Wollin (Fläming)

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Wappen Deutschlandkarte
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Wollin (Fläming)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wollin hervorgehoben

Koordinaten: 52° 17′ N, 12° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Ziesar
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 27,99 km2
Einwohner: 846 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14778
Vorwahl: 033833
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 680
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlentor 15A
14793 Ziesar
Bürgermeister: Jens Haase
Lage der Gemeinde Wollin im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad BelzigBeelitzBeetzseeBeetzseeheideBensdorfBorkheideBorkwaldeBrückBuckautalGolzowGörzkeGräbenHavelseeKleinmachnowKloster LehninLintheLintheMichendorfMühlenfließNiemegkNuthetalPäwesinPlanebruchPlanetalRabenstein/FlämingRosenau (Brandenburg)RoskowSchwielowseeSeddiner SeeStahnsdorfTeltowTreuenbrietzenWenzlowWerder (Havel)Wiesenburg/MarkWollinWusterwitzZiesarGroß KreutzBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Wollin ist eine Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Ziesar mit Sitz in der Stadt Ziesar an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte wollin.svg

Die Gemeinde Wollin liegt im Westen des Landes Brandenburg. Sie grenzt unmittelbar südlich an die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel, das Oberzentrum der Region. Durch die Gemeinde fließt das Verlorenwasser mit seinem Nebenfluss Briesener Bach westlich des Dorfes und die Temnitz im Osten. Das Verlorenwasser ist Nebenfluss der Buckau, die Temnitz Nebenfluss der Plane, die zur Havel entwässern. Teile der östlichen Gemarkung Wollin sind Teil des Freien Havelbruchs.[2]

Wollins Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Wenzlow und Brandenburg an der Havel im Norden, Kloster Lehnin und Golzow im Osten, Bad Belzig im Süden und Gräben im Südwesten. Die Gemeinde liegt im Baruther Urstromtal und auf dem Nordhang des Flämings. Südlich des Dorfes liegt der Eichelberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Wollin gehören die Wohnplätze Brückermark, Friesdorf, Grüne Aue, Puffs Mühle und Ziegelei Friesdorf.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzezeitliche Schmuckscheibe, Fundplatz Wollin, Archäologisches Landesmuseum Brandenburg
Wollin im Hochstift Brandenburg

Als erster Beleg für die Nennung in historischen Quellen ist eine Urkunde des brandenburgischen Markgrafen Otto V. vom 5. Januar 1372 anzusehen, in welcher das Dorf Wollin an den Bischof des Bistums Brandenburg übertragen wurde. Eine weitere Erwähnung fand Wollin in der Urkunde des Bischofs Dietrich III. am 3. Mai 1374. Wollin lag bis 1571 im Hochstift Brandenburg, dem Reichsfürstentum der Bischöfe[4], welches anschließend im Kurfürstentum Brandenburg aufging.

Wollin gehörte ab 1773 zum Ziesarschen Kreis im Herzogtum Magdeburg und ab 1806 in der Provinz Sachsen. 1826 wurde der Ziesarsche Kreis aufgelöst und Wollin gehörte in der Folge zum Landkreis Jerichow I mit Burg als Kreisstadt. Im Juli 1950 erfolgte die Umbenennung in Kreis Burg. Durch die DDR-Verwaltungsreform vom 23. Juli 1952 wurde Wollin eine Gemeinde im Kreis Brandenburg-Land des Bezirks Potsdam. Nach der Wende 1990 entschieden sich in einer Bürgerumfrage die meisten Wolliner Bürger für eine Zugehörigkeit zum Land Brandenburg und nicht zu Sachsen-Anhalt. Die letzte Veränderung gab es 1993 – Wollin liegt seitdem im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 857
1890 857
1910 857
1925 857
1933 829
1939 842
Jahr Einwohner
1946 1 008
1950 1 003
1964 0 892
1971 0 838
1981 0 930
1985 0 906
Jahr Einwohner
1990 886
1995 873
2000 956
2005 950
2010 909
2015 860
Jahr Einwohner
2016 844
2017 841
2018 826
2019 838
2020 850
2021 846

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[5][6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Wollin besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[8]

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Einzelbewerber Siegfried Sehl 21,5 % 1
Einzelbewerberin Inis Hartmann 12,1 % 1
Freie Bürger und Bauern 08,4 % 1
Einzelbewerber Falko Genth 08,0 % 1
Einzelbewerber Jens Haase 08,0 %
Einzelbewerber Karsten Hübscher 07,1 % 1
Einzelbewerberin Simone Brieseck 06,9 % 1
Einzelbewerberin Gabi Tischer 06,9 % 1
Einzelbewerber Alexander Baier 06,4 % 1
Einzelbewerber Dennis Kutz 05,9 %
Einzelbewerber André Wündrich 05,7 %
Einzelbewerberin Marita Thierling 03,1 %

Der Stimmenanteil von Siegfried Sehl entspricht zwei Sitzen. Daher bleibt nach § 48 (6) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[9] ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Jens Haase kandidierte sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, bleibt nach § 60 (3) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[10] sein Sitz in der Gemeindevertretung ebenfalls unbesetzt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Peter Seeger[11]
  • 2003–2008: Theodor Tschursch[12]
  • 2008–2019: Gunar Wildemann[13]
  • seit 2019: Jens Haase

Haase wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 78,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[14] gewählt.[15]

Dorfkirche Wollin

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche und das Pfarrhaus sind denkmalgeschützt. Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Wollin (Fläming) aufgeführt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wollin liegt an der Landesstraße L 94 zwischen Görzke und Wenzlow. Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A 2 (Ruhrgebiet–Berlin) mit der Anschlussstelle Wollin.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wollin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. BrandenburgViewer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB)
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Wollin
  4. Gustav Abb und Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg. Erster Teil, In: Germania sacra, Berlin und Leipzig 1929, Walter de Gruyter, S. 67.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 30–33
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60
  11. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Potsdam-Mittelmark (Memento vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)
  12. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31
  13. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 11
  14. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  15. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019