Rott am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Rott am Inn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rott a.Inn hervorgehoben

Koordinaten: 47° 59′ N, 12° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Rott am Inn
Höhe: 481 m ü. NHN
Fläche: 19,57 km2
Einwohner: 4117 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83543
Vorwahl: 08039
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 170
Gemeindegliederung: 32 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaiserhof 3
83543 Rott a.Inn
Website: rottinn.net
Erster Bürgermeister: Daniel Wendrock (parteilos)
Lage der Gemeinde Rott a.Inn im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Rott am Inn (amtlich Rott a.Inn) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Sie liegt etwa auf halbem Weg zwischen der kreisfreien Stadt Rosenheim im Süden und der Stadt Wasserburg im Norden (jeweils ca. 15 km). Der Hauptort Rott a. Inn ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Rott am Inn.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort liegt an der Hangkante des Inngrabens oberhalb des sog. "Rosenheimer Beckens".

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 32 Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfaffing Ramerberg
Emmering Kompass Griesstätt
Rotter Forst-Nord
(gemeindefreies Gebiet)
Schechen

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima des südbayerischen Alpenvorlandes zeichnet sich durch einen merklichen kontinentalen Einschlag aus. Das bedeutet neben einer ergiebigeren Niederschlagstätigkeit im Sommer auch zahlenmäßig geringeres Auftreten eines Wetterumschlags, größere Häufigkeit von Hochdrucklagen mit östlicher Luftzufuhr, Letzteres vor allem im Winterhalbjahr. Doch werden noch ca. 60 % der Sonnenscheindauer im Sommer an Tagen mit ergiebigen Gewitterschauern erreicht, die dann aber meist den Abschluss eines vorher schönen Tages bilden.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rott am Inn

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rott am Inn ist benannt nach dem Flüsschen Rott, das östlich von Feldkirchen in den Inn mündet. Die Urkundenform „ad Rota“ (769) und „flumen qui dictur Rota“ (773), sowie die mundartliche Form Roud verweisen auf „Rotaha“, was so viel wie „roter Bach“ bedeutet. 1081 wird die Gründung des Benediktinerklosters durch den Pfalzgrafen Kuno I. und dessen Ehefrau Uta von Dießen urkundlich erwähnt. Für das 12. Jahrhundert ist der Bau einer romanischen Basilika belegt, 1142 erhält das Kloster durch Papst Innozenz II. das Recht auf freie Abtwahl. 1485 lässt Johannes Held anlässlich der 400-Jahr-Feier des Klosters das kunsthistorisch bedeutsame Stiftergrab errichten, das heute in der Kirchenvorhalle steht. Das Kloster Rott a. Inn verfügt über umfassende Landbesitzungen u. a. im bayerischen Wald und in Tirol.

Im Dreißigjährigen Krieg kommt es dann zum vorübergehenden Niedergang des Klosters, Ort und Kloster werden mehrfach geplündert und gebrandschatzt.

Im 18. Jahrhundert folgt dann das allmähliche Wiederaufleben des Klosterdorfes. So lässt Abt Benedikt Lutz (1757–1776) anstelle der romanischen Basilika eine neue Klosterkirche im Rokokostil erbauen, an der die namhaften Künstler ihrer Zeit mitwirken.1786 erhält das Kloster eine eigene Sternwarte, verfügt über umfassende mineralogische Sammlungen, wird zeitweise Lehrstätte für die Novizen des Benedikterordens und genießt insgesamt einen überregional bedeutsamen Ruf als Zentrum natur- und geisteswissenschaftlicher Forschung. Die Benediktinerabtei Rott am Inn kann über die Jahrhunderte hinweg daher als eines der geistigen Zentren Altbayerns gelten.

Nach der Säkularisation 1803 verliert der Ort jedoch schnell an Bedeutung. Der Waldbesitz wird verstaatlicht, klösterliche Besitzungen werden versteigert, die Klosterkirche wird einfache Pfarrkirche. 1850 wird schließlich die frühere Klosterbrauerei von Georg Kaiser erworben, deren Geschäftsleitung 1956 schließlich von Marianne Strauß übernommen wird.[4]

Durch die Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf wird Rott am Inn am 1. Mai 1876 an das Eisenbahnnetz angeschlossen, ab 1910 auch an die elektrische Versorgung. 1937 fallen große Teile des Klostergebäudes einem Großbrand zum Opfer, der kunsthistorische Schaden ist immens. Ab 1945 etabliert sich eine breit gefächerte Gewerbestruktur am Ort. 1983 feiert Rott a. Inn schließlich sein 900 jähriges Bestehen im Rahmen eines umfassenden Festprogramms. 1988 wird der ehemalige bayerische Ministerpräsident Franz Joseph Strauß in Rott a. inn beigesetzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1882 wurde die Gemeinde Feldkirchen eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3006 auf 4067 um 1061 Einwohner bzw. um 35,3 %.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

77 % der Einwohner sind katholisch, 7 % evangelisch.[6] Die Katholiken gehören der Pfarrei St. Peter und Paul im Erzbistum München und Freising mit der Pfarrkirche St. Marinus und Anianus und der Filialkirche Unsere Liebe Frau (Feldkirchen) an. Die Lutheraner sind der Kirchengemeinde Wasserburg am Inn der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zugeordnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:[7]

  • CSU: 33,4 % (5 Sitze)
  • SPD: 8,6 % (ein Sitz)
  • Bürger für Rott: 46,5 % (8 Sitze)
  • Rotter Forum: 11,5 % (2 Sitze)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Rott am Inn
Blasonierung: „In Rot über grünem Dreiberg zwei mit blauen Spitzhelmen bekrönte und unten verbundene silberne Türme, denen ein silberner Querfluss unterlegt ist.“[8]
Wappenbegründung: Die beiden Türme als Hauptfigur des Wappens entsprechen einem erstmals im Jahre 1358 nachgewiesenen Siegel der ehemaligen Benediktinerabtei. Der grüne Dreiberg im Schildfuß weist auf die erhöhte Lage von Ort und Kloster über dem Inntal hin. Das den Türmen unterlegte silberne Band versinnbildlicht den Fluss Inn.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Rott am Inn

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftliche Grundlage ist die Landwirtschaft und eine Anzahl gut fundierter Gewerbebetriebe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Josef Strauß (1915–1988), ehem. bayerischer Ministerpräsident, in Rott am Inn beerdigt
  • Gottfried Hain, Gönner der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rott am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Rott a.Inn, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 8. Oktober 2021.
  3. Gemeinde Rott a.Inn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. Mai 2021.
  4. https://www.rottinn.de/id-769-1999.html
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Zensus 2011
  7. Gemeinderatswahl Rott a. Inn 15. März 2020, Amtliches Endergebnis. 9. April 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Rott am Inn in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte