Seddiner See

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der brandenburgischen Gemeinde Seddiner See. Zu den namensgebenden Seen dieser Gemeinde siehe unter Großer Seddiner See und Kleiner Seddiner See.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seddiner See
Seddiner See
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seddiner See hervorgehoben
Koordinaten: 52° 16′ N, 13° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 23,96 km2
Einwohner: 4349 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14554
Vorwahl: 033205
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 596
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kiefernweg 5
14554 Seddiner See
Webpräsenz: www.seddiner-see.de
Bürgermeister: Axel Zinke (parteilos)
Lage der Gemeinde Seddiner See im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Seddiner See ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Westen des Landes Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst ca. 24 km². Alle Ortsteile grenzen an den Großen Seddiner See, der etwa 218 ha umfasst, südlich der Stadt Potsdam. Außerdem liegen im Gebiet der Gemeinde der Kleine Seddiner See und der Kähnsdorfer See. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der Rauhe Berg mit 78,5 m Ü. NHN.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden von Seddiner See sind die Stadt Beelitz, die Gemeinde Michendorf und die Gemeinde Schwielowsee.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich laut ihrer Hauptsatzung[2] in drei Ortsteile:

  • Kähnsdorf, mit einer Größe von 484 ha und 270 Einwohnern (2005)
  • Neuseddin, mit einer Größe von 1409 ha und 2800 Einwohnern (2005)
  • Seddin, mit einer Größe von 528 ha und 1130 Einwohnern (2005)

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Wohnplätze Kunersdorf Försterei und Schuppesiedlung[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunersdorf war ein mittelalterliches Dorf, das im 15. Jahrhundert wüst gefallen war. Im 16. Jahrhundert war dort zunächst eine Schäferei, später ein Forsthaus errichtet worden.[4] 1817 wurde die Chaussee von Michendorf bis nach Treuenbrietzen (die heutige Bundesstraße 2) ausgebaut. Zum Einziehen des Chausseegeldes (heute würde man Maut sagen) wurde nördlich der Försterei ein Chausseehaus errichtet[5]. Es existiert heute nicht mehr.

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich im Ortsteil Neuseddin ein Zwangsarbeiterlager der Deutschen Reichsbahn. Auf dem Friedhof an der Friedhofsgasse wurde 1947 an den Gräbern der Opfer ein Gedenkstein für die 45 Opfer errichtet, darunter sowjetische und polnische Zwangsarbeiter, jüdische Frauen und Mädchen sowie KZ-Häftlinge.

Am 5. Dezember 1993 schlossen sich im Zuge der Kommunalwahlen die vormals selbstständigen Gemeinden Kähnsdorf, Neuseddin und Seddin trotz ihrer unterschiedlichen Geschichte, Entwicklung und Strukturen freiwillig zusammen und bildeten die Gemeinde Seddiner See,[6] wobei der Große Seddiner See als Namensgeber diente. Alle drei Gemeindeterritorien grenzen an dieses größte Gewässer der Umgebung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1993 4 189
1994 4 258
1995 4 268
1996 4 402
1997 4 421
1998 4 361
1999 4 374
2000 4 339
Jahr Einwohner
2001 4 286
2002 4 297
2003 4 217
2004 4 246
2005 4 279
2006 4 275
2007 4 251
2008 4 251
Jahr Einwohner
2009 4 226
2010 4 198
2011 3 959
2012 3 987
2013 3 991
2014 4 109
2015 4 349

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

  • Die Linke: 4 Sitze
  • Unabhängige Wählergruppe pro Gemeinde Seddiner See (UWGS): 3 Sitze
  • Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / Freie Wähler Seddiner See (BVB-FW): 3 Sitze
  • Listenvereinigung Wählergemeinschaft Vereine (WGV): 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Pro DORV[10]: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Zinke (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 10. Januar 2010 mit 88,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 35,8 %).[11]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über kein eigenes Einwohnermeldeamt, sondern lässt dieses über die Stadt Beelitz betreiben.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. August 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine eingebogene Spitze, darin ein rotes Speichenrad, begleitet nach der Teilung rechts von einem gestürzten silbernen Boot in Draufsicht, überdeckt von zwei schrägrechten silbernen Rudern, und links von einem gestürzten silbernen Fisch.“[13]

Das Wappen versinnbildlicht den Zusammenschluss von Kähnsdorf (Kahn), Neuseddin (Lokomotivtreibrad) und Seddin (Fisch).

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Baudenkmale in Seddiner See und in der Liste der Bodendenkmale in Seddiner See mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmalen.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturscheune und die Heimatstube in Kähnsdorf bieten Informationen zur Geschichte der Gemeinde und Funde aus vergangenen Zeiten sowie Ausstellungen von Werken verschiedener Künstler, Workshops (beispielsweise Wachsmalerei), Bastelnachmittage, Literaturnachmittage und anderes.

Der Findlingsgarten in Kähnsdorf, ein 25.000 m² großes Freilichtmuseum mit Findlingen, eiszeitlichen Geländeformschätzen und nordischen Leitgeschieben, informiert über die Eiszeiten. Hier werden auch Skulpturen renommierter Künstler ausgestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen in der Gemeinde Seddiner See sind unter anderem das alljährlich Osterfeuer, das Maibaumfest, das Fischerfest, der "Seddiner See Pokal" im Löschangriff Nass, das Oktoberfeuer sowie der Seddiner Super-Cup und der Lauf im Grünen des ESV Lok Seddin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Seddiner See gibt es 336 Unternehmen. Auf die drei Ortsteile verteilen diese sich wie folgt: Kähnsdorf 24, Neuseddin 228, Seddin 84.[14] Im 62 Hektar großen Gewerbegebiet im Ortsteil Neuseddin, unmittelbar vor den Toren Berlins, haben die größten Unternehmen ihren Sitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Seddiner See liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Michendorf und Beelitz. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Michendorf an der A 10 (südlicher Berliner Ring).

Der im Ortsteil Neuseddin an der Bahnstrecke Berlin–Dessau gelegene Bahnhof Seddin ist Halt für stündlich verkehrende Regional-Express-Züge der Linie RE 7 Dessau–Berlin–Wünsdorf-Waldstadt. Zum Bahnhof Seddin gehört einer der wichtigsten Rangierbahnhöfe der DB Netz AG in Ostdeutschland.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Beschluss der Gemeindevertreter 2006 wurde die ehemalige Oberschule "Friedrich List" infolge der sinkenden Schülerzahlen ausgegliedert. Die heutige Grundschule „Friedrich List“ wartet mit stetig steigenden Schülerzahlen auf und sollte dauerhaft Bestand haben. Zusätzlich gibt es in der Gemeinde eine Heimvolkshochschule direkt am Seddiner See, die vor allem für Seminare verschiedener Firmen und Organisationen benutzt wird. Alle Bildungseinrichtungen gehören zum Ortsteil Neuseddin.

Einrichtungen für Kindertagesbetreuung und Jugendliche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kindertagesbetreuung gibt es die Kindertagesstätte "Waldsternchen" (Neuseddin) sowie die Kindertagesstätte „Seepferdchen“ in Seddin. Die Grundschüler können nachmittags den Hort direkt in der Grundschule (Neuseddin) besuchen. Jugendliche können sich nachmittags im Jugendklub (Neuseddin) aufhalten.

Medizinische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuseddin hat für die ärztliche Versorgung eine Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie zwei Zahnärzte.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seddiner See bietet vielerlei Möglichkeiten für Aktivität in (Gruppen)sportarten. So werden im Eisenbahnersportverein Lokomotive Seddin e.V. die Sportarten Badminton, Callanetics, Fußball, Gymnastik, Kegeln, Leichtathletik, Selbstverteidigung, Tischtennis und Wandern angeboten. Regelmäßige Sportveranstaltungen, wie zum Beispiel der Seddiner Super-Cup, ein ganztägiges Jugendfußballturnier für mehrere Altersklassen oder der Lauf im Grünen locken immer wieder eine Vielzahl von aktiven Sportlern und Zuschauern in das Stadion an der Kunersdorfer Straße in Neuseddin. Die erste Männermannschaft spielt in der Saison 2016/17 in der Landesklasse West Brandenburg. Die Kegler der SG Michendorf/Seddin schieben ihre Kugel in der 2. Bundesliga Süd/Ost.

In weiteren Vereinen der Gemeinde werden auch Ringen, Volleyball, Golf und Angeln angeboten. In Kähnsdorf ist jedem die Möglichkeit geboten, sich ein Ruder- oder Segelboot zu mieten.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neuseddin gibt es den „Spielmannszug Neuseddin e.V.“ sowie mehrere Gartenvereine. Die Freiwillige Feuerwehr ist in der Gemeinde mit den Freiwilligen Feuerwehren Neuseddin und Seddin sowie der „Jugend- und Kinderfeuerwehr der Gemeinde Seddiner See“ vertreten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Klewitz (1921–2009), Bürgermeister der Gemeinde Neuseddin von 1965 bis 1985

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Gocksch (1922–2003), Maler und Illustrator, geboren in Seddin
  • Erik Hahn (* 1970), Ringer, geboren in Neuseddin

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Seddiner See vom 29. November 2011 (PDF; 75 kB)
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg - Gemeinde Seddiner See
  4. Peter R. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil V Zauch-Belzig. 527 S., Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1977 (S.210-212)
  5. Amts-Blatt der Königlichen Regierung in Potsdam Jahrgang 1817, S.42.
  6. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg: Beitrag zur Statistik: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 - Landkreis Potsdam-Mittelmark.
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 26–29
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  10. DORV = Dienstleistungen Ortsnahe Rundum Versorgung
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 10. Januar 2010
  12. Website der Gemeinde Seddiner See
  13. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  14. Standort Seddiner See auf www.seddiner-see.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seddiner See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien