Altenstadt (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altenstadt
Altenstadt (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altenstadt hervorgehoben
47.81666666666710.866666666667722Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Altenstadt (Oberbayern)
Höhe: 722 m ü. NHN
Fläche: 18,66 km²
Einwohner: 3230 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86972
Vorwahl: 08861
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 111
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marienplatz 2
86972 Altenstadt
Webpräsenz: www.altenstadt-obb.de
Bürgermeister: Albert Hadersbeck
Lage der Gemeinde Altenstadt im Landkreis Weilheim-Schongau
Starnberger See Ammersee Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Starnberg Landkreis Landsberg am Lech Wildsteig Wielenbach Wessobrunn Weilheim in Oberbayern Steingaden Sindelsdorf Seeshaupt Schwabsoien Schwabbruck Schongau Rottenbuch Raisting Prem Polling (bei Weilheim) Penzberg Peiting Peißenberg Pähl Obersöchering Oberhausen (bei Peißenberg) Ingenried Iffeldorf Huglfing Hohenpeißenberg Hohenfurch Habach Eglfing Eberfing Burggen Böbing Bernried am Starnberger See Bernbeuren Antdorf Altenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild

Altenstadt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Altenstadt liegt in der Region Oberland im Pfaffenwinkel.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 15 vor Christus eroberten die Römer durch eine Schlacht zwischen Rauhenlechsberg und Dießen gegen die Likatier die Gegend.[2] Altenstadt liegt am Schnittpunkt zweier alter römischer Straßen, der Via Claudia Augusta und der alten Salzstraße von Kempten nach Salzburg. Im Gebiet des heutigen Altenstadt bauten die Römer ein Vorsorgungslager und nannten es „Esconova“.[3] Der Name des Lagers ist aber nicht wissenschaftlich gesichert.[3] Altenstadt ist das frühere Schongau - ein großer Teil der Bewohner zog im 13. Jahrhundert nur wenige Kilometer weiter in die auf dem Lechumlaufberg gegründete Siedlung am Lech und nahm den Ortsnamen mit. Die alte Siedlung wurde schlicht Altenstadt, die alte Stadt Schongau, genannt.

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts dürfte die einstige Burg, die Burg Burklaberg der Lechrainer Welfen auf dem Burglach, auch Schlossberg genannt, entstanden sein.[4] Diese Burg gibt es heute nicht mehr. Altenstadt gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schongau des Kurfürstentums Bayern.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Altenstadt zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten von ihnen stammten aus Polen. Das Lager wurde von der UNRRA betreut und wurde 1950 aufgelöst.

Basilika[Bearbeiten]

Bedeutend ist die romanische Basilika St. Michael (Altenstadt) mit Resten mittelalterlicher Wandmalerei und mehreren Zeugnissen romanischer Skulptur. Die Basilika blieb in ihrer romanischen Form erhalten, weil den Altenstädtern nach der Umsiedlung der meisten Bewohner das Geld für aufwändige Umbauten fehlte. 1965 wurde der Kirche der Titel einer päpstlichen Basilica minor verliehen. Nennenswert sind im Inneren der Basilika:

  • Bauskulptur,
  • Taufbecken und
  • die auf ca. 1210/20 datierte Triumphkreuzgruppe, von der das überlebensgroßes Kruzifix, genannt der „große Gott von Altenstadt“, original ist; die Assistenzfiguren Maria und Johannes sind hingegen Kopien. Die Originale der Assistenzfiguren wurden 1867 zur Finanzierung einer Kirchenrenovierung an das Bayerische Nationalmuseum verkauft und sind dort ausgestellt.
Basilika St. Michael
Basilika St. Michael

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwabniederhofen eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2011 2012
Anzahl der Einwohner[6] 598 659 763 897 1142 2938 2510 2522 2870 3195 3226 3230

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
Partei / Liste Wahl 2014[7][8] Wahl 2008
Sitze Sitze
CSU 7 7
SPD 2 2
UWV/FW 5 5
Wählergemeinschaft Schwabniederhofen 2 2
Sitze gesamt 16 16

Gemeindesteuern[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2008 2.262.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 538.000 € .[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Strumpfmuseum Altenstadt

Verkehr[Bearbeiten]

Zwischen Altenstadt und Schongau verläuft die Bundesstraße 17 von Norden leicht westlich verschwenkt nach Süden in offener Tieflage, an ihrer Westseite verläuft die östliche Gemeindegrenze. Altenstadt ist hier über die teilplangleiche Ausfahrt Schongau-West/Altenstadt angebunden. Über den Straßeneinschnitt ist Altenstadt mit vier Straßenbrücken und einer Fußgänger-/Fahrradwegbrücke mit Schongau verbunden. Uber eine dieser Brücken führt die Staatsstraße 2014 von Nordwesten her aus Kaufbeuren über Osterzell nördlich am Zentrum Altenstadts vorbei, weiter in östliche Richtung über Schongau und danach rechts des Lech nördlich über Birkland nach Apfeldorf. Von Norden nach Süden durchquert die von Hohenfurch durch den Ortsteil Schwabniederhofen kommende Kreisstraße WM 6 Altenstadt, die südlich des Ortes die Bundesstraße 472 kreuzt und nach Burggen führt. Außerdem führt eine Gemeindeverbindungsstraße in westliche Richtung nach Schwabbruck.

Ab 1923 gab es in Altenstadt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau. 1972 wurde der Personenverkehr und 1992 der Güterverkehr eingestellt und die Strecke stillgelegt. Im Jahr 2013 wurde der Themenradweg Sachsenrieder Bähnle eröffnet, der zu weiten Teilen auf der ehemaligen Nebenstrecke von Schongau nach Kaufbeuren führt.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Altenstadt liegt auch die Franz-Josef-Strauß-Kaserne (gleichzeitig der Heeresflugplatz Altenstadt), in der sich die Luftlande- und Lufttransportschule und eine Sportfördergruppe der Bundeswehr befindet.

1944 wurde die Betriebsstätte des Staeble-Werks nach Altenstadt verlegt (Südliche Römerstraße). Die Staeble-Werke gingen später im Agfa-Konzern auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichte und Denkwürdigkeiten der Stadt Schongau, Erstauflage von 1852, Nachdruck von 1969 durch den Verlag der Schongauer Nachrichten, Seite 2
  3. a b Altenstadt. In: Der Landkreis Weilheim-Schongau. Herausgeber: Landratsamt Weilheim-Schongau 2010, Texte: Max Biller (Kreisarchivpfleger), Helmut Schmidbauer (Kreisheimatpfleger), Seite 44
  4. Peiting und Schongau (Altenstadt) unter den Welfen (1050-1200), Historischer Verein von und für Oberbayern, München 1920, Seite 17 ff
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 595.
  6. a b Kommunalstatistik von Altenstadt, abgerufen am 4. November 2010
  7. Ergebnis der Kommunalwahlen 2014, abgerufen am 18. März 2014
  8. Weilheimer Tagblatt vom 18. März 2014, Lokalteil S. 8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien