Michael Roth (Politiker)

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Michael Roth (2017)

Michael Roth (* 24. August 1970 in Heringen) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 17. Dezember 2013 Staatsminister (parlamentarischer Staatssekretär) für Europa im Auswärtigen Amt in den Kabinetten Merkel III und IV. Seit Januar 2014 ist er auch Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1990 an der Werratalschule in Heringen und anschließendem Zivildienst begann Roth 1991 als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Studium der Politologie, des Öffentlichen Rechts, der Germanistik und Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, das er 1997 als Diplom-Politologe beendete.[1] Bis 1998 war er als Tutor am Zentrum für Nordamerikaforschung und der Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt, 2000–2002 Dozent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin.

Michael Roth verpartnerte sich am 24. August 2012 mit seinem langjährigen Freund. Der Segnungsgottesdienst fand in der Stiftskirche in Rotenburg an der Fulda statt.[2]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth trat als Schüler 1987 in die SPD ein. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war von 1993 bis 1995 deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Von 1996 bis 2015 gehörte er dem Vorstand des SPD-Bezirks Hessen-Nord an und war von 2001 bis 2011 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hersfeld-Rotenburg.

Von 2009 bis 2014 war Michael Roth Generalsekretär des SPD-Landesverbands Hessen. Seit 2015 ist er Mitglied des Landesvorstands der SPD Hessen.[3]

Beim SPD-Bundesparteitag am 8. Dezember 2017 wurde Michael Roth in den SPD-Parteivorstand gewählt.[4]

Mitglied des Deutschen Bundestages[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl 1998 zog Roth erstmals als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hersfeld in den Deutschen Bundestag ein. 2002 konnte er mit 54,9 Prozent der Erststimmen des neu zusammengelegten Bundestagswahlkreis Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg erneut in den Bundestag einziehen[5]. Auch bei den vier darauffolgenden Bundestagswahlen gewann Michael Roth mit 51,7 Prozent (2005), 40,4 Prozent (2009)[6], 43,1 Prozent (2013)[7] und 41,2 Prozent (2017)[8] der Erststimmen jeweils das Direktmandat.

Von 2010 bis 2013 war Michael Roth europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.[1] Von 2009 bis 2014 und seit September 2017 ist Roth Vorsitzender der SPD-Landesgruppe Hessen im Deutschen Bundestag.[9]

Michael Roth wurde am 9. März 2013 zum Spitzenkandidaten der hessischen Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Auf dem SPD-Landesparteitag in Hanau wählten ihn die Delegierten mit 89 Prozent auf Platz 1 der Landesliste.[10] Bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD war Roth Mitglied der Arbeitsgruppe „Auswärtiges, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit“.[11]

Für die Bundestagswahl 2017 wurde Michael Roth beim SPD-Landesparteitag in Kassel mit 95,4 Prozent auf Platz 1 der Landesliste Hessen gewählt.[12] Bei den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD leitete Roth die Arbeitsgruppe „Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Medien“ und war Mitglied der Arbeitsgruppe „Europa“.[13]

Staatsminister für Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 17. Dezember 2013 ist Michael Roth Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt in den Kabinetten Merkel III und IV.[14] Seit Januar 2014 ist er auch Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit.[15]

Als Staatsminister für Europa im Range eines parlamentarischen Staatssekretär ist Michael Roth der politische Stellvertreter des Bundesministers des Auswärtigen. In dieser Funktion arbeitete Roth mit den drei Außenministern Frank-Walter Steinmeier (2013–2017), Sigmar Gabriel (2017–2018) und Heiko Maas (seit März 2018) zusammen.

Als Staatsminister für Europa ist Roth zuständig für alle EU-Angelegenheiten, Osteuropa, die Länder des westlichen Balkans, Russland, die Türkei, Menschenrechtsfragen, interreligiösen Dialog, jüdisches Leben sowie internationale Angelegenheiten der LGBTI und Roma.[16]

Michael Roth nimmt als Vorsitzender des Ausschusses der Europastaatssekretäre an den Kabinettssitzungen der Bundesregierung teil. Er vertritt die Bundesregierung im Rat für Allgemeine Angelegenheiten der Europäischen Union. Roth setzt sich vor allem für eine Stärkung der Grundwerte und Rechtsstaatlichkeit innerhalb der EU ein. Ebenso betont er in seinen Reden die Notwendigkeit, den sozialen Zusammenhalt in der EU auszubauen, um dem Vertrauensverlust der EU in Bevölkerung zu begegnen.

Im April 2017 wurde Roth zum Vorsitzenden des Netzwerkes sozialdemokratischer Ministerinnen und Minister im Rat für Allgemeine Angelegenheiten ernannt. Er folgte in dieser Position Harlem Désir.[17]

Funktionen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Roth ist Aufsichtsratsvorsitzender des Zentrums für internationale Friedenseinsätze (ZIF)[18], Vorstandsmitglied des Deutsch-Französischen Instituts[19], Kuratoriumsmitglied des Instituts für Europäische Politik[20], Mitglied im Beirat der Stiftung Adam von Trott Imshausen e.V.[21] sowie Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung[22] und der Deutschen Stiftung Friedensforschung[23].

Seit 2004 ist er Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck[24] und der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland[25].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Roth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutscher Bundestag – Michael Roth. In: Deutscher Bundestag. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  2. Michael Roth heiratet seinen Lebensgefährten. In: HNA. 24. August 2012, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  3. Landesvorstand. In: SPD Landesverband Hessen. Abgerufen am 18. April 2018.
  4. Wahlergebnisse Parteivorstand 2017. In: SPD.de. Abgerufen am 20. Dezember 2017 (PDF).
  5. Landeswahlleiter Hessen: Amtliches Endergebnis der Bundestagswahl 2002  vom 9. Oktober 2002. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 2002 Nr. 42, S. 4008, Punkt 1000 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,5 MB]).
  6. Bundestagswahl 2009 in Hessen. Abgerufen am 21. Dezember 2017.
  7. Bundestagswahl 2013 in Hessen. Abgerufen am 21. Dezember 2017.
  8. Der Bundeswahlleiter: Ergebnisse Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg. Abgerufen am 18. April 2018.
  9. Michael Roth als Vorsitzender der Landesgruppe Hessen gewählt. In: Osthessen Zeitung. Abgerufen am 21. Dezember 2017.
  10. Roth führt die hessische SPD im Wahlkampf. In: HNA. 10. März 2013, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  11. Michael Roth bei Koalitionsverhandlungen: Standortentscheidung ist Thema. In: HNA. 25. Oktober 2013, abgerufen am 21. Dezember 2017.
  12. Michael Roth geht als Spitzenkandidat für Hessen-SPD ins Rennen. In: HNA. 22. April 2017, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  13. Michael Roth redet mit bei den Koalitionsverhandlungen. In: HNA. 26. Januar 2018, abgerufen am 18. April 2018.
  14. Frankfurter Rundschau: SPD in Hessen: Michael Roth wird Staatsminister für Europa. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  15. Auswärtiges Amt – Deutsch-französische Zusammenarbeit. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  16. Organigramm Auswärtiges Amt. Auswärtiges Amt, abgerufen am 18. April 2018 (PDF).
  17. Progressive European ministers call for a Europe with strong social rights. In: PES.eu. Abgerufen am 20. Dezember 2017 (englisch).
  18. ZIF-Aufsichtsrat benannt: Staatsminister Michael Roth neuer Vorsitzender. In: Zentrum für Internationale Friedenseinsätze. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  19. Vostand. In: dfi – Deutsch–Französisches Institut. Abgerufen am 18. April 2018.
  20. Versammlung der Kuratoren. In: Institut für Europäische Politik IEP Institut für Europäische Politik IEP. Abgerufen am 18. April 2018 (deutsch).
  21. Menecum: Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V. Abgerufen am 18. April 2018.
  22. Stiftungsrat. In: Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Abgerufen am 18. April 2018.
  23. Stiftungsrat. In: Deutsche Stiftung Friedensforschung. Abgerufen am 18. April 2018.
  24. Landeskirche – Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Abgerufen am 18. April 2018.
  25. Kammer für Öffentliche Verantwortung. Abgerufen am 18. April 2018.