Lanjarón

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lanjaron)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Lanjarón
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Lanjarón
Lanjarón (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Granada
Comarca: Alpujarra Granadina
Koordinaten 36° 55′ N, 3° 29′ WKoordinaten: 36° 55′ N, 3° 29′ W
Höhe: 725 msnm
Fläche: 60,38 km²
Einwohner: 3.503 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 58,02 Einw./km²
Postleitzahl: E-18420
Gemeindenummer (INE): 18116 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Mariano Ruiz Rodríguez (PSOE) (2007)
Website: www.lanjaron.org

Lanjarón ist ein in den Alpujarras gelegener Ort in der Provinz Granada in der autonomen Region Andalusien in Spanien. Lanjaróns Bedeutung beruht vor allem auf seinen Wasserquellen. Es ist der Abfüllungsort des in ganz Spanien verbreiteten und am meisten beworbenen Mineralwassers „Lanjarón“. Aufgrund der örtlichen eisenhaltigen Heilwasserquellen ist Lanjarón ein beliebter Kurort mit entsprechenden Kuranlagen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanjarón liegt östlich des Lecrintals an der Straße nach Órgiva.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. März 1500 war der Ort Schauplatz grausamer Kämpfe des spanischen Königs gegen die ansässigen Morisken. Dabei wurde von der spanischen Artillerie die maurische Burg zerstört. Fast die gesamte in der Moschee eingeschlossene muslimische Bevölkerung starb bei der Sprengung der Moschee. Am 28. Dezember 1568 ging an gleicher Stelle die christliche Kirche im Zuge des Moriskenaufstands in den Alpujarras in Flammen auf.[2]

Die Entdeckung unterschiedlicher mineralischer Heilquellen seit 1765 waren die Grundlage für die Entwicklung des Ortes zum bedeutendsten andalusischen Heilbad.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windkraftanlagen bei Lanjarón

In den letzten Jahren hat Lanjarón ein relativ großes Wachstum erlebt, da es von Granada aus das Zugangstor zu den Alpujarras bildet. Ein Autobahnanschluss, die Errichtung von mehreren Windkraftwerken und der Ausbau der Lanjarón-Abfüllanlagen zeugen davon. Parallel dazu nehmen daher aber auch die Folgen negativer Eingriffe in die Umwelt zu. So führt zum Beispiel die Ausweitung der industriellen Wasserproduktion zur Gefährdung von Quellen, die die umliegenden Dörfer und Täler mit Trinkwasser versorgen. Ein Ausdruck der Proteste in der lokalen Bevölkerung ist die jüngere Namensgebung für die Wassermarke: „Ladrón“ (auf Deutsch „Dieb“). Auch gibt es immer wieder Pläne eine Seilbahn im Ort zu bauen, um vom Tourismus in der Sierra Nevada zu profitieren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanjarón mit maurischem Kastell
  • Ruine einer maurischen Kastellburg
  • Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert

Kultur und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr im Juni gibt es hier den regional beliebten und berüchtigten Tag der „Fiesta del Agua y del Jamón“, bei dem zum einen der lokale Schinken verteilt wird und zum anderen „Wasserschlachten“ mit allen greifbaren Gegenständen, welche von normalen Eimern bis zu Feuerwehrschläuchen reichen, ausgetragen werden. Letzteres symbolisiert den Wasserreichtum, den der Ort schon immer besitzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lanjarón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. José M. R. Pascual: La Alpujarra. Ed. Escudo de Oro, Barcelona 1994, ISBN 84-378-1615-7.