Olympische Winterspiele 1988/Eisschnelllauf

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Olympische Ringe
Olympische Winterspiele 1988
(Medaillenspiegel Eisschnelllauf)
Platz Mannschaft G S B Total
1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik 3 6 4 13
2 NiederlandeNiederlande Niederlande 3 2 2 7
3 SchwedenSchweden Schweden 2 2
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1 1 1 3
5 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 1 1 2
6 OsterreichÖsterreich Österreich 1 1 2
7 JapanJapan Japan 1 1

Bei den XV. Olympischen Spielen 1988 in Calgary wurden zehn Wettbewerbe im Eisschnelllauf ausgetragen. Austragungsort war das Olympic Oval.

Bei den Männern war Tomas Gustafson der erfolgreichste Läufer. Er startete über die beiden Langstrecken und errang jeweils Gold. Bei den Frauen konnte die Niederländerin Yvonne van Gennip über die 1500, 3000 und 5000 Meter, trotz der großen DDR-Dominanz (acht von zwölf Medaillen), dreimal Gold erringen und war damit mit dem Skispringer Matti Nykänen die erfolgreichste Teilnehmerin von Calgary. Norwegen blieb erstmals überhaupt bei den seit 1924 ausgetragenen Winterspielen im Eisschnelllauf medaillenlos.[1]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

500 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (s)
1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Uwe-Jens Mey 36,45 (WR)
2 NiederlandeNiederlande NED Jan Ykema 36,76
3 JapanJapan JPN Akira Kuroiwa 36,77
4 SowjetunionSowjetunion URS Sergej Fokitschew 36,82
5 Korea SudSüdkorea KOR Bae Gi-tae 36,90
6 SowjetunionSowjetunion URS Igor Schelesowski 36,94
7 KanadaKanada CAN Guy Thibault 36,96
8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Nick Thometz 37,16
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26 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hadschieff 37,90 (NR)
34 OsterreichÖsterreich AUT Christian Eminger 39,70

Datum: 14. Februar 1988, 17:00 Uhr

Am Start waren 37 Läufer aus 15 Ländern.

Die Läufer, die beim Start die Innenbahn zugelost erhalten hatten, waren gegenüber den Konkurrenten klar bevorzugt, denn bei Tempo um die 55 km/h verloren jene, welche die letzte Kurve auf der Innenbahn absolvieren mussten, die Balance und stürzten (oder mussten auf die «fremde» Außenbahn ausweichen, was jedoch nur erlaubt war, wenn er dort einen Gegner nicht behinderte).[2]

1000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 SowjetunionSowjetunion URS Nikolai Guljajew 1:13,03 (OR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Uwe-Jens Mey 1:13,11
3 SowjetunionSowjetunion URS Igor Schelesowski 1:13,19
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Eric Flaim 1:13,53
5 KanadaKanada CAN Gaétan Boucher 1:13,77
6 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hadschieff 1:13,84 (NR)
7 KanadaKanada CAN Guy Thibault 1:14,16
8 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Peter Adeberg 1:14,19

Datum: 18. Februar 1988, 18:00 Uhr

Am Start waren 40 Läufer aus 16 Ländern.

1500 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR André Hoffmann 1:52,05 (WR)
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Eric Flaim 1:52,12
3 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hadschieff 1:52,31 (NR)
4 SowjetunionSowjetunion URS Igor Schelesowski 1:52,63
5 JapanJapan JPN Toru Aoyanagi 1:52,85
6 SowjetunionSowjetunion URS Alexander Klimow 1:52,97
7 SowjetunionSowjetunion URS Nikolai Guljajew 1:53,04
8 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Peter Adeberg 1:53,57

Datum: 20. Februar 1988, 17:00 Uhr

Am Start waren 40 Läufer aus 20 Ländern.
Nur zehn Minuten hielt die Rekordzeit von Eric Flaim. Der olympische Rekord von Eric Heiden (1:55,44 min in Lake Placid 1980) wurde regelrecht pulverisiert. Auf Eis war Österreich seit 1972 (Gold von Beatrix Schuba im Eiskunstlauf) ohne Olympiamedaille geblieben, und es war die erste olympische Eisschnelllauf-Medaille für die Alpenrepublik seit 52 Jahren (Bronze 1936 durch Max Stiepl über 10.000 m). Hadschieff verbesserte seinen eigenen österreichischen Rekord um 2,3 Sekunden.[3][4]

5000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 SchwedenSchweden SWE Tomas Gustafson 6:44,63 (OR)
2 NiederlandeNiederlande NED Leo Visser 6:44,98
3 NiederlandeNiederlande NED Gerard Kemkers 6:45,92
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Eric Flaim 6:47,09
5 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hadschieff 6:48,72
6 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA David Silk 6:49,95
7 NorwegenNorwegen NOR Geir Karlstad 6:50,88
8 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Roland Freier 6:51,42
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20 OsterreichÖsterreich AUT Christian Eminger 6:57,22

Datum: 17. Februar 1988, 11:00 Uhr

Am Start waren 38 Läufer aus 18 Ländern, alle kamen ins Klassement.

10.000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 SchwedenSchweden SWE Tomas Gustafson 13:48,20 (WR)
2 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hadschieff 13:56,11 (NR)
3 NiederlandeNiederlande NED Leo Visser 14:00,55
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Eric Flaim 14:05,57
5 NiederlandeNiederlande NED Gerard Kemkers 14:08,34
6 SowjetunionSowjetunion URS Juri Klijuew 14:09,68
7 ItalienItalien ITA Roberto Sighel 14:13,60
8 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Roland Feier 14:19,16
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19 OsterreichÖsterreich AUT Christian Eminger 14:30,21

Datum: 21. Februar 1988, 12:00 Uhr

Am Start waren 32 Läufer aus 19 Ländern.
Gustafson unterbot den bisherigen Weltrekord um 0,31 s.[5][6]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

500 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (s)
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Bonnie Blair 39,10 (WR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Christa Rothenburger 39,12
3 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Karin Kania-Enke 39,24
4 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Angela Stahnke 39,68
5 JapanJapan JPN Seiko Hashimoto 39,74
6 KanadaKanada CAN Shelley Rhead 40,36
7 Deutschland BRBR Deutschland FRG Monika Holzner-Gawenus 40,53
8 JapanJapan JPN Shoko Fusano 40,61
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19 OsterreichÖsterreich AUT Emese Nemeth-Hunyady 41,38 (NR)

Datum: 22. Februar 1988, 18:00 Uhr

Am Start waren 30 Läuferinnen aus 15 Ländern.

Vorerst schraubte die hoch favorisierte Rothenburger ihren Weltrekord von 39,39 s auf 39,12 s. Auch Kania-Enke blieb unter dem alten Rekord.[7][8]

1000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Christa Rothenburger 1:17,65 (WR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Karin Kania-Enke 1:17,70
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Bonnie Blair 1:18,31
4 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Andrea Ehrig 1:19,32
5 JapanJapan JPN Seiko Hashimoto 1:19,75
6 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Angela Stahnke 1:20,05
7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Leslie Bader 1:21,09
8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Katie Class 1:21,10
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16 OsterreichÖsterreich AUT Emese Nemeth-Hunyady 1:22,22 (NR)

Datum: 26. Februar 1988, 18:00 Uhr

Am Start waren 27 Läuferinnen aus 12 Ländern; 26 klassiert
Rothenburger setzte sich gegen Kania, die selbst unter ihrem Weltrekord (1:18,11 min) geblieben war, durch. Gleich elf Läuferinnen blieben unter dem alten olympischen Rekord von Kania aus dem Jahr 1984 (1:21,61 min), Rothenburger hätte mit 1:17,65 min noch bei Olympia 1976 den Titel bei den Männern geholt.[9]

1500 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 NiederlandeNiederlande NED Yvonne van Gennip 2:00,68 (OR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Karin Kania-Enke 2:00,82
3 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Andrea Ehrig 2:01,49
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Bonnie Blair 2:04,02
5 SowjetunionSowjetunion URS Jelena Lapuga 2:04,24
6 JapanJapan JPN Seiko Hashimoto 2:04,38
7 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Gunda Kleemann 2:04,68
8 PolenPolen POL Erwina Rys-Ferens 2:04,68
15 Deutschland BRBR Deutschland FRG Anja Mischke 2:08,52

Datum: 27. Februar 1988, 17:00 Uhr

Am Start waren 28 Läuferinnen aus 13 Ländern. - Wegen Fiebers nicht am Start: Emese Nemeth-Hunyady
Kania-Enke lag nach 200 m zeitmäßig über eine halbe Sekunde vor van Gennip und Ehrig. Sie war als bislang einzige Frau über diese Distanz unter zwei Minuten geblieben (1:59,30 min), doch diesmal vermochte sie ihr Tempo nicht durchzustehen. Van Gennip startete kurz darauf und lief Olympiarekord. Sie verbesserte ihren eigenen Landesrekord um 3,84 s.[10][11]

3000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 NiederlandeNiederlande NED Yvonne van Gennip 4:11,94 (WR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Andrea Ehrig 4:12,09
3 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Gabi Zange 4:16,92
4 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Karin Kania-Enke 4:18,80
5 PolenPolen POL Erwina Rys-Ferens 4:22,59
6 SowjetunionSowjetunion URS Swetlana Boiko 4:22,90
7 JapanJapan JPN Seiko Hashimoto 4:23,29
8 SowjetunionSowjetunion URS Jelena Lapuga 4:23,29
12 Deutschland BRBR Deutschland FRG Anja Mischke 4:26,30
14 OsterreichÖsterreich AUT Emese Nemeth-Hunyady 4:27,56 (NR)

Datum: 23. Februar 1988, 18:00 Uhr

Am Start waren 29 Läuferinnen aus 16 Ländern. 28 klassiert; Disqualifikation: Ingrid Paul (NED)
Mary Docter (USA) lief mit 4:29,93 min neuen Landesrekord. Emese Hunyady verbesserte ihren eigenen Landesrekord um fast 12 Sekunden.[12][13]

5000 Meter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 NiederlandeNiederlande NED Yvonne van Gennip 7:14,13 (WR)
2 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Andrea Ehrig 7:17,12
3 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Gabi Zange 7:21,61
4 SowjetunionSowjetunion URS Swetlana Boiko 7:28,39
5 SowjetunionSowjetunion URS Jelena Lapuga 7:28,65
6 JapanJapan JPN Seiko Hashimoto 7:34,43
7 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR Gunda Kleemann 7:34,59
8 SchwedenSchweden SWE Jasmin Krohn 7:36,56

Datum: 28. Februar 1988, 15:00 Uhr

Am Start waren 25 Läuferinnen aus 14 Ländern. Wegen Fiebers nicht am Start: Emese Nemeth-Hunyady

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Nur die DDR auf der Höhe von Gustafson», Sport Zürich, Nr. 23 vom 24. Februar 1988, Seite 14.
  2. «OLYMPIA TOTAL» und «Favoriten versagten im Sprint», Sport Zürich Nr. 20 vom 17. Februar 1988, Seiten 13 und 16
  3. «Sensation: Gold für André Hoffmann!», Sport Zürich, Nr. 22, vom 22. Februar 1988, Seite 18.
  4. Glosse «Unter der Lupe» mit Überschrift «Freudenpfiff» und weiters «Muss auch mit Kopf laufen». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 22. Februar 1988, S. 15.
  5. «„Magic Michi“ mit Geheimwaffe», Sport Zürich Nr. 23, vom 24. Februar 1988, Seite 10
  6. «Nur die DDR auf der Höhe von Gustafson», Sport Zürich, Nr. 23 vom 24. Februar 1988, Seite 14.
  7. Bonnie Blair siegte im Weltrekord-Duell. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. Februar 1988, S. 23.
  8. «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich Nr. 23, vom 24. Februar 1988, Seite 11.
  9. «Zweites Gold für Yvonne van Gennip» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich Nr. 25, vom 29. Februar 1988, Seiten 12 und 18.
  10. «Zweites Gold für Yvonne van Gennip», Sport Zürich Nr. 25, vom 29. Februar 1988, Seite 18.
  11. DDR holte erstes Gold. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Februar 1988, S. 19.
  12. «Den DDR-Stars tun die Weltrekorde weh» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, Nr. 24 vom 26. Februar 1988, Seiten 8 und 15.
  13. Zweite Niederlage der DDR über 3000 Meter. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1988, S. 23.