Anhausen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Anhausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Anhausen
Anhausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Anhausen hervorgehoben
50.5011111111117.5536111111111310Koordinaten: 50° 30′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Rengsdorf
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 9,54 km²
Einwohner: 1363 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56584
Vorwahl: 02639
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Westerwaldstraße 32 - 34
56579 Rengsdorf
Webpräsenz: www.anhausen.de
Ortsbürgermeisterin: Heidelore Momm
Lage der Ortsgemeinde Anhausen im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild

Anhausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Rande des Westerwaldes auf der Anhöhe des Neuwieder Beckens im Naturpark Rhein-Westerwald. Zu Anhausen gehören die Wohnplätze Bergmannshof, Forsthaus, Forsthaus Braunsberg, Petershof und Rosenhof.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Meinborn, Rüscheid und Thalhausen, die nächsten Städte sind Dierdorf und Neuwied.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgrund von Funden fränkischer Gräber in der unmittelbaren Nähe von Anhausen (Flur „Ochsenstück“) ist anzunehmen, dass bereits im 7. Jahrhundert hier eine Siedlung war.

Erstmals wurde die Gemeinde urkundlich in einem Schiedsspruch des Generalkapitels des Prämonstratenser-Ordens in Prémontré aus dem Jahre 1204 erwähnt. In dieser Urkunde wurden Rechte der Abtei Rommersdorf für „par. hanhusen“, also für den Pfarrbezirk Anhausen, zugesprochen. Das Vorhandensein eines Pfarrbezirks lässt darauf schließen, dass zu der Zeit bereits eine Kirche und eine Ansiedlung gab. Wenige Jahre zuvor hatte Bruno von Isenburg mit dem Bau der in der Nähe liegenden Burg Braunsberg begonnen. Da die Herren von Isenburg-Kobern das Patronatsrecht (1268) in Anhausen hatten, geht die Kirche vermutlich auf eine Schenkung der Herren von Isenburg zurück.

Der Name Anhausen entwickelte sich von „Hanhusen“ (auch „Hainhusen“ im Sinne von „Waldhausen“) im Jahre 1204 über „Aynhusen“ (1343) zu Anhausen (1529).

Unter Graf Johann IV. von Wied, Anhausen gehörte seit 1344 zur Grafschaft Wied, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation eingeführt. Die war auf den Einfluss des Kölner Erzbischofs Hermann V. von Wied zurückzuführen, der ein Onkel des Johann war. Die Gemeinde und der Pfarrer wurden nun evangelisch.

Infolge des unter Napoleon entstandenen Rheinbundes kam das Kirchspiel Anhausen zum 1806 Herzogtum Nassau und wurde 1815 nach dem Wiener Kongress preußisch.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Anhausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 323
1835 462
1871 506
1905 477
1939 506
Jahr Einwohner
1950 587
1961 670
1970 806
1987 1087
2005 1355

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende. Die Ratsmitglieder gehören zwei verschiedenen Wählergruppen an.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold und Silber gespalten durch eine eingebogene grüne Spitze, darin eine wohnturmartige silberne Burg mit Mittelwand und abfallenden, an der Außenkante durch je einen Strebepfeiler gestützten Seitenwänden, umlaufenden Zinnenkranz und unter dem obergeschossumlaufenden Rundbogenfries, acht offenen Segmentbogenfenstern, davon die drei oberen gespalten, sowie der Mittelwand vorgesetzten, halbhohen Torbau mit fünf Zinnen, offenem Rundbogentor und offenem Rundbogenfenster; vorn vier rote Schrägbalken; hinten zwei rote Balken“.

Die dargestellte Burg ist das stilisierte Abbild der Burg Braunsberg über dem Aubachtal und der Gemarkung Anhausen. Das die Burg umgebende Grün symbolisiert den Waldreichtum der Gemeinde. Die zwei roten Balken in Silber sind das Wappen der Herren von Isenburg, die im Kirchspiel Anhausen alte Rechte besaßen. Die vier roten Schrägbalken in Gold sind dem Wappen der Grafen zu Wied entnommen. Die Herrschaft Braunsberg, identisch mit dem späteren Kirchspiel Anhausen, gehörte von 1344 bis 1806 zur Grafschaft Wied.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Dierdorf an der Bundesautobahn 3 (etwa 8 km entfernt). Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Anhausen gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten. In Anhausen befindet sich auch die Stützpunktfeuerwehr Kirchspiel Anhausen, zuständig für die Gemeinden Anhausen, Meinborn, Rüscheid und Thalhausen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 2005 aus den Einheiten der Feuerwehren Anhausen und Thalhausen neu gegründet.

Sportplätze[Bearbeiten]

Anhausen/Meinborn verfügt über einen Tennisplatz mit drei Courts. Neben der Grundschule befindet sich eine Mehrzweckhalle, die auch als Turnhalle genutzt wird. Hinter der Mehrzweckhalle befindet sich ein Streetsports-Platz, der für Basketball, Fußball und auch Hockey genutzt werden kann.

Erholung[Bearbeiten]

Nahe der Ortsgrenze von Anhausen befindet sich der Limes. Den Limes entlangführt die regionale Wanderroute Rheinhöhenweg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seiten 33 und 34 (PDF; 2,16 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen