Schneckenhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schneckenhausen
Schneckenhausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schneckenhausen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 32′ N, 7° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterbach-Otterberg
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 3,72 km2
Einwohner: 588 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67699
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 042
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Website: www.otterbach-otterberg.de
Ortsbürgermeisterin: Hanna-Lore Scharding
Lage der Ortsgemeinde Schneckenhausen im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Schneckenhausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittkleinste und gemessen an der Fläche die zweitkleinste Ortsgemeinde darstellt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneckenhausen liegt im Teilbereich Untere Lauterhöhen des Nordpfälzer Berglandes elf Kilometer nördlich von Kaiserslautern. Ganz im Süden ragt die Gemeindegemarkung bis zu den Ausläufern des zum Pfälzerwald gehörenden Otterberger Wald heran. Zu Schneckenhausen gehört zusätzlich der Wohnplatz Sonnenhof.[2]. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Heiligenmoschel, Otterberg, Mehlbach und Schallodenbach.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden am Gemarkungsdreieck zu Heiligenmoschel und Schallodenbach erstreckt sich der 459,7 m ü. NHN hohe Reiserberg. Im äußersten Südosten der Gemarkung an der Grenze zu Heiligenmoschel befindet sich der Andreasberg.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich an der Quelle des Odenbachs, der nach etwa 22 Kilometern Lauf im gleichnamigen Ort Odenbach in den Glan mündet. Er fließt in die nördliche Richtung mitten durch das Siedlungsgebiet, wo zunächst von links der Steidelbach mündet. Am nordwestlichen Siedlungsrand nimmt er von rechts den Horterbach auf, der den nördlichen Bebauungrand streift. Im Westen des Gemeindegebiets entspringt der Bach vom Gorrhof, der zeitweise auf das Gebiet von Schallodenbach übersetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneckenhausen gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Herrschaft Schallodenbach, die als kurtrierisches Erblehen im Besitz der Grafen von Sickingen war.[3]

Nach 1792 wurde die Region im Ersten Revolutionskrieg von französischen Truppen besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Schneckenhausen zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Otterberg zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Schneckenhausen dem Landkommissariat Kaiserslautern im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kaiserslautern zugeordnet, aus dem 1939 der Landkreis Kaiserslautern hervorging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schneckenhausen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehörte bis 1968 zum Regierungsbezirk Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Schneckenhausen in die neu gebildeten Verbandsgemeinde Otterberg eingegliedert. Seit 1. Juli 2014 gehört sie zur Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, die durch Fusion der Verbandsgemeinden Otterberg und Otterbach entstand.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Schneckenhausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 344
1835 496
1871 357
1905 401
1939 425
1950 472
Jahr Einwohner
1961 506
1970 510
1987 548
1997 631
2005 630
2018 588

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Kaiserslautern, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schneckenhausen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[5]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin von Schneckenhausen ist Hanna-Lore Scharding (FWG). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war kein Kandidat angetreten, sie wurde vom Gemeinderat zur Nachfolgerin von Konrad Schiwek gewählt.[6][7] Vor letzterem hatte bis 2014 Gerhard Schohl dieses Amt inne.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Schneckenhausen
Blasonierung: „Von Schwarz und Silber geteilt, oben fünf silberne Bollen 2:1:2, unten eine rote Schnecke mit Schneckenhaus.“[8]

Es wurde 1960 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.

Wappenbegründung: Die Bollen erinnern an die ehemaligen Ortsherren, die Herren von Sickingen, und die Schnecke verweiset redend auf den Ortsnamen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort befinden sich insgesamt vier Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die folgenden:

Beim protestantischen Glockenturm handelt es sich um ein offenes Geläut mit Eisenkonstruktion aus dem Jahr 1895. Die ehemalige Schule von 1913 stellt einen Kubus unter Pyramidendach mit Vorhalle dar, der zusätzlich einen gestaffelten Toilettenanbau umfasst. Die katholische Kirche St. Wendelin ist ein im Rundbogenstil gehaltener Saalbau, der in den Jahren 1843 und 1844errichtet wurde; Architekt war der Zivilbauinspektor August von Voit aus Speyer.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Die Linien 6506 und 6509 der Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH verbinden den Ort mit Kaiserslautern. Der nächste Bahnhof ist Katzweiler an der von KaiserslauternLauterecken-Grumbach Lautertalbahn, etwa sieben Kilometer südwestlich von Schneckenhausen gelegen.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Schneckenhausen verläuft die Landesstraße 382, die die Gemeinden in nördliche Richtung mit Odenbach und in die südliche Richtung mit Otterberg, Mehlingen sowie Enkenbach-Alsenborn verbindet. Im nördlichen Gemeindegebiet zweigt von dieser die über Heiligenmoschen bis nach Gehrweiler führende Landesstraße 388 ab und im Siedlungsgebiet die Kreisstraße 33, die den zu Heiligenmoschel gehörenden Weiler Horterhof anbindet. Parallel zur Lautertalbahn verläuft die nächste Bundesstraße, die Bundesstraße 270

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schneckenhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 97 (PDF; 1,9 MB).
  3. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistische Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Band 3, Neidhard, 1837, S. 132, 134 (Google Books)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Schneckenhausen. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Otterbach-Otterberg, Verbandsgemeinde, vorletzte Ergebniszeile. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  7. Die Rheinpfalz: Schneckenhausen: FWG-Politikerin Hanna-Lore Scharding ist neue Ortsbürgermeisterin. 13. August 2019, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  9. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Kaiserslautern (PDF; 5,6 MB). Mainz 2017.