Krickenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Krickenbach
Krickenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Krickenbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Kaiserslautern-Süd
Höhe: 333 m ü. NHN
Fläche: 10,02 km²
Einwohner: 1139 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67706
Vorwahl: 06307
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Pirmasenser Straße 62-64
67655 Kaiserslautern
Webpräsenz: www.krickenbach.de
Ortsbürgermeister: Uwe Vatter
Lage der Ortsgemeinde Krickenbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Krickenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kaiserslautern hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

Zu Krickenbach gehören auch die Wohnplätze Ameisenhof, Bohlenhof, Erkelshäuserhof und Schweinstal.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krickenbach wurde am 25. März 1347 erstmals urkundlich erwähnt, als Siegfried Zeitverlust, ein Kaufmann, der Kirche der Komturei Einsiedel des Deutschen Ritterordens eine Kaplanei am Altar des Heiligen Nikolaus stiftete.

Das Dorf Krickenbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Krickenbach zum Kanton Kaiserslautern im Departement Donnersberg.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Krickenbach von 1817 an zum Landkommissariat Kaiserslautern im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Kaiserslautern und gehört seit 1939 zum Landkreis Kaiserslautern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Merzalben innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Krickenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 220
1835 335
1871 356
1905 472
1939 662
1950 704
Jahr Einwohner
1961 854
1970 949
1987 1.101
1997 1.173
2005 1.204
2014 1.139

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren 42,0 Prozent der Einwohner katholisch und 39,7 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Krickenbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG WZK Gesamt
2014 4 3 5 4 16 Sitze
2009 4 2 4 6 16 Sitze
2004 9 5 2 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Krickenbach e.V.
  • WZK = Wählergruppe Zukunft Krickenbach e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold ein Schräggitter aus roten Leisten, belegt mit einem schwarzen Herzschild, darin fünf silberne Bollen 2:1:2“.

Es wurde 1960 vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Die Bollen erinnern an die ehemaligen Ortsherren, die Herren von Sickingen.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270 die Kaiserslautern mit Pirmasens verbindet. Zur Bundesautobahn 62 (Landsstuhl–Pirmasens) mit der Anschlussstelle Bann sind es zehn Kilometer. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit mehreren internationalen Bildhauersymposien entstand ab 1986 der Skulpturenweg Schweinstal. Er ist gleichzeitig ein Teilstück des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im saarländischen Homburg gibt es ein Wohnviertel, das inoffiziell Neukrickenbach genannt wird. Das Viertel entstand 1922 durch Ansiedlung von Eisenbahnern, die hauptsächlich von Krickenbach hergezogen waren. Mit der einsetzenden Baulust um 1928 wurde das Viertel erschlossen. Die Straßen des Viertels wurden nach Musikern benannt, da die Anwohner die musikalische Tradition aus ihrem Heimatort pflegten.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krickenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 94 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  7. Karl Fischer: Geschichte Homburg, Kapitel 8: Vom Kleinstadtidyll zur Industriestadt, Seite 125, in: Blätter zur Geschichte der Stadt Homburg, 1958.
  8. Neukrickenbach auf der privaten Webseite Homburg-im-Bild