Bundeswappen Österreichs

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Österreichischer Bundesadler (detaillierte Version)
Österreichischer Bundesadler (detaillierte Version)

Das Österreichische Bundeswappen, das gegenwärtige Wappen Österreichs, wurde im Jahr 1919 mit dem Rot-Weiß-Rot aus dem Bindenschild und dem Österreichischen Adler eingeführt, 1934 bis 1938 durch den Quaternionenadler ersetzt, und 1945 leicht modifiziert (die gesprengten Ketten wurden hinzugefügt) wieder eingeführt.

Das Österreichische Bundeswappen ist im Bundesgesetz vom 28. März 1984 über das Wappen und andere Hoheitszeichen der Republik Österreich (Wappengesetz) geregelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

[Bearbeiten] Aussehen

Am 8. Mai 1919 wurde der einköpfige Adler beschlossen. Der doppelköpfige Adler, der die Doppelmonarchie symbolisierte, wurde „geteilt“ (die östlichen Landes/Reichs-Teile waren ja weggefallen, weshalb es nur logisch und konsequent war den östlich blickende Kopf zu entfernen).

Es zeigt einen freischwebenden, einköpfigen, schwarzen, golden gewaffneten und rot bezungten Adler, dessen Brust mit einem roten, von einem silbernen Querbalken durchzogenen Schild belegt ist. Der Adler trägt auf seinem Haupt eine goldene Mauerkrone mit drei sichtbaren Zinnen. Die beiden Fänge umschließt eine gesprengte Eisenkette. Er trägt im rechten Fang eine goldene Sichel mit einwärts gekehrter Schneide, im linken Fang einen goldenen Hammer.

Es gibt zwei verschiedene Versionen des Wappens: Eine künstlerischere Version, auf der das Gefieder des Adlers detailliert dargestellt ist (siehe in der Einleitung), sowie eine weitere heraldischere Version, in welcher der Adler lediglich schwarz gefärbt erscheint (hier rechts). Beide Versionen werden parallel nebeneinander verwendet.

[Bearbeiten] Symbolik

1915–1918Cisleithanien(Österreichische Reichshälfte)Kleines Wappen
1915–1918
Cisleithanien
(Österreichische Reichshälfte)
Kleines Wappen
1945–heuteRepublik ÖsterreichWappen(einfachere Gestaltung)
1945–heute
Republik Österreich
Wappen
(einfachere Gestaltung)

Der Symbole-Austausch von 1919:

Die Symbol-Ergänzung von 1945:

[Bearbeiten] Gesetzlicher Schutz – Verwenden und Führen des Bundeswappens

Das Wappen der Republik Österreich (Bundeswappen) ist im Art. 8a [1] Abs. 2 der österreichischen Bundesverfassung bestimmt. Darüber hinaus gibt es auch einfachgesetzliche Bestimmungen, welche das Verwenden und Führen des Bundeswappens regeln [2]. Weiters werden durch strafrechtliche Bestimmungen die Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole [3], zu denen ja auch das Bundeswappen zählt, unter besondere Strafdrohung gestellt.

Neben staatlichen Behörden sind auch einzelne weitere Organisationen und Unternehmen zum Führen des Staatswappens berechtigt. Gemäß der Gewerbeordnung 1994 [4] verleiht das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Erlaubnis zum Führen des Wappens an Unternehmen, die sich durch besondere Verdienste um die österreichische Wirtschaft oder eine herausragende Stellung in ihrem Wirtschaftszweig hervorheben. Weiter hat jede österreichische (staatliche) Schule zwar nicht die Erlaubnis das Wappen im Schullogo zu führen, aber in jeder Klasse statt dem Bild des Bundespräsidenten (oder Landeshauptmanns) das Wappen aufzuhängen.

Die Gestaltung des Bundeswappens ist in den entsprechenden Gesetzestexten exakt festgelegt und ist als solches unveränderbar. Verschiedene Behörden und Organisationen, die zum Führen des Wappens berechtigt sind, verwenden dennoch abgewandelte Formen davon; meist als „Behördenlogos“ bezeichnet.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Herkunft: Das Bundeswappen

Heftige politisch unterschiedliche Deutungen des aktuellen Staatswappens der Republik Österreich machen das Wappen wegen seiner Herkunft umstritten.

Manche sehen das Republikwappen als „neues Symbol“, entstanden im Jahre 1919.

Andere wiederum sehen im aktuellen Wappen eine modifizierte Version der alten Habsburger-Monarchie-Wappen. Gestützt wird diese These unter anderem dadurch, dass die österreichischen Bundesländer – in der Monarchie Kronländer genannt – die monarchisch-kaiserlichen Kronländerwappen unverändert als Bundesländerwappen übernommen haben.

[Bearbeiten] Herkunft: Der Bindenschild – Hauswappen und Herrschaftssymbol

12.Jhd-ca.1350Ergänzungs- (Kreuzzugs-) Flaggezum ReichsbannerHeiliges Römisches Reich
12.Jhd-ca.1350
Ergänzungs- (Kreuzzugs-) Flagge
zum
Reichsbanner
Heiliges Römisches Reich
Herzog Leopold V. von Babenberg (links kniend), sein Hauswappen (Rot-Weiß-Rot) beherrscht Österreich (Lerchenwappen) und Krain (Löwe)
Herzog Leopold V. von Babenberg (links kniend), sein Hauswappen (Rot-Weiß-Rot) beherrscht Österreich (Lerchenwappen) und Krain (Löwe)
Bindenschild Hauswappen der Babenberger
Bindenschild Hauswappen der Babenberger

[Bearbeiten] Kreuzzugsfarben Rot-Weiß-Rot für die Babenberger

Eine Legende besagt, dass der Bindenschild auf die Belagerung von Akkon (1189–1191) im Dritten Kreuzzug zurückgeht, an dem auch der Babenberger Herzog Leopold V. teilnahm. Es heißt, nach der Schlacht soll sein weißes Gewand völlig blutgetränkt gewesen sein, bis auf einen weißen Streifen, wo er den Gürtel trug.

Dieser Mut bei der Schlacht soll mit der Ehre bedankt worden sein, die Kreuzzugsfarben des Heiligen Römischen Reiches (=rot-weiß-rot) als Hauswappenfarben führen zu dürfen. Ältestes Beweisstück für das Hauswappen in rot-weiß-rot ist ein wächsernes Amtssiegel vom 30. November 1230 im Stiftsarchiv des Klosters Lilienfeld.

Der Bindenschild in Rot-Weiß-Rot als Wappen des Herrscherhauses – Hauswappen der Babenberger und später als Teil des Habsburger Hauswappens – herrschte politisch über den Lehensgebieten. In der Zeit des Absolutismus war das Hauswappen eines Herrscherhauses auch das politische Herrschaftssymbol für das von diesem Herrscherhaus regierte Staatsgefüge.

Das Lerchenwappen mit den fünf Adlern („Lerchen“) war das gemeinsame Wappen für die Besitzungen der Babenberger im Bereich des heutigen Ober- und Niederösterreich. Es war das Zeichen für ein Lehensgebiet. Ebenso wie der Löwe von Krain (heute Steiermark). Das Rot-Weiß-Rot des Herrscherhauses regierte über beiden Lehensgebieten.

[Bearbeiten] Habsburger übernehmen Rot-Weiß-Rot der Babenberger

Das Hauswappen der Babenberger – der rot-weiß-rote Bindenschild – wurde von den Habsburgern in Ihr eigenes Hauswappen integriert, nachdem diese mit den Ländereien der Babenberger belehnt worden waren.

Das alte Hauswappen Habsburgs war ein goldener Burgfried auf rotem Grund. Dieses Wappen wurde durch den rot-weiß-roten Bindenschild ergänzt. In der Folge nannte sich Habsburg auch Haus Österreich. Dies kam vor allem in der spanischen Habsburgerlinie sehr deutlich zum Ausdruck. Die herrschenden Habsburger in Spanien führten nicht den Namen Habsburg sondern Casa d’Austria. Philipp von Habsburg, war als spanischer König Philipp d’Austria.

bis 1740: Hauswappen Habsburg (im Zentrum), Siebmacher 1605
bis 1740: Hauswappen Habsburg (im Zentrum), Siebmacher 1605
seit 1740: Hauswappen Habsburg-Lothringen (im Zentrum)
seit 1740: Hauswappen Habsburg-Lothringen (im Zentrum)

1740 entstand das Haus Habsburg-Lothringen. Das Hauswappen wurde neugestaltet, der Bindenschild blieb jedoch zentraler Bestandteil. Habsburg wurde nun durch einen Löwen repräsentiert, mittig war der Bindenschild und rechts sind die Lothringischen Adler. Zu lesen ist das Hauswappen so: Haus Österreich (Bindenschild-mittig) Habsburg (Löwe-links) Lothringen (Adler-rechts).

Rot-Weiß-Rot als Farben des Herrscherhauses ließen Babenbergern und Habsburger – soweit möglich – in alle Staatssymbole einarbeiten. Maßgebend für die einzelnen Länder unter Habsburgischer Herrschaft war Rot-Weiß-Rot als Symbol der Herrschenden Oberhoheit. Die Regionalwappen waren aber weiterhin verbindlich, denn die Habsburger regierten Ihr Reich dezentral/föderal. Ein einheitliches Staatsgefüge mit einer zentralen koordinierten Regierung für alle Einzelstaaten entstand erst durch die Gründung des Kaisertums Österreich im Jahr 1804.

[Bearbeiten] Herkunft: Der Adler

Grundsätzlich stammen alle Adler von den (einköpfigen) Feldzeichen der römischen Legionen ab.

Schon unter den Babenbergern existierte der einköpfige Adler.

1237 wurde der doppelköpfige Adler in Gold auf Schwarz der Stadt Wien von Friedrich II., anlässlich der Wahl Konrad IV. zum Deutschen König, verliehen.[1]

1433 wurde der Quaternionenadler als Reichssymbol des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation) eingeführt.

[Bearbeiten] Quaternionenadler wird Habsburger Doppeladler

Der Habsburger Franz II. war römischer Kaiser, und entlehnte den Quaternionenadler als Symbol für seine Reichsteile.

Er verwendete eine modifizierte Version des Quaternionenadlers von 1804 bis 1867 für das 1804 neu gegründete Kaisertum Österreich.

Dieser österreichische Doppeladler wurde auch zum Staatswappen der Realunion Österreich-Ungarn. Er war von 1867 bis 1915 das Hoheitszeichen für gemeinsame (k.u.k.) Institutionen.

Die Symbolik des österreichisch-ungarischen Doppeladlers (ähnlich der Symbolik des byzantinischen Reichswappens): Ein Adlerkopf, dem Westen zugewandt, symbolisierte Cisleithanien (=österreichischer Reichsteil) und der andere, dem Osten zugewande Kopf, Transleithanien (=ungarischer Reichsteil).

Im Jahr 1915 wurde ein neues gemeinsames Wappen eingeführt. Dieses Staatswappen wurde am 10. Oktober 1915 durch ein neues gemeinsames mittleres und ein gemeinsames kleines Wappen ersetzt, welches eine Kombination aus den Wappen der beiden Reichshälften und dem des Herrscherhauses war. Der goldene Schild mit dem Doppeladler symbolisierte nur noch Österreich, während der zweite Schild das ungarische Wappen darstellte. Verbunden waren beide Wappen durch das Familienwappen der Habsburger. Die Devise INDIVISIBILITER AC INSEPARABILITER („unteilbar und untrennbar“), soll die Verbundenheit der beiden in der Monarchie vereinigten Staaten darstellen.

[Bearbeiten] Einköpfiger Adler der 1. und 2. Republik

Die heutige Ausführung als einköpfiger – nach Westen blickender – Adler ist nur konsequent-logisch, da die östlichen Teile des Reiches nach 1918 weggefallen waren. Das heutige Bundeswappen ist also vor allem eine Reminiszenz an den (Doppeladler) der Habsburger-Monarchie.

[Bearbeiten] Herkunft: Quaternionenadler: Reichszeichen des Heiligen Römischen Reiches

Als Quaternionenadler wird ein doppelköpfiger Reichsadler des Heiligen Römischen Reiches bezeichnet, der das Reich durch die Darstellung der Wappen der Glieder (Stände) des Reiches allegorisch darstellt.

Der doppelköpfige Adler wurde unter Kaiser Sigismund im Jahre 1433 das Wappentier des römisch-deutschen König und Kaisers und damit zum Wappentier des Reiches. Auf den Flügelfedern des davon abgeleiteten Quaternionenadler sind die Wappen der Glieder des Reiches jeweils in Vierergruppen abgebildet (Quaternionen der Reichsverfassung), abgebildet. Es handelt sich um eine Auswahl von Reichsständen.

[Bearbeiten] 1918/1919: Turm-Wappen der 1. Republik

Am 31. Oktober 1918, wurden in einer Sitzung des Staatsrates sowohl die Farben der neuen Republik (Rot-Weiß-Rot), als auch das von Staatskanzler Renner persönlich ausgearbeitete neue Staatswappen beschlossen. Das Wappen, das unter Zeitdruck für das Siegel für die Friedensverhandlungen des Ersten Weltkriegs entstand, bestand aus einem Stadtturm (Bürgertum) mit schwarzen Quadern, roten gekreuzten Hämmern (Arbeiterschaft) und einem goldenen Ährenkranz (Bauernstand). Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden bewusst in Anlehnung an die deutschen Farben gewählt, die Symbole stellten die drei Stände dar.

Dieses Wappen wurde aber zurückgenommen, da es massiver Kritik und großen Protesten, beispielsweise von Adolf Loos oder von Heraldikern ausgeliefert war. Der Entwurf erinnere zu stark an einfache Firmenwerbung.

Mit Ministerratsbeschluss vom 8. Mai 1919 wurde das Turm-Wappen durch das Adler-Wappen ersetzt.

[Bearbeiten] 1934–1938: Wappen des Bundesstaates Österreich (Ständestaat)

[Bearbeiten] Abschaffung des Bundeswappens der Republik und Wiedereinführung des Quaternionenadlers

Reichshaupt- und Residenzstadt Wien seit 1237 Doppeladler-WappenAusführung gültig 1461–1925
Reichshaupt- und Residenzstadt
Wien
seit 1237 Doppeladler-Wappen
Ausführung gültig
1461–1925
1934–1938 Bundesstaat Österreich (Ständestaat) Wappen
1934–1938
Bundesstaat
Österreich
(Ständestaat)
Wappen
Doppeladler Heiliges Römisches Reich, Illustration um 1540
Doppeladler Heiliges Römisches Reich, Illustration um 1540

Die Republik wurde 1934 durch den austrofaschistischen Bundesstaat Österreich abgelöst.

Nach dem Verbot der nationalsozialistischen und sozialdemokratischen Aktivitäten (inklusive aller Parteisymbole, Fahnen, Wimpel), wollte man alles entfernen, was auch nur entfernt an Kommunismus, Sozialismus, und auch die Habsburger (und das verlorene Reich) erinnerte.

In der Symbolik nahm man eine „Rückbesinnung“ auf die vor-Habsburgische („Alt-Deutsche“) Zeit vor. So wurde der Quaternionenadler des Heiliges Römisches Reich, der die Zeit des Reiches vor den Habsburgern symbolisieren sollte, obwohl sich auch der Zusatz Deutscher Nation erst seit dieser Zeit durchsetzte, eingeführt, und den man zu diesem Zweck modifizierte. Durch die Einführung einer Art „Ergänzungs-Wappen“, dem Kruckenkreuz, sollte die altdeutsche Gesinnung zum Ausdruck kommen. Diese sollte zusammen mit dem rot-weiß-roten Bindenschild der Babenberger auf deren Kreuzfahrertradition (Herzog Leopold V.) verweisen.

Diese Abgrenzung zu den Habsburgern wurde durch einen Verweis auf die Babenberger auch öffentlich dargestellt. In einer offiziellen Staatsbürgerkunde wurde die Bedeutung des neuen Wappens mittels Anmerkung wie folgt erläutert: Dieser Doppeladler ist der alte Reichsadler, der seit Jahrhunderten das Wappentier Österreichs war. Das Bindenschild der Babenberger „rot-weiß-rot“ auf der Brust des Doppeladlers kennzeichnet unsere Ostmarkmission.

Durch eine Kundmachung der Bundesregierung vom 2. Juli 1934, BGBl. II/108, wurde die bildliche Darstellung des Staatswappens Österreichs veröffentlicht.

Mit dieser Wappenänderung entfernte der „Stände“staat auch die ständischen Elemente des Staatswappens, jene Zeichen also, die das Zusammenwirken von Arbeitern (Hammer), Bauern (Sichel) und Bürgern (Mauerkrone) symbolisieren sollten.

Manche meinten aber auch, man habe es sich bei der Schaffung des neuen Wappens sehr einfach gemacht, und einfach das alte Wappen Wiens – ohne kaiserliche Symbole und mit Babenberger Wappenschild – als Bundeswappen eingeführt. Wien hatte sein Wappen 1925 modifiziert. Man hatte die kaiserlichen Symbole entfernt und den Doppeladler zum einfachen nach Westen blickenden Adler gemacht. Ansonsten war das neue Wiener Wappen gleich dem alten. Auch das alte rot-weiß-rote Kreuzfahrerschild hatte man belassen. Dieses Schild ist heute das Hauptwappen Wiens (der Adler wird nur mehr selten verwendet).

Durch den Rückgriff auf den Quaternionenadler wurde auch die ganze Wappenentwicklung, die unter den Habsburgern stattfand – und eigentlich im Republikwappen gipfelte – ausgeschaltet.

Neben Österreich als Landesbezeichung wurde vom Ständestaat auch der Begriff Ostmark wieder eingeführt. Auch mit diesem Begriff sollte die Verbundenheit mit den alten Zeiten – vor den Habsburgern – und deren Werten offenbart werden.

[Bearbeiten] Ergänzungs-Wappen Kruckenkreuz

1099–1291 Königreich Jerusalem Wappen
1099–1291
Königreich Jerusalem
Wappen
1934–1938 Bundesstaat Österreich Emblem der Kruckenkreuz- flagge
1934–1938
Bundesstaat
Österreich
Emblem der Kruckenkreuz- flagge

Diese Rückbesinnung auf diese Alt-Deutsche Zeit kommt auch durch die Einführung einer Art „Ergänzungs-, Zusatz- oder Bei-“Wappen zum Ausdruck, dem Kruckenkreuz. Das Krückenkreuz war zur Zeit der Kreuzzüge Teil des Jerusalemkreuzes und ähnelt dem Wiederkreuz (Deutsches Kreuz).

Im Jahre 1933 wurde es das Symbol der von Engelbert Dollfuß gerade neu gegründeten faschistischen Vaterländischen Front. Das Kruckenkreuz hatte bei Aufmärschen und Paraden eine ähnliche Bedeutung wie das Hakenkreuz der Nationalsozialisten in Deutschland. Diese Symbolik wurde bewusst genutzt, und das Kruckenkreuz als „traditionelles kreuzfahrerisch-deutsches“ Symbol dem „modern“ geltendem Hakenkreuz der Nationalsozialisten entgegengestellt. Es wurde 1935 Bestandteil der Kruckenkreuzflagge.

Das Regime des Ständestaates verstand die Verwendung des Kruckenkreuzes, wie in einer staatsbürgerkundlichen Broschüre aus dem Jahre 1936 zum Ausdruck kommt, in folgendem Sinn:

So verkörpert das Kruckenkreuz durch seine Geschichte das echt deutsche Wesen, wie es, von den Vätern ererbt, zum geistigen Besitztum erstritten und verteidigt wird im Lande, dessen Symbol dieses Zeichen geworden, im christlichen, im deutschen Österreich.

[Bearbeiten] 1934–1938: symbolische Abgrenzung zum Deutschen Reich

Am 4. März 1933 kam es in Österreich im Zuge einer Geschäftsordnungskrise des Nationalrates, der sogenannten Selbstausschaltung des Parlaments, zur Vernichtung der Demokratie durch den damaligen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Am 5. März erzielte die NSDAP in Deutschland bei der letzten freien Reichstagswahl 1933 einen großen Wahlsieg.

In der Folge dieser Ereignisse wurden beide Staaten von Demokratien zu Diktaturen gewandelt, die in manchem sehr unterschiedliche Ausprägungen hatten. Die gegenseitige Politik war wegen dieser Gegensätze von starken Auseinandersetzungen geprägt, die sich auch in den jeweiligen Staatssymbolen widerspiegelten, und unter anderm mit diesen Staatssymbolen geführt wurden.

Man wählte in Österreich den Rückgriff auf sehr alte Symbole, als Kontrapunkt zum Deutschen Reich, das Symbole wählte, die die Modernität und das „Neue Zeitalter“ des Nationalsozialismus darstellen sollten.

Österreichisches Grün-Weiß-Rot gegen deutsches Schwarz-Weiß-Rot
Die Wappen-Flaggen symbolisierten auch in Ihren Farben den Gegensatz.

Mit der Einführung des Quaternionenadlers wurde auch eine Abgrenzung zum Deutschen Reich bezweckt.

Der in Österreich 1934 eingeführte „alte“ Quaternionenadler war in altertümlich runden Formen gehalten, doppelköpfig und nimbiert, ohne Symbole in den Fängen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Bundesministerium für Inneres: Die Symbole der Republik. In: Öffentliche Sicherheit 11-12/06, S. 69–75 (Webdokument, PDF)
  • P. Diem: Die Symbole Österreichs. Zeit und Geschichte in Zeichen. K&S Wien 1995, ISBN 3-218-00594-9
  • F. Gall: Österreichischer Wappenkalender 1960. Adler, Wien 1959
  • F. Gall: Österreich und seine Wappen. Dynamis, Wien 1968
  • F. Gall: Österreichische Wappenkunde. Wien 1996, ISBN 3-205-98646-6
  • F-H. Hye: Das Österreichische Staatswappen und seine Geschichte. Studien Verlag, Innsbrück 1995, ISBN 3-7065-1108-8
  • Ottfried Neubecker: Heraldik, 1977. ISBN 3-8105-1306-7

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Art. 8a
  2. Wappengesetz idF: BGBl. I Nr. 98/2001
  3. § 248 StGB
  4. § 68 GO

[Bearbeiten] Weblinks

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