Görzke

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Gemeinde; zum kurbrandenburgischen General siehe Joachim Ernst von Görzke.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Görzke
Görzke
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Görzke hervorgehoben
Koordinaten: 52° 10′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Ziesar
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 75,58 km²
Einwohner: 1246 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14828
Vorwahl: 033847
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 224
Gemeindegliederung: Görzke und 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Breiter Weg 32
14793 Ziesar
Webpräsenz: amt-ziesar.de
Bürgermeister: Jürgen Bartlog
Lage der Gemeinde Görzke im Landkreis Potsdam-Mittelmark
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Über dieses Bild
Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert
Lokomotive der ehemaligen Buckaubahn

Görzke ist eine Stadt und Gemeinde im Westen des brandenburgischen Landkreises Potsdam-Mittelmark und gehört zum Amt Ziesar.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Görzke liegt im Hohen Fläming im gleichnamigen Naturpark am Flüsschen Buckau, etwa 35 Kilometer südwestlich von Brandenburg an der Havel. Die westliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Neben der Buckau entspringt deren Nebenfluss Riembach in der Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören neben der Stadt Görzke vier Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1161 als Gorceke. Der Name stammt aus der slawischen Zeit der Mark Brandenburg und bedeutet laut Fischer Siedlung an einem Berg. Um 1250 erhielt Görzke das Stadtrecht und wurde mit einer Stadtmauer umgeben. 1283 verlieh man dem Ort die eigene Gerichtsbarkeit und 1285 das Münzrecht. Seit 1680 gehört die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Jerichower Kreis.

Görzke weist eine lange Tradition als Handwerkerort auf. 1706 schlossen sich die Töpfer des Ortes zu einer Innung zusammen und belieferten die umliegenden Dörfer und Städte mit Tonwaren. Die Handwerker nutzen dabei eine Kratztechnik, bei der die aufgetragene Glasur zunächst eine lederharte Konsistenz erreicht haben muss. Anschließend wird die Glasur durch das Kratzen wieder vom Werkstück genommen. Dadurch entstehen individuelle Muster oder Schriftzüge auf den Tonwaren. Ebenso findet die Schwämmeltechnik Anwendung. Dabei wird ein bestimmtes Muster mit einem kleinen Schwamm auf die Keramik gedrückt.[2] Die Tradition der Tonwarenherstellung kann alljährlich beim Töpfermarkt bewundert werden. Dieser Markt findet immer am Karsamstag und Ostersonntag statt.

Im Jahre 1891 fand im Raum Görzke und den westlich beziehungsweise nordwestlich angrenzenden Ortschaften die Herbstübung des Berliner Gardekorps statt. Nur wenig später wurde die Entscheidung zur Anlage und zum Aufbau vom Truppenübungsplatz Altengrabow getroffen.

In einer Puppenfabrik des Ortes wurde Ende der 1950er Jahre die Figur des Sandmännchens hergestellt.

Im Wald zwischen Görzke und Reppinichen hatte zu DDR-Zeiten ein metallverarbeitender Volkseigener Betrieb aus Leipzig ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen errichtet.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenlobbese wurde am 1. März 2002 eingemeindet.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 777
1890 1 777
1910 1 777
1925 1 777
1933 1 760
1939 1 828
1946 2 616
1950 2 525
1964 1 832
1971 1 897
Jahr Einwohner
1981 1 623
1985 1 578
1989 1 642
1990 1 624
1991 1 547
1992 1 508
1993 1 513
1994 1 512
1995 1 510
1996 1 508
Jahr Einwohner
1997 1 501
1998 1 487
1999 1 481
2000 1 476
2001 1 460
2002 1 580
2003 1 553
2004 1 510
2005 1 471
2006 1 460
Jahr Einwohner
2007 1 421
2008 1 395
2009 1 363
2010 1 345
2011 1 296
2012 1 300
2013 1 260
2014 1 246

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Görzke besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Bürgerliste Görzke/Hohenlobbese 4 Sitze
  • CDU 3 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • Einzelbewerber Rudolf Knoppe 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Bartlog wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 71,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Dezember 1999 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün eine bewurzelte silberne Linde überdeckt von einem blauen Herzschild, belegt mit drei schrägrechten silbernen Bolzenpfeilen (Familienwappen von Schierstedt).“[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Görzke und in der Liste der Bodendenkmale in Görzke stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Bauwerk des Ortes ist die evangelische Dorfkirche, ein spätromanischer Feldsteinbau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit langgestrecktem Chor und Apsis. Die Kirche lag am Zugang zur ehemaligen Burg an der gleichfalls restlos abgetragenen Stadtmauer. Über die Entstehungsgeschichte ist bislang nicht viel bekannt. 1882 erfolgten erhebliche Umbauarbeiten. Aus dieser Zeit stammen sowohl die Kanzel wie auch das Gestühl. Ein Taufengel stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Weiterhin befinden sich in der Kirche mehrere Epitaphe derer von Schierstedt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist der Ort für das dort ansässige Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr, das 1975 gegründet wurde.

Görzker Delle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hohen Fläming befinden sich eine Vielzahl periglazialer Trockentäler, die von den Menschen durch Bodenerosion noch vertieft wurden. Sie werden in der Region Rummeln genannt und sind häufig sagenumwoben. Die Görzker haben ihre Rummel Delle genannt. Sie befindet sich südlich des Gemeindezentrums. Ein rund acht Kilometer langer Rundweg, der Töpferwanderweg führt an ihr vorbei.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 107. Görzke hatte bis 1973 (Personenverkehr) bzw. bis 1994 (Güterverkehr) Eisenbahnanschluss über die Bahnstrecke Wusterwitz–Görzke. Die erhaltenen Reste der Strecke, darunter eine im Bahnhof Görzke abgestellte Diesellok, stehen unter Denkmalschutz. Zwischen Ziesar und Görzke verläuft seit 2011 ein Radweg auf der Trasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436, Seite 66.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Informationstafel zum Kratzen und Schwämmeln, aufgestellt auf dem Töpferwanderweg, Inaugenscheinnahme im April 2016.
  3. Facebook-Eintrag über das Ferienlager
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 18–21
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Görzke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien