Linden (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Linden
Linden (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Linden hervorgehoben

Koordinaten: 49° 21′ N, 7° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 293 m ü. NHN
Fläche: 5,1 km2
Einwohner: 1090 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66851
Vorwahl: 06307
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.gemeinde-linden.de
Ortsbürgermeisterin: Nicole Meier (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Linden im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Linden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an, innerhalb derer sie sowohl hinsichtlich der Zahl der Einwohner als auch hinsichtlich der Fläche die drittkleinste Ortsgemeinde darstellt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Rand des Pfälzerwaldes, der in diesem Bereich nach Westen in die Sickinger Höhe übergeht. Zu Linden gehören zusätzlich die Wohnplätze Ländler-Hof, Lindener Mühle und Weiherhof.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Queidersbach, Krickenbach, Schopp, Horbach und Weselberg.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Linden fließt der Queidersbach, volkstümlich auch Steinalb genannt. Im Südosten der Gemarkung erstreckt sich das Eichköpfchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1363 erstmals urkundlich erwähnt.

Das Dorf Linden gehörte vom frühen 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Linden zum Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Queidersbach in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Queidersbach.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Linden von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Homburg und wechselte 1929 zum Bezirksamt Kaiserslautern.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Linden innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert. Zum 1. Juli 2019 wechselte Linden in die Verbandsgemeinde Landstuhl.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Linden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 198
1835 314
1871 408
1905 501
1939 833
1950 923
1961 1.100
Jahr Einwohner
1970 1.268
1987 1.206
1997 1.321
2005 1.194
2011 1.179
2017 1.145
2020 1.090[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren eine protestantische sowie eine katholische Kirche. Letztere trägt den Namen Herz Mariä und enthält eine von Hugo Mayer Orgelbau gefertigte Orgel aus dem Jahr 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Linden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG BFL Gesamt
2019[4] 2 2 12 16 Sitze
2014[5] 1 3 12 16 Sitze
2009 1 2 10 3 16 Sitze
2004 2 5 9 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Linden e. V.
  • BFL = Unabhängige Liste Bürger für Linden e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin von Linden ist Nicole Meier (FWG). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 87,36 % gewählt und ist damit Nachfolgerin von Uwe Unnold, der nach zehn Jahren im Amt nicht erneut angetreten war.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Linden
Blasonierung: „In Gold auf gewölbtem grünem Grund eine grüne Linde, deren Laubdach in der Mitte belegt ist mit einem schwarzen Schild, darin fünf silberne Kugeln (Bollen) 2:1:2.“
Wappenbegründung: Die fünf silberne Kugeln weisen auf die früheren Ortsherren, die Freiherrn von Sickingen hin.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort befinden sich insgesamt drei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derjenige Teil der Gemeindegemarkung östlich des Queidersbach liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehört.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle zwei Jahre wird an einem Sonntag im Mai der autofreie Erlebnistag Radelspaß im Sickinger Land durchgeführt und die Hauptstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Davon ausgenommen sind lediglich Radfahrer und Inline-Skater von Landstuhl über Linden bis Waldfischbach-Burgalben.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existiert der Fußballverein FV Linden 1931. Am 15. Juli 2017 war die Gemeinde Austragungsort des DM Einzelzeitfahren und einen Tag später des Straßenrennens der Rad-Bundesliga. Am 28. Juni 2019 fand vor Ort erneut das DM Einzelzeitfahren der Rad-Bundesliga statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linden liegt an der in Nord-Süd-Richtung von Landstuhl nach Steinalben verlaufenden Landesstraße 363. Von dieser zweigt nach Osten die Kreisstraße 59 über Krickenbach in Richtung Moosalbtal ab. Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270, die Kaiserslautern mit Pirmasens verbindet. Zur Bundesautobahn 62 (Landstuhl–Zweibrücken) mit der Anschlussstelle Bann sind es sieben Kilometer. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verlaufen mit der Pfälzerwald-Tour ein Radweg, der von Kaiserslautern bis nach Hinterweidenthal führt und der Skulpturenweg Schweinstal. Zudem führt durch den Osten der Gemarkung ein Wanderweg, der mit einem grün-gelben Balken markiert ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Hirschthal verläuft. .

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Linden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2021 liegt vor.]. S. 150 (PDF; 3 MB).
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 5. März 2020.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Linden. Abgerufen am 1. November 2019.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2014 Linden. Abgerufen am 1. November 2019.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 1. November 2019 (siehe Landstuhl, Verbandsgemeinde, siebte Ergebniszeile).