Ringelai

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ringelai
Ringelai
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ringelai hervorgehoben
48.81361111111113.470833333333425Koordinaten: 48° 49′ N, 13° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 16,39 km²
Einwohner: 1954 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94160
Vorwahl: 08555
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 140
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Ringelai
Pfarrer-Kainz-Str. 6
94160 Ringelai
Webpräsenz: www.ringelai.de
Bürgermeister: Max Köberl (SPD-FWG)
Lage der Gemeinde Ringelai im Landkreis Freyung-Grafenau
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Über dieses Bild
Blick auf Ringelai

Ringelai ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Der staatlich anerkannte Erholungsort wird wegen seiner klimatisch guten Gegebenheiten auch „Schmalzdobl“ und „Meran des Bayerischen Waldes“ genannt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald, exakter im tief eingeschnittenen, weiten Talboden der Wolfsteiner Ohe. Ringelai befindet sich rund 8 km westlich der Kreisstadt Freyung, 11 km südöstlich von Grafenau, 18 km nordöstlich von Tittling und 33 km nördlich der Universitäts- und Dreiflüssestadt Passau.

Das Tal von Ringelai wird durch Berge eingerahmt, von denen der Geistliche Stein (731 Meter) im Westen und der Frauenstein (632 Meter) im Osten die bekanntesten sind. Der Hauptort Ringelai liegt in einer Höhenlage von 410 Metern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Ringelai hat 12 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Ringelai und Wasching.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf wurde 1312 zum ersten Male genannt, zugehörend dem Kloster Niedernburg (Passau). Damals trat ein Christian von ring Laib bei einem Hofverkauf als Zeuge auf. Der merkwürdige Ortsname ist schwer zu deuten, wahrscheinlich bezeichnet er den "Verleib" (althochdeutsch: laiba), den Aufenthaltsort, die Ansiedlung eines Ringolo.

Die frühen Berichte erwähnen wiederholt den im Vergleich zu anderen Dörfern im Bayerischen Wald fruchtbaren Boden und großen Wohlstand des Dorfes. Hier verlief das Grenzgebiet zwischen dem Hochstift Passau und dem Kurfürstentum Bayern. Am Geistlichen Stein sind heute noch Grenzsteine aus dem Jahr 1691 erhalten. Vorübergehend gab es in Ringelai eine Christkindl-Wallfahrt. An der Stelle einer Kapelle wurde 1752 eine Kirche erbaut. Sie wich einem Neubau von 1919 bis 1921.

Der Ort im Hochstift Passau wurde 1803 mit dem größten Teil des Hochstiftsgebietes zugunsten des Erzherzogs Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern.

Am 27. April 1951 wurde der Gemeindename Kühbach amtlich in Ringelai geändert.[3]

Kirche[Bearbeiten]

Die heutige Kirche von Ringelai wurde 1919/20 von dem bekannten süddeutschen Architekten Michael Kurz geplant. Sie ist der Maria Patrona Bavariae geweiht. Die St.-Michaels-Glocke, genannt Michaelihund, stammt aus dem Jahr 1479. Die Ausstattung wurde von der alten Kirche übernommen. Hier befindet sich auch das Christkindl von Ringelai, eine Kopie des Gnadenbildes im Dom zu Raab.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 1.641 Einwohner
  • 1987: 1.813 Einwohner
  • 2000: 2.117 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 14 Gemeinderatssitze teilen sich die CSU (acht Sitze) und die Gemeinschaftsliste der SPD-FWG (sechs Sitze).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Max Köberl (SPD-FWG).

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 720.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 212.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung des Wappens aus dem Jahr 1965 lautet: In Blau über silbernem Dreiberg, darin ein dreiblätteriges grünes Kleeblatt, ein goldener Grenzstein, dem ein silberner Wellenbalken unterlegt ist. Der Dreiberg weist auf die Lage zwischen drei Bergen hin, der Wellenbalken auf die Wolfsteiner Ohe. Der Grenzstein erinnert an die ehemalige Grenze zwischen dem Hochstift Passau und dem Kurfürstentum Bayern vor 1803. Das Kleeblatt ist ein Symbol für die Fruchtbarkeit des Bodens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Ringelai

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Nähe von Ringelai, in der Buchberger Leite, befindet sich das Carbidwerk Freyung.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 181 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 103 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 686. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 53 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 731 ha, davon waren 109 ha Ackerfläche und 620 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 65 Kindergartenplätze mit 53 Kindern
  • Eine Volksschule mit acht Lehrern und 108 Schülern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111214/192228&attr=OBJ&val=661
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ringelai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien