheim) ist ein norwegischer Nordischer Kombinierer. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 gewann Gråbak die Goldmedaille im Wettkampf auf der Großschanze.

Werdegang[Bearbeiten]

Gråbak begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Skisport und fing ein Jahr später mit der Nordischen Kombination an. Die ersten Wettkämpfe auf internationaler Ebene absolvierte er bei den Juniorenweltmeisterschaften 2009, wo er im Einzelwettbewerb den 20. Rang beim Sieg des Italieners Alessandro Pittin belegte. Bei der Junioren-WM im Winter darauf erreichte er Platz zehn und gewann mit dem Team um Ole Christian Wendel, Gudmund Storlien und Truls Sønstehagen Johansen die Silbermedaille hinter der deutschen Mannschaft. Nachdem ihm zu Saisonbeginn 2010/11 mehrere Podiumsergebnisse im Continentalcup gelungen waren, debütierte er im Januar 2011 im Weltcup, verpasste dort aber bei seinen sechs Einsätzen in diesem Winter die Punkteränge der besten 30. Ein solches Resultat erreichte er erstmals im Dezember 2011: Nach zwei 28. Rängen in der Ramsau schaffte er eine Woche später beim Weltcup in Seefeld mit der schnellsten Laufzeit als Dritter hinter Jason Lamy Chappuis und Alessandro Pittin den Sprung auf das Podest. Mit diesen Ergebnissen etablierte sich der zu diesem Zeitpunkt 20-jährige Gråbak fest im Weltcupteam der Norweger, im weiteren Verlauf des Winters erreichte er zwei weitere Podiumsergebnisse, darunter ein Weltcupsieg mit Jan Schmid, Magnus Moan und Mikko Kokslien in der Staffel. Insgesamt lag er am Ende der Saison auf dem 16. Platz im Gesamtweltcup.

Auch in der Folgesaison gelangen Gråbak mehrfach Top-10-Resultate sowie zwei Weltcupsiege in der Staffel und im Teamsprint. Bessere Ergebnisse scheiterten zumeist an seiner Schwäche im Springen, nach dieser Teildisziplin lag der Norweger oft weit zurück und musste sich durch eine gute Laufleistung im Klassement verbessern. Beim Saisonhöhepunkt des Winters 2012/13, der Nordischen Skiweltmeisterschaft im Val di Fiemme, hatte Gråbak etwa nach dem Springen als 49. bereits mehr als drei Minuten Rückstand auf die Spitze und konnte sich auch mit der elftbesten Laufleistung nicht unter den besten 30 platzieren.[1] Gleichzeitig gewann er bei dieser Weltmeisterschaft mit dem Team die Silbermedaille hinter der französischen Mannschaft. Der olympische Winter 2013/14 begann für ihn mit einem zweiten Platz hinter Eric Frenzel im Einzel- und dem Sieg mit der norwegischen Mannschaft im Teamwettbewerb bei der Saisoneröffnung in Kuusamo, auch bei weiteren Weltcuprennen belegte er einstellige Ränge. Lediglich bei einem von acht Weltcups und bei seinem letzten vorolympischen Start beim Nordic Combined Triple verpasste er die Top Ten. Mit diesen Ergebnissen qualifizierte er sich für das fünfköpfige norwegische Olympia-Aufgebot an Kombinierern.

Bei den Spielen in Sotschi kam Gråbak beim ersten Einzelwettkampf von der Normalschanze nicht zum Einsatz, dafür aber beim Wettbewerb von der Großschanze, wo er seinen Teamkollegen Mikko Kokslien ersetzte. Hier sprang der Norweger zunächst auf den sechsten Rang, holte seinen Startrückstand von 42 Sekunden aber früh auf und sicherte sich im Zielsprint vor seinem Mannschaftskameraden Magnus Moan die Goldmedaille. Dieser Sieg war zugleich der erste Erfolg Gråbaks bei einem FIS-Einzelwettkampf auf internationaler Ebene überhaupt, weswegen er als Überraschung gewertet wurde. Mit seinem Triumph gelang es ihm als erstem Norweger seit Bjarte Engen Vik 1998, eine olympische Goldmedaille zu gewinnen.[2]

Siege bei Weltcuprennen[Bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 01. Februar 2015 ItalienItalien Val di Fiemme Gundersen

Weltcupsiege im Team[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 07. Januar 2012 DeutschlandDeutschland Oberstdorf Staffel1
2. 05. Januar 2013 DeutschlandDeutschland Schonach Staffel2
3. 01. Dezember 2013 FinnlandFinnland Kuusamo Staffel3
4. 14. Dezember 2013 OsterreichÖsterreich Ramsau Teamsprint4
5. 01. März 2014 FinnlandFinnland Lahti Teamsprint5
6. 30. November 2014 FinnlandFinnland Ruka Teamsprint5
7. 20. Dezember 2014 OsterreichÖsterreich Ramsau Staffel6
8. 31. Januar 2015 ItalienItalien Val di Fiemme Teamsprint7
2 Mit Magnus Moan, Mikko Kokslien und Håvard Klemetsen.
3 Mit Magnus Krog, Mikko Kokslien und Håvard Klemetsen.
4 Mit Mikko Kokslien.
5 Mit Håvard Klemetsen.
6 Mit Mikko Kokslien, Håvard Klemetsen und Jan Schmid.
7 Mit Jan Schmid.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Individual Gundersen 10.0 km – Official Results auf data.fis-ski.com. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  2. Gold für den Ersatzmann: Kombinierer Graabak vor Moan auf nzz.ch. Erschienen am 18. Februar 2014. Abgerufen am 18. Februar 2014.