Hinterschmiding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hinterschmiding
Hinterschmiding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hinterschmiding hervorgehoben

Koordinaten: 48° 49′ N, 13° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Verwaltungs­gemeinschaft: Hinterschmiding
Höhe: 737 m ü. NHN
Fläche: 21,04 km2
Einwohner: 2453 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94146
Vorwahlen: 08551, 08550Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 126
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 23
94146 Hinterschmiding
Website: www.hinterschmiding.de
Erster Bürgermeister: Fritz Raab[2] (ÜWG)
Lage der Gemeinde Hinterschmiding im Landkreis Freyung-Grafenau
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Über dieses Bild
Hinterschmiding von Osten
Kirche in Hinterschmiding
Herzogsreut von Süden
Das Rathaus von Hinterschmiding

Hinterschmiding ist eine Gemeinde und deren Hauptort im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hinterschmiding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald westlich des 1167 Meter hohen Haidel. Die Ortschaft Hinterschmiding liegt vier Kilometer östlich von Freyung, zwölf Kilometer von der Grenze zu Tschechien, 28 km von der Grenze zu Österreich, 15 km nördlich von Waldkirchen und 38 km von Passau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Es gibt die Gemarkungen Herzogsreut und Hinterschmiding.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf im ehemaligen Hochstift Passau wurde um 1400 erstmals erwähnt. Es lag am sogenannten Goldenen Steig, auf dem Salz vom Donauhafen in Passau in Richtung Böhmen transportiert wurde. Dies fand Eingang in das Gemeindewappen, auf dem ein weißes Pferd, beladen mit einem goldenen Salzsack zu sehen ist. 1803 wurde es mit dem größten Teil des hochstiftlichen Gebietes zugunsten Ferdinands von Toskana säkularisiert; es fiel erst 1805 mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg an Bayern. 1818 wurde Hinterschmiding eine politische Gemeinde, erhielt durch freie Wahl Bürgermeister und Gemeindevertreter.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936 wurde der Ort zur Kirchengemeinde erhoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in der Gemeinde ein amerikanisches Kriegsgefangenenlager, das sogenannte Camp Sonndorf. Nach 1945 kamen viele Heimatvertriebene nach Hinterschmiding. 1969 bis 1970 entstand die heutige Pfarrkirche, die alte Kirche aus dem Jahr 1927 wurde abgerissen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinde Herzogsreut nach Hinterschmiding eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2174 auf 2443 um 269 Einwohner bzw. um 12,4 %.

  • 1961: 1669 Einwohner
  • 1970: 1937 Einwohner
  • 1987: 2107 Einwohner
  • 1991: 2314 Einwohner
  • 1995: 2432 Einwohner
  • 2000: 2513 Einwohner
  • 2005: 2552 Einwohner
  • 2010: 2534 Einwohner
  • 2015: 2425 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:

Partei/Liste 2020[5] 2014
% Sitze % Sitze
Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) 40,28 6 34,83 5
CSU 34,23 5 34,62 5
Freie Wählergemeinschaft Herzogsreut (FWG) 25,49 3 30,55 4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufsmäßiger erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Fritz Raab (Überparteiliche Wählergemeinschaft).[2] Er wurde 2020 mit 55,38 % der Stimmen im Amt bestätigt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hinterschmiding
Blasonierung: „In Rot ein schreitendes, mit goldenem Salzsack bepacktes silbernes Pferd, darunter in gestürztem goldenen Hufeisen ein gestürzter goldener Schmiedehammer.“[7]

Dieses Wappen wird seit 1958 geführt.

Wappenbegründung: Mit Hufeisen und Schmiedehammer zeigt das Wappen eine sowohl für den Namen als auch für die Geschichte der Gemeinde redende Figurenkombination. Hinterschmiding entwickelte sich aus einer Waldschmiede, in der die Salzfuhrleute ihre Pferde beschlagen ließen. Noch um 1920 waren Reste der alten Schmiede erhalten. Das Pferd mit dem goldenen Salzsack versinnbildlicht den wirtschaftlich wichtigen, vor allem im 16. und 17. Jahrhundert florierenden Salzhandel von Passau über den sog. Goldenen Steig nach Böhmen. Die Hauptfarben des Wappens, Silber und Rot, verweisen auf die Landesherrschaft des Hochstifts Passau bis zur Säkularisation 1803.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 23, im produzierenden Gewerbe 1806 und im Bereich Handel und Verkehr 935 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 479 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4056. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 99 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1753 ha, davon waren 1370 ha Ackerfläche und 378 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 gab es folgende Einrichtungen:

  • einen Kindergarten
  • eine Volksgrundschule mit 14 Lehrern und 300 Schülern

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hinterschmiding wird das kulturelle Leben in vielerlei Form gepflegt, ob Bildende Kunst, Literatur oder Musik, es ist für jeden etwas dabei, speziell die Partnerschaft mit dem Chor der Universität Ostrava bringt immer wieder Höhepunkte im musikalischen Bereich.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Dorn: Herzogsreut, Philippsreut: Zwei Seelsorgsstellen im Hinteren Bayerischen Wald.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hinterschmiding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 01.05.2020). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 12. Juni 2020.
  3. Gemeinde Hinterschmiding in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2017.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 628.
  5. Gemeinderatswahl – Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Hinterschmiding – Gesamtergebnis. Abgerufen am 23. November 2020.
  6. Bürgermeisterwahl – Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Hinterschmiding – Gesamtergebnis. Abgerufen am 23. November 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Hinterschmiding in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Siehe private Website über die frühere deutsche Gemeinde Bölten: http://members.aon.at/boelten