12 Monkeys

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Filmdaten
Deutscher Titel 12 Monkeys
Originaltitel Twelve Monkeys
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Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Terry Gilliam
Drehbuch David Webb Peoples,
Janet Peoples
Produktion Robert Cavallo,
Robert Kosberg
Musik Paul Buckmaster
Kamera Roger Pratt
Schnitt Mick Audsley
Besetzung

12 Monkeys (Originaltitel Twelve Monkeys) ist ein Science-Fiction-Film von Terry Gilliam aus dem Jahr 1995. Als Vorlage für das Drehbuch diente der französische Kurzfilm Am Rande des Rollfelds (La Jetée, 1962) von Chris Marker, der wiederum durch den Hitchcock-Klassiker Vertigo – Aus dem Reich der Toten inspiriert ist. Nach eigenen Angaben sah Gilliam Am Rande des Rollfelds erstmals bei der Premiere von 12 Monkeys, als er als Vorfilm gezeigt wurde.[1] Sowohl für Bruce Willis als auch für Brad Pitt markierte der Film einen wichtigen Schritt, um auch als Charakterdarsteller in künstlerisch anspruchsvollen Werken wahrgenommen zu werden.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung des Films beginnt im Jahr 2035. Durch eine Virus-Pandemie in den Jahren 1996 und 1997 sind über fünf Milliarden Menschen gestorben, nur knapp ein Prozent der Menschheit hat die Katastrophe überstanden. Die Überlebenden haben sich unter die Erde zurückgezogen, wo sie abgeriegelt von der Außenwelt unter erbärmlichen Umständen leben. Wissenschaftler versuchen, durch die Einsätze „Freiwilliger“ mehr über das Virus zu erfahren.

James Cole ist ein solcher Freiwilliger. Er gilt als gefährlicher Verbrecher und ist inhaftiert. Nachdem er unbeschadet Proben von der Erdoberfläche geholt hat, wird ihm ein Straferlass angeboten, wenn er durch eine Zeitreise in das Jahr 1996 das noch nicht mutierte Originalvirus und den oder die Urheber des Virus findet. Zur Persönlichkeit von Cole gehört auch der Umstand, dass er seit seiner Kindheit unter Flashbacks leidet: In seinen Träumen sieht er wiederholt Bruchstücke einer Schießerei in einem Flughafengebäude.

Im Rahmen seiner Mission findet sich Cole – durch ein Versehen der Wissenschaftler – zunächst im Jahr 1990 wieder. Dort erklärt man ihn wegen seiner Aussagen über seine Herkunft und die bevorstehende Pandemie ohne Umschweife für verrückt und steckt ihn in eine Nervenheilanstalt, wo er unter starke Medikamente gesetzt wird und kaum einen klaren Gedanken fassen kann. In der Anstalt lernt er den tatsächlich wahnsinnigen Jeffrey Goines kennen.

Um seinen Auftraggebern im Jahr 2035 eine Nachricht auf einer Voicemailbox zu hinterlassen, bittet er um einen Anruf. Schließlich wird sein Gesuch erhört; die ihm bekannte Telefonnummer stellt sich allerdings als noch nicht gültig heraus. Aufgrund einer Verwechslung wird Cole dennoch zurück in die Gegenwart des Jahres 2035 geholt. Dort kann er glaubhaft erklären, nicht für den Fehler verantwortlich zu sein, und erhält daraufhin von den Wissenschaftlern eine zweite Chance zu einer Reise ins Jahr 1996.

Jedoch landet Cole bei seiner zweiten Zeitreise durch einen erneuten Fehler der Wissenschaftler zunächst mitten im Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges. Dort wird er von einer Kugel am Bein verwundet. Schließlich wird er – ohne erneuten Aufenthalt im Jahr 2035 – unmittelbar in das Jahr 1996 versetzt.

Nach seiner Ankunft trifft Cole erneut auf Jeffrey Goines, der mittlerweile nicht mehr in psychiatrischer Behandlung ist. Er stellt fest, dass Goines eine der Führungspersonen der Gruppe Armee der 12 Monkeys ist. Cole, der bereits 2035 auf Hinweise auf die 12 Monkeys gestoßen ist, gelangt nun zu der Überzeugung, die Gruppe sei für die Viren-Pandemie verantwortlich, weil Goines’ Vater, ein bekannter Wissenschaftler, eine virologische Forschungseinrichtung betreibt. Cole glaubt, dass Jeffrey Goines sich auf diesem Wege Zugang zu den Virenstämmen verschaffen konnte, und fürchtet zudem, er habe ihn 1990 unabsichtlich selbst auf die Idee gebracht, die Menschheit auszurotten.

Immer noch im Jahr 1996 entführt Cole die Psychiaterin Dr. Kathryn Railly, die ihn bereits 1990 in der Nervenheilanstalt kennengelernt hat und dementsprechend für geistesgestört hält. Die Ärztin entfernt ihm die Kugel, die seit seiner Reise in die Zeit des Ersten Weltkrieges in seinem Bein steckt. Trotz entsprechender Bemühungen kann Cole sie jedoch zunächst nicht davon überzeugen, dass die von ihm vorausgesagte Viren-Katastrophe wirklich eintreffen wird. An psychischem Stress leidend, beginnt Cole nun, auch selbst an seiner Botschaft zu zweifeln.

Während der Dauer der Entführung der Psychiaterin beschäftigen sich die Medien unter anderem mit dem Fall eines vermissten Jungen. Cole äußert gegenüber der Psychiaterin, dass er sich an diesen Vorfall noch aus der Zeit seiner Kindheit erinnere. Er habe damals durch diese Geschichte zum ersten Mal Angst empfunden – hinterher habe sich jedoch herausgestellt, dass sich der Junge aus Spaß lediglich in einem Stall versteckt habe.

Außerdem sucht Cole Jeffrey Goines’ Vater, den Virologen, auf, um von ihm das Originalvirus zu erhalten. Sein Anliegen scheitert. Anschließend wird Cole von seinen Auftraggebern gegen seinen Willen erneut ins Jahr 2035 zurückgeholt.

Zurück im Jahr 2035 ist Cole mittlerweile selbst von seiner Geisteskrankheit überzeugt und nimmt die Wissenschaftler, die sich mit ihm beschäftigen, nicht mehr ernst. Er kann sie jedoch davon überzeugen, ihn nochmals ins Jahr 1996 zu schicken, indem er ihnen vortäuscht, nunmehr das Originalvirus zurückbringen zu wollen. In Wirklichkeit möchte er jedoch nur aus der unangenehmen Welt des Jahres 2035 entschwinden, um im Jahr 1996 – an der Seite von Dr. Railly – seine Geisteskrankheit behandeln zu lassen.

Die Psychiaterin hat zwischenzeitlich die aus Coles Bein entfernte Kugel mit dem Ergebnis untersuchen lassen, dass sie tatsächlich aus dem Ersten Weltkrieg stammt. Sie entdeckt zudem sein Bild in einem Lehrtext über einen Fall von Geisteskrankheit an der Front des Ersten Weltkriegs. Als in den Nachrichten über den im Brunnen gesuchten, aber in einer Scheune versteckten Jungen berichtet wird und sich Coles Version damit bewahrheitet, ist Dr. Railly von seiner Geschichte überzeugt. Nachdem Cole wieder im Jahr 1996 angekommen ist, beabsichtigt er, sich freiwillig verhaften und seine vermeintliche Geisteskrankheit behandeln zu lassen. Als er Dr. Railly aufsucht, versucht sie ihn davon abzuhalten. Sie erklärt ihm, dass seine Geschichte, auch wenn sie ihm bislang niemand geglaubt habe, doch der Wahrheit entspreche.

Cole ist hin- und hergerissen, entschließt sich aber zu guter Letzt, nicht mehr ins Jahr 2035 und ein Leben unter der Erde zurückzukehren. Da ihm ein Obdachloser mitgeteilt hat, dass auch er zurückgeschickt wurde und seine Zähne von den Wissenschaftlern des Jahres 2035 mit einer Art Peilvorrichtung ausgestattet seien, zieht er sich selbst seine Backenzähne.

Cole und Dr. Railly versuchen nun, gemeinsam die Gruppe 12 Monkeys aufzuhalten. Da beide nicht mehr sicher sind, was Realität ist und was nicht, ruft Dr. Railly die von Cole genannte Voicemailbox-Nummer an. Dort erreicht sie jedoch nur den Anrufbeantworter einer Teppichreinigungsfirma. In der Überzeugung, dass die Geschichte also doch nicht wahr sein könne, erzählt sie eher aus Spaß von der Armee der 12 Monkeys. Genau über diesen Anrufbeantworter gelangt nun aber Dr. Raillys Nachricht ins Jahr 2035. Die Wissenschaftler haben sie dort seinerzeit Cole vorgespielt. Als Cole nun Dr. Railly den genauen Text der Nachricht vorspricht, ist dies der endgültige Beweis, dass Coles Geschichte von seiner Zeitreise stimmt und dass die angekündigte Pandemie bald Realität werden muss.

Fatalistisch ergeben sich beide ihrem Schicksal und wollen noch ein letztes Mal ans Meer reisen, welches Cole noch nie mit eigenen Augen gesehen hat. Auf dem Weg zum Flughafen stehen die beiden in einem langen Verkehrsstau, weil frei umherlaufende Wildtiere den Verkehr blockieren. Sie erkennen, worum es der Armee der 12 Monkeys überhaupt ging, nämlich um die Befreiung der Zootiere. Mit einer Verbreitung von Viren hatte diese Gruppierung nichts im Sinn. Man ist die ganze Zeit auf der falschen Spur gewesen.

Beim Betreten des Flughafens erkennt Cole das Gebäude aus seinen Träumen wieder. Er ruft noch einmal bei der Nummer des Anrufbeantworters an, versucht, den Fehler mit den 12 Monkeys aufzuklären, und gibt an, nicht mehr ins Jahr 2035 zurückkommen zu wollen. Wenig später begegnet er jedoch einem seiner Zellengenossen aus dem Jahr 2035. Dieser übergibt ihm eine Waffe und teilt ihm mit, dass er aufgrund Coles Telefonaufzeichnung geschickt wurde, um „die Frau“ (vermutlich Dr. Railly) zu töten. Cole soll seinen Auftrag doch noch ausführen. Als er gerade fragen will, wen er eigentlich erschießen soll, wird er von Dr. Railly weggezogen, die unterdessen in Dr. Peters, dem offensichtlich wahnsinnigen Assistenten von Jeffrey Goines’ Vater, den wahren Urheber der Katastrophe erkannt hat. Dr. Peters möchte alle großen Städte der Welt besuchen, um dort das Virus freizusetzen. Cole versucht ihn aufzuhalten, scheitert jedoch und wird von den Sicherheitsbeamten des Flughafens erschossen, als er mit gezogener Waffe den Fanatiker verfolgt. Dr. Peters hat derweil bereits bei der Kontrolle unbemerkt die erste Probe des Virus freigesetzt und damit die Katastrophe ausgelöst. Cole stirbt in den Armen von Dr. Railly, beobachtet vom jungen Cole, der nunmehr – ohne es zu wissen – seinem eigenen zukünftigen Tod zusieht. Dr. Railly erkennt ihn und schenkt ihm ein Lächeln.

Als Dr. Peters ins Flugzeug steigt, sitzt neben ihm eine der Wissenschaftlerinnen aus der Zukunft, die Cole ins Jahr 1996 geschickt haben. Sie fängt mit ihm ein Gespräch an und stellt sich ihm als Versicherungsagentin vor. Der Film lässt offen, wie die Begegnung zwischen der Wissenschaftlerin und Peters ausgeht und zu welchem Zweck sie erfolgt.

Kritik[Bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [2]
Publikum [2]
Metacritic
Kritiker [3]
Publikum [3]
IMDb [4]

„Als eine Art apokalyptischer Fiebertraum voller Anspielungen, aber wenig konkrete Bezüge inszeniert. Das Interesse an der labyrinthischen Story wird durch die Exzentrik der visuellen Gestaltung mehr erstickt als gefördert.“

Lexikon des internationalen Films[5]

„Monumentales, nahezu hypnotisches Leinwand-Gemälde. Im wahrsten Sinne aufregend.“

Cinema (03/1996)

„Wie schon in ‚Brazil‘ (1985) entwickelt Terry Gilliam (‚Fear and Loathing in Las Vegas‘) ein verstörendes und visuell opulentes Zukunftsszenario, das die Probleme der Gegenwart auf phantastische Weise überhöht. Für das Drehbuch ließen sich Janet und David Peoples (Oscar-Nominierung für ‚Erbarmungslos‘) von Chris Markers Kurzfilm ‚La Jetée‘ (’62) inspirieren.“

TV Spielfilm[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fernsehserie[Bearbeiten]

Der amerikanische Fernsehsender SyFy gab 2014 eine Serien-Adaption des Films in Auftrag, die ab Januar 2015 ausgestrahlt werden soll.[7] Nachdem SyFy im August 2013 den Auftrag zur Produktion eines Pilotfilms gab, dessen Drehbuch von Terry Matalas und Travis Fickett verfasst wurde, begann dessen Produktion im November 2013.[8] Im April 2014 bestellte Syfy eine zwölf Folgen umfassende erste Staffel. Die Serie wird wie der Film von Universal Cable Productions und Atlas Entertainment produziert; Autoren und ausführende Produzenten sind Terry Matalas und Travis Fickett. Die Hauptrolle in 12 Monkeys übernimmt Aaron Stanford, weitere Rollen werden von Amanda Schull, Noah Bean und Kirk Acevedo gespielt.[7]

Trivia[Bearbeiten]

  • 12 Monkeys war 1997 die erste DVD, die auf dem europäischen Markt veröffentlicht wurde.
  • Der Film startete am 21. März 1996 in den deutschen Kinos. Er wurde von 2.124.196 Zuschauern gesehen und belegte damit Platz 16 der besucherstärksten Filme in Deutschland des Jahres 1996 (Quelle FFA Jahreshitlisten-1996). International ist 12 Monkeys Terry Gilliams bislang erfolgreichstes Werk. Das weltweite Einspielergebnis (Boxoffice) betrug 168,8 Mio. US-Dollar.
  • Die eingangs zitierten Filme Am Rande des Rollfelds (La Jetée), und Vertigo – Aus dem Reich der Toten fanden gemeinsam eine Wiederaufführung im Rahmen des Filmprogramms der Weltkunstausstellung Documenta 12 im Jahr 2007. Der Thriller Hitchcocks diente Terry Gilliam nicht nur als Inspiration. Auf ihrer Flucht verweilen Dr. Railly und Cole in einem Kino. Dort wird gerade dieser Film aufgeführt. Sogar die Filmmusik aus dem Hitchcock-Film wird kurz darauf in dem aktuellen Soundtrack zitiert.
  • Der Tango, der dem Soundtrack sein markantes „Gesicht“ verleiht, ist die Introduccion der Suite Punta del Este von Astor Piazzolla
  • Bei der Flucht aus der Anstalt läuft James an einem Wachmann vorbei, der die amerikanischen Zeitschrift Weekly World News liest. Die Ausgabe in seiner Hand erschien in der Realität am 23. Juni 1992 in den USA und trägt die erfundene Schlagzeile "Bat Boy found in cave" ("Fledermaus-Junge in Höhle entdeckt"). Die Figur des Bat Boy wurde vom WWN-Redakteur Dick Kulpa erfunden und die Ausgabe mit dieser Schlagzeile war die zweitbestverkaufte in der Geschichte der Zeitschrift. Aus der Batboy-Schlagzeile entwickelten Keythe Farley und Brian Flemming 1997 das Off-Broadway Musical Bat Boy.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva Horn, Zukunft als Katastrophe. Frankfurt a. M. 2014. S. 349-359.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reputation ist alles. Interview von Bert Rebhandl mit Terry Gilliam am 8. Januar 2007. taz.de (abgerufen 26. Februar 2008).
  2. a b monk bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 8. November 2014
  3. a b [1] bei Metacritic, abgerufen am 8. November 2014
  4. 12 Monkeys in der Internet Movie Database (englisch)
  5. http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?sucheNach=titel&wert=67434
  6. http://www.tvspielfilm.de/filmlexikon/?type=filmdetail&film_id=386415
  7. a b Nellie Andreeva: ‘12 Monkeys’ Picked Up To Series At Syfy. deadline.com, 4. April 2014, abgerufen am 6. April 2014 (englisch).
  8. Lynette Rice: SyFy orders '12 Monkeys' pilot. ew.com, 26. August 2013, abgerufen am 31. August 2013 (englisch).
  9. http://www.imdb.com/title/tt0114746/trivia, abgerufen am 23. August 2014