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Liste der Autobahnen in Belgien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Karte aller belgischen Autobahnen

Das Königreich Belgien verfügt über ein ca. 1785 km langes Netz an Autobahnen (ndl.: autosnelwegen, frz.: autoroutes). Mit dem Bau der ersten Strecke von Brüssel nach Oostende wurde 1937 begonnen, die komplette Fertigstellung folgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1956. Seit 1989 ist der Betrieb und die Instandhaltung Aufgabe der drei Regionen.

Die Nummerierung setzt sich aus dem Buchstaben „A“ und einer ein- bis dreistelligen Nummer zusammen, Ringautobahnen beginnen mit dem Präfix „R“ und haben eine einstellige Nummer. Auf den Wegweisern wird allerdings fast ausschließlich die jeweilige Europastraße ausgeschildert. Nur Abschnitte, die keiner Europastraße angehören, verfügen über eine Beschilderung mit der regulären Nummer. Während Straßen mit A-Nummerierung durchgehend Autobahnstandard aufweisen, sind einige Abschnitte der Straßenringe (einstellige R-Nummerierung) nicht durchgängig im Autobahnquerschnitt, jedoch vollständig mindestens vierspurig ausgebaut. Bei Ringen mit zweistelliger Nummerierung handelt es sich im Regelfall um innerstädtische Straßen, sie gehören daher nicht zum Autobahnnetz.

Die Höchstgeschwindigkeit auf belgischen Autobahnen beträgt in der Regel 120 km/h.

Charakteristika

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Beleuchtete A 21 bei Zoersel

International bekannt wurden die belgischen Autobahnen seit den 1960er Jahren durch die nahezu flächendeckende Ausstattung mit Straßenbeleuchtung. Hierdurch erhoffte man sich einen Rückgang der Unfallzahlen. Durch die charakteristische gelb-orange Farbe der Natriumdampflampen war das Land nachts sogar vom Weltraum aus deutlich zu erkennen. Seit den 2000er Jahren wurde aus Energiespargründen die Beleuchtung schrittweise reduziert. Zunächst beschloss die Flämische Region, im März 2007 dann auch die Wallonische Region, die Laternen zwischen 0:30 Uhr und 5:30 Uhr auszuschalten, mit Ausnahme von Parkplätzen und Anschlussstellen bzw. Knotenpunkten.[1] Ab 2011 wurde auf den flämischen Autobahnen in den Sommermonaten auf die nächtliche Beleuchtung komplett verzichtet.[2] Rund 25 % des flämischen Autobahnnetzes wird seitdem permanent beleuchtet, dabei handelt es sich um Strecken in städtischen Ballungsräumen und an Autobahnkreuzen. Auf 40 % wird eine „dynamische Beleuchtung“ angewendet, die bei Bedarf eingeschaltet werden kann.[3] Die restlichen 35 % werden grundsätzlich nicht mehr beleuchtet.[4] Ältere Lampen sollen bis 2027 durch LED ersetzt werden.[5]

Strecken, die ab den 1980er Jahren und später gebaut worden sind (z. B. A 8 Brüssel – Tournai, A 18 De PanneOostende), wurden nicht mehr mit einer durchgehenden Autobahnbeleuchtung ausgestattet.

Wegweiser und Ausschilderung

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Grüner Wegweiser, der im nachgelagerten Straßennetz auf eine Autobahn hinweist

Belgische Autobahnen besitzen blaue Beschilderung, die allerdings auch auf dem nachgelagerten Straßennetz verwendet wird. Zur Unterscheidung hiervon sind Wegweiser, die auf eine Autobahn hinweisen, in grün gehalten. Da die Autobahnen durch die drei Regionen selbst betrieben werden, unterscheidet sich die Art der Wegweisung zwischen Flandern, der Wallonie und Brüssel leicht. Der Name der nächsten Anschlussstelle wird in Flandern auf weißen, in der Wallonie auf blauen Vorwegweisern vorgenommen. Es existiert eine Nummerierung der Anschlussstellen, die mit gelben Zahlen auf grünem Grund ausgewiesen wird. Verwirrend für ortsunkundige Verkehrsteilnehmer ist die nahezu ausschließliche Verwendung französischer Namen für flämische Städte in der Wallonie sowie niederländischer Namen für wallonische Städte in Flandern. Will man beispielsweise von Kortrijk (Flandern, niederländischsprachig) nach Tournai (Wallonie, französischsprachig) fahren, so muss man wissen, dass die Stadt Tournai auf niederländisch Doornik heißt und diesem Ziel folgen, ehe sich nach Wechsel in die Wallonische Region der Name des Ziels zu Tournai ändert. Umgekehrt heißt die Stadt Kortrijk auf französisch Courtrai, weshalb diesem Ziel gefolgt werden muss. Einige Städte (beispielsweise Charleroi oder Hasselt) besitzen keinen Namen in der jeweils anderen Sprache.

Die wenigen Kilometer Autobahnen auf dem Gebiet der Region Brüssel-Hauptstadt haben eine zweisprachige Ausschilderung in französisch und niederländisch (in dieser Reihenfolge). Die beiden Autobahnteilstücke auf dem Gebiet der deutschsprachigen Gemeinschaft verwenden, da in der Region Wallonie liegend, die französischsprachigen Ortsnamen.

Bis vor einigen Jahrzehnten wurden Städte im benachbarten Ausland ebenfalls nur auf niederländisch oder französisch ausgeschildert (etwa Rijssel für Lille oder Aix-la-Chapelle für Aachen), mittlerweile wird allerdings der Name der jeweiligen Stadt in der offiziellen Landessprache verwendet.

Die Föderalregierung Belgiens hat zum 1. April 2016 eine Autobahnmaut (7 bis 30 Cent pro km) eingeführt. Sie gilt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.[6] Sie wird per OBU (On Board Unit) bezahlt.[7] Betreiber des Mautsystems ist das Unternehmen Satellic.[8]

Name Nummer Länge Verlauf Karte
70 km Brüssel (Bruxelles, Brussel)Mechelen (Malines)Antwerpen (Anvers) (– Breda )
88 km Löwen (Leuven, Louvain)DiestGenkMaasmechelen (– Heerlen Aachen )
136 km Brüssel (Bruxelles, Brussel)Löwen (Leuven, Louvain)Lüttich (Liège, Luik)Eupen (– Aachen )
188 km Brüssel (Bruxelles, Brussel)Wavre (Waver)Namur (Namen)Arlon (Aarlen) (– Luxemburg )
61 km Halle (Hal)Nivelles (Nijvel)Mons (Bergen) (– Valenciennes )
73 km Halle (Hal)Tournai (Doornik) (– Lille )
110 km Brüssel (Bruxelles, Brussel)Aalst (Alost)Gent (Gand)Brügge (Brugge, Bruges)Ostende (Oostende)
24 km Antwerpen (Anvers)ZelzateN49
59 km Brüssel (Bruxelles, Brussel)BoomAntwerpen (Anvers) (– Bergen op Zoom )
110 km Antwerpen (Anvers)HasseltLüttich (Liège, Luik)
99 km Antwerpen (Anvers)Sint-NiklaasGent (Gand)Kortrijk (Courtrai) (– Lille )
92 km La LouvièreCharleroiNamur (Namen)Lüttich (Liège, Luik)
34 km Mons (Bergen)Tournai (Doornik)
62 km Brügge (Brugge, Bruges)Kortrijk (Courtrai)Tournai (Doornik)
40 km Brügge (Brugge, Bruges)De Panne (La Panne) (– Dünkirchen (Dunkerque, Duinkerke) Calais )
25 km Kortrijk (Courtrai)Ypern (Ieper, Ypres)
45 km Antwerpen (Anvers)Turnhout (– Eindhoven )
22 km Lüttich (Liège, Luik)Visé (Wezet) (– Maastricht )
102 km Lüttich (Liège, Luik)BastogneNeufchâteau
61 km BatticeVerviersMalmedySankt Vith (– Wittlich )
4 km Aubange (– Longwy )
21 km Nivelles (Nijvel)Charleroi
2,7 km WilrijkA12
5 km Brüssel FlughafenBrüssel (Bruxelles, Brussel)
6 km La LouvièreA7
2,7 km CharleroiMont-sur-Marchienne
2 km A3 – Nähe Lüttich – A13
11,3 km A3 – Nähe Lüttich – A26
4 km Seraing – Nähe Lüttich – A15
12 km A26Lüttich (Liège, Luik)A3 (östliche Umfahrung geplant)
Kürzel Ring von Ring Bezeichnung Länge Bild
R0 Brüssel (Bruxelles, Brussel) äußerer Ring 75 km
R1 Antwerpen (Anvers) innerer Ring 17 km
R2 Antwerpen (Anvers) äußerer Ring 13 km
R3 Charleroi äußerer Ring 33 km
R4 Gent (Gand); westlicher Teil normale Straße 14 km (gepl. 46 km)
R5 Mons (Bergen) 15 km
R5a Havré 4 km
R6 Mechelen (Malines) 5 km
R7 Lüttich (Liège, Luik) Autobahnring Lüttich wird nicht gebaut
R8 Kortrijk (Courtrai) 17 km
R9 Charleroi innerer Ring 5 km
Commons: Liste der Autobahnen in Belgien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Der Spiegel: Belgien knipst das Licht auf Autobahnen aus. 16. März 2007, abgerufen am 1. Juli 2025.
  2. Berliner Morgenpost: Belgien will Autobahn-Festbeleuchtung abschalten. 16. Mai 2011, abgerufen am 1. Juli 2025.
  3. Vlaams Gewest: Verlichting op de Vlaamse autosnelwegen. 16. Mai 2011, abgerufen am 1. Juli 2025 (niederländisch).
  4. Agentschap Wegen & Verkeer: Lichtvisie Snelwegen. 16. Mai 2011, abgerufen am 1. Juli 2025 (niederländisch).
  5. VRT: Alle Autobahnen in Flandern sollen bis 2027 mit LED-Straßenlampen beleuchtet werden. 16. Mai 2011, abgerufen am 1. Juli 2025.
  6. spiegel.de
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.satellic.be
  8. www.satellic.be/about (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.satellic.be