Neureichenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neureichenau
Neureichenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neureichenau hervorgehoben

Koordinaten: 48° 45′ N, 13° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 669 m ü. NHN
Fläche: 46,39 km2
Einwohner: 4437 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94089
Vorwahl: 08583
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 136
Gemeindegliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dreisesselstraße 8
94089 Neureichenau
Website: www.neureichenau.de
Erste Bürgermeisterin: Kristina Urmann[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Neureichenau im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis RegenLandkreis DeggendorfLandkreis PassauSchöfwegWaldhäuserwaldSchönbrunner WaldSchlichtenberger WaldSankt OswaldPleckensteiner WaldPhilippsreuter WaldMauther ForstSpiegelauGraineter WaldAnnathaler WaldZentingWaldkirchenThurmansbangSpiegelauSchönberg (Niederbayern)NeuschönauSankt Oswald-RiedlhütteSaldenburgRöhrnbachRingelaiPhilippsreutPerlesreutNeureichenauMauthJandelsbrunnInnernzellHohenau (Niederbayern)HinterschmidingGrainetGrafenau (Niederbayern)FürsteneckFreyungEppenschlagSchöfwegLeopoldsreuter WaldFrauenberger und Duschlberger WaldHaidmühleÖsterreichTschechienKarte
Über dieses Bild
Neureichenau
Katholische Pfarrkirche St. Leonhard

Neureichenau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und eine Gemeinde (bis 1951 Schimmelbach) im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Dreiländereck Deutschland – Österreich – Tschechien bzw. Bayern – Böhmen – Mühlviertel am Fuß des Dreisesselberges im Unteren Bayerischen Wald. Neureichenau befindet sich 15 km östlich von Waldkirchen, 20 km südöstlich von Freyung, 26 km von der Grenze zu Tschechien (bei Philippsreut) und 7 km von der Grenze zu Österreich entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 27 Ortsteile[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1600 leitete eine wandernde Glashütte in der „Reichenau“ die Siedlungstätigkeit ein. Neureichenau (früher Unterreichenau) gehörte zu dem Teil des alten Hochstifts Passau, der durch Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian 1765 von der oberösterreichischen Herrschaft Rannariedl mit den sieben künischen Dörfern erwarb. Im Jahr 1806 kam das heutige Gemeindegebiet, nachdem es zuvor von 1803 bis 1806 zum Großherzogtum Salzburg gehört hatte, zu Bayern.

Umbenennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. April 1951 wurde die Gemeinde Schimmelbach amtlich in Neureichenau umbenannt.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 gab die bis dahin selbständige Gemeinde Gsenget ihre Selbständigkeit auf und entschloss sich zur Eingliederung in die Gemeinde Neureichenau. Am 1. April 1971 kam auch Klafferstraß freiwillig hinzu.[4] Am 1. Januar 1978 wurden Altreichenau und Lackenhäuser in die Gemeinde Neureichenau eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4.168 auf 4.463 um 295 Einwohner bzw. um 7,1 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei/Liste 2020[6] 2014[7]
% Sitze % Sitze
UWG 22,39 3 36,31 6
CWU/Freie Wähler 17,70 3 32,15 5
CSU 43,14 7 31,54 5
Aktive Bürgergemeinschaft (ABG) 5,76 1
Freie Fortschrittliche Unabhängige Wähler (FFUW) 4,08 1
Junge Liste (JL) 6,93 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtliche erster Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Kristina Urmann (CSU).[2] Sie wurde am 15. März 2020 im ersten Wahlgang mit 54,3 % gewählt und ist Nachfolgerin von Walter Bermann (CWU/FW), der bei der Kommunalwahl 2014 mit 52,4 % der gültigen Stimmen gewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neureichenau Die Wappenbeschreibung lautet: „Durch eine goldene Wellenleiste geteilt von Rot und Grün; oben ein silbernes Buch, aus dem drei goldene Siegel hängen; unten ein silberner Dreiberg, darauf eine blaue Kugel.“

Die goldene Wellenleiste und der Dreiberg bringen die geographische Lage der Gemeinde an der großen Michl und am Dreisessel im unteren Bayerischen Wald zum Ausdruck. Das Siegelbuch im oberen Feld stammt aus dem Wappen von Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian, der Neureichenau 1765 für das Hochstift Passau erworben hat. Die Kugel im Schildfuß ist eine sog. Paternosterkugel und verweist als Erzeugnis der Glasmacherei auf die örtliche Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs.

Altreichenau

Altreichenau

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt in Silber und Rot; vorne auf einem aus drei grünen Quadern gebildeter Steinsockel ein roter Falke, hinten ein weiß/silbernes Kelchglas.“

Gegründet durch die Grafen von Salburg zeigt den Falken, die Landesherrschaft von Österreich (seit 1506) und die Fürstbischöfe von Passau (seit 1765) werden durch die Farben rot und silber dargestellt. Der Pokal erinnert an die Glasherstellung in Altreichenau. Die drei Steinquader sollen auch auf den Dreisesselberg verweisen, ein Wahrzeichen der Region.

Lackenhäuser

Lackenhäuser

Die Wappenbeschreibung lautet: Auf grünem Grund ein goldener Dreiberg, darüber in weiß/silber einen gemauerten Obelisken, rechts und links ein weiß/silberner Fichtenzweig.

Die Hügel und die Fichtenzweige verweisen auf die geografische Lage des Ortes (Ostbayern/Bayerischer Wald). Der Obelisk steht für das Adalbert-Stifter-Denkmal, das in der Gemarkung Lackenhäuser steht und an den Dichter erinnert.

ILE Abteiland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der im April 2011 von 11 Kommunen gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Integrierte Ländliche Entwicklung Abteiland“ (ILE Abteiland), deren Motto es ist, den Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum Abteiland als lebenswerte Heimat zu erhalten und zu gestalten.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museum „Adalbert Stifter und der Wald“[9], Lackenhäuser 146, 94089 Neureichenau

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neureichenau ist Endpunkt der 150 km langen Bayerwaldloipe.

Neureichenau ist an den Iron Curtain Trail, den längsten offiziellen Radfernweg Europas, angeschlossen, welcher entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs verläuft.[10]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Neureichenau

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Weigl (1869–1960), Priester, Päpstlicher Hausprälat, Ordinarius für Pastoraltheologie, Homiletik und Liturgik an der Ludwig-Maximilians-Universität, 1909–1946 Direktor des Erzbischöflichen Priesterseminars Georgianum in München.
  • Paul Graf Yorck von Wartenburg (1902–2002), verlebte den 34-jährigen Ruhestand in Neureichenau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neureichenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 01.05.2020). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 12. Juni 2020.
  3. Gemeinde Neureichenau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  4. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 596.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 628.
  6. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Neureichenau - Gesamtergebnis. Abgerufen am 11. Dezember 2020.
  7. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 Endgültige Ergebnisse. Bayerisches Landesamt für Statistik, 2015, S. 188, abgerufen am 12. November 2020.
  8. Entstehung von ILE Abteiland, abgerufen am 25. April 2020.
  9. "Stifter und der Wald" - Museum im Rosenberger Gut. In: Neureichenau. Abgerufen am 8. April 2020.
  10. Iron Curtain Trail - Am ehemaligen Eisernen Vorhang quer durch Europa. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. April 2017; abgerufen am 19. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ironcurtaintrail.eu