Wusterwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wusterwitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wusterwitz
Wusterwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wusterwitz hervorgehoben
Koordinaten: 52° 22′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Wusterwitz
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 23,78 km2
Einwohner: 3029 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14789
Vorwahl: 033839
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 688
Adresse der Amtsverwaltung: August-Bebel-Str. 10
14789 Wusterwitz
Bürgermeister: Ronald Melchert (CDU)
Lage der Gemeinde Wusterwitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Wusterwitz ist eine Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem auch die Gemeinden Rosenau und Bensdorf angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rande des Havellandes liegt die Gemeinde am Westufer des Wusterwitzer Sees, westlich der Stadt Brandenburg an der Havel und am Nordhang der eiszeitlich gebildeten Karower Platte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Müggenbusch, Rosenthal und Siedlung Wusterwitz.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Wusterwitz

Wusterwitz wurde 1159 durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg gegründet und ist eine der ältesten Stadtgründungen östlich der Elbe. Das Regest der Urkunde lautet: „Erzbischof Wichmann von Magdeburg schließt mit dem Lokator (Unternehmer) Heinrich und anderen Flamen unter Übergabe des Dorfes Großwusterwitz an der Havel einen Ansiedlungsvertrag, bestätigt ihnen das Recht von Schartau, ordnet täglichen Markthandel nach Magdeburger Recht und die Abhaltung eines Jahrmarktes an.“ Die Entwicklung entsprach jedoch nicht den Erwartungen; der Ort blieb eine regelmäßige Einstraßenanlage dörflichen Charakters. Nur die Größe der romanischen Feldsteinkirche erinnert in ihrem großzügigen Grundriss an die erhoffte Entwicklung. Ein Rittergut wurde schon 1781 aufgelöst. Zwischen 1833 und 1860 entstanden drei Ziegeleien.

Am 30. September 1928 wurde der Hauptteil des Gutsbezirks Rosenthal mit der Landgemeinde Großwusterwitz vereinigt, der Rosenthaler Forst kam zu Großdemsin.[3] Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Großwusterwitz in Wusterwitz umbenannt.[4] Im Rahmen der DDR-Verwaltungsreform kam Wusterwitz am 25. Juli 1952 zum Kreis Brandenburg-Land im Bezirk Potsdam. Zuvor hatte die Gemeinde zum Landkreis Jerichow II (ab 1950 Kreis Genthin genannt) in der Provinz Sachsen (seit 1947 Land Sachsen-Anhalt) gehört. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 liegt Wusterwitz im Land Brandenburg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 000
1890 1 300
1910 1 800
1925 2 674
1933 3 101
1939 3 725
1946 4 706
1950 4 613
1964 3 694
1971 3 435
Jahr Einwohner
1981 3 123
1985 2 991
1989 2 853
1990 2 790
1991 2 749
1992 2 741
1993 2 789
1994 2 774
1995 2 809
1996 2 836
Jahr Einwohner
1997 2 847
1998 2 936
1999 2 992
2000 3 095
2001 3 083
2002 3 133
2003 3 159
2004 3 162
2005 3 155
2006 3 172
Jahr Einwohner
2007 3 140
2008 3 117
2009 3 130
2010 3 151
2011 3 082
2012 3 070
2013 3 063
2014 3 066
2015 3 029

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • CDU 7 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Die Linke 5 Sitze
  • Freie Bürger und Bauern 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahlen am 25. Mai 2014)[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronald Melchert (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 62,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. August 2009 genehmigt.

Blasonierung: „Von Silber und Blau spickelförmig im Schildhaupt geteilt; darunter auf blau silbernem Wellenschildfuß schwimmend ein silberner Schwan mit rotem Schnabel.“[10]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlensee in Hessen ist Partnergemeinde von Wusterwitz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wusterwitz und in der Liste der Bodendenkmale in Wusterwitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Die Dorfkirche Wusterwitz ist eine Saalkirche mit Westturm, Längsschiff, Querschiff, Chor und Apsis. Sie wurde im romanischen Stil aus Feldsteinen errichtet. Hervorzuheben ist die Deckenmalerei im Inneren.

Schutzgebiete

In den 1990er Jahren wurden die Niederungen des Fiener Bruchs und angrenzende Hochflächen beispielsweise der Karower Platte im Rahmen des Natura 2000-Netzes als EU-Vogelschutzgebiet Fiener Bruch ausgewiesen. Im äußersten Süden hat Wusterwitz einen kleinen Anteil am Vogelschutzgebiet. Weitere Schutzgebiete, die gänzlich oder teilweise in Wusterwitz liegen, sind das Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Wald- und Seengebiet, das FFH-Gebiet Mittlere Havel Ergänzung, die Flächennaturdenkmale Werdereck und Spring Wusterwitz, mehrere geschützte Biotope und Alleen und eine Gemeine Waldkiefer und eine Stieleiche als Naturdenkmale.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm-Götze-Schule (Grundschule) in Wusterwitz
Wilhelm-Götze-Schule

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße L 96 von der Bundesstraße 1 in Bensdorf nach Ziesar verläuft durch das Gemeindegebiet.

Der Bahnhof Wusterwitz liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Magdeburg. Er wird von der Regionalexpresslinie RE 1 Magdeburg–Berlin–Frankfurt (Oder) bedient. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz. Die Bahnstrecke nach Ziesar und Görzke wurde 1971 stillgelegt.

Die zum Elbe-Havel-Kanal gehörende Schleuse Wusterwitz befindet sich am nördlichen Ende des Ortes.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wusterwitz befinden sich eine Grundschule, die Wilhelm-Götze-Schule, und eine Kindertagesstätte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Engelbert Wusterwitz (1385–1433), Chronist der märkischen Geschichte, seine Familie stammte aus Großwusterwitz
  • Christof von Britzke (1535–1610), Amtshauptmann zu Halberstadt, Grablege in der Dorfkirche Wusterwitz
  • Richard Stimming (1866–1936), Arzt und Urgeschichtsforscher, gestorben in Großwusterwitz
  • Wilhelm Götze (1871–1954), Puppenspieler, geboren in Großwusterwitz
  • Paul Z’dun (1904–1981), „komischer Radfahrer“, lebte in Wusterwitz
  • Werner Nothe (* 1938), Politiker (SED), 1989 bis 1990 Oberbürgermeister von Magdeburg, geboren in Großwusterwitz
  • Nancy Grimm (* 1979), Amerikanistin, Sachbuchautorin, wuchs in Wusterwitz auf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Bergstedt: Warum wurde Groß Wusterwitz keine Stadt? – In: Historischer Verein Brandenburg (Havel) e. V. (Hrsg.): 19. Jahresbericht 2009–2010. Brandenburg an der Havel 2010, S. 45–70.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wusterwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Wusterwitz
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 224.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 57.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 30–33
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Kommunalwahlen 2014. Ergebnisse nach Städten und Gemeinden, abgerufen am 30. April 2015
  8. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Wappen der Gemeinde Wusterwitz
  11. Teilblatt Nordwest Schutzgebiete. In: Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan. Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung, archiviert vom Original am 7. August 2011, abgerufen am 16. Oktober 2013.