Großkarolinenfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großkarolinenfeld
Großkarolinenfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großkarolinenfeld hervorgehoben

Koordinaten: 47° 53′ N, 12° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 467 m ü. NHN
Fläche: 29,07 km2
Einwohner: 7374 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83109
Vorwahl: 08031
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 137
Gemeindegliederung: 41 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karolinenplatz 12
83109 Großkarolinenfeld
Website: www.grosskarolinenfeld.de
Erster Bürgermeister: Bernd Fessler[2] (CSU/PLW/SPD)
Lage der Gemeinde Großkarolinenfeld im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild
Luftbild Großkarolinenfeld
Die evangelische Karolinenkirche (links) und die katholische Kirche Heilig Blut (rechts)

Großkarolinenfeld ist eine Gemeinde und deren Hauptort im Landkreis Rosenheim mit 7374 Einwohnern (31. Dezember 2019). Sie liegt im Regierungsbezirk Oberbayern. Größere Ortsteile sind – neben Großkarolinenfeld selbst – Tattenhausen, Jarezöd (Dred), Hilperting und Thann.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Großkarolinenfeld befindet sich sechs Kilometer nördlich von Rosenheim, acht Kilometer von Bad Aibling, jeweils 27 km von Wasserburg am Inn und Ebersberg sowie 57 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Zu den Anschlussstellen Bad Aibling und Rosenheim der Bundesautobahn 8 sind es jeweils 12 km. Am westlichen Ortsrand fließt die Rott.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 41 Gemeindeteile:[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1802 erließen der bayerische Kurfürst Max IV. Josef und seine Frau Karoline einen Aufruf, wonach sich Pfälzer Untertanen auf dem Rosenheimer und auf dem Neuburger Moos ansiedeln könnten. Ihnen wurde Grund und Boden, die Befreiung von der Militärpflicht, Steuerfreiheit, zwölf Pferde und ein Kirchendarlehen angeboten. Seit 1802 kamen die ersten – meist protestantischen – Siedler aus der rechts- und linksrheinischen Pfalz (dem Gebiet zwischen Heidelberg und Kaiserslautern) nach Großkarolinenfeld.

1895 wurde die Raiffeisenbank Großkarolinenfeld, 1922 die Raiffeisenbank Tattenhausen gegründet, welche 1938 zur Raiffeisenbank Tattenhausen-Großkarolinenfeld eG fusionierten.

Großkarolinenfeld gehörte bis zu dessen Auflösung im Jahre 1972 zum Landkreis Bad Aibling, danach wurde es dem Landkreis Rosenheim zugeschlagen.

Nach der rumänischen Revolution von 1989 siedelten sich zahlreiche evangelische Landler hier an.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Tattenhausen und Teile der aufgelösten Gemeinde Westerndorf St. Peter eingegliedert.[4] Der Weiler Ried, der ursprünglich zur Gemeinde Ellmosen gehörte, die 1973 nach Bad Aibling eingemeindet wurde, wurde 1978 von Bad Aibling nach Großkarolinenfeld umgegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5474 auf 7344 um 1870 Einwohner bzw. um 34,2 %.

Öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1804 wurde das evangelische Pfarrhaus errichtet. Im Jahre 1822 wurde die Karolinenkirche als erste evangelische Kirche Oberbayerns errichtet. Die katholische Pfarrkirche Heilig Blut wurde 1851 erbaut und besteht in der heutigen Form seit 1959.

Die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz im Ortsteil Tattenhausen wurde 1196 geweiht. In einem Besitzstreit vor dem Karolingischen Gerichtshof in Bad Aibling wurde bereits 804 eine Kirche in Tattenhausen erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei/Liste 2020[6] 2014[7] 2008[7] 2002[7]
CSU 7 9 9 8
SPD 1 2 2 2
GRÜNE 3 2 2 1
PLW 1 4 4 4 4
GBV 2 5 3 3 5
Sitze insgesamt 20 20 20 20
1 Parteilose Listenfreie Wählerschaft
2 Großkarolinenfelder/Tattenhausener Bürgervereinigung

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Januar 2001 ist Bernd Fessler (* 1958) Erster Bürgermeister, er wurde zuletzt 2020 im Amt bestätigt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Großkarolinenfeld
Blasonierung: „In Schwarz ein aus grünem, mit einem silbernen Querbach belegten Dreiberg aufwachsender, rot bewehrter goldener Löwe, begleitet rechts von einem silbernen Moorkolben, links von einer silbernen Getreideähre.“[9]

Wappengeschichte: Das 150 Jahre nach der Gründung der Moorkolonie angenommene Gemeindewappen vereint Symbole, die an die Entstehung und Geschichte des nach der Kurfürstin Karoline Großkarolinenfeld benannten Ortes erinnern. Der mit einem Querbach belegte Dreiberg beschreibt heraldisch stilisiert die geografische Situation des von kleinen Bächen durchzogenen Hochmoores westlich von Rosenheim, in dem überwiegend pfälzische Kolonisten 1802 eine neue Siedlung anlegten. Auf die Herkunft der ersten Siedler verweist der Pfälzer Löwe, der zur Unterscheidung des Löwen im bayerischen Staatswappen nicht steigend, sondern wachsend dargestellt wird. Moorkolben und Getreideähre versinnbildlichen die Urbarmachung des Moores für die landwirtschaftliche Nutzung.[10] Dieses Wappen wird seit 1952 geführt.[11]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei deutsche Gemeinden sind Partnergemeinden von Großkarolinenfeld: Königsmoos in Bayern, Petershagen/Eggersdorf in Brandenburg und Westheim in Rheinland-Pfalz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es den katholischen Pfarrkindergarten „Balu“ mit drei Gruppen, den Gemeindekindergarten Pusteblume mit drei Gruppen, die Gemeindekrippe Pusteblume mit zwei Gruppen und einer Integrationsgruppe sowie den Kindergarten Spatzennest in Tattenhausen mit zwei Gruppen.

Die Max-Joseph-Schule bietet als Grund- und Mittelschule den M-Zug an.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der größten und auch ältesten Arbeitgeber der Gemeinde ist die örtliche Raiffeisenbank Tattenhausen-Großkarolinenfeld eG, die Filialen in den Gemeindeteilen Großkarolinenfeld und Tattenhausen besitzt; 18 Mitarbeiter arbeiten dort. Das Geldinstitut hatte 2014 eine Bilanzsumme von rund 80 Millionen erwirtschaftet. Die Gründung der Bank erfolgte 1895, erster Vorstand war der evangelische Pfarrer Johann Georg Hüfner.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maler und Architekt Franz Holper (1862–1935) lebte von 1924 bis zu seinem Tod in Großkarolinenfeld.

Kuriosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinkarolinenfeld ist nicht ein Ortsteil von Großkarolinenfeld, sondern ein Teil der Gemeinde Aying im Landkreis München.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großkarolinenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat 2020-2026. Gemeinde Großkarolinenfeld, abgerufen am 31. März 2021.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/200534&attr=OBJ&val=508
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 53, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  6. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Großkarolinenfeld - Gesamtergebnis. Abgerufen am 20. November 2020.
  7. a b c Kommunalwahlen in Bayern
  8. Wahl des ersten Bürgermeisters - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Großkarolinenfeld - Gesamtergebnis. Abgerufen am 20. November 2020.
  9. Eintrag zum Wappen von Großkarolinenfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Zitat Eintrag zum Wappen von Großkarolinenfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Eintrag zum Wappen von Großkarolinenfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.