Altomünster

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Altomünster
Altomünster
Deutschlandkarte, Position des Marktes Altomünster hervorgehoben
48.38333333333311.25518Koordinaten: 48° 23′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 518 m ü. NHN
Fläche: 75,79 km²
Einwohner: 7519 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85250
Vorwahl: 08254
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 111
Marktgliederung: 47 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Altomünster
St. Altohof 1
85250 Altomünster
Webpräsenz: www.altomuenster.de
Bürgermeister: Konrad Wagner (FW)
Lage des Marktes Altomünster im Landkreis Dachau
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Altomünster ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Dachau.

Der Name des Ortes leitet sich vom Gründer des Ortes, dem heiligen Alto, und vom lateinischen Wort monasterium (Münster) für Kloster ab.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt nordwestlich von Dachau und fast in der Mitte des Städtedreiecks München – Augsburg – Ingolstadt. Der Ort liegt an der Kreisstraße DAH 2. Durch Altomünster fließt der Angerbach, der in Stumpfenbach Stumpfenbach heißt und in den Zeitlbach mündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Der Markt Altomünster ist in folgende 48 Ortschaften gegliedert:

Altomünster, Arnberg, Asbach, Breitenau, Deutenhofen, Erlach, Erlau, Freistetten, Haag, Halmsried, Hohenried, Hohenzell, Humersberg, Hutgraben, Irchenbrunn, Kiemertshofen, Lauterbach, Lichtenberg, Maisbrunn, Obererlach, Oberndorf, Oberschröttenloh, Oberzeitlbach, Ottelsburg, Ottmarshausen, Pfaffenhofen, Pipinsried, Plixenried, Radenzhofen, Rametsried, Randelsried, Reichertshausen, Röckersberg, Rudersberg, Ruppertskirchen, Schauerschorn, Schielach, Schloßberg, Schmarnzell, Schmelchen, Sengenried, Stumpfenbach, Teufelsberg, Thalhausen, Übelmanna, Unterzeitlbach, Wollomoos und Xyger.

Geschichte[Bearbeiten]

Chronologie[Bearbeiten]

Um 750 ließ sich ein Wandermönch namens Alto im heutigen Ortsgebiet nieder und gründete ein kleines Kloster.

Vor 1000 errichteten die Welfen ein Benediktinerkloster. Herzog Welf IV. bestimmte 1056 die Mönche zur Besiedlung des neu gegründeten Klosters Weingarten in Altdorf (heute Weingarten), während die vorher in Altdorf ansässigen Nonnen nach Altomünster kamen. Dort lebten sie bis zur Auflösung des Klosters 1488 durch Papst Innozenz VIII.

Etwa um 1310 verliehen die Wittelsbacher Herzöge den Bewohnern das Bürgerrecht. Am 4. Oktober 1391 erfolgte die Bestätigung der Markt- und Stadtrechte durch Herzog Stephan III. Um 1420 legten die Ingolstädter Herzöge den Marktplatz an.

Denkmalgesch. Gebäude in der Sandizellergasse, 19. Jhd. 48.38766211.259345

1496 übergab Herzog Georg der Reiche den Birgitten von Maihingen eine Stiftungsurkunde für Altomünster, um dort ein Birgittenkloster zu gründen. Am 18. März 1803 wurde das Kloster schließlich aufgelöst, später jedoch neu belebt. Es ist heute neben einer Niederlassung in Bremen das letzte Kloster des Ordens der heiligen Birgitta von Schweden in Deutschland.

Ab 1823 sank Altomünster zur marktberechtigten Landgemeinde ab. Hauptursache hierfür waren die Schließung des Klosters, des ursprünglichen Hauptarbeitgebers, und die Verwaltungskosten. 1862 wurde ein Krankenhaus errichtet, 1869 ein Kindergarten. 1882 wurde die Marktsparkasse gegründet. 1888 erhielt Altomünster Anschluss an den Telegrafendienst, 1902 Anschluss an den Telefondienst. 1907–1910 wurde der Ort elektrifiziert. Am 18. Dezember 1913 wurde die Lokalbahn Dachau–Altomünster eröffnet.

1977 wurde ein neues Schulzentrum eingeweiht.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Hohenzell 435 1. Mai 1978[2]
Kiemertshofen 146 1. Januar 1977[3]
Oberzeitlbach 493 1. Januar 1976[3]
Pipinsried 444 1. Mai 1978[2] Eingliederung von 351 der 444 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Markt Indersdorf
Randelsried 349 1. Januar 1976[3] Eingliederung von 300 der 349 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Tandern
Stumpfenbach 191 1. Januar 1972[4]
Thalhausen 243 1. Mai 1978[2]
Wollomoos 478 1. Mai 1978[2]

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 62,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,4 %
44,9 %
8,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus in Altomünster

Bürgermeister ist seit 1990 Konrad Wagner von der Freien Wählergemeinschaft Altomünster. Er wurde 1996, 2002 und 2008 im Amt bestätigt.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Nagyvenyim: Seit 1994 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit dem Ort Nagyvenyim in Ungarn. Daneben bestehen Freundschaften mit Vadstena (Schweden) und mit Tscherms (Italien). Der schwedische Ort Vadstena beherbergt das Kloster Vadstena. Es ist das Mutterkloster des Birgittenklosters Altomünster und des Birgittenordens. Die Doppelklosteranlage in Vadstena ist weitgehend noch erhalten und dient heute als Museum. In Tscherms (Südtirol) hatte das Kloster Altomünster früher Weinberge und Besitzungen und bezog von dort Mess- und Trinkwein bis ins frühe 17. Jahrhundert.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Altomuenster

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau der wachsende, golden nimbierte heilige Alto mit silberner Mitra, silbernem Mantel und rotem Gewand, eine eintürmige, rot bedachte silberne Kirche haltend; unterhalb dieser ein goldenes Schildchen, darin eine schwarze heraldische Lilie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Altomünster

  • Birgittenkloster Altomünster mit Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta (Künstler: Johann Michael Fischer, errichtet ab 1763);[6]
  • Kapelle im Kloster-Gästehaus;[7]
  • Kalvarienbergkapelle (48.390511.2716): mit Kreuzwegstationen, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Vorbau um 1860, Treppe und Stationen 20. Jahrhundert; insgesamt 1993 erneuert;[8]
  • Kriegergedächtniskapelle am Jörgerring, errichtet 1737, erinnert seit 1921 an die Gefallenen des 1. Weltkriegs;[9]
  • Kapelle an der Altoquelle (48.408311.2493);[10] - Diese Altoquelle im Altowald ist der Ursprung des Altograbens, der in die Weilach mündet. Die „echte“ Altoquelle entspringt unter dem Alto-Seitenaltar in der Klosterkirche und speist auch im Winter u.a. den Brunnen in der Kirche, den Brunnen im Altohof und den Marktbrunnen am Marktplatz.[11]
  • Kapelle im Seniorenwohnheim;[12]
  • Evangelisches Gemeindezentrum;[13]
  • Marktplatz
  • Marktbrunnen, gestiftet von Pfarrer Bartholomäus Schmid
  • Brauereigasthof Kapplerbräu, errichtet mit barocker Giebelfassade Ende 17./Anfang 18. Jahrhundert
  • Brauereigasthof Maierbräu

Museen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Brauereien[Bearbeiten]

  • Kapplerbräu
  • Maierbräu

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Altomünster mit Zug der Linie A

Altomünster ist Endpunkt der Bahnstrecke Dachau–Altomünster und ist somit mit dem Netz der S-Bahn München verbunden. Einige Züge verkehren direkt von Altomünster nach München Hauptbahnhof.

In Altomünster befindet sich ein Sonderlandeplatz für Ultraleicht-Flugzeuge. Der kleine Flugplatz ist durch eine Privatinitiative entstanden. Die Graspiste in Richtung 02/20 ist nur 200 m lang und im Osten durch einen Bach und im Westen durch eine Straße natürlich begrenzt. Im Jahr 2000 ist eine Halle zur Unterbringung von Fluggerät auf dem Gelände entstanden.

Bildung[Bearbeiten]

Volkshochschule Altomünster

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Altomünster geboren[Bearbeiten]

Mit Altomünster verbunden[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Anton Hofberger (1921–2004)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 570.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  5. Kommunalwahlen in Bayern
  6. Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in Altomünster - (Hans Schertl)
  7. Kapelle im Gästehaus des Klosters Altomünster - (Hans Schertl)
  8. Kapelle am Kalvarienberg (Dismasberg) in Altomünster - (Hans Schertl)
  9. Loretto-Kapelle in Altomünster - (Hans Schertl)
  10. Kapelle an der Altoquelle bei Altomünster - (Hans Schertl)
  11. Altomünster - (HdBG)
  12. Kapelle im Seniorenwohnheim Altoland in Altomünster - (Hans Schertl)
  13. Evangelisches Gemeindezentrum in Altomünster - (Hans Schertl)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altomünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien