Queidersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Queidersbach
Queidersbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Queidersbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Kaiserslautern-Süd
Höhe: 321 m ü. NHN
Fläche: 14,78 km²
Einwohner: 2779 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66851
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 037
Adresse der Verbandsverwaltung: Pirmasenser Straße 62-64
67655 Kaiserslautern
Webpräsenz: www.queidersbach-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Ralph Simbgen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Queidersbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Queidersbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd an, die ihren Verwaltungssitz in Kaiserslautern hat. Queidersbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 10 km südwestlich von Kaiserslautern in einem natürlichen Wiesental im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald. Knapp zwei Drittel der 1500 ha umfassenden Gemarkung ist mit Wald bedeckt.

Durch Queidersbach fließt der gleichnamige Bach, welcher volkstümlich auch als Steinalb bezeichnet wird. Die Nachbargemeinden sind Kaiserslautern, Bann, Weselberg und Linden.

Zu Queidersbach gehören auch die Wohnplätze Forsthaus Stempelberg, Schweinstal und Zuckerhof.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto II. seinem Vasallen Biso Land am Quideresbach schenkte.

Das Dorf Queidersbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Queidersbach zum Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Queidersbach von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Homburg, wechselte 1929 zum Bezirksamt Kaiserslautern und gehört seit 1939 zum Landkreis Kaiserslautern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Merzalben innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich aus dem altdeutschen Rufnamen Quidhari ab. Der Name Quidhari setzt sich aus den zwei Bestandteilen „quid“ (= „reden“) und „hari“ (das heutige „Heer“) zusammen. Quidhari bedeutet demnach „Heerrufer“ oder „Herold“. Dabei ist anzumerken, dass germanische und altdeutsche Rufnamen oft willkürlich zusammengesetzt wurden und daher nicht immer einen eindeutigen Sinn ergeben. Ein Mann namens Quidhari also gab dem Bach an dieser Stelle seinen Namen, später entstand dort eine Siedlung, die den Namen des Gewässers erhielt. Damit reiht sich Queidersbach in die Gruppe der zahlreichen „-bach-Orte“ ein, die in der West- und Nordpfalz und weit darüber hinaus zur Zeit des Landesausbaus allenthalben entstanden sind.

Der heute gültige Ortsname wird erstmals im Jahre 1535 schriftlich erwähnt. Weitere überlieferte Ortsnamen bzw. Schreibweisen sind: „Quideresbach“ (976), „Der Hof zu Quidersbach“ (1347), „Henze von Quidersbach“ (1374), „Quiderspach“ (1434), „Queiderspach“ (1456), „Queyderßbach“ (1457) und „Queidersbacher Hof“ (1487).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Queidersbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 318
1835 647
1871 693
1905 960
1939 1.523
1950 1.709
Jahr Einwohner
1961 2.053
1970 2.311
1987 2.422
1997 2.814
2005 2.842
2014 2.779

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Queidersbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 7 9 20 Sitze
2009 8 12 20 Sitze
2004 1 8 11 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Queidersbach e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Ralph Simbgen (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Rot ein blaubewehrter und -bezungter, goldbekrönter silberner Löwe, mit den Vorderpranken einen schwarzen Schild tragend, darin fünf silberne Bollen 2:1:2, überdeckt von einem schräglinks gelegten goldenen Krummstab“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Tausendjahrfeier 1976 entstand das "Museum Sickinger Höhe Queidersbach". Die Sammlung ist im alten Schulhaus (erbaut 1836) untergebracht. Dargestellt wird die Geschichte des Ortes. Zahlreiche Exponate zeugen vom Leben und Arbeiten der Vorfahren. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das ständige Angebot.

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Queidersbach

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Queidersbach findet am, auf den Namenstag des Heiligen Gallus (16. Oktober) folgenden Sonntag, die Kerwe statt, am zweiten Wochenende im Juli das Hahnenfest, am zweiten Wochenende im August das Dorffest, zu Fronleichnam das Fronleichnamsfest und in der Vorweihnachtszeit der Antoniusmarkt.

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Queidersbach verfügt über eine gute Infrastruktur. Ein Hotel, ein Gästehaus, Restaurants, Kindergarten, Jugendtreff, Schulen, Apotheke und Ärzte, einen Musikverlag sowie zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe sind am Ort.

Queidersbach liegt an der in Nord-Süd-Richtung von Landstuhl nach Steinalben verlaufenden Landesstraße. Es liegt 5 km westlich der von Kaiserslautern nach Waldfischbach-Burgalben verlaufenden Bundesstraße 270; es liegt 2 km östlich der von Landstuhl nach Pirmasens verlaufenden Bundesautobahn 62 und 6 km südlich der von Kaiserslautern nach Saarbrücken verlaufenden Bundesautobahn 6. Die nächsten DB-Bahnhöfe sind in Kaiserslautern, Landstuhl und Schopp.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Becker (1932–2012), Radsportler
  • Hieronymus Bock (1498–1554), genannt Tragus, soll (nicht sicher nachgewiesen) in Queidersbach geboren worden sein.
  • Elmar Wolf (1939–2006), Musikverleger und Komponist

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Queidersbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 95 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Sitzungsprotokoll der Ernennung